E100 von 454 Casull

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Hallo zusammen,

hatte heute mit einem Freund eine Diskussion darüber, wie sich die Revolverpatrone 454 Casull wohl aus einen Unterhebelrepetierer mit 20" Lauflänge "verhält". Besonders beim Thema "2000 Joule auf 100 Meter" waren wir entgegengesetzter Meinung...
In amerikanischen Foren findet man Messungen wie folgende zur E0:

Winchester .454 Casull Supreme Partition Gold 260 gr. JHP ------> 2274 fps/2985 fpe

oder (etwas schwächer):

Hornady .454 Casull 300 gr. XTP/JHP ------> 1942 fps/2513 fpe

Das sind im ersten Fall immerhin 4000J an der Mündung, da müßten doch auch auf 100 Metern noch 2000J übrig sein, oder? Der BC der Revolvergeschosse ist zwar sicher sehr bescheiden, aber das sieht bei der 444 Marlin oder 45/70 auch nicht viel anders aus...
Könnte jemand von Euch die Daten mal durch Quickload schicken und eine Abschätzung zur E100 abgeben? Würde mich sehr freuen, vielen Dank im voraus.

Viele Grüße,

Oliver
 
A

anonym

Guest
Hallo
soviel ich weiß hat theclou so einen Püster in .454
Frag den mal
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Oli

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Ich beantworte es mir mal selbst:

Woanders hat jemand für mich in ein "Hornday reloading manual no.2" geschaut. Darin ist wohl ein nette Tabelle. Daraus und aus dem Test weiter oben wurden folgende Geschwindigkeiten abgeleitet:

350 grn 100 yards 1453 fps 1641 ft-lbs
250 grn 100 yards 1365 fps 1034 ft-lbs

1 ft-LBS = 1.3558 Joules

Macht also 2225 Joule bzw. 1401 Joule

noch was: .454

tschüß
oli

[ 13. April 2005: Beitrag editiert von: Oli ]
 
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<BLOCKQUOTE><font size="1" face="Arial, Verdana">Zitat:</font><HR>Original erstellt von Oli:
Hi,

das würde mich auch interessieren. Auch der Unterschied zwischen .454 und .45Colt in bezug auf die Trefferlage.
<HR></BLOCKQUOTE>

Da es gestern im Büro etwas wüst zuging, habe ich den Thread leider erst heute entdeckt.
Stauernjager hat recht - ich habe einen solchen UHR "Püster" im o.g. Kaliber mit 20" Lauflänge.

Ich verlade dafür runterkalibrierte 300gr SJHP-Geschosse, die ursprünglich für eine .45/70 gedacht waren. Ebenso gehen aber auch Sierra 300gr. JFP-Geschosse. Ich presse(!) hinter das Geschoss 31,3gr Hodgdon "LilGun" (ist wirklich etwas gepresst).
Energiemessungen mit der Lichtschranke auf 5m und 100m haben folgendes ergeben:

E5: ~ 4050 Joule
E100: ~ 2240 Joule
(jeweils der gerundete Mittelwert aus fünf Schuß)

Da die Energie mehr über Masse als über Geschwindigkeit erreicht wird und die Waffe selber nur 2,8kg wiegt, empfinde ich den Rückstoß als recht ruppig und nach spätestens 10 Schuß sind 0,33-0,5l Pause notwendig.

Zu Übungszwecken verlade ich 185gr Hohlspitzgeschosse für die .45 ACP vor 35gr VV N110, die dann mit ca. 3.500 Joule den Lauf verlassen. Allerdings halten nicht alle Geschosse dieser Extrembelastung stand. Aber dafür ist der Rückstoß wesentlich angenehmer.

.45 LC Patronen habe ich noch nicht verschossen, um mir keinen Schmauchring im Patronenlager einzubrennen. Aber von einem Bekannten weiß ich, dass die Treffpunktlage zwischen "handelsüblicher" .454 und .45 LC Munition deutlich unterschiedlich ist. Ich habe die selbe Beobachtung bei unterschiedlichen Geschossgewichten gemacht.

Sollte ich jetzt alle Unklarheiten beseitigt haben, einfach nochmal nachfragen.

Mit blauschultrigen Grüßen

[ 14. April 2005: Beitrag editiert von: TheClou ]
 
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<BLOCKQUOTE><font size="1" face="Arial, Verdana">Zitat:</font><HR>Original erstellt von TheClou:

(...)nach spätestens 10 Schuß sind 0,33-0,5l Pause notwendig.

<HR></BLOCKQUOTE>

Nach einer Hunderter Serie " is dann allesch klar....*hicks*.....
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Hallo TheClou,

vielen Dank für Deinen Beitrag!
So langsam kommen ja ein paar Infos zusammen, klasse :)

<BLOCKQUOTE><font size="1" face="Arial, Verdana">Zitat:</font><HR>
...Energiemessungen mit der Lichtschranke auf 5m und 100m haben folgendes ergeben:
E5: ~ 4050 Joule
E100: ~ 2240 Joule
<HR></BLOCKQUOTE>

Klingt also so, als ob die heißesten Werksladungen die E100 Grenzen von 2000J schaffen, viele liegen wohl leicht darunter.
Handgeladen ist es wohl auf jeden Fall schaffbar.

