FAZ: Jäger in der Coronakrise: Wohin mit dem Wildbret

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#61
Für 40-50 Stck Schalenwid/Jahr einen Verarbeitungsbetrieb bauen?
Das ist wohl nicht Dein ernst:unsure: Und dann Arbeitsplatz aufgeben, um Bratwürste für nen halben Euro zusammen zu matschen. Wart mal ab, bis alle ringsum Wurst verkaufen;)
 

Fex

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#62
Ich krieg hier 25.90 für das Kilo Pfefferbeisser und 23.90 für das Kilo Wildbratwurst.
 
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#63
Mein Bruder zum Beispiel liegt viel wert auf hochwertige und gesunde Lebensmittel, ist auch bereit Geld auszugeben auch für gutes Fleisch und hat definitiv keinen kaputtverstärkten Geschmackssinn. Er versucht es auch immer wieder mir zuliebe.
Es ist nun mal nicht seins. Ein gutes Stück Rindfleisch gibt ihm einfach mehr.

Ich mag auch nicht alles. Alles vom Schaf ist nicht meins. Bin auch kein Fan von Schweinfleisch, es kann das beste Iberico sein. Dementsprechend mag ich lieber Reh und Damwild als Schwarzwild. Mit Taube Hase oder Gans und Ente muss man mir nicht kommen, egal ob wild oder nicht.
Geschmäcker sind halt verschieden.
Das Hauptproblem bei der Vermarktung von Wild ist meines Erachtens, daß die Hälfte der Sauen männlich ist, und etwa die Hälfte der Bevölkerung das schmecken kann, und es nicht mag. Das wird leider nicht thematisiert, und damit potentiell die Hälfte der Kundschaft vergrätzt, mit Multiplikationseffekt noch mehr.

Die deshalb übliche Kastration von Hausschweinen in Deutschland wird von den Produzenten ja auch ganz verschämt unter den Teppich gekehrt, nur ja keine schlafenden Hunde wecken, so daß sich die meisten Konsumenten dieses Umstands gar nicht bewußt sind. Und vor allem nicht, daß das bei wildlebenden Schweinen natürlich erst recht ein Problem ist.

Ich weiß, wovon ich rede, ich gehöre selber zu dem unglücklichen Teil der Bevölkerung, der die genetischen Voraussetzungen hat. Mir kommt keine männliche Wildsau mehr auf den Tisch, und sei sie noch so jung. Hat etliche Versuche gebraucht, bis ich es akzeptiert hab. Ob heiß, ob kalt, mir schmeckt das Zeug wie turborauschiger Keiler.

So. Ein ahnungsloser Kunde, und die Sache ist erledigt. For ever.

Imho gehörte das Wild/die Produkte entsprechend etikettiert, die Leute aufgeklärt, und diejenigen, die kein Problem damit haben, bekommen das männliche ein paar Prozent billiger, dafür hat man 100 % Kundenpotential.
 
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#64
Das sind sehr gute Preise(y)
Die Wildmettwurst brachte hier 8,--/Stck 300 gr. frisch, heute kannst Du sie vor jedem Supermarkt ,am Wurstwagen, für 4,-- - 5,--/Stck kaufen. Bratwürste 90 gr. 0,60/Stck. Die SW Strecke hat sich in den letzten 15 Jahren, Dank Energiewende, vervielfacht. Ich werde keinen Cent in Infrastruktur investieren.
 
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#65
Das sind sehr gute Preise(y)
Die Wildmettwurst brachte hier 8,--/Stck 300 gr. frisch, heute kannst Du sie vor jedem Supermarkt ,am Wurstwagen, für 4,-- - 5,--/Stck kaufen. Bratwürste 90 gr. 0,60/Stck. Die SW Strecke hat sich in den letzten 15 Jahren, Dank Energiewende, vervielfacht. Ich werde keinen Cent in Infrastruktur investieren.
und mit ein paar Cent ist da gar nix gemacht!
EU zertifizierter Zerlegeraum, Wurstküche, entsprechende Maschinen und Gerätschaften usw
da reden wir locker über eine mittlere 5 stellige €urosumme!
Und ohne entsprechendes Fachwissen und Können wird das auch nichts! Plus die notwendige Zeit, denn Wurstproduktion, Verarbeitung die anschließende Reinigung und letztlich die Vermarktung inklusive evtl. Lieferung ist sehr arbeits-und Zeitintensiv.
Das hat mit "aus der Komfortzone" kommen absolut nichts mehr zu tun, das ist ein harter Nebenjob.

PP1
 
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#66
Mein Abnehmer macht auch Catering. Da ist er bekannt für seinen kalten Rehrücken. Ähnlich Roastbeef. Aber er ist sicher auch vorsichtig, darum Deckel bei 20 Stk. Mit meinen jetzt 7 fixen Vorbesteller bin ich bei 27 Stk bis August. Mach mir derzeit keine Gedanken. Lass das auf mich zukommen.
Aber könnte mir evtl vorstellen, die Rehe von einem Metzger verarbeitet zu lassen und vakuumviert zu verkaufen. Dürfte rechtlich so machbar sein. Aber schaun mehr mal.
Denk im August und September sollten Gaststätten wieder offen sein.

Robert
 
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#67
Das hat mit "aus der Komfortzone" kommen absolut nichts mehr zu tun, das ist ein harter Nebenjob.
Ich denke, damit meint er eher, sich prinzipiell in der Verwertung über die Abgabe an einen Wildhändler