Erfahrungswerte - Wirkung von Flinten auf Schalenwild

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Hallo Forum,

das ist kein forumsinterner/sozialer Suizidversuch, ich habe das Thema in einem parallellaufenden Faden aufgegriffen, in dem mehrere Interessierte die Wirkung von Flinten (mit der gesamten Bandbreite an Geschoßen) auf Schalenwild diskutiert haben.

Es geht hier nicht um ein für- und wieder, sondern lediglich um gesammelte Erfahrungen.
Was jeder für sich daraus filtrieren möchte, ist ganz ihm selbst überlassen.

Ich denke, das Thema kann interessant werden.

P.S.
Ich schlage vor, rechtliche Aspekte hier nicht zu bewerten.
Wenn jemand z.B. Erfahrungen mit der Schrotjagd auf Rehwild in Schweden, oder Posten auf Sauen in den USA oder als Notbehelf bei einem Fangschuss gesammelt hat, ist das hier willkommen.
 
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Wie ist die Eindringtiefe der 3mm Schrote? Würdest Du darauf zählen, dass sie im "worst Case" die Schädelplatte einer stärkeren Sau durchschlagen auf XY Meter?
 

Wheelgunner_45ACP

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War einmal dabei als ein FS mit FLG angetragen würde. Stand in direkter Linie hinter den Schützen und das Teil flog an uns beiden vorbei. Durch die fehlenden Drallstabilisierung können die Dinger in JEDE Richtung abprallen.

Von daher Rate ich zu höchster Vorsicht.
 
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FLG ist ein Ka...k - ich hörte auf einer DJ einen Querschläger bei Frost von einem Durchgeher abgegeben durch die Wipfel zwitschern - sie sind auf vielen professionell organisierten Jagden mittlerweile explizit verboten.

Schrot (3-3,5 mm) als Fangschuß auf Rehwild und schwächere Sauen breit bis 20 m - tödlich; Schrote schlagen tw . durch !
Bei Verkehrswild wendete das mein Vater gern an, bevor er da herumstocherte bzw seine Kompagnons mit glasbewehrter Langwaffe mal wieder auf 5m vorbeiknallten...

Spitz aufs Haupt würde ich ein Stück Schwarzwild damit nicht schießen, kleines Ziel, wenig Schrot---
dann Kugel und zwar ein Deformator !
 
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Ich kenne staatliche DJ da ist das FLG verboten.
Schrot auf Rehwild funktioniert, beweisen die Schweden.
 
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Ich habe mal einen Beschusstest/Deckungstest auf Holz gemacht. War ein Zufall und keine geplante Aktion.

Ist ein paar Jahre her, aber das ändert nichts am Ergebnis.
Ggf. für den ein oder anderen interessant:
4mm Schrot, 36 g Vorlage auf 8m mit 1/2 ChoCke:
IMG_20201118_163108.jpgIMG_20201118_163116.jpg

3mm Schrot, 36 g Vorlage auf 8 m mit 1/2 Choke:
IMG_20201118_163150.jpgIMG_20201118_163203.jpg
 
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Ich habe mal einen Beschusstest/Deckungstest auf Holz gemacht. War ein Zufall und keine geplante Aktion.

Ist ein paar Jahre her, aber das ändert nichts am Ergebnis.
Ggf. für den ein oder anderen interessant:
4mm Schrot, 36 g Vorlage auf 8m mit 1/2 ChoCke:
Anhang anzeigen 195115Anhang anzeigen 195116

3mm Schrot, 36 g Vorlage auf 8 m mit 1/2 Choke:
Anhang anzeigen 195117Anhang anzeigen 195118
das hat weniger mit der Schrot-Vorlage, als mit dem Holz zu tun...
nimm mal einen Eichen-Balken... ;)
 
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Mein jagdlicher Ziehvater und auch später mein Ausbilder während des JS hat immer gesagt: Das FLG (Brenneke 😆) ist ein NOTbehelf. Und so hab ich das auch immer gehalten.

Deren Neigung zum Abprallen hab ich auch immer etwas unterschätzt/belächellt, bis auf einer Treibjagd wo ich mal war Sauen plötzlich vorkamen und einer in einer Junganpflanzung mit so 10cm starken Bäumchen eine Sau beschossen hat. Da ist das FLG nach dem ersten Baumkontakt wirklich überall hingeflogen, nur nicht mehr geradeaus. Das ist da drin von einem Baum zum anderen abgeprallt, wie der Ball in einer Pinballmaschine.

Wenn ein FLG sauber trifft, tötet es aber problemlos (zumindest de paar mal die ich selber erlebt habe). Werd ich hier zum Unfall gerufen und ich bin sowieso nicht schon draußen, greif ich aber auch immer zur BBF ohne ZF. Da kommt 3 - 3,5er Schrot rein (da liegen hier noch genügend Reste rum), das ist mir in dem Fall noch am allerliebsten.

Ansonsten seh ich nicht den Bedarf von Schrot auf Schalenwild. Da ist mir der Kugelschuss hundertmal lieber.
 
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FLG , wenn gut platziert bei Rehwild und bei Sauen bis ca 50 Kilo überwiegend zufrieden stellend sofort tödlich.
Bei schwereren Sauen oder bei Entfernung größer 40 m laufen die Sauen auch gerne mal , teilweise recht weit.
 
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Wie ist die Eindringtiefe der 3mm Schrote? Würdest Du darauf zählen, dass sie im "worst Case" die Schädelplatte einer stärkeren Sau durchschlagen auf XY Meter?
Also auf die paar Meter, sind ja meist unter 10m ist die Garbe vom Durchschlag her super und auch noch ziemlich eng beieinander.
Ich habe früher, als ich meine BBF noch hatte, alle Sauen bis 50 m nur mit FLG geschossen, immer mit Rottweil Exact, die Wirkung war immer umwerfend, habe damit weit über 100 Stück geschossen,vom Frischling bis zum schweren Keiler, gerade weil ich damals viel am Getreide gejagd habe, störten paar Halme vor dem Stück nicht.
Erst als die Schalldämpfer aufgekommen sind habe ich zum Repetierer gegriffen.
 
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dann Kugel und zwar ein Deformator !
Weil der Satz so schön passt. Ein kleiner Geschichtskurs.

Früher wurden tatsächlich runde Kugeln verschossen aus gezogenen Läufen. Daher heute noch unser Begriff "Kugel" oder "mit der Kugel".
Schrot war zu der Zeit auch möglich, aber der bestand nicht immer aus den kleinen Kügelchen, wie wir sie heute kennen.

Es war aber auch möglich eine Kugel aus einem glatten Flintenlauf zu schießen. Wer nicht so viel Geld hatte begnügte sich gern mit einer glattläufigen Waffe und nutzte sie je nach Bedarf halt mit Schrot oder Kugel. Die oft einfachen Modelle waren zu den Kolonialzeiten auch eine beliebte Handelsware, sog. "Trade Guns" sind heute ein beliebtes Feld für Sammler oder auch für Nachbauten.

Und da kann man auch einen kleinen Bogen spannen zu den heutigen FLG und deren Neigung zu Abprallern. Eine Kugel früher war bei den (möglichen) Schwarzpulver-Geschwindigkeiten in etwa so unterwegs wie ein FLG heute. Nur hat man früher reines (weiches!) Blei verwendet.
Das ist bei den Geschwindigkeiten den heutigen Deformatoren sehr ähnlich.

Was die Macher heutiger FLG regelmäßig reitet härtere Legierungen zu verwenden - ich weiß es nicht.:eek: Genau diese härteren Legierungen tragen aber dann zu den Abprallern bei. Wo Energie nicht in Deformation umgewandelt wird muss sie halt woanders hin. :rolleyes:

Den Machern von Bleifrei-Geboten wirds egal sein, das Hintergrundwissen dazu erwarte ich erst recht nicht in diesem Kreis vorhanden zu sein. Aber im Bereich der Flintenlaufgeschosse wird die Welt durch die Umstellung bestimmt nicht sicherer wenn man von eh schon unnötig harten Bleilegierungen auf noch härtere Metalle umsteigt.
 
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