<BLOCKQUOTE><font size="1" face="Arial, Verdana">Zitat:</font><HR>
Da die Energie mehr über Masse als über Geschwindigkeit erreicht wird und die Waffe selber nur 2,8kg wiegt, empfinde ich den Rückstoß als recht ruppig und nach spätestens 10 Schuß sind 0,33-0,5l Pause notwendig.
...
Mit blauschultrigen Grüßen
<HR></BLOCKQUOTE>

Hehehe...Kenne ich. Habe eine leichte und kurzläufige Kipplaufbüchse in 45/70. Bei kräftigen Handladungen ist die auch äusserst ruppig
icon_biggrin.gif


<BLOCKQUOTE><font size="1" face="Arial, Verdana">Zitat:</font><HR>
Sollte ich jetzt alle Unklarheiten beseitigt haben, einfach nochmal nachfragen
<HR></BLOCKQUOTE>

Wie ist den Dein allgemeiner Eindruck von der Waffe? Verarbeitung und so weiter...
Und welche Visierung hast Du drauf? Es soll am Werk ja zwei verschiedene geben.

[ 14. April 2005: Beitrag editiert von: Oliver74 ]

[ 14. April 2005: Beitrag editiert von: Oliver74 ]
 
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<BLOCKQUOTE><font size="1" face="Arial, Verdana">Zitat:</font><HR>Original erstellt von Oliver74:
Hallo zusammen,

hatte heute mit einem Freund eine Diskussion darüber, wie sich die Revolverpatrone 454 Casull wohl aus einen Unterhebelrepetierer mit 20" Lauflänge "verhält". Besonders beim Thema "2000 Joule auf 100 Meter" waren wir entgegengesetzter Meinung...
In amerikanischen Foren findet man Messungen wie folgende zur E0:

Winchester .454 Casull Supreme Partition Gold 260 gr. JHP ------> 2274 fps/2985 fpe

oder (etwas schwächer):

Hornady .454 Casull 300 gr. XTP/JHP ------> 1942 fps/2513 fpe

Das sind im ersten Fall immerhin 4000J an der Mündung, da müßten doch auch auf 100 Metern noch 2000J übrig sein, oder? Der BC der Revolvergeschosse ist zwar sicher sehr bescheiden, aber das sieht bei der 444 Marlin oder 45/70 auch nicht viel anders aus...
Könnte jemand von Euch die Daten mal durch Quickload schicken und eine Abschätzung zur E100 abgeben? Würde mich sehr freuen, vielen Dank im voraus.

Viele Grüße,

Oliver
<HR></BLOCKQUOTE>


Grüß Euch! Klingt wie brauchbares Drückjagdkaliber. Auf Sauen probiert? Grenadiere
 
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<BLOCKQUOTE><font size="1" face="Arial, Verdana">Zitat:</font><HR>Original erstellt von Oliver74:
Hallo TheClou,
(...)Wie ist den Dein allgemeiner Eindruck von der Waffe? Verarbeitung und so weiter...
Und welche Visierung hast Du drauf? Es soll am Werk ja zwei verschiedene geben.
<HR></BLOCKQUOTE>

Also zur Verarbeitung kann ich mich nur positiv äussern. Wenn man bedenkt, dass es sich bei der Waffe um eine Rossi handelt, ist die Verarbeitung geradezu erstaunlich.

Eine Einschränkung liegt darin, dass man nur Geschosse aus Weichblei oder mit Crimprille verwenden kann. Wenn die Hülse nämlich nicht ordentlich ins Geschoss gebördelt wurde, zieht's erstens bei den Patronen im Röhrenmagazin das Geschoss aus der Hülse, und zweitens - was viel schlimmer ist - gibt es teilweise ordentliche Zuführschwierigkeiten beim Repetieren, weil die Patrone mit dem Hülsenmund hängt.

Bei der Frage nach der Visierung muss ich mich schlichtweg als überfragt outen. Mir war nicht mal bekannt, dass es da zwei verschiedene Modelle gibt. Ich dachte, es gibt eine und die habe ich. Die ist nicht die Welt, weil sie bei schlechten Lichtverhältnissen (Ziel im Schatten) nicht wirklich viel taugt. Dafür lässt sich damit ziemlich präzise schießen.


<BLOCKQUOTE><font size="1" face="Arial, Verdana">Zitat:</font><HR>Original erstellt von Grenadiere:
Grüß Euch! Klingt wie brauchbares Drückjagdkaliber. Auf Sauen probiert? Grenadiere<HR></BLOCKQUOTE>

Ich nicht.
Aber ich habe einem "Neu"gierigen Bekannten den glänzenden Knallrüssel zum Stresstest auf einer Drückjagd ausgeliehen. Als Patrone hatte er meine handgeladenen 300gr. Sierra JFP (Ladung siehe oben) drin.
Ich durfte das erlegte Schweinchen begutachten, als ich meinen Püsterich wieder abgeholt habe:
Aufgebrochen 46kg - allerdings ein Hauch zu weit vorne erwischt (der Schütze hatte Angst, mit der "Bummelpatrone" nicht weit genug vorzuhalten). Das Geschoss hat beidseitig ordentlich Knochen mit der stoischen Ruhe eines Schiffsdiesels durchschlagen.
Einschußseitig war der Knochen gesplittert, ausschußseitig hatte der Knochen einen glatten Durchschuß von ca. 1,5cm Durchmesser.

O-Ton des Schützen:

<BLOCKQUOTE><font size="1" face="Arial, Verdana">Zitat
"Die Sau had's im Knall aus'n Socken g'haud. Die had neddema mehr'n Schnaufer g'machd."

Aber ich war nicht dabei
icon_sad.gif


Wieder zurückgeben wollte er den UHR jedenfalls nicht.
icon_biggrin.gif


Mit sichschonwiederfürdielangeAntwortzeitentschuldigenmüssenden Grüßen
 

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