Editorial : Sprachlos 2/21

Anzeige
G

Gelöschtes Mitglied 23774

Guest
Weiter oben wurde „ Aufbruch mit Föten“ erwähnt - wo ist das Problem? Klar sind jetzt im Januar die Föten nicht nur bei den Sauen weit entwickelt, aber nahezu jede Ricke ist zur Jagdzeit beschlagen und fast jedes Alttier nach der Brunft! Dann sind die Föten noch nicht so weit entwickelt wie jetzt - aber bisschen schwanger gibt es bekanntlich nicht!
Da ging es um "Schmalgeisen" im April die kurz vorm setzen waren ;)
Die Leute die nicht ansprechen wollen gibt es durchaus. Reh-Bum
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Registriert
5 Jul 2012
Beiträge
1.362
Furchtbar unschön, und ich hoffe der Schütze wird sich noch lange an das Aufbrechen erinnern.

Es soll ihm eine Lehre sein ! Aber im Sinne des Tierschutzes besser als einen Monat später eine Ricke als SR angesprochen zu haben.

Daher ist eine Vorverlegung der Jagdzeit auf April auch sinnvoller als die Freigabe von SR quasi das ganze Jagdjahr - und im Ggs zu dem letzten Beispiel der Fehlabschuss auch nur eine OWI und keine Straftat.
 
G

Gelöschtes Mitglied 5659

Guest
Seit frühester Kindheit lese ich W&H, aber derzeit überlege ich, ob ich sie nicht abbestellen sollte....

Das habe ich mir des Öfteren auch schon überlegt. Aber aus Traditionsgründen (ist eines der ältesten Zeitschriften Deutschlands) bleibe ich dabei. Mein Vater war Abonnent seit glaube ich 1952 oder 1953, eben seit es WuH nach dem Krieg wieder gab. Und ich habe als Knabe alle die bei uns gesammelten Exemplare durchgelesen, viele in Jahresbände zusammengefasst. Und ich habe sein Abonnement nach seinem Tod weitergeführt.

Über diese lange Zeit hat sich natürlich die Zeitschrift bzw. die Beiträge stark gewandelt. Die Zeitschrift ist ein Spiegel unserer Jagd im Wandel der Zeit. Und damit ein zeitgeschichtliches Dokument.

Gerne nehme ich gelegentlich die bei uns ebenfalls vereinzelt vorhandenen Jahresbände aus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg in die Hand. Spannend sind die Streckenberichte an Niederwild aus verschiedenen Jagden. Oder Jahresstrecken aus div. Revieren. Wenn dann dort berichtet wird von hunderten Krähen, zahlreichen Füchsen, Mardern Wiesel, Bussarde, Habichte Katzen etc., oft in der Summe ebenfalls in die Hunderte gehend: Dann wird klar wie Niederwildstrecken von 400-600 Kreaturen bei einer Jagd zustandekommen (natürlich hat die Form der Landwirtschaft ebenfalls einen nicht zu unterschätzenden Anteil an der guten alten Zeit des Niederwildes).

Kurzum: Deshalb bleibe ich beim Abonnement. Weil ich konservativ bin. Und nicht möchte, das sich alles ändert. Es ist tröstlich zu wissen: Alle 2 Wochen liegt eine Zeitschrift im Briefkasten wie schon ein Leben lang.
 
Registriert
31 Jan 2013
Beiträge
579
Ist sicherlich etwas übertrieben, aber übertrieben wird auch bei Schalenwild muss weg gegen den Klimawandel, Wolf die Heilige Kuh, unser Schwarzwildproblem und sonstige Ergüsse.
 

steve

Moderator
Registriert
9 Jan 2001
Beiträge
10.943
Meines Erachtens vermischt der Artikel zwei Themen, welche nicht zwingend zusammengehören.

Da ist einerseits die Gesetzesnovelle, die sicherlich inhaltlich diskutabel ist. Wer bisher scharf Schalenwildarten jagen wollte, der konnte es tun. Es ist mitnichten so, dass die Gesetze den Waldbau behindert hätten. Insbesondere was die Sanktionierung des Elterntierabschusses angeht trifft Hornung hier einen Punkt. Eine gesetzliche Sanktion spiegelt auch die ethische Einstellung einer Gesellschaft wieder. Ob es nun die gleiche Gesellschaft, die Tierschutz als Staatsziel im Grundgesetz stehen hat, befürwortet hier eine weniger harte Sanktion einzuführen, halt ich für sehr fragwürdig. Diese Regelung dürfte am ethischen Grundkonsenz der Gesellschaft vorbei getroffen werden, so sie es wirklich ins Gesetz schafft. Ich persönlich halt Kritik hieran auch für gerechtfertigt. Man kann scharf jagen. Es gibt durchaus Gründe, wie den Artenschutz bei der RaubwildBejahung, die ASP beim Schwarzwild oder auch den Waldbau beim wiederkäuenden Schalenwildarten. Aber: Alles mit Maß. Fähe statt Jungfuchs, führende Bache im Milchweizen oder die Ricke im Mai; sowas darf nicht passieren. Und dieses „darf nicht passieren“ hat im Gesetz auch eine Entsprechung zu finden und nicht das neue „80 bei 60 in der Baustelle“ zu werden.

