Eine Frage an die Förster unter euch

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Ich glaube du verwechselt etwas.
Der Bologna Prozess hat für den Wegfall der Praxissemester gesorgt bzw die Studienzeit hat sich um ein Jahr verkürzt. Weg vom Diplom hin zum Bachelor. Das Jahr fehlt.
Nach Meinung der alten Garde war die verschulte Ausbildung 5jährig mit anschließendem Vorbereitungsdienst das Optimum.
 
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Studium: JA
Das Forstwirtschafts-Studium ist so breit aufgestellt, dass dir ein ganzes Füllhorn an Möglichkeiten offen steht. Wenn ich mir anschaue, was aus meinen Kommilitonen so alles geworden ist ... EDV Fachleute, internationale Wissenschaftler, Revierleiter und Sachbearbeiter, Förster in allen Eigentumsformen, Baumschulbesitzer, Einsatzleiter, Holzeinkäufer, ewiger Student, Hausfrau(mann), Pädagoge, Ranger, Fotograf und vieles mehr.

Ob man wirklich mal ein Revier leitet liegt an einem selbst und ist auch wahrlich nicht für jeden die Erfüllung. Die Zeiten, bei denen man sich gegen über 1oo Bewerber durchsetzten musste sind aber auf jeden Fall vorerst vorbei. Ich für meinen Teil wäre z.B. nur ungerne in den Landesdienst gegangen und zur Bundesforst definitiv niemals, da hätte ich was anderes gemacht.

Lehre: Jein, eher nein
Ich persönlich habe mich geärgert keine Lehre gemacht zu haben, aber das war auch eine andere Zeit und ich habe ein abgebrochenes Studium dagegen zu setzten. 😉
Heute braucht es das so nicht mehr, und die Persönlichkeit schärft das sicher auch nicht. Klar, da gibt es immer so Momente, in denen ich meine Kollegin frage, die die Lehre hat, aber das ist selten. Heute gibt es vor allem im digitalen Bereich Qualifikationen, die viel wichtiger sind.

Aber ein ganz anderer Grund steht für mich gegen eine Lehre: Wir haben einen krassen Mangel an Forstwirten und nur eine sehr begrenzte Anzahl an Ausbildungsplätzen. Das Letzte, was wir jetzt brauchen sind Abiturienten, die diese Plätze vor Ihrem Studium belegen.
Nicht falsch verstehen, wir brauchen auch dringend Forstwirte, die die Herausforderungen der kommenden Zeit annehmen und dafür braucht man auch welche mit guter Schulbildung. Aber halt niemand, der die Wartesemester überbrücken möchte.
 
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Ich würde definitiv eine Forstwirtausbildung vor dem Studium empfehlen.
Das ist vergleichbar mit dem Zimmerer und Architekten.
Solange das noch möglich ist, wenn die Ausbildung reduziert wird (BW) , sollen keine Azubis eingestellt werden die die Ausbildung nur als "Sprungbrett" nehmem.
Ps. Von den letzten drei Azubis die ich hatte studieren 2 Forstwirtschaft.
Hoff Mal die bekommen ein gutes Revier, weil das ist aus meiner Sicht das Entscheidende. 1000ha Staatswald am Stück ohne Straßen mit Jagd und eigener Partie ist halt reizvoller als 1300ha verteilt auf x Kilometern mit viel Straßen plus viel Einschlag mit immer wechselnden Unternehmern . Von den Revieren angrenzend an " Grüne " Großstädte ganz zu schweigen. Teilweise kann man hier Aufteilungen nicht nachvollziehen.
 

z/7

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Lehre: Jein, eher nein
Ich persönlich habe mich geärgert keine Lehre gemacht zu haben, aber das war auch eine andere Zeit und ich habe ein abgebrochenes Studium dagegen zu setzten. 😉
Eine wieder beendete Tätigkeit wäre noch besser. Das gilt aber generell für alle Berufszweige. Mehrfachqualifikationen sind heute nötiger denn je.

Davon ab ist eine Lehre vorher nett, und das zweite Praxissemester fehlt bitter, aber es ist ja nicht so, daß es verboten wäre, im Forst zu arbeiten. MS-Schein machen und jede Gelegenheit nutzen. Grade im FH Studium hat man immer noch reichlich Semester-Ferien, die auch frei sind. Selbständig Praktika machen. Als Hilfskraft bei Inventurarbeiten werden immer Leute gesucht. Zaunbau, Pflanzung, Jugendpflege ....
 
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Davon ab ist eine Lehre vorher nett, und das zweite Praxissemester fehlt bitter, aber es ist ja nicht so, daß es verboten wäre, im Forst zu arbeiten. MS-Schein machen und jede Gelegenheit nutzen. Grade im FH Studium hat man immer noch reichlich Semester-Ferien, die auch frei sind. Selbständig Praktika machen. Als Hilfskraft bei Inventurarbeiten werden immer Leute gesucht. Zaunbau, Pflanzung, Jugendpflege ....
ich denke auch, es wird etwas Ursache und Wirkung verwechselt...
Es gibt welche, die meinen, sie als Gstudierte seien was besseres und der Kontakt zu den niedrigeren Kasten zieme sich nicht. Und es gibt welche, die bei den Waldis mit im Schutzwagen sitzen und hören, wo denen der Schuh drückt, auch schonmal 20.000 Pflanzen selber unter die Erde gebracht haben und wissen, was es heißt 60/h zu pflanzen. Etcetc...
 
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ich denke auch, es wird etwas Ursache und Wirkung verwechselt...
Es gibt welche, die meinen, sie als Gstudierte seien was besseres und der Kontakt zu den niedrigeren Kasten zieme sich nicht. Und es gibt welche, die bei den Waldis mit im Schutzwagen sitzen und hören, wo denen der Schuh drückt, auch schonmal 20.000 Pflanzen selber unter die Erde gebracht haben und wissen, was es heißt 60/h zu pflanzen. Etcetc...

Fehlender Abstand oder zuviel Distanz sind beides Fehler in der Personalführung.
Gerade im Forst sieht man beide Fehler.
 
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ich denke auch, es wird etwas Ursache und Wirkung verwechselt...
Es gibt welche, die meinen, sie als Gstudierte seien was besseres und der Kontakt zu den niedrigeren Kasten zieme sich nicht.
Ist doch Recht selten, der Umgang mit den jüngeren Förstern ist meist Recht angenehm. Probleme gab's meist mit älteren . Kaum zu klauben was man dort auf die Arbeiter los ließ . Heute (fast) nicht mehr vorstellbar.
 
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z/7

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Das Video ist ein Verbrechen. Es stellt vieles dar, aber ganz sicher nicht den Alltag eines Revierförsters. Zumal sie ganz frisch im Dienst ist.
Das war wohl auch nicht die Intention. Täglich 10 Stunden vor dem Harvester herspringen ist auch schlecht darstellbar. Wer zahlt diese Filmchen?
 
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Weil in diesem Faden Förster gefragt werden, ich hätte auch eine fachliche Frage.
Angenommen ich kaufe mir 100 ha. Bergwald (seit mehreren Generationen von Waldbauern bewirtschaftet), bestockt mit ca. 80% Fichte -alle Altersklassen, Rest Buche und Bergahorn.
Höhenlage 800 bis 1000 Höhenmeter, nord bis südseitig gelegen - 50/50.
Mit welchen Hiebsätzen in Wertholz (nicht Brenn und Durchforstungsholz) kann man da bei auf ausschließlich Naturverjüngung setzend per Anno rechnen?
Danke
 
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Srell Deine Frage viell besser im and. Faden...
Waldbau...!
 
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