Einsatz künstlicher Lichtquellen - Reaktion des (Schwarz-)Wildes?

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#1
Hallo Forum!

In immer mehr Bundesländern ist der Einsatz künstlicher Lichtquellen bei der Schwarzwildjagd erlaubt. In diesem Jahr werde ich vermehrt die Möglichkeit zur Jagd in Brandenburg und Sachsen haben. Auch hier ist der Einsatz von Taschenlampen erlaubt. Ich selber habe bisher noch keine Erfahrung mit dem Einsatz künstlicher Lichtquellen. Welche Tipps gibt es von denen, die damit schon Erfahrung sammeln konnten? Wie ist die Reaktion des Wildes auf eine Taschenlampe? Fluchtreaktion? Gibt es einen Unterschied ob man grünes, weißes oder rotes Licht benutzt? Wie hält man die Lampe am besten beim Anschlagen der Waffe? Die Lampe darf ja nicht fest mit der Waffe verbunden sein. Vielleicht gibt es ja schon Erfahrungen und Tipps.

WMH!
 
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#3
Wie war noch bei Wildkameras und Nachtsichtgeräten? Infrarotlicht 940 nm Wellenlänge sieht das Wild nicht?

Was meinst du, was passiert, wenn du deine Lampe mit weniger als 940 nm anmachst, um selbst was sehen zu können und das Wild jetzt nicht mehr im Dunkeln steht?

Vermuten würde ich - das Wild flüchtet.

Belehrt mich gerne eines besseren.

Da würde ich lieber bei Halb- bzw. angehenden Vollmond rausgehen oder je nach Revierlage die Lichtverschmutzung einer z. B. angrenzenden Stadt nutzen und nicht "das Licht anmachen" sowie die Sauen zu vergrämen. So doof schätze ich das Wild nicht ein.
 
Zuletzt bearbeitet:
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#4
Ich würde Rotlicht empfehlen, wird von Schwarzwild nur schwach wahrgenommen.
Schwach heißt aber nicht das es nicht wahrgenommen wird.
Also gibt es auch hier einiges zu beachten.

Recht informativ zum Einstieg finde ich dazu auch die Videos von Pirschwerk auf youtube.
 
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#5
Spannen/Entsichern, LP an, grob ins Ziel, ERST DANN Licht an, schießen, Licht sofort wieder aus...

Die Sauen lernen sehr schnell und es ist wirklich kein Allheilmittel.

Tu dir selbst einen Gefallen und geh nur bei halbwegs gutem Licht raus. Gönn auch dem Schwarzwild Ruhe.
Ausserdem: Rehwild bzw Niederwild ist mit Lampe absolut tabu. Die Rehe verzeihen dir das nicht und sind verdammt schnell rar. Hab leider schon in Revieren jagen müssen, in denen das anders gehalten wurde...
 
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#6
Man kann doch nicht verallgemeinern, ist doch von Revier zu Revier verschieden.
Bei mir hats funktioniert mehrmals, auch aus der selben Rotte drei Stück erlegt. Aber in anderen Revieren kann es natürlich anders aussehen.
 
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#7
Kleiner Nachtrag: Welches Licht du verwendest ist furz egal. Die Sauen habens raus und sehen auch in den anderen Revieren genügend Experimente...

Meine Haltung zum Licht: Besser als auf einen schwarzen Brocken im Absehen zu schießen.

Leuchtturmartige Abglasaktionen werden dich allerdings nicht zum Erfolg führen.
 

Westwood

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#8
Hi,

also nach meiner Erfahrung stört sich das Schwarzwild am roten Licht erstmal sehr wenig wenn es damit noch keine Erfahrung hat. Sobald es jedoch mal geknallt hat heißt es ``Licht an, Bühne leer´´.
Aus der Erfahrung raus kannst du also, Licht anknipsen und dann in Ruhe beobachten, ansprechen und schießen vergessen.
Stück vorher aussuchen, ansprechen, Licht an, Bumm, Licht aus.

Das jagen mit künstlicher Lichtquelle ist sicherlich Situativ angenehm, man sollte es allerdings nicht Übertreiben, wenn man zu jeder unmöglichen Zeit damit sitzt (Neumond um halb drei) wird es fix gehen das die Sauen lernen und dann viel Spass mit der Fraktion Superheimlich.
 
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#9
Ich benütze Grün, und da unserem Wild noch keiner gesagt hat das wir sie jetzt anleuchten dürfen, dauert es schon eine ganze Weile bis sie unruhig werden, ich könnte mir aber vorstellen, das Schwarzwild in der Rotte schnell lernt, den Schuss mit dem Licht zu verbinden.

Grüße aus dem Wald
 
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#10
Bei uns im Saarland ist eine Taschenlampe bei der Jagd auf Schwarzwild auch erlaubt. Wobei man immer im Hinterkopf behalten muss egal welche Farbe, hell und dunkel kriegen die auch auf die Reihe, das heißt wenn Du das Licht siehst, sehen es auch die Sauen.
Ich habe gute Erfahrungen in der Nähe von Straßen gemacht, da es dort nachts gang und gäbe ist, dass Lichtkegel über die Felder huschen. Dort dann wie vraccas schon gesagt hat. Vorher schon grob aufs Ziel und mit der Lampe von der Seite einschwenken.
Aber bspw. an Kirrungen lernen sie sehr schnell dazu und sind beim Einschalten der Lampe ruck zuck weg.
Wir haben auch einen neuen Jungjäger, der gerne Leuchtturm spielt. Da hat keiner Bock in der Nähe zu sitzen. Sobald er was hört geht die (Rotlicht)Lampe an. Erfolg: 0 Sauen in drei Monaten.
Ein Allheilmittel ist ne Taschenlampe nicht. Man muss wissen wo und wie...
 
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#11
Werte Mitglieder mit Erfahrungen-

Wie lange bleibt denn das Wild im Licht heimlich?
Von welchem Zeitrahmen wird hier geredet?
Etwa: soundsoviel Sekunden...

Bitte geben Sie ihre Einschätzungen ab, das erscheint mir nicht unwichtig.


derTschud
 

Westwood

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#12
Das ist recht unterschiedlich, es gibt Stücke oder gar Rotten die halten das 10 oder 12 Sekunden aus. Manchmal ist es aber auch so das Vollgas angesagt ist sobald das Licht angeht.

Sehr Situativ und individuell, wozu ich sagen muss das ich seid ca. einem Jahr wider ohne künstliche Lichtquelle Jage und die Erfahrungen dementsprechend etwas älter sind.
 
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#13
Wenn dem so wäre, wäre die Ansitzjagd mit Taschenlampen an gefährdeten Schadflächen ein tolles Vergrämungsmittel ;)
Heimlich wird das Wild nicht. Es muss ja nunmal irgendwohin. Es hat Einstände. Es äst. Es schöpft. Immer.
Es kann nur eben sehr schnell flüchten, sobald Licht an geht.
Aber deshalb wird es trotzdem immer wieder auf den Läufen sein.

Praktikabel hat sich ein Zwei-/Dreibein mit montierter Lampe erwiesen. Das schwenkt dann mit der Waffe mit, ist aber nicht an dieser montiert.
 
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#14
Wie Adenauer: Keine Experimente. Es gibt Sauen bzw Rotten, die im Licht stehen bleiben, andere nicht. Daher: Fertig machen und im Absehen ansprechen.

Ich kann nur betonen wie wichtig es ist mit Licht sparsam zu sein und trotz alledem nen ruhigen Abzugsfinger zu behalten. Auf lange Sicht erweist man sich sonst einen Bärendienst...
 
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#15
Ich hab schon mehrfach Sauen mit der Lampe angeleuchtet, aber noch nie mit Hilfe des Lichtes geschossen. Habe eine kleine Maglite, die allerdings ordentlich Dampf hat und helles weißes Licht erzeugt. Hat die Sauen bisher noch nie gestört. Ich schalte das Licht allerdings nie direkt auf den Sauen an, sonder leuchte erst mal nach schräg oben und senke den Lichtkegel dann langsam. Ob die Sauen es immer ausgehalten haben, weil sie damit keine schlechten Erfahrungen gemacht hatten, oder ob sie es für Mondlicht gehalten haben, kann ich allerdings nicht beurteilen.
 
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