DJV und Wild/Wald

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Gewiß. Aber vor diese Entscheidung gehört eine ehrliche Feststellung der jeweiligen Bedürfnisse und der sachlichen Erfordernisse. Kann Dir jeder Eheberater erklären. Und das können nur die Beteiligten vor Ort, weder der Anwalt noch die Schwiemu. Und ehrlich muß es sein, sonst bleibt immer irgendwo ein Gefühl des Zukurzgekommenseins, egal, wie die Lösung am Ende aussieht. Da muß man sich dann halt mal hinstellen und sagen, ich hätte gerne dicke Hirsche und der Schutzwald geht mir am Allerwertesten vorbei, schließlich zahl ich dafür Zigtausende im Jahr. DANN kann man drüber reden. Vorher ist das immer ein Gemauschel. Vllt stellt sich am Ende ja sogar raus, das es Ecken gibt, wo das möglich ist, oder eine Bewirtschaftungsweise, die das erlaubt. Solang immer nur jeder stur nach Regeln von Annotobak vor sich hinwerkelt und am liebsten gar nix vom andern hört, ja mei. Wir leben jetzt, die Bedingungen sind die aktuellen und evtl. muß man sich aus seiner Komfortzone bewegen. Jeder.
Der Vergleich mit der Ehe hinkt, zumindest in der abendländischen Kultur. :cool: Die Ehe ist in aller Regel auch kein Deal unter gleich stark auftretenden Beteiligten größerer Anzahl.

Ein Alpha-Tier sucht sich zudem nur in Ausnahmefällen wieder ein Alpha-Tier. Das hat schon vor 50 Jahren nicht funktioniert und funzt auch heute nicht. ;)

Wenn wir die hier gegenständliche Problematik ehrlich diskutieren, ist die Hobbyjagd der Verlierer. Beziehen wir die Aspekte der Energiewende mit ein, müssen darüber hinaus einige Naturschutzgruppen kräftig Federn lassen.

Es funktioniert so nicht. Ein Politik mit klarer Kante, durchmarschiert und Maul halten. Wer brav war, kriegt hinterher ein Zuckerl und darf sich in einer Nische ein bisserl selbstverwirklichen. Die einen so, die anderen so.

Imho ist es völlig ausgeschlossen, dass in einem Land mit so vielen "Splittergruppen" mehr oder weniger einvernehmlich ein tragfähiger Kompromiss heraus kommt. Niemand bewegt sich in diesem Land aus der Komfortzone ohne sauberen Tritt in den A.... Nach mittlerweile drei Wohlstandsgenerationen völlig ausgeschlossen. Das gilt für Individuen genauso, wie für institutionelle Interessenvertreter.
 
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Damit bist Du schon wieder einen Schritt weiter. Wir sind noch nicht mal einig, daß es sowas wie ein wm überhaupt braucht.
 
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Nicht für jagdliche Puritaner wie @Stoeberjaeger . Da muss man unter den Schuldgefühlen für sein schlimmes Tun leiden und braucht die Absolution durch das aufopfernde Dienen am höheren Gut. ;)....
Wenn man zur Auslebung seiner Jagdpassion HERRENLOSE Tiere erschießen möchte, die bei einem immer möglichen schlechten Treffer leiden werden, ist es m. E. eine gute Idee, sich auf das zu beschränken, was
- nötig und damit höchst sinnvoll ist
- von der Allgemeinheit die nötige Unterstützung bekommt

Deshalb ist man kein "Puritaner" und es hat nichts mit Schuldgefühlen zu tun, sondern mit Reflektion, Mitgefühl und Verantwortungsbewusstsein!

....Nicht wertLOS, wertFREI.....
Eher intelligenzFREI. :p

....Du würdest auch bei den chirurgischen Techniken .....
Ich würde z. B. auch "Prostitution" nicht als Teilgebiet eines Studiums des "Gesundheitswesens" kritiklos hinnehmen, nur um eine möglichst umfassende Definition zu konstruieren. ;)

......Etwas mehr gehört schon dazu. Ich empfehle Dir, Dich mal bei der Wildlife Society zu informieren, was man nachweisen muss, um ein "certified wildlife manager" werden zu können...
Völlig irrelevant!