Die andere Thematik - um die es Herrn Hornung wahrscheinlich gar nicht geht, welche aber im Text mit drin steckt - ist die Entfremdung von Forstpartie und privater Jägerschaft. Diese empfinde ich als sehr bedauerlich und in der Sache auch nicht hilfreich. Indem der Fingerzeig auf beiden Seiten immer auf die jeweils andere geht, manifestieren sich auch die Maximalpositionen. Das hilft weder einer der beiden Interessengruppen, noch dem Wild, dem Wald bzw. der Natur. Hier fällt es mir auch schwer irgendeinen Hoffnungsschimmer zu erkennen. Die Kulturen bei Forstpartie und privater Jägerschaft haben sich mittlerweile doch sehr entkoppelt und die Querverbindungen sind nach meinem Eindruck seltener geworden. Dieses Phänomen ist gar nicht einfach in Worte zu fassen. Vielleicht am ehesten durch eine beispielhafte Anekdote: Die herzliche Drückjagd-Einladung des Jagdpächters und Waldbesitzers gegenüber dem jungen Revierförster, der beim Waldbegang zur Käfersituation und dem Umgang mit den neuen Kahlschlägen beraten hatte, beantwortete dieser mit „ Ich hab genug zu tun und kann mich nicht um Eure Probleme kümmern!“ Für den einen ist es Pflicht, Last und Probleme, der andere sah es als schöne Veranstaltung an die man genießen kann. Ein Einzelfall, aber vielleicht doch mittlerweile symptomatisch für das Verhältnis von privater Jagd und Forstpartie?

Ich treffe den jungen Mann bald wieder an meinen ehemaligen Fichten. Bin gespannt ob er nur einen schlechten Tag hatte.
 
Registriert
27 Jan 2006
Beiträge
11.462
Es ist schon geistig bedenklich,daß es jede Menge sogenannter " Jäger " gibt, die immer noch nicht verstanden haben,daß nicht irgendwelches Wild an den Kalamitäten im Deutschen Wald Schuld trägt,sondern gerade diese Leute ihr eigenes Versagen über Jahrzehnte hinwegretten ,indem jetzt der Schwarze Peter dem Vierbeiner zugeschoben wird.
 
Registriert
16 Mrz 2008
Beiträge
6.715
Vor bald 25 Jahren sass ich als junger Doktorand mit einem jungen Förster zusammen. Während ich damals - weit weg von zu Haus - über jede noch so einfache Jagdmöglichkeit glücklich gewesen wäre, erklärte mir dieser Förster "Wenn ich beim Ansitz ein Reh sehe, dann denk ich mir sofort, wenn du das jetzt nicht schießt, dann MUSST du vielleicht noch 5-10mal umsonst draußen sitzen." Jagen als Pflicht, nicht als Vergnügen - kannte ich damals nicht.
 
Registriert
26 Feb 2017
Beiträge
1.814
Vor bald 25 Jahren sass ich als junger Doktorand mit einem jungen Förster zusammen. Während ich damals - weit weg von zu Haus - über jede noch so einfache Jagdmöglichkeit glücklich gewesen wäre, erklärte mir dieser Förster "Wenn ich beim Ansitz ein Reh sehe, dann denk ich mir sofort, wenn du das jetzt nicht schießt, dann MUSST du vielleicht noch 5-10mal umsonst draußen sitzen." Jagen als Pflicht, nicht als Vergnügen - kannte ich damals nicht.
Geht ja beim Schwarzwild auch nicht anders, oder?
 
Zuletzt bearbeitet:
Registriert
26 Feb 2017
Beiträge
1.814
Es ist schon geistig bedenklich,daß es jede Menge sogenannter " Jäger " gibt, die immer noch nicht verstanden haben,daß nicht irgendwelches Wild an den Kalamitäten im Deutschen Wald Schuld trägt,sondern gerade diese Leute ihr eigenes Versagen über Jahrzehnte hinwegretten ,indem jetzt der Schwarze Peter dem Vierbeiner zugeschoben wird.
Es ist auch geistig bedenklich Fakten und die Realität so zu ignorieren wie es einige in diesem Forum praktizieren (du natürlich eingeschlossen). Schuld ist das Wild an gar nix. Aber zu hohe (durch Jäger herangehegte) Schalenwildbestände (die es ja großflächig gibt) verhindern die, auf den Klimawandel betrachtet, notwendige Waldentwicklung.
 
Registriert
27 Jan 2006
Beiträge
11.462
Es ist auch geistig bedenklich Fakten und die Realität so zu ignorieren wie es einige in diesem Forum praktizieren (du natürlich eingeschlossen). Schuld ist das Wild an gar nix. Aber zu hohe (durch Jäger herangehegte) Schalenwildbestände (die es ja großflächig gibt) verhindern die, auf den Klimawandel betrachtet, notwendige Waldentwicklung.
Aja,und wer hat denn dafür gesorgt,daß heute ein Waldumbau notwendig geworden ist ? War das das Wild ? Du verwechselst da wohl Ursache und Wirkung. Und den Jäger durch angebliches Heranhegen von Schalenwild verantwortlich zu machen,ist sowas von daneben und zeugt von totaler Ahnungslosigkeit.
 
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Online-Statistiken

Zurzeit aktive Mitglieder
5
Zurzeit aktive Gäste
106
Besucher gesamt
111
Oben