Falsche Bewertung bei der Jugendsuche, wie kann man sich wehren?

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z/7

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Das geht bei unseren konsolidierten Rassen mit einheitlichem Erscheinungsbild heute nicht mehr.
Das ist generell das Problem der heutigen Zuchtauslese. Je einheitlicher das phänotypische Bild, desto schwieriger wird es, Unterschiede zu erkennen und zu bewerten. Gleichzeitig führen andere Mechsnismen dazu, daß reihenweise Hund in die Zucht kommen, deren physische Belastbarkeit nie überprüft wurde.
Na, Vorsicht, es ist schon ein Unterschied zwischen einer Zuchtauslese an der Wurfkiste und der "finalen Aussortierung" von Hunden, die das leistungsmäßige Zuchtziel nach einem oder zwei Jahren nicht erreichen.
Es war eine Selektion auf Überlebensfähigkeit. Unter Inkaufnahme einer mehr oder weniger zufälligen Einschränkung der späteren Auswahl an sonstigen Zuchtmerkmalen. Ob sie in irgendeiner Weise doch gerichtet war? Vllt die inhärente Problematik, daß es schwierig ist, Rassen im Größenrahmen zu halten. Nach oben.
 
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Also ich fände die Äußerung sicher auch bedenklich. Jedoch ist im Nachhinein die Wirksamkeit des Einspruchs sehr unwahrscheinlich.

Meine WL hat auf der HZP ein Stumm eingetragen bekommen, obwohl der Hund hinter einem Maisfeld und ausser Sicht war.

Zwei Prüfer plus ein Anwärter... keine Chance beim Einspruch. Und ja, ich habe mich beschwert. Leider aus Unwissenheit auch erst nach der Prüfung. Nach Rücksprache mit einem anderen, unbeteiligten Richter.

Persönlich hätte es mich gefreut, man hätte einfach "fraglich" eingetragen.


Natürlich ist der eigene Hund immer besser als bei der Tagesleistung auf der Prüfung. Man kennt ihn und weiß was er kann. Nur manchmal wird man auch ein wenig betriebsblind ;-)

Vielleicht kann man auch mit den 10ern zufrieden sein. Auch wenn es natürlich für die Zucht gut aussieht, wenn man hoch bewertet ist. Die Kontinuität in der Zucht und den Nachkommen wäre für mich wichtiger als die Einzelergebnisse eines Tieres.

Gruß Flo
 
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So sind Rassen aber entstanden. Das Verhältnis zum Hund war früher auch anders. Hunde die ersichtlich nicht dem Zuchtziel entsprachen oder nicht die Leistung brachten, wurden nicht mit durchgefüttert. Das war vor dem Hintergrund, dass es für viele Menschen kaum zum nötigste reichte, auch durchaus verständlich.
Man muss übrigens wissen, dass bis 1985 noch Trichinenschau bei Hunden durchgeführt wurden.
Rassen werden überbewertet - und früher war eben nicht alles besser, sonst gäbe es auf dieser Welt auch keinen Fortschritt. Die Jagd tut sich mit dieser Erkenntnis allgemein schwer.
 
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Rassen werden überbewertet - und früher war eben nicht alles besser, sonst gäbe es auf dieser Welt auch keinen Fortschritt. Die Jagd tut sich mit dieser Erkenntnis allgemein schwer.
Hat mich gewundert wie lange es dauert bis der Erste mit diesem Argument kommt.

Natürlich gibt es immer mal wieder einen Senfhund, der alles und das auch noch besser macht. Aber die Idee hinter den Rassen ist eben die Spezialisierung. Und wenn ich mir einen Rassehund zulege dann erwarte ich auch entsprechende Rassemerkmale, gerade im Bereich der jagdlich geführten Hunde.
 
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Rassen werden überbewertet - und früher war eben nicht alles besser, sonst gäbe es auf dieser Welt auch keinen Fortschritt. Die Jagd tut sich mit dieser Erkenntnis allgemein schwer.
Nein, früher war wirklich nicht alles besser. Die Masse der geführten Jagdhunde (Rassehunde) allerdings schon. Sie wurden in Bereichen eingesetzt wofür sie gezüchtet wurden und nicht "quer Beet". Die Jäger täten gut daran, sich in einigen Bereichen ein wenig auf alte, bewährte und noch lange nicht überholte Grundlagen zu besinnen. Statt dessen wird vieles über den Haufen geworfen weil jedermann überzeugt ist den Stein der Weisen zu besitzen.