Du verwechselst hier Definition und Qualifikation von Wildlifemanagement! :cool:
 
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Die Lust ist auch ein Zweck...
Vollste Zustimmung, allerdings schließt sich das (lieber @Mohawk) auch beim Puristen (weniger beim Puritaner) nicht aus. An dieser Stelle wäre jetzt das Beispiel mit der Ehe wieder passend. :cool:

Jagdlich ist das aber auch einfach erklärt. Die jagdliche Lust beginnt mit dem Jagdintervall, steigert sich auf die nächste Stufe durch die Strecke und fährt fort mit der Aussicht auf kulinarische Gelüste über den effizienten Einsatz des Fleischwolfs.

Dem Höhepunkt entgegenfiebernd verweilen die prall gstopften Würstl hängend über der langen Stange, bis sie gegrillt auf dem Terassentisch neben einer Maß Klosterbräu den Gipfel der Lust herbeizaubern.
 
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Wenn man zur Auslebung seiner Jagdpassion HERRENLOSE Tiere erschießen möchte, die bei einem immer möglichen schlechten Treffer leiden werden, ist es m. E. eine gute Idee, sich auf das zu beschränken, was
- nötig und damit höchst sinnvoll ist
- von der Allgemeinheit die nötige Unterstützung bekommt

Deshalb ist man kein "Puritaner" und es hat nichts mit Schuldgefühlen zu tun, sondern mit Reflektion, Mitgefühl und Verantwortungsbewusstsein!



Eher intelligenzFREI. :p



Ich würde z. B. auch "Prostitution" nicht als Teilgebiet eines Studiums des "Gesundheitswesens" kritiklos hinnehmen, nur um eine möglichst umfassende Definition zu konstruieren. ;)



Völlig irrelevant!

Du verwechselst hier Definition und Qualifikation von Wildlifemanagement! :cool:
Dann erzähl doch mal, wie Du ein ethisch wertvolles WM nach Deiner Vorstellung mit dem verfügbaren Personal verwirklichen willst.

Die Realität sieht nämlich so aus, daß auch Jagdgenossenschaften/Forstbetriebe, die eine straffe Bejagung wünschen, keine geeigneten Pächter/Jagderlaubnisnehmer in ausreichender Anzahl finden. Ohne einem gewissen Lustanteil sowie dem verfügbaren Zeitkonto der Jäger Rechnung zu tragen wird man scheitern. Pragmatisch sieht das dann z. B. so aus, daß der JE einmal im Jahr Tannen mit Einzelschutz versieht, dafür etwas weniger zahlt und die Nachbarpächter Frieden halten. Und keiner fühlt sich überfordert oder benachteiligt, der Waldbau kann seine Ziele verfolgen und die gesellschaftlichen Erfordernisse werden erfüllt. Kirche im Dorf lassen.
 
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"Stoeberjaeger, post: 4300881, member: 6072]
.......
Ich würde z. B. auch "Prostitution" nicht als Teilgebiet eines Studiums des "Gesundheitswesens" kritiklos hinnehmen, nur um eine möglichst umfassende Definition zu konstruieren. ;)
Lieber Stöbi, das wäre auch gar nicht notwendig, denn der fachpraktische, definitions- verständnisfördernde Teil vollzieht sich bei diversen Fakultäten, insbesondere auch im Gesundheitswesen, ehrenamtlich und ethisch völlig integer außerhalb der Vorlesungszeit oder anstelle besonders früher Vorlesungsstunden selbstverständlich im interdisziplinären Austausch auf gleicher Ebene.
 
