"Ein Berufsjäger packt aus";

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Schreck - ich mache gerne screenshots, danke für die Info :).
Brauchtumslappalien ( ein L mehr wäre korrekt - aber du bist ja auch gern mal für weniger) - dieses Wort alleine sagt mir schon, dass du und ich nie zusammen jagen werden ;-)
Eigentlich wäre ein p mehr korrekt gewesen, aber anscheinend nehmen wir es mit solchen Lappalien beide nicht so genau;). Und ja, wir werden uns wohl kaum auf der Jagd begegnen, ich glaube aber in meinem jagdlichen Umfeld hättest Du auch nicht viel Freude und in deinem wäre ich wahrscheinlich innerhalb kürzester Zeit ein Geächteter:LOL:
 
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Brauchtum und Jagdethik sind Begriffe, die zusammenpassen sollten, aber nicht immer zusammenpassen.
Wenn die Achtung vor dem Geschöpf, das wir bejagen wollen, primär nach ethischen Grundsätzen bejagen würden, würden brauchtumskonforme Handlungen in den Hintergrund treten können.
Zu allererst steht für mich der möglichst tödliche Schuss, dem alles andere untergeordnet wird.
Eines Hungers wegen muss ich z.B. kein Stück Wild töten. Schließt man ökonomische (Schäden) und ökologische (Bestandregulierung) aus, bleibt nur die Lust am jagen, also die Jagdpassion. Diese kann sich wieder in viele Bereiche aufsplitten, wobei einer die häufig kritisierte Trophäenjagd ist, die sich selten mit Hege (modern: Wildmanagement) verbindet, sondern der aufgrund pekuniärer Ausstattung, neben anderen Freizeitaktivitäten nachgegangen wird.
Etwas bin ich schon in der Welt herumgekommen und wie auch zuhause jage ich nicht einer Trophäe wegen. Ein mickriges Rehböcklein erfordert (vom Kaliber mal abgesehen) keinen anderen Schuss als ein "stolzer König der Wälder". Wenn ich gerne jage, spielt das Wild keine Rolle, denn ein Rehkitz bejage ich ebenso ethisch wie einen Fuchs.
Welcher Stolz sollte mich überkommen, einen kapitalen Hirschen zu erlegen. Ihm sauber "die Kugel anzutragen" ist das mindeste und wenn Jagdfieber und Trophäengier den Jäger beutelt, dass der Hochsitz wackelt, steht die Ethik an letzter Stelle, wird aber alsbald vom Brauchtum in Form von Brüchen, Signalen, Sprüchen und Schnäpsen abgelöst.
Aufgrund eines Geburtsfehlers ("zu kurzer Daumen") kann ich mir keinen Kapitalhirschen kaufen, leide aber nicht darunter und neide es auch keinem. Es gibt Rehjäger, die nur um was "Gscheites" an die Wand hängen zu können, sich in Ungarn oder sonst wo einen Kapitalen "kaufen". Wird die eigene Jagd etwa lust- und freudlos betrieben? Das hat nix mit Auslandsjagd zu tun, wenn dort unbekanntes Wild in unbekannter Gegend bejagt wird und die Trophäe dabei nicht im Vordergrund steht.
Ethisch lässt sich auch die Krähe bejagen, aber nicht wenn sie auf 200m beschossen geständert abstreicht. Nachdem sie nur im Laufen frisst, wird sie kläglich verhungern.
Als ich noch ein junger Jäger war, hat mich eine "bunte Strecke" gefreut. Heute denke ich darüber anders, daher reicht mir der Repetierer, mit dem ich außer auf Bäume schießen zu können, alles Wild bejagen kann. Ein Küchenhase mit der Kugel sauber erlegt, ist ebenso Waidwerk, aber es als "edel" zu bezeichnen, dürften sich nicht sehr viele Jäger abringen können.
Weder muss ich jeden Eichelhäher noch jede Krähe schießen, denn sind diese zu viel, nehme ich die Doppelflinte dafür, die mich wieder auf andere Art beschränkt.
Ethik ist was anderes als Brauchtum. Ethik ist Sache des Einzelnen, Brauchtum ist Gruppensache, das man pflegt, weil man es eben "macht". Brauchtum nur um der Tradition willen wird sinnbefreit. Allein wie mit Wild nach dem Schuss umgegangen wird, hat sich in den letzten 50 Jahren gewandelt.
Kein Jäger muss der Jagd entsagen, wie der Heilige Hubertus, der keine Tiere mehr töten wollte und ins Kloster ging. Aber etwas Rückbesinnung kann oder könnte nicht schaden.
Aus meiner Sammlung "99 gesammelte und gestammelte Gedichte" stelle ich hier mal eines ein.
Winterdrückjagd

Bunt ist das Laub und nass vom Nieselregen.
Den Jäger zieht es jetzt mit Macht hinaus.

Bevor der Schnee wird durch die kahlen Zweige fegen,
Packt er Patronen ein und die geliebte Büchse aus.

Mit klammer Hand den kalten Stahl zu fühlen
erhöht des Jägers Herz zu schnellem Schlag
Fern von des Alltags schrillen Nervenmühlen
Beruhigt sich der Sinn an einem solchen Tag.


