"Ein Berufsjäger packt aus";

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Am besten wir schaffen sämtliche Traditionen ab und streichen den Begriff aus dem Duden,wo doch jetzt schon dieser aus dem Oberstübel einiger Protagonisten verschwunden zu sein scheint.
 
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Meinst Du damit eine "juristische Aufarbeitung" der unvollständig ausgefüllten Zettel in der Wildkammer?
Oder das durch einen Jagdgast schlecht getroffene Reh?
Oder die vom AG erwünschte > 110% - 120%ige Abschusserfüllung?
Oder das Streckenlegen ohne Haupt und Läufe?
Oder den fehlenden "letzten Bissen"?

Die hohe Strecke in Edelmannsberg z. B. wurde ja bereits "juristisch aufgearbeitet" und nicht beanstandet.
wegen der völlig überzogenen kritik und schmutzkübelaffäre in edelmannsberg ist sogar ein hochverdientes mitglied ausm bjv ausgetreten....

https://www.anw-bayern.de/images/stories/artikel/2017/Austrittsschreiben_Keilholz.pdf
 
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Wer jagdliche Ethik mit Brauchtum (von dem er wahrscheinlich nicht einmal weiß woher es kommt und warum es praktiziert wurde, sprich gebraucht wurde) verwechselt oder gar gleich setzt, der braucht auch Schuhe mit Klettverschluss damit er nicht Jahr ein, Jahr aus barfuß laufen muß.
 
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Es ist doch schon erstaunlich, nicht nur innerhalb der Gesamtgesellschaft wird der Ton rauer und die Sitten im Extremen unerträglich, auch wir Jäger "beugen" uns dieser Entwicklung und wenige der Unsrigen haben nix besseres zu tun als sich im Grabenkämpfen zu beschimpfen. Was man aber wahrnehmen sollte, die Schweigenden sind in der Mehrzahl, die Schreienden sind zwar weit zu vernehmen aber vielen sind es (noch) nicht.

Früher war es ein Graus und man wurde geächtet wenn man es nicht aushalten konnte Rehwild zu beobachten, man wurde mit dem Begriff: Fleischjäger gebrandtmarkt, heute ist es gerade umgekeht. Der Fleischjäger tötet aus gutem Grund, der Trophäenjager nur aus Lust am Knochen, eine gesellschaftlich nicht zu ertragender Zustand.
Früher hat man voller Achtung auf das geschaffene einer Person geschaut und sich dessen Ratschläge zu Herzen genommen, egal ob man sie als gut oder verbesserungswürdig angesehen hat, heute wischt man erstmal alles beseite, man hinterfragt es erst nachdem man dem Ewig-Gestrigen seine gemachten und erlernten Erfahrungen vor die Füsse geworfen hat.

Edith meint ich sollte noch ergänzen dass man es sich so leicht nicht machen kann, die Zusammenhänge sind weit komplexer und es gibt nicht nur "Wild vor oder nach Wald" Fleisch oder Knochen usw.


Die geschilderten Situationen des Berufsjägers sind extrem unschön und sowas gehört angezeigt, ob der Weg "über die Presse" der richtige wra/ist sei mal dahingestellt.

Waihei
 
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Ich versteh irgendwie die Anschuldigungen gegen den Staatsforst gar nicht....


Der Staatsforst ist jetzt schuld daran, dass es der Berufsjäger irgendwann unterlassen hat dem Stück den letzten bissen zu geben?


Das ist doch jedem seine persönliche Einstellung ... Wenn der Berufsjäger es irgendwann wohl nicht mehr für nötig gehalten hat dem Stück den letzten bissen zu geben dann ist das doch sein Bier....
 
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Teilweise. Es gab extreme Auswüchse, die aber mittlerweile die absolute Ausnahme darstellen müssten. Und die wenig verbliebenen "Inseln der Rehstreichler" sind heutzutage eigentlich immer von "Schießer-Garnisionen" umgeben, wie das berühmte Gallische Dorf. Somit limitiert sich automatisch die Wilddichte des Streichelzoos.

Ich sehe ein gesellschaftliches Problem im Zeitgeist und Generationenwechsel. Meist haben die alten (Wald-)Bauern noch etwas für's Wild übrig. Übermäßiger Verbiss geht nicht, aber sie sehen dass auch das Wild seinen Platz haben muss. Je jünger die (Wald-) Bauern, umso so schärfer die Forderungen. Da ist alles nur noch Wirtschaftsfläche, Produktion, Effizienz, Ertrag. Wild ist störender Einflussfaktor und gehört soweit wie möglich runtergeschossen.

Weil heute keiner mehr die Frage stellt, was eigentlich "genug" ist. Jeder schaut nur noch, wie er das letzte Quäntchen rausholen kann. Darin liegt in meinen Augen derzeit mehr die Ursache für wildfeindliche Auswüchse, als in überhöhten Beständen.

Gruß, rauhbart.

na ja, ganz so ist es auch wieder nicht, dass neben jedem rehstreichler ne schießgarnison angrenzt.

auf der anderen seite hast du natürlich recht. die jüngeren waldbauern lassen sich immer weniger bieten (was ich auch verstehe), aber solang sie es nicht selbst in die hand nehmen und verpachtet ist, gibts im nomalfall keine probleme, wenns verbissgutachten passt.

du brauchst dir das aktuelle gutachten aber blos runterladen und du wirst sehen, dass die zahl der rehstreichler nicht so arg wenig ist.

und wenn ich ne insel hab, wo der verbiss partiell unschön ist, ... ja mein gott, dann putz ich halt an der stelle mal ein bissl gründlicher aus, bring ein reh vorbei und dann ist der auch wieder beruhigt.

trotzdem bleib ich dabei. die traditionalisten züchten die extremisten. wenn der bauer erstmal seinen jagdschein gemacht hat und der dann die jagd als reines mittel zum zweck erachtet, wird es leer im wald. verantwortlich sind aber jahrelange versäumnisse davor. und der bauer, der den jagdschein macht und die eigenbewirtschaftung einführt, ist wahrscheinlich dann auch extremist. ähnlich ist es bei den förstern. da gibts leute, die machen harakiri und dann hast wieder reviere, wo du als pirschbezirkler konstant jährlich deine fünf, sechs rehleins erlegst, d. h. die sind dann wohl auch dagewesen.

dem bauern früher - also dem kleineren oder mittleren - war das holz früher nebensächlich, weil er mit der landwirtschaft gut verdient hat und auch die kalamitäten nicht so viel kaputt machten. heute ist das anders. es spielen ein paar festmeter holz eine gewisse rolle. der wald wird ökonomisch wichtiger auch für die bauern, die jetzt keine riesen flächen haben.

wenn dann in der situation der bjv mit seinem team steinzeit noch daher kommt und das waldgesetz infrage stellt, dann hat der kornder vom öjv schon recht, wenn er sagt, die haben die zeichen der zeit nicht begriffen. und genau solche sachen kurbeln dann wieder die extremisten an.

sicherlich streite ich dir auch nicht ab, dass die waldleute insgesamt "rehfeindlicher" geworden sind. das finde ich sehr schade, weil es auch anders ginge. aber erklär das einem, der gefrustet ist und den jagdschein macht oder einem förster, der selbst kein interesse am jagen hat und nur jagen lässt. ist mir schon klar. die zeiten haben sich dahingehend geändert.

die fehler liegen trotzdem eindeutig bei den freizeitjägern in der vergangenheit. das image ist einfach am boden und wenn ich mir das team zukunft im bjv so anschau, wird sich daran nicht viel ändern.

der geist "wald vor wild" ist einfach anzuerkennen. das wäre auch nicht sonderlich schwer und es erfordert erst recht nicht, dass man alles über den haufen schießt, was einen in anblick kommt. man muss einfach nur standortgerecht jagen und das hinsichtlich strategie und menge.
 
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welche gruppe der schweigenden meinst du?
Die der zufriedenen privaten Pächter und der zufrieden BGS-Inhaber in den privaten Revieren und die der zufriedenen Pächter und Pirschbezirkinhaber sowie BGS-Inhaber etc. im Staats-, Bundes-/Landes- und Kommunalforst.
In kürze: Die Jäger und Jagdscheininhaber die mit Ihrem Waidwerken zufrieden sind oder glauben Zufriedenheit durch eigene oder gemeinschaftliche Anstrengungen zu erreichen.

Erfahrungsgemäß reisst ein Zufriedener s´Maul meist nicht auf (zumindest der Kerl im Spiegel lehnt sich dann lieber zufrieden zurück).
 
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Das ist doch jedem seine persönliche Einstellung ... Wenn der Berufsjäger es irgendwann wohl nicht mehr für nötig gehalten hat dem Stück den letzten bissen zu geben dann ist das doch sein Bier....
Wisst Ihr, wie Ihr mir alle vorkommt? Jetzt ist zur Zeit Jägerprüfung, die Mündliche. Da fallen welche durch und posaunen daheim herum: Sie sind nur deshalb durchgefallen weil sie Blaumeise mit der Kohlmeise verwechselt haben. Stellt Euch nur vor: So eine Nebensächlichkeit. Eine Frechheit. Das war der einzige Fehler. Dabei wissen diejenigen die dabei waren, dass dies nur ein kleiner Teil der Wahrheit ist.

Das bei einem solchen Artikel alles verwendet wird was verwendet werden kann, würde doch die Gegenseite auch machen. Das es dabei nur um Säcke mit Reis geht, die ins Hafenbecken von Hongkonk gefallen sind, ist auch klar. Aber wenn das Hafenbecken halt voller Säcke liegt ist macht Kleinvieh auch Mist.
 
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Vielleicht sollte man sich generell mit Pauschalaussagen nicht so weit aus dem Fenster lehnen. Es geht hier nicht um den Streit von Fraktionen, sondern schlicht um Dinge, die so nicht gehen. Zunächst mal ist der Artikel die Wiedergabe eines Interviews. Schon allein deshalb ist es müßig, hier Einseitigkeit oder Boulevardblattniveau zu unterstellen, da ein Interview schon aufgrund seines Charakters immer einseitig sein muss.

In dem Artikel kommt der ehemalige Berufsjäger der BaySF Jörg Finze zu Wort, der seinen Job nach eigener Aussage an den Nagel gehängt hat, weil er die herrschenden jagdlichen Zustände bei den BaySF nicht mehr ertragen hat.
Es wird deutlich, dass er auch mit einem wahrscheinlich zu traditionellen Jagdverständnis an seine Aufgabe herangegangen ist, als er sagt, dass Letzter Bissen etc. für ihn dazugehöre.
Hier wird auch ein Arbeitszeugnis zitiert, in dem Finzes Traditionsbewusstsein praktisch negativ dargstellt wird, indem zur Sprache kommt, dass der Dienst beim Staatlichen Forstamt "neue Wege, bezogen auf traditionelles Jagdverständnis" erfordere.

Finze nennt als Ursachen für seinen Ausstieg unter anderem jagdliche Verstöße wie:

- respektlosen Umgang mit Tieren
- Abschuss neben der Winterfütterung
- Hetzjagden
- Tierschutzvergehen
- Fleischhygieneverstöße
- Drückjagden im März und April (allgemeine Schonzeit)
- Drückjagden im Schutzgebiet

Teilweise hat Finze hier laut Artikel Anzeigen erstattet.

Das ist jetzt nur die Quintessenz. Der ganze Text hat sechs Seiten, zeigt noch Fotos von Strecken beim Staatsforst, bei denen Geschlecht und Alter des Wildes beim Streckelegen durch vorherige Enthauptung und das Ausschärfen der Geschlechtsteile nicht mehr zu erkennen sind. Warum auch immer.

Mir ist herzlich wurscht, ob Wald vor Wild oder Wild vor Wald gilt.
Wenn tatsächlich so gejagt werden sollte, ist das eine Sauerei und jeder, der sich dafür hergibt für mich nicht mehr satisfaktionsfähig.
Meiner Ansicht nach der beste Beitrag zu diesem Thema. Das sich hier einige Kommentatoren bemüßigt fühlen diese Zustände zu verteidigen oder sich darüber lustig machen treibt mir gewaltig den Blutdruck nach oben. Eine große Schande sowas!
 
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Meiner Ansicht nach der beste Beitrag zu diesem Thema. Das sich hier einige Kommentatoren bemüßigt fühlen diese Zustände zu verteidigen oder sich darüber lustig machen treibt mir gewaltig den Blutdruck nach oben. Eine große Schande sowas!
Diese "Zustände" hat, so ist es im W&H Artikel zu lesen, alleine der zitierte Berufsjäger zu verantworten.
Aber du hast recht, nicht ordentlich ausgefüllte Wildbegleitzettel können einem schon den Blutdruck in die Höhe treiben.
 
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