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....Die Realität sieht nämlich so aus, daß auch Jagdgenossenschaften/Forstbetriebe, die eine straffe Bejagung wünschen, keine geeigneten Pächter/Jagderlaubnisnehmer in ausreichender Anzahl finden. Ohne einem gewissen Lustanteil sowie dem verfügbaren Zeitkonto der Jäger Rechnung zu tragen wird man scheitern.....
Jagd unter der Zielsetzung von Wildtiermanagement ist keinesfalls lustlos oder spaßbefreit. Die Jagdlust ist nur auf die sinnvollen Teilbereiche konzentriert und der Zielsetzung des WM nachgeordnet.

Das Problem vieler Jagdrechtsinhaber ist die recht abwegige Vorstellung, sie könnten top Jäger finden, die als reglementierte Dienstleister für die definierten Ziele noch eine satte Jagdpacht bezahlen würden.
Solche Leute muss man anlocken und binden, nicht melken. ;)
Langfristig kann man auch Nachwuchsjäger besser fördern, um in Zukunft mehr leistungsfähige "Wildmanagement-Jäger" zur Verfügung zu haben.
 
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Dann erzähl doch mal, wie Du ein ethisch wertvolles WM nach Deiner Vorstellung mit dem verfügbaren Personal verwirklichen willst.

Die Realität sieht nämlich so aus, daß auch Jagdgenossenschaften/Forstbetriebe, die eine straffe Bejagung wünschen, keine geeigneten Pächter/Jagderlaubnisnehmer in ausreichender Anzahl finden. Ohne einem gewissen Lustanteil sowie dem verfügbaren Zeitkonto der Jäger Rechnung zu tragen wird man scheitern. Pragmatisch sieht das dann z. B. so aus, daß der JE einmal im Jahr Tannen mit Einzelschutz versieht, dafür etwas weniger zahlt und die Nachbarpächter Frieden halten. Und keiner fühlt sich überfordert oder benachteiligt, der Waldbau kann seine Ziele verfolgen und die gesellschaftlichen Erfordernisse werden erfüllt. Kirche im Dorf lassen.
Wir hatten das schon einmal, als Du mir mangelnde Kenntnis über die jagdlichen Zustände im staatsforstlichen Oberbayern unterstellt hast. Du projezierst Deine Realität auf alle möglichen Verhältnisse. Bei mir in der Gegend stelle ich in kürzester Zeit eine ganze Mannschaft incl. Auswechselspieler auf die Beine und dann mach ichs in Anlehnung an @ Stöbi auf Bayerisch.
Der Haken: Hier gibts keine JG, die auf den lukrativen Pachtschilling verzichten möchte und dafür eine wertvolle Naturverjüngung wachsen sieht. Die kassieren lieber beim Traditionsjäger und schimpfen dafür über lasche Bejagung.

Wenn der Forst keine Jäger findet, dann sind das Gegenden, wo es privat viel billiger Jagdmöglichkeiten gibt, weil allgemein weniger Jäger da sind und schon erst recht keine solchen, die Wildbret zu vorgegebenen Preisen erwerben müssen und darüber hinaus eine PB-Gebühr bezahlen.

Wo genug Jäger da sind, hat der RL die jederzeitge Möglichkeit, seine Jäger auszutauschen und über die groß angelegten Bewegungsjagden macht der Forst auch straffe Bejagung. Forstwirtschaftliche Flächen sehen bei uns gut aus.

Die Intervalljagd kommt gerade Jägern entgegen, die nicht so viel Zeit investieren wollen.
Aber man muss halt auch so jagen wollen und ggf. auf höhere Einnahmen (Jagdgebühren) verzichten. Auch von weiter her, denn wenns nix kostet, fallen die Fahrtkosten auch nicht so ins Gewicht. Die Intervalle sind ja kurz und man braucht nciht ständig die gleichen Jäger. Der Wille ist entscheidend, sonst nix.
 
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Wo genug Jäger da sind, hat der RL die jederzeitge Möglichkeit, seine Jäger auszutauschen und über die groß angelegten Bewegungsjagden macht der Forst auch straffe Bejagung. Forstwirtschaftliche Flächen sehen bei uns gut aus.
Das wag ich zu bezweifeln. Beides.