Es dringt an´s Ohr der Laut der Meute
Verkündend hoffnungsvoll des Jägers Glück.

die Augen schweifen suchend nach der Beute,
Doch die Gedanken schweifen weit zurück.


Ein rotes Schemen flieht gedeckt vom braunen Laub
Um dann, den Hunden lauschend, zu verhoffen.
Der Knall des Schusses macht die wachen Sinne taub.
Das Stück bricht nieder tödlich in das Herz getroffen.


Wenn Büchsen knallen und die Hunde lauthals bellen,
Erfüllt die Leidenschaft oft übermächtig deine Brust.
Ziehst du hinaus dem freien Wilde nachzustellen
Beherrsche deine ungestüme Jägerlust.


Jäger gedenke stets des eignen Handelns
Wenn du den Tod versendest übers Korn visiert
Einst wirst du nach des längsten Erdenwandelns
Von allerhöchster Macht gewichtet und taxiert.
 
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Eigentlich wäre ein p mehr korrekt gewesen, aber anscheinend nehmen wir es mit solchen Lappalien beide nicht so genau;). Und ja, wir werden uns wohl kaum auf der Jagd begegnen, ich glaube aber in meinem jagdlichen Umfeld hättest Du auch nicht viel Freude und in deinem wäre ich wahrscheinlich innerhalb kürzester Zeit ein Geächteter:LOL:
Brauchsdummslapalien wäre als Verschreiber auch möglich
 
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Für mich ja. Uneingeschränkt und egal, was, wie und wieviel ich jage.
Wie schaut's da mit Hase und co. aus. Warum bekommen die eigentlich keinen letzten Bissen? Sind die weniger "Wert" als ein Reh? Achtung vor der Kreatur drückt sich für mich in anderen Dingen (Jagdausrüstung, Schießfertigkeiten um saubere Schüsse zu machen, Wildbretverwertung, etc), als einem Ast ins Maul stecken, aus!
 
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Schreck - ich mache gerne screenshots, danke für die Info :).
Brauchtumslappalien ( ein L mehr wäre korrekt - aber du bist ja auch gern mal für weniger) - dieses Wort alleine sagt mir schon, dass du und ich nie zusammen jagen werden ;-)
Was aber ja nichts macht - die Welt ist groß genug, um sich aus dem Weg zu gehen.
In diesem Sinne, Servus - Waidmannsheil ist ja auch irgendwie nur so ein Brauchtumsgelaber.
wo würdest du den gerne ein L mehr in das Wörtchen implantieren wollen? :unsure:
Ok.. du hast ihm dafür ein p gegeben. Nette Geste von Dir (y):whistle:
edit meint, Jede(r) blamiert sich stets so gut, wie er / sie / es / der / die / das / sonstig das kann
 
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Wie schaut's da mit Hase und co. aus. Warum bekommen die eigentlich keinen letzten Bissen? Sind die weniger "Wert" als ein Reh? Achtung vor der Kreatur drückt sich für mich in anderen Dingen (Jagdausrüstung, Schießfertigkeiten um saubere Schüsse zu machen, Wildbretverwertung, etc), als einem Ast ins Maul stecken, aus!
Hab mal auf einer Drückjagd einen Fuchs einen Tannenzweig in den Fang geschossen. Der Öko fragte: "Was ist denn das auf einmal?":unsure:
Hab gesagt, "den hab ich beim Verbeißen grad erwischt!":mad:
Auerhahnfeder hatte ich grad keine bei der Hand.:LOL:

Du kannst denen auch schon gar nichts recht nachen. Ich versuch ja immer und jeden Tag eine gute Tat zu tun. Wenn mir nix einfällt, unterlasse ich eine schlechte, das geht auch so durch...
 
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wo würdest du den gerne ein L mehr in das Wörtchen implantieren wollen? :unsure:
Ok.. du hast ihm dafür ein p gegeben. Nette Geste von Dir (y):whistle:
edit meint, Jede(r) blamiert sich stets so gut, wie er / sie / es / der / die / das / sonstig das kann
Stimmt....da hab ich mich mit einem falschen Buchstaben blamiert :)
Aber mit DER Blamage kann ich besser leben, als mit blamablen Einstellungen zur Jagd.
 
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Der gute Mann hat sicher recht mit dem was er beschreibt.
Allerdings stört mich, daß er es 19 Jahre mitgemacht hat.
Jetzt endlich hat er den Kram hingeschmissen und fährt durch die Weltgeschichte. Klingt imho sehr nach nachtreten.
Im Grunde keine echte Überraschung was er zum BaySF sagt.
 
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Hab mal auf einer Drückjagd einen Fuchs einen Tannenzweig in den Fang geschossen. Der Öko fragte: "Was ist denn das auf einmal?":unsure:
Hab gesagt, "den hab ich beim Verbeißen grad erwischt!":mad:
Auerhahnfeder hatte ich grad keine bei der Hand.:LOL:

Du kannst denen auch schon gar nichts recht nachen. Ich versuch ja immer und jeden Tag eine gute Tat zu tun. Wenn mir nix einfällt, unterlasse ich eine schlechte, das geht auch so durch...
Gute Idee! Dem nächsten abeworfenen Bock steck ich einen Hasen in den Äser und sag er hat gewildert😈
 
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