Fasanen 2020

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#16
Der Schexxfuchs hat sich auf einem der Brettchen mit denen ich die Kandis Brocken abdecke gelöst. aber Verlust durch Raubwild habe ich nicht, wobei ein Waschbär sicher dran ginge, wenn er sie findet. Die führenden Hennen in der Nähe von Ameisenbauen und auch den Grünspecht, habe ich schon häufig beobachtet.
 
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#17
Fotos vom Abendansitz auf Rehwild, das nicht kam. Es war schon dunkel und nicht ganz nah, daher alle Bilder etwas unscharf. Der Bursche auf dem Maisacker hat unheimlich Rabatz gemacht und sich die Seele aus dem Leib gekrächzt.

PS. Balz kostet Energie. Er hat sicher in der knappen Stunde rastlos 50-60 Maiskörner mit dem Schnabel ausgebuddelt, am Trieb abgeknipst und verschluckt. Immer schön in einer Reihe. Nun denke ich mir doch, dass die gebeizten Körnchen vielleicht irgendwas mit dem Fasanenschwund zu tun haben könnten.

IMG_2717.jpg IMG_2722.jpg IMG_2773.jpg IMG_2882.jpg IMG_2857.jpg IMG_2852.jpg IMG_2847.jpg IMG_2814.jpg IMG_2810.jpg IMG_2746.jpg ,
 
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#19
Dem schließe ich mich an, sehr tolle Aufnahmen. 👍

P.S. den Mais nehmen sie hier auch auf, trotzdem haben wir immer einen guten Schlupf. Das Problem für den Fasanenschwund liegt an der zu hohen Räuber,- und Krähendichte allerorten.
Zu viele Jäger die dem Niederwild nicht helfen wollen oder nicht richtig wissen wie.
Was man mancherorten so als "Hegebeitrag" sieht, sprich Schütten, "Hecken", Raubwildbejagung etc, dient mehr der Beruhigung des Gewissens des Beständers als dem Niederwild.
 
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#20
… wobei ich mich schon frage, warum der gebeizte Mais rot ist und nicht schwarz. Dann wären die Körner für die Vögel viel schlechter sichtbar.
 
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#21
Vielleicht verursacht das Rot eine abschreckende Wirkung. Wenn ich mit roter Kleidung z.B. nach einer Jagd die Voliere betrete, muss ich sofort raus sonst gibt es Tote.
Das Rot ist auch als Vorsichtsmaßnahme gedacht, dass niemand das gebeizte Material aus Versehen verfüttert.
 
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#22
Da der Mais im Optimalfall unter der Erde liegt sollte die Farbe zweitrangig sein. Ist vielleicht auch eher als optische Kontrolle des Grades der Benetzung mit dem jeweiligen Mittel gedacht, oder als Futterbremse wie @ colchicus schreibt. Wenn die Fasane die Körner jetzt aus dem Boden holen wird wohl der Großteil der Beize ab sein denke ich.
 
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#23
Am WE sind die ersten der künstlich bebrüteten 80 Eier unserer ungarischen Jagdfasane aus der großen Flugvoliere geschlüpft. Kommen paar Tage unter Rotlicht, dann in die Aufzuchtsboxen und wenn sie groß genug sind in die große Voliere. Auswilderung wenn sie im Spätsommer/Herbst voll befiedert sind und clever genug, nicht zu allzuleichten Beute zu werden.

Im Revier melden überall die Hähne um die Wette. Die Maßnahmen der letzten beiden Jahre haben reichlich Früchte getragen und auch in den Nachbarrevieren gibt es wieder einen guten Besatz an Fasanen.

es geht los.JPG

In der zweiten Charge brüten wir mal dreißig Tenebrosus Eier aus. Mal sehen, wie das wird.
 
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#24
Warum wählst Du zum Aussetzen Fasane die seit Gererationen über Kunstbrut gezogen wurden? Die vielleicht nur noch ein mangelhaftes Brutverhalten haben. Große Flugvoliere aus Ungarn ist leider kein Qualitätsbegriff. Warum den Tenebrosus? Wenn der Tenebrosus über Kunstbrut gezogen wird, dann sieht man dass ein Teil der Küken gescheckt ist. Die überleben in der Voliere, draußen werden sie schon frühzeitig "aussortiert". Was nützt es wenn im Falle einer Wildbrut schon mal die Hälfte der Küken wegen der unüblichen Färbung verschwindet?
Wenn die Küken diese Färbung haben, gehts ja noch:
Tenebrosusküken (5).jpg
Die hier hatte die Zwerghuhnglucke selbst gleich nach dem Schlupf gekillt. Vorher hatte sie Fasaen mit Normalfärbung problemlos ausgebrütet und großgezogen.
Tenebrosusküken (14).jpg
Die weiße Warnweste verwächst sich mit der Zeit, in der Voliere sicher kein Problem. Aber draußen?
Tenebrosusküken (15).JPG
Ich kenne derzeit in ganz Deutschland und noch weniger im Ausland eine große Fasanerie die Vögel produziert die zu mehr taugen als die herbstliche Strecke anzuheben. In CZ schätzt man die Überlebensrate bis zum Frühjahr bei Volierenfasanen die die Jagd überlebt haben bei 5 % ein.
Viele Fasanerien fahren zweigleisig: Ziel der Schlachtfasan mit stetiger Selektion nach Größe und gleichzeitige Belieferung der Jäger. Die trifft man als Kistelfasan auch leichter.
Das ist wie wenn man ein Hochleistungsrind für die Beweidung von Exentsivstandorten ohne Stall einsetzen will.
Viele Fasanenbesätze wurden folgendermaßen kaputt gemacht:
Hemmungslose Bejagung der wilden Hähne (weil es ja auch Spaß macht) und dann setzte man "zur Blutauffrischung :oops:" irgendwelche schweren Volierenfasane, meist nur Hähne im Frühjahr dazu. Die vererbten ihre degenerierten Verhaltensweisen denn es waren ja keine anderen Hähne da. Weniger gravierend ist das Aussetzen von degenerierten Hennen. Wenn diese draußen wie in der Voliere ihre Eier kreuz und quer legen, oder keinen Plan haben wo man am besten ein Gelege anlegt, dann sorgt die Natur dafür dass da keine dieser Hennen reproduzieren. Bevor sie Unheil für die Wildfasane bringen können, sind sie gefressen.
Mehrere Jahre habe ich Tenebrosus ausgesetzt und zwar Jungfasane im Juli. Bis zum 1. Dezember waren sie immer gefressen, während bei den anderen eine Überlebensrate von 1/3 bis zum Frühjahr drinn war. Und es ist nicht so dass die Raubwildbejagung bei uns schlampert.
 