Ich komm ein bissl rum, weißt Du? Tanne ohne Schutz in der Diaspora hochzubringen erforderte eine Bejagung, die macht kein normaler Jagderlaubnisnehmer mit. Nirgendwo. Auch nicht für lau.

Was Du kennst, ist der pragmatische Kompromiß, den ich oben dargestellt habe. So oder ähnlich.

Wo Du recht hast, die jungen. Die wachsen schon ganz anders rein. Wenn sie nicht vom Ahn gehirngewaschen sind, solche gibts aber auch zur genüge.

Die haben nur oft nicht die Zeit. Berufsanfänger, Familiengründer, Häuslebauer....
 
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Das wag ich zu bezweifeln. Beides.

Ich komm ein bissl rum, weißt Du? Tanne ohne Schutz in der Diaspora hochzubringen erforderte eine Bejagung, die macht kein normaler Jagderlaubnisnehmer mit. Nirgendwo. Auch nicht für lau.

Was Du kennst, ist der pragmatische Kompromiß, den ich oben dargestellt habe. So oder ähnlich.

Wo Du recht hast, die jungen. Die wachsen schon ganz anders rein. Wenn sie nicht vom Ahn gehirngewaschen sind, solche gibts aber auch zur genüge.

Die haben nur oft nicht die Zeit. Berufsanfänger, Familiengründer, Häuslebauer....
Ja wenn Du soviel rum kommst, müsstest wissen, dass ich kein Schmarrn erzähl. Ich habs Dir ja schon mal gesagt. Es gibt PB´ler, die froh sind, wenn sie es auf vier Stückl bringen aufn Ansitz. Und die machen das mit. Sollte einer tatsächlich aufhören, warten auf der Liste zig andere. Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass jemand ohne Netzwerk im Umkreis der Städte privat nur Huhu schreien muss und dann hat er ne Jagdgelegenheit. Die sind alle heilfroh, wenn sie beim Forst ihr chices Bixerl lüften dürfen. Scho schauts aus. V. a. dann, wenns privat nicht viel besser ist und du auch nur den Kasper machen kannst.

Und von den Familiengründern, Häuslebauern, etc. kenne ich (ehrlich gesagt) mehr, die jagdlich erstmal pausieren, wenn sie auf dem Boden der Immobilienrealität angekommen sind, sofern sie überhaupt an ne Immo kamen. Da bist selbst als junger Akademiker an der Schnappatmung, wenn du 80 oder 100 brutto heimbringst und die Frau nicht ebenso gut performt. Außerdem steht der junge Mann und Jäger von heute gern unter der Fuchtel. Da is schnell schluss mit lustig. :D Der kommt heim und macht erst mal hutschi hutschi, während die Holde zum Sqash fährt oder mit der Freundin nen Hugo zuzelt.

Was ich natürlich auch sehe, ... beim Forst gibts noch Zäune, aber auf der anderen Seite wirst wahrscheinlich nicht bestreiten, dass bei den professionellen Drückjagden schon noch mal ordentlich was weg kommt. Insofern ist der ein oder andere RL vielleicht net ganz so stinkig, wenn ein PB´ler nicht performt.
 
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Und von den Familiengründern, Häuslebauern, etc. kenne ich (ehrlich gesagt) mehr, die jagdlich erstmal pausieren, wenn sie auf dem Boden der Immobilienrealität angekommen sind, sofern sie überhaupt an ne Immo kamen.
Sag ich doch. War etwas mißverständlich formuliert. Sorry.
 
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Ja mei, brauchen täts es schon in einer gewissen Form, aber da wir unterschiedliche Vorstellungen davon haben und wohl auch jeweils einen anderen Realitätsabgleich vornehmen, kommt man da zu keinem Konsens. Ganz wie im richtigen Leben. :coffee:
 
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