Eure Lieblingspatrone mit Geschichte dazu.

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An dieser stelle mal ein Danke viel mal für alle eure Geschichten und die Kalibervorlieben.

In einer Zeit wo oft etwas als universal gilt, ist doch das individuelle gefragt. Es freut mich, dass so viele Beiträge gekommen sind.

Schön wenn ohne Wertung und Rechtfertigung weitere folgen. Natürlich, Balistik und Geselschfaft geben ihre Normen, doch gibt es auch eigene Erlebnisse und Können im Rahmen der Vernunft und diese für jeden Persönlich wichtig sind.

Freundlich Grüsst, Diopter
 
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Interessant wäre wenn man diese Frage mal in 80 Jahren stellen würde, was würde man hier lesen? Womöglich viele Patronen dieser Zeit…
 
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Interessant wäre wenn man diese Frage mal in 80 Jahren stellen würde, was würde man hier lesen? Womöglich viele Patronen dieser Zeit…
Vieleicht hilft die Geschichte meiner Lieblingspatrone bei der Fragestellung.
Es ist die 6,5x58R
Ich kam dazu über eine BBF aus Suhler Herstellung von 1927 des Büchsenmachers Georg Honold in Ulm.
Die Waffe stammt aus dem Besitz des Jagdherrn meines Vaters, und war dessen erste Waffe mit der er nach dem Krieg wieder zur Jagd ging.
Später in den 50er Jahren diente sie als Leihwaffe für einige Jungjäger, welche damit ihr erstes Wild erlegen konnten. Unter anderem auch mein Vater seine ersten Hasen, Rebhühner und Fasane.
Da Er keinen Sohn hatte wurde ich von ihm sozusagen als jagdlicher Ziehsohn beschlagnamt und in die Welt der Jagd und Jäger eingeführt. Er hat mir auch mit Zehn Jahren ein Luftgewehr geschenkt.
Leider verstarb er recht jung 1977 und mein Vater konnte die Jagdpacht zusammen mit den damaligen Mitjägern übernehmen. Die Bemühungen diese Waffe von der Witwe zu übernehmen waren aber erfolglos.
Nachdem ich dann 1986 die Jägerprüfung abgelegt hatte meldete sich die Witwe und bot mir an die Waffe zu übernehmen, da dies der Wunsch ihres Mannes gewesen sei.
So war ich also als frischgebackener Jäger an eine Waffe bei der noch 80 Kugelpatronen in einem Kaliber welches schon damals kaum mehr zu beschaffen war gekommen.
Damit war das Nächste den Kurs als Wiederlader zu machen .
Ich könnte jetzt jeden Wiederladeneuling empfehlen mit der 6,5x58R zu beginnen, da falls man es schafft selbst Hülsen dafür herzustellen und an entsprechende Geschosse zu kommen einen nichts mehr schrecken kann.
Ich habe mich also in die Materie eingearbeitet, nachdem erste Versuche mit Geschossen in .257 mehr als ernüchternd waren entdeckte ich im DWJ die Anzeige eines Herrn Stoklossa der für solche Fälle in Handarbeit Mantelgeschosse herstellte. Nach einigen Telefonaten und der Zusendung eines Originalgeschosses hatte ich dann endlich das richtige Geschoß. Dieses kann man übrigens noch heute unter Classic bei Johannsen bekommen.
Über die Jahre kamen dann noch welche von Delsing und Degol dazu und ich hätte eigentlich bis ans Ende meiner Jagdkarriere damit meine Böcke blatten und den weiblichen Abschuss beim Rehwild tätigen können.
Da aber der Gesetzgeber in meinem Bundesland seit dem JWMG der Meinung ist das Blei nicht mehr Zeitgemäß sein soll habe ich dann mal wieder einen Geschoßhersteller bearbeitet und konnte Michael Reichenberg gewinnen ein passendes Bleifreies in .261 zu drehen.
Nachdem sich dieses und auch ein ebenfalls neues von SAX als überaus brauchbar erwiesen haben, die Firma SHM auch jetzt neue Hülsen herstellt ist dem alten Kaliber der Weg durch das 21. Jahrhundert offen.
Ich konnte dann noch eine Suhler Kipplaufbüchse ergattern die meiner BBF erfolgreich die Blattzeit streitig gemacht hat .
 
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Meine Lieblingspatrone ist die 10,75x68......die Mädchenpatrone der Elefantenjäger :cool:

Natürlich bin ich kein Elefantenjäger, und wenn doch, würd ich mich hinter einem noch dickeren Rohr verschanzen.

Ich hab mir einen 98er in 10,75x68 bauen lassen, nicht weil ich einen haben wollte, sondern weil ein Mannlicher-Schönauer in 10,75, den ich so gerne hätte, wohl nicht zu kriegen ist,....

Ich setze die 10,75x68 fast ausschließlich bei Drückjagden ein,... nicht weil die Überläufer das erfordern würden, sondern weil, wenn ich geschossen hab, auch wirklich jeder weis, dass ich geschossen hab. :cool:

In Zeiten der gedämpften und bis zur Unkenntlichkeit gekürzten .308er, Creedmoor und vergleichbarer Anklopf-Patronen ist das Abfeuern einer 10,75 eine akustische Landmarke und wird von der Lenor-Generation noch unterm Gehörschutz wahrgenommen.

Ach ja, die Gespräche mit den Durchgehern/Hundeführern sind in der Regel kurz, meist reicht ein Fingerzeig!

Gruß

HWL
 
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Wie sieht aktuell die Versorgung mit Matrizen und Hülsen aus?
Eine 10,75x68 fehlt mir auch noch…
 
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bei den "alten" rws hülsen, die anfang der 90ziger oder ende der 80ziger ein letztes mal gemacht wurden, heißt es das die damals schon von horneber gefertigt worden sein sollen. immer wieder taucht mal ein posten davon auf, ich hatte den letzten größeren erworben im letzten jahr. neue horneberfertigung ist bei johannsen offenbar nicht lieferbar und man sollte lieber nicht auf die warten weil das dauuuuern kann.( wenn überhaupt)

SHM gibt sie als lieferbar an https://huelsenmanufaktur.de/de/produkte
habe davon aber noch keine gesehen, auch der preis ist nicht bekannt. meine matrize habe ich damals direkt von ch4d kommen lassen, bin zufrieden.

wenn du etwas suchst, in frankreich wird immer noch ein büchse von Schüler in Suhl angeboten für 1300 https://www.naturabuy.fr/CARABINE-SAFARI-AUGUST-SCHULER-10-75x68-item-7987139.html

in der machart entspricht sie den mir bekannten büchsen für die echten Schüler kaliber wie 11,2x72 oder 12,7x70. wenn ich nicht schon was hätte dann wäre die längst bei mir. leider haben die schränke immer zuwenig platz.
 
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Ich persönlich bin gut versorgt, ich hab mal 200 RWS VMR bei egon erbeutet.

Darüber hinaus hab ich reichlich handgeladene Voll-und Teilmantel von Woodleigh, und etwa noch mal 200 leere Hülsen.

Woodleigh is leider abgebrannt, aber Degol liefert Geschosse und shm liefert Hülsen.

Also alles ganz entspannt

Matrizen gibt's von CH4 und Triebel, Hornady hat auch mal einen special run gemacht, die sind aber selten.

Lauf würde übrigens perfekt in einen 9,3x64 Verschluss der Mauser 66(S) passen.

Gruß

HWL
 
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Jetzt hab festgestellt, ich hab noch so eine exzentrische Lieblingspatrone....

...man kann doch mehrere haben, oder?

Das wäre die 7x33 Sako..... kennen hier vermutlich die wenigsten persönlich.

Die Geschichte dazu besteht bisher im wesentlichen darin, dass ich wohl mehrere Waffen dafür habe (Lieblingspatrone :cool:), sie bisher aber nie für ihren eigentlichen Verwendungszweck eingesetzt habe.

Die Patrone wurde in den 40ern in Finnland zusammen mit dem Gewehr Sako L46 entwickelt, um vor allem Raufußhühner zu jagen.

Nun hab ich in meinem Revier wohl reichlich davon, die werden aber nicht bejagt.

So hab ich, mit ordentlich wiedergeladenen Patronen lediglich ein paar Rehe damit erlegt.

Das 5,1 Gramm TMR, (VMR gibt's auch) macht auf Rehe Eindruck, und die Wildbretentwertung ist minimal.

Seit Jahren plagt mich aber, dass ich die Waffe/Patrone nie ihrem eigentlichen Zweck zuführen konnte.

Im Oktober soll es jetzt so weit sein, ich werde einer Einladung nach Finnland folgen, und mit dem Finnenspitz Birkhühner bejagen, so es denn klappt.

Dann wird hoffentlich die zur Patrone passende Geschichte geschrieben...


Gruß

HWL
 
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Jetzt hab festgestellt, ich hab noch so eine exzentrische Lieblingspatrone....

...man kann doch mehrere haben, oder?

Das wäre die 7x33 Sako..... kennen hier vermutlich die wenigsten persönlich.

Die Geschichte dazu besteht bisher im wesentlichen darin, dass ich wohl mehrere Waffen dafür habe (Lieblingspatrone :cool:), sie bisher aber nie für ihren eigentlichen Verwendungszweck eingesetzt habe.

Die Patrone wurde in den 40ern in Finnland zusammen mit dem Gewehr Sako L46 entwickelt, um vor allem Raufußhühner zu jagen.

Nun hab ich in meinem Revier wohl reichlich davon, die werden aber nicht bejagt.

So hab ich, mit ordentlich wiedergeladenen Patronen lediglich ein paar Rehe damit erlegt.

Das 5,1 Gramm TMR, (VMR gibt's auch) macht auf Rehe Eindruck, und die Wildbretentwertung ist minimal.

Seit Jahren plagt mich aber, dass ich die Waffe/Patrone nie ihrem eigentlichen Zweck zuführen konnte.

Im Oktober soll es jetzt so weit sein, ich werde einer Einladung nach Finnland folgen, und mit dem Finnenspitz Birkhühner bejagen, so es denn klappt.

Dann wird hoffentlich die zur Patrone passende Geschichte geschrieben...


Gruß

HWL
Wird diese Patrone im Urspungsland auch Sportlich genutzt? Es scheint, als seinen ihre balistischen Werte so, als sehr angenehm zu schiessen über eine längere Serie. Was hast du für erfahrungen mit der Eigenpräzision?
 
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Wird diese Patrone im Urspungsland auch Sportlich genutzt? Es scheint, als seinen ihre balistischen Werte so, als sehr angenehm zu schiessen über eine längere Serie. Was hast du für erfahrungen mit der Eigenpräzision?
Von einer sportlichen Nutzung ist mir nichts bekannt, will aber nix heißen.

Es gibt eine kleine Facebook Gruppe, "For oss som ønsker sako 7x33 tilbake i produksjon" die sich um den Erhalt der Patrone bemüht.

95% der Mitglieder sind Finnen, Schweden und Norweger, es gibt auch eine kleine Community in Australien.

Die Leute drängeln bei der Firma Sako , dass weiterhin Patronen, Hülsen und Geschosse hergestellt werden.

Zur Zeit gibt es bei den Großhändlern nur Hülsen und Geschosse.

Sporadisch legt Sako Patronen auf, letztes mal nur die Vollmantelversion, die aber im wesentlichen schon wieder vergriffen zu sein scheint.

Die Patrone ist sehr präzise, und hat in den nordischen Ländern, insbesondere Finnland Kultstatus, zusammen mit der Bejagung der Raufußhühner.

Ich selber habe schon mehrmals mit "Jagdmunition" 5 Schuss Gruppen auf 100 m unter 2 cm geschossen.

Das ist nicht so schlecht für Waffen, die jetzt allesamt über 70 Jahre alt sind.

Es gibt keine Matchgeschosse, da die Magazinlänge/Drall-Kombination der Waffen nur diese leichten kurzen Geschosse von 5,1 g zulässt.

Es ist aber auch eine klassische Jagdpatrone für den o. g. Zweck.

Gruß

HWL
 
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Mir war das lange Jahre total egal was da Bumm gemacht hat. Nicht nur das Kaliber, auch die Waffe war mir wumpe. Dann wahr ich 2017 mal beruflich einige Monate im mittleren Westen der USA und hatte bei meinem Job viel jagende Kollegen, die mich auch gerne mitgenommen habe. Dort habe ich eine ganz andere Jagd und eine komplett andere Schießkultur kennengelernt und sehr viel gelernt. Immer wieder war es die.270Win zu der alle Jäger meines Umfeldes eine nahezu emotionale Beziehung hatten. Für viele zählte es einfach zu ihrem Erlebnis die Patrone in der Vorbereitung zum Training zu optimieren und damit dann in ihrer einen Jagd im Herbst zu führen. Das hat irgendwie abgefärbt und als ich wieder hier war musst auch eine .270Win her. Oft wenn ich mit der Patrone jage gehen die Gedanken zurück in die unendlichen Flächen von Wyoming. Ehrlich gesagt ist das Kaliber noch zu stark für meine Waldjagd auf Rehwild und Sauen bis 60kg aber so ist das wenn man erst mal an was hängt.
 
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Da Kurwaffenkaliber noch nicht so viel gennant wurden, nenne ich mal meines: .38 Secial. Eine 120 Jahre alte Patrone von S & W die in Revolver und Carbins gleichermassen geeignet sind. Der resonable Rückschlag und die Eigenpräzision ( auch aus .357 Mag Trommeln, trotz laaaangem Freiflug ) überzeugen. Auch hier, oft felende Energie nachgerufen, doch auf dem 120 Gramm Zielscheibenpapier mehr als genug.
 
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Hallo Zusammen.

Da dieser Faden einweinig stehen geblieben ist, Frage ich aktiv nach für weitere Lieblingskaliber und Grund dessen. Habe selber bei der Büchse 7,5x55 Swiss gennant mit der tollen Eigenpräzision, .38 Spezial bei Revolver und ergänze die 7,65 x 21 Luger oder .30 Luger meine Wahl für sportliches Pistolenschiessen.

Die Mutterpatrone für die "grosse" 9 Luger ist mit 122 Jahren immer noch auf der höhe des Fortschritts. Aufwendige Herstellung und keine superlativen in der Balistik lassen sie ein wenig im Schatten stehen. Sofern sie zugelassen vom Reglement kann sie aber alles oder mehr an Wettkämpfen.

Auf höchstform lauft sie wohl auf in einer Parabellum Kniegelenpistole (wenn erstaunts) oder in einer SIG 210.

Freue mich auf eure persöhnichen Geschichten.

Fröhlich Grüsst, Diopter
 
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....letzten waren zwei WS für die 210er im Egun. Ich hab kurz gekämpft mit mir, habe ich dieses vor Jahren immer haben wollen. Da ich aber gerade durch den leider vorliegenden Erfall meinen Waffenbestand mehr als verdoppelt habe, habe ich nicht zugeschlagen.
Hab aber bei den Erwaffen eine 1906/29 in dem Kaliber dabei...
 

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