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#25
Die entsprechenden französischen Untersuchungen zeigen das gleiche Bild wie bei Colchicus:
- der normale "Volierenfasan" schafft es in der Natur im Durchschnitt gerade einmal zwei (!) Tage zu überleben.
- Fasanen, die aus Eiern von chinesischen Wildfasanen (da muss man erst einmal drankommen) ausgebrütet wurden, haben eine deutlich bessere Überlebenschance.
 
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#26
Das Problem ist die enge Zuchtbasis der artreinen Wildfasane in Haltung, da wie Du sagst aus den Ursprungsländern nix mehr reinkommt.
Man muss sie mit z.B. echten Wildfasanen kreuzen. Die artreinen Unterarten haben doch meist sehr spezifische Biotopansprüche. Durch das Einkreuzen von Wildfasanen werden sie m.E. "vielseitiger"
Jede Landschaft in Deutschland schafft sich "ihren Fasan" wenn man sich die Zeit nimmt und nicht mit anderen Fasanen dazwischenmurkst. Das sind die Besten die es dann gibt.
Der vorherrschende Colchicustyp mit Monglicuseinschlag hat sich inzwischen herausgebildet. Dort wo es Schilf gibt und die Fasane ganzjährig nicht aufbaumen müssen, auch mit Anteilen vom Torquatus.
Von den artreinen Unterarten gibt es natürlich noch eine ganze Reihe die es auch packen würden.
Der artreine Colchicus ist in den meisten Zuchtlinien inzwischen als "schwergewichtige Schlaftablette" vertreten. Er wurde duch die Volierenauslese (nur zahme Vögel überleben) schon so gut wie kaputt gemacht. Ein Bekannter hat einen Hahn bekommen und gewogen: 2,3 kg lebend! :oops:
Alle Versuche mit reinblütigen Ph. c. c. gingen bei mir in die Hose. Nur sehr wenige Exemplare überlebten.
Ein Jägerleben reicht vermutlich nicht aus um genügend Licht ins Dunkel dieser faszinierenden Wildart zu bekommen.
Meine Versuche beziehen und bezogen sich bisher neben bodenständigen Wildfasanen auf folgende Unterarten:
Ph. C. Colchicus und Mutation Tenebrosus (Transkaukasischer Fasan, "Böhmischer Jagdfasan")
Ph. c. zerafschanicus Zerafschanfasan
Ph. c. zarudnyi Amu-Darja-Fasan
Ph. c. chrysomelas Chiwa-Fasan
Ph. c. karpowi Korearingfasan
Ph. c. strauchi Kansu-Fasan
Ph. v. versicolor (Japan. Buntfasan der inzwischen nicht mehr zur Colchicus-Gruppe gezählt wird)
dazu den Königsfasan Syrmaticus reevesii aus der Gruppe der Bindenschwanzfasane, der in CZ jagdbares Wild ist.
Das ist nur eine kleine Auswahl und es gibt noch viel Luft nach oben. Was wir wissen ist ein Tropfen, was wir nicht wissen ist ein Ozean.
Was oft fehlt ist ein grundlegendes Wissen über den Fasan. In Anzeigen werden nicht mal die Namen richtig geschrieben oder neue Bezeichnungen erfunden: Kanadischer Riesenjagdfasan, Dänischer Heckenbrüter z. B..
 
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#30
Meine Fasanenküken sind am letzten Wochenende geschlüpft.
Aus 30 Eiern haben sich 26 kleine Küken befreit, der Rest war faul oder abgestorben.
Leider waren 3 Küken krank und ich musste sie nach einigen Tagen erlösen.

Eine Sache war eigenartig: Das erste Küken schlüpfte bereits nach 21 Tagen, das Zweite nach 22 Tagen, das Dritte nach 23 Tagen, 19 Küken nach 24 Tagen und 4 nach 25 Tagen.
Das habe ich in so einem langen Zeitraum noch nicht erlebt.

In der Natur wäre dieses Verhalten ja undenkbar. Ich glaube spätestens nachdem die 19 Küken gesschlüpft waren, wäre die Henne losmarschiert. Dann wären die ersten 3 Küken schon verhungert und die letzten 4 nicht mehr geschlüpft.

TH
 
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