Erfahrung mit schnellem Umschalter bei Bergstutzen mit deutschem Stecher

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Hallo,

ich bin gerade dabei meine erste handgemachte Ferlacher Waffe in Auftrag zu geben. Es wird ein Bergstutzen mit Hahnschlössern.

Werde die für mich angepasste Variante in 8x57 IRS und 5,6x52 für das erste Laufbündel anfertigen lassen. Ein zweites Laufbündel soll mit 9,3x74R und 9,3x74R für Drückjagden erstellt werden.

Jetzt stellt sich mir die Frage ob jemand Erfahrung hat mit deutschem Stecher bei einer Doppelkugel bzw. für eine Dublette? (Da kein Schalldämpfer montiert wird, passiert dies vermutlich eher selten) Ist man hier schnell genug beim Umschalten wenn der Umschalter auf der rechten Seite montiert wird? Der Abzug wird trotz deutschem Stecher natürlich auch als Flintenabzug eingestellt, damit muss ich beim 1. und 2. Schuss nicht stechen.

Einen französischen Stecher würde ich eigentlich ungern verwenden da ich auch bei Rehwild den deutschen Stecher verwenden möchte.

Vielleicht gibt es jemanden der etwas ähnliches besitzt und einen Tipp hat :)

Besten Dank und WMH
 
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Geht der Deutsche Stecher überhaupt mit Umschaltung für beide Läufe?Also du spannst beide Hähne stichst ein und drückst ab,und drückst nochmal ab beim vorderen Abzug-geht dann der 2 Schuss auch raus?
Beide Abzüge mit Französischem Stecher geht,aber Deutscher mit Umschaltung?Ich sehe den Sinn auch gar nicht.
 
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Du musst mit EINEM vernünftigen Abzug mit beiden Läufen schiessen können. Ich hatte bei meinem ersten Besuch auf der schwedischen Ûbungsschiessbahn für Elch einen deutschen Stecher im 98er. Der erste Schuss mit Stecher und dann der zweite ohne. Zum neu einstechen hat man da nicht die Zeit. Das ging garnicht. 2 Schüsse hintereinander mit zwei verschieden Abzügen. Unmöglich. Der Stecher flog raus und es wurde ein Flintenabzug. Kannst Du beide Läufe nacheinander mit Flintenabzug benützen ists gut. Den Stecher hast Du ja dann für Einzelschüsse. Das Problem ist ja, dass Du zwei Abzüge für das Laufbündel mit zwei Kalibern brauchst. Wo willst Du das Züngel für den deutschen Stecher unterbringen. Wäre nicht ein Rückstecher besser. Oder ist es machbar den vorderen Abzug als Einabzug zu gestalten. Wäre die beste Lösung. Und Alles mit guten Abzügen ohne Stecher.
Viel zu besprechen mit dem Hersteller.
 
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Bei der heutigen Qualität bei den Abzügen sind sowohl Direktabzug/Flintenabzug mit moderatem Abzugsgewicht als auch mit Rückstecher als Option denkbar, aber bestenfalls nur ein Abzug im Bügel.
 
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Hallo,

ich bin gerade dabei meine erste handgemachte Ferlacher Waffe in Auftrag zu geben. Es wird ein Bergstutzen mit Hahnschlössern.
(y)

Jetzt stellt sich mir die Frage ob jemand Erfahrung hat mit deutschem Stecher bei einer Doppelkugel bzw. für eine Dublette? (Da kein Schalldämpfer montiert wird, passiert dies vermutlich eher selten) Ist man hier schnell genug beim Umschalten wenn der Umschalter auf der rechten Seite montiert wird? Der Abzug wird trotz deutschem Stecher natürlich auch als Flintenabzug eingestellt, damit muss ich beim 1. und 2. Schuss nicht stechen.
Meine vorhandene Basis: Borovnik KLB mit dt. Stecher, mehrere Borovnik und Outschar BBF / Drilling mit frz. Stecher / Flintenabzug.

Die Frage nach dem Umschalten ist eher eine der Ergnonomie und wie flink Du bist. Es ist in jedem Fall eine m.M.n. unnötige Bewegung, die die Wahrscheinlichkeit eines zweiten schnellen und präzisen Schuß nicht steigert (vorsichtig ausgedrückt).

Insbesondere wenn man auch ein zweites Laufbündel (für Drückjagd) ins Auge fasst halte ich diese technische Ausführung für wenig hilfreich. Mit einem Umschalter und dt. Stecher wäre solch eine Waffe m.M.n. nicht für eine Drückjagd geeignet.

Auch in Ferlach gibt es inzwischen Hersteller, die zeitgemäße Flintenabzüge mit angepasst niedrigen Abzugsgewichten verbauen können.
Bei Deiner Wahl würde ich keinen Umschalter in Auftrag geben, sondern zwei Flintenabzüge und auf dem Kolbenhals eine Abzugssicherung.
Der vordere Abzug sollte den Lauf betätigen, den Du planst am häufigsten zu betätigen (mutmaßlich der obere / Rehwildkaliber).

Bei welchem Hersteller willst Du den Auftrag platzieren? Gerne auch als PM
 
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Ich würde mir das 2. Laufbündel klemmen und das gesparte Geld als Grundstock für die Bestellung einer angespassten Doppelbüchse in Ferlach betrachten. Einen Hahnbergstutzen in 8x57 und 5,6x52 kann und sollte man wirklich zierlich und leicht bauen. Hängt man da ein 9,3-Laufbündel rein, ist die Waffe immer noch zierlich und leicht und damit mit der rückstoßstarken 9,3x74R kaum zu bändigen. Außerdem widerspricht es dem Konzept "Doppelbüchse" völlig, wenn man zwischen den Schüssen erst noch ein Hebelchen betätigen muss. In dem Fall ist der Repetierer den Gewehr nämlich in jeder Hinsicht überlegen.
 
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Hallo Lüderlitz,

vielen Dank für deine Ausführung.

Bezüglich DJ bin ich auch am Überlegen ob ich hierfür extra das Laufbündel erstelle.. Das Gewehr ist dann halt einfach "schöner" als der 9,3er 98er Repetierer. Aber stimmt, dann wäre ein Flintenabzug sicherlich die bessere Wahl.

Oder zwei französische Stecher? Stelle ich mir irgendwie aufwendig vor. Wobei man diese dann auch ohne Stechen abdrücken kann, daher wäre das eigentlich quasi eine Version mit zwei Flintenabzügen.

Da es eine Hahnspannung geben wird, vermute ich mal dass man die KHS hier nicht benötigt. Zumindest hätte ich das noch nie auf einer Hahnwaffe gesehen. Auf den Repetieren macht das meiner Meinung aber Sinn, kenne das aber auch nur von den Ferlachern. Bei normalen kombinierten Waffen sowieso.

Wird über einen BM von einem der bekannten Häuser gemacht, jedoch nicht in den regulären Arbeitszeiten.

LG
 
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Ich würde mir das 2. Laufbündel klemmen und das gesparte Geld als Grundstock für die Bestellung einer angespassten Doppelbüchse in Ferlach betrachten. Einen Hahnbergstutzen in 8x57 und 5,6x52 kann und sollte man wirklich zierlich und leicht bauen. Hängt man da ein 9,3-Laufbündel rein, ist die Waffe immer noch zierlich und leicht und damit mit der rückstoßstarken 9,3x74R kaum zu bändigen. Außerdem widerspricht es dem Konzept "Doppelbüchse" völlig, wenn man zwischen den Schüssen erst noch ein Hebelchen betätigen muss. In dem Fall ist der Repetierer den Gewehr nämlich in jeder Hinsicht überlegen.

Das mit dem Gesamtgewicht der Waffe habe ich mir noch gar nicht überlegt. Das stimmt natürlich! Danke für den Input.
 
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Wird über einen BM von einem der bekannten Häuser gemacht, jedoch nicht in den regulären Arbeitszeiten.

LG

Wie gesagt, frage den doch einfach mal, wie viel teurer es wäre, statt des Wechsellaufs gleich eine ganze zusätzliche Waffe zu bauen. Da das Einpassen eines zweiten Laufbündels eine Mordsarbeit ist, ist der Mehrpreis vielleicht gar nicht so gigantisch. Außerdem kann man die Schäfte dann ganz genau ihrer Zweckbestimmung (Bergstutzen: aufgelegter Schuss vom Ansitz, Doppelbüchse: stehend freihändig abgegebener Schuss auf flüchtiges Wild) anpassen.
 
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Hm - ich bin ein Fan vom Deutschen Stecher, was etwas mit meiner Historie zu tun hat.
Beim Drilling habe ich seit Jahrzehnten einen Französischen Stecher - der Not geschuldet.
Bei meinen DJ-Waffen habe ich einen Flinten-ähnlichen Abzug.
Da will ich auch nichts anders, wie einen solchen Abzug.
Meine Waffen habe ich bewusst so umgestellt und bin sehr zufrieden 😎

Für den einführenden Fall - wahrscheinlich würde ich eher zu zwei Waffen tendieren 😇
Denn im Bergstutzen wollte ich den Deutschen Stecher, bei der DJ-Variante unbedingt
eine Art von Flinten-Abzug - aber das ist meine ganz persönliche Überzeugung ... ;)
 
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Danke, das macht auf jedenfall Sinn. Ich denke ich werde dann beim Deutschen Stecher bleiben. Sollte ich mal einen "schnellen" zweiten Schuss benötigen, muss das halt irgendwie mit dem rechten Daumen zum Umschalten funktionieren. Da ich den Abzug ja auch ohne Stechen abziehen kann, ist das für den Notfall ja noch eine Möglichkeit.

Werde am Wochenende in der Heimat mit dem Büchsenmacher sprechen und falls er eine ganz ausgefallene Idee hat, sie hier auch mitteilen.
 
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Ich hab zwei Bergstutzen (BBF mit EL) mit Einabzug, Umschaltung und Französischem Stecher..... komme gut damit zurecht.

Der Fall, dass man einen schnellen zweiten, eingestochenen Schuss unterschiedlicher Kaliber braucht kommt wohl extrem selten vor....kann man aber üben.

Allerdings sind das Ein-Schloss-Handspanner.... der Zustand, dass wie bei einer Hahnwaffe möglich, zwei Schlosse gespannt (und ggf. gestochen !!!) sein können, kann da nicht vorkommen.

Bei Doppelbüchsen gabs das gelegentlich, dass man Doppelabzug verbaut hat, bei dem dann beide Abzüge zu stechen waren.... in Suhl hat man das gemacht, auch Brünner bei seiner "Super".

Wohl weniger für eine Drückjagd sondern eher für die Ansitzsituation, bei der schnell hintereinander zwei "geziele" Schüsse (Kalb/Alttier) abgegeben werden sollen.

Deutscher Stecher in einer Bockwaffe kommt mir eher seltsam vor....

Bin gespannt, ob dir das dein Büchsenmacher verwirklicht.


Gruß

HWL
 

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