Zur Eingangsfrage:
für mich ist es nicht vorstellbar, dass Leistungsrichter solche Aussagen getätigt haben. Sollte dies (nachweisbar) dennoch der Fall gewesen sein gehören sie an den Pranger gestellt und aussortiert.
Zumindest in meinem Umfeld sind die Richter bemüht möglichst gute Testate austellen zu können und scheuen dazu keine Mühen. Wenn es dann am Tag der Prüfung nicht passt wird dies auch dokumentiert.

wipi
 
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Rassen werden überbewertet - und früher war eben nicht alles besser, sonst gäbe es auf dieser Welt auch keinen Fortschritt. Die Jagd tut sich mit dieser Erkenntnis allgemein schwer.
Die Jagdhundearbeit ist aber über Jahrzehnte immer besser geworden, eben weil man auf Jagdhunderassen und deren züchterische Bearbeitung gesetzt hat. Es geht mit der Jagdhundearbeit in einigen Rassen bergab, seit diese Rassen zum Selbstzweck geworden sind und nicht mehr die jagdliche Arbeit im Vordergrund steht.
 

steve

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Eigentlich ist alles schon geschrieben worden. Hier der Link zur Prüfungsordnung:


Enthalten sind die Bewertungen und die Einspruchsordnung. Sollte man sich vor der Prüfung eigentlich mal angeschaut haben. Die Höchstnoten (11/12) werden grundsätzlich nur bei herausragenden/wiederholten/bestätigten Leistungen vergeben. Eine fehlerfreie Leistung ist eine 10. Mal auf die Hasenspur bezogen würde ich das wie folgt verstehen: Hund mit (nur) einer überragenden Hasenspur bekommt eine 10 und kann eine 11 nur dann bekommen, wenn er quasi noch einmal eine mindestens 10er Spur macht.

Im Übrigen: Ich bin wahrlich kein Kynologe und kenne mich bei DL schon gar nicht aus. Aber ist die Aussage wir wollen Züchten und es kommt auf jeden Punkt an nicht etwas übertrieben? Die Entscheidung zur Zucht kann ja erst mindestens nach der HZP, einer Zuchtschau und wahrscheinlich einer HD-Untersuchung fallen. Mindestens die Leistungen auf der HZP muss man sich doch als Züchter auch mal ganz objektiv anschauen und dann - idealerweise ohne rosarote Brille als Führer - anschauen und nun erst entscheiden, ob das denn passt. Ich habe einen Bekannten, der hat seine Mutterlinie bei F unterbrochen, weil er gesagt hat, dass die Hündin nicht die Leistung bringt die er sich für einen Zuchthund vorstellt. Dafür gibt es weder ein Abzeichen vom Verband, noch sonst irgendeine Ehrung. Die Entscheidung ist aber wahrscheinlich für den Fortbestand der Leistung der Rasse wertvoller als irgendeinen Wurf aus die Minimalanforderungen erfüllenden und irgendwo eine 11 habende Eltern zu produzieren, weil mans Hunderl so gerne hat.
 
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Für den Welpenverkauf aber wichtig. :rolleyes:

Ein Freund hat seinen Drahthaar eingepackt und ist da hin gefahren wo er korrekt bewertet wurde und schon war das Thema durch.

War früher doch viel schlimmer als heute, sagen mir die alten Hundeführer.
VGP im Kurzhaar Club, wer sich da mit einem Drahthaar blicken lies wusste worauf er sich eingelassen hat.
 
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Als ich noch Richter für Vorstehhunde war, hat für mich die Jacke des Hundes keine Rolle gespielt und das war auch so, wenn bei meinem Zuchtverein andere Hunde "mitgelaufen" sind.
Für oder bei anderen Vereinen gerichtet, galt das mich genau so.
Als ich mal statt des Hundes den Führer benoten sollte, machte ich nicht mit und wurde nicht mehr eingeladen.
 
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Nein, früher war wirklich nicht alles besser. Die Masse der geführten Jagdhunde (Rassehunde) allerdings schon.
Das liegt wohl daran, dass mehr Arbeit für sie da war. Man denke wieviel Apportierarbeit früher bei einer Treibjagd angefallen ist. Da hat kein Hund daran gedacht einen gesunden Hasen zu hetzen, weil er genug Arbeit hatte. Diese Selbstlerneffekte gibt es heute nicht mehr so häufig. Wenn man heute seinen Hund bei einer Treibjagd auf einen kranken Hasen schnallt, muss er sich mit zwei weiteren drum streiten.
 
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Als ich zum ersten Mal, nach der Wende, in der MD-Börde zur Treibjagd eingeladen wurde, wunderte ich mich, am Sammelpunkt über die großen DD, die dort geführt wurden. Sie kamen mir vor, wie Kreuzungen aus Bernhardiner und Shetlandpony. Aber als ich sah, dass einige dieser Hunde 50/60 Hasen am Tag zu bringen hatten, einige incl. Hetze und dann über viele Hundert Meter, da wusste ich warum ;)
 
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Das liegt wohl daran, dass mehr Arbeit für sie da war. Man denke wieviel Apportierarbeit früher bei einer Treibjagd angefallen ist. Da hat kein Hund daran gedacht einen gesunden Hasen zu hetzen, weil er genug Arbeit hatte. Diese Selbstlerneffekte gibt es heute nicht mehr so häufig. Wenn man heute seinen Hund bei einer Treibjagd auf einen kranken Hasen schnallt, muss er sich mit zwei weiteren drum streiten.

Das würde ich jetzt nicht so stehen lassen.
In meiner Familie wurden früher DK gezüchtet, schwere, grobknochige Hunde, die dem heutigen Zuchtziel eher nicht entsprechen würden. Aber sie jagten laut und lang auf der Hasenspur, waren zuverlässige Verlorenbringer und zuverlässige Hühnerhunde, die ab September jeden Samstag und Sonntagvormittag zur Hühnerjagd eingesetzt wurden. Schalenwild war absolut tabu!
 
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