Eine Begegnung im Wald

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3 Dez 2004
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Uff... mittlerweile ja schon geradezu ein "Klassiker" der Konfrontation mit "zivilen" Naturnutzern.
Es gibt immer zwei Seiten und ich war nicht selbst dabei ... aber falls der "Jäger" wirklich so reagiert haben sollte, macht sowas den Job für den Rest von uns wieder sagenhaft leichter....
Ich bin selbst seit ich Jäger bin in Revieren mit hohem Freizeitdruck zu Gange...seit Corona nochmals deutlich mehr.... ich habe noch nicht einmal jemanden angeschrien und bin steht's nach dem Motto gefahren, dass mir die Natur hier draussen nicht alleine gehört.
Oftmals bekam ich als Reaktion ein erstauntes "Das ist ja toll, dass man hier mal einen Jäger hat, mit welchem man normal reden kann?!" Sowas erschreckt mich dann schon, wie unsere Zunft scheinbar in breiten Teilen wahrgenommen wird....
 
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Die Schuld liegt auf beiden Seiten. Jedem steht das Recht zu die Schönheit(en) der Natur zu genießen.
 
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Es gibt immer zwei Seiten!

Und so unschuldig, wie sich der "Spaziergänger" oft gibt ist er meistens an der Situation auch nicht.
Ich habe mich auch schon bei der Waldarbeit in meinem eigenen Wald blöd von der Seite anmachen lassen müssen, warum ich die "Wege" (Rückegasse!!!) blockiere. Man gehe ja schließlich hier spazieren...
Meine Reaktion war "angemessen" :devilish: :evil:
 
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27 Nov 2015
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Ja leider gibt es immer zwei Seiten. Wie es dort tatsächlich war werden nur die Anwesenden wissen.
Wenn ich mir allerdings anschaue wie es bei uns im Revier mit dem jetzt aktuellen Freizeitdruck
ist wundert mich nichts mehr. Und nein nicht alle haben den Hund angeleint, geschweige denn läuft der immer bei Fuß, das Pferd muss natürlich in jeden Schleifweg geritten werden...usw.
Von den Querfeldeinläufern fang ich gar nicht erst an.

So allerdings die Leute anzugehen tut der Jägerschaft einen Bärendienst.

Im Gegensatz dazu finde ich die Selbstverständlichkeit und den Egoismus mancher Menschen die sich in der freien Natur aufführen als wären sie allein auch immer mehr das Allerletzte....und...man wird sogar vom Forst dazu aufgefordert ja niemand aufzuschreiben selbst wenn er zum Vögeln mitten im Revier steht und dann noch behauptet er hätte sich verfahren...ja klar mit heruntergelassener Hose und beschlagener Scheibe würde ich auch nicht mehr wissen wohin ich noch fahren muss :p:mad:
 
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3 Dez 2004
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Absolut... dieses absolute Unverständnis für den jeweils anderen ist schon so ein Zeichen der Zeit. Und freilich gibt's genug Zeitgenossen, da ist nach dem ersten Satz schon klar, das man sich auch gar nicht verständigen will... :LOL:
 
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15 Jul 2013
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Ich jage glücklicherweise in einem Revier mit relativ geringem Besucherdruck und gehe eigentlich immer freundlich und entspannt auf Wanderer, Reiter oder Hundeleute zu - selbst wenn sie mir den Ansitz versaut haben, was aber seltenst passiert.
Meistens ergibt sich dann ein nettes Gespräch und wir gehen beide zufrieden unserer Wege. Was bringt es die Leute anzugehen außer die Jäger/Jagd zu diskreditieren.

Allerdings hatte ich auch einmal den Fall das ein "Besorgter Bürger" (Eigenbezeichnung) aus der nahen Großstadt meinen Jagdschein kontrollieren wollte. Auf meine Erwiderung ob er danach zur Entspannung im nächsten Ort noch ein paar Führerscheinkontrollen durchführen würde ist er dann komplett ausgetickt – War sehenswert, hätte aber auch weiter eskalieren können!
Seine Frau/Freundin hat ihn dann weggezogen und sich noch bei mir entschuldigt...
 
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1 Okt 2020
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Uff... mittlerweile ja schon geradezu ein "Klassiker" der Konfrontation mit "zivilen" Naturnutzern.
Es gibt immer zwei Seiten und ich war nicht selbst dabei ... aber falls der "Jäger" wirklich so reagiert haben sollte, macht sowas den Job für den Rest von uns wieder sagenhaft leichter....
Ich bin selbst seit ich Jäger bin in Revieren mit hohem Freizeitdruck zu Gange...seit Corona nochmals deutlich mehr.... ich habe noch nicht einmal jemanden angeschrien und bin steht's nach dem Motto gefahren, dass mir die Natur hier draussen nicht alleine gehört.
Oftmals bekam ich als Reaktion ein erstauntes "Das ist ja toll, dass man hier mal einen Jäger hat, mit welchem man normal reden kann?!" Sowas erschreckt mich dann schon, wie unsere Zunft scheinbar in breiten Teilen wahrgenommen wird....


Das ist auch die Schiene, die ich bisher gefahren bin. Lustigerweise habe ich in den allermeisten Fällen überhaupt nichts gemacht, sondern war einfach nur "da", bin bspw. nen Weg lang oder war am Auto zugange, und wenn Leute mit unangeleintem Hund des Weges kamen und mich sahen, verstummten sofort die Gespräche, man leinte sofort den Hund an und ging brav vorbei, grüßte reserviert und ward nicht mehr gesehen. Einer hat sich sogar mal entschuldigt bei mir:"Entschuldigen Sie, ich wußte ja nicht.....ich wollte Sie nicht stören." Hab mir immer innerlich einen gefeixt: "Wat biste aber auch fürn Silberrücken, mein lieber Mann!" :)

Nur einmal war es für mich auch echt gefährlich, als ich nach dem Morgenansitz auf einen alten Mann traf, der einen riesigen Schäferhundmischling an einem Seil führte, und einen Stock in der Hand hielt zur Kontrolle des Tiers. Auf meine höfliche Frage, ob ich einmal vorbeikönne, rief er nur "Hää?" und dann preschte der Hund los und das Seil glitt durch seine kraftlosen Hände...... Mir wurde dann dazu in dem Moment noch klar, daß der Mann vermutlich schwerhörig war, also komplett machtlos der Situation gegenüber, und ich konnte noch nicht mal mit ihm kommunizieren, und schreien hätte den Hund vermutlich provoziert.... Der Hund sprang dann an mir hoch und wollte "spielen" - mit meinem Ellenbogengelenk in den Kiefern. Hat aber nicht richtig zugebissen zum Glück. Der Mann kam derweil hinterher und versuchte gebrechlich, das Seil wieder aufzunehmen, konnte sich nur mit Mühe bücken und rief sowas wie "Wenn der loslegt.......", was nicht sonderlich ermutigend war. Ich bin aber ruhig geblieben, hab mich weggedreht und den Hals eingezogen. Dann habe ich mich langsam entfernt, zum Glück stand mein Auto etwas weiter. Der Mann ist dann fluchend weg mit dem Hund. Später war ich dann bei der Polizei und hab das aufnehmen lassen.

Es ist und bleibt ein Konfliktthema. Zum Glück hatte ich es noch nicht mit selbsternannten Kontolleuren zu tun oder bösartigen Menschen, die wissen, wie sie einem Jäger das Leben schwer machen können und das auch wollen. Daher ist eine gewisse Obacht in solchen Situationen m. E. immer angebracht. Dennoch finde ich, daß die meisten Leute "ok" sind und ein freundliches Gesicht & Gruß erst gar keinen Zwist aufkommen lassen.
 
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Naja, man liest nur von einer Seite. Die andere wollte sich ja nicht äussern. In sofern wird‘s schwer, sich ein Urteil zu bilden.

Aber in meinem Revier beobachte ich, daß seit Corona und diversen Kontaktverboten / Einschränkungen die Zahl an Spaziergängern und anderen „Naturnutzern“ massiv zugenommen hat. Das macht die Jagd nicht einfacher. Den einen oder anderen dürfte das frustrieren. Massiv.
 
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17 Mrz 2015
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Den Abendansitz auf Rehwild hab ich
Mittlerweile aufgegeben..zu den Kanzeln/Leitern tiefer im Bestand , geh ich den Wild zuliebe gar nicht mehr..
Reines Waldrevier am Ortsrand ( Dorf) das leider auch einer kleinen Stadt ( 5 km ) zur Erholung / Gassi dient...Probleme gab es noch nicht ..
:rolleyes: neulich , sehr stürmisch , war gerade auf einer übungsfährte mit meinen Hund , standen doch zwei Schatzsucher Familien mit Metallsuchgeräten und zwei Kinderwagen mit Babys und Hund , mitten im Bestand ..na Bernsteinzimmer gefunden ... positiv fand ich , das mein Hund sich nicht von der Fährte abringen ließ, auf der sie suchten..
Mein Motto zu Corona Streß " Ruhe bewahren "
Waidmannsheil...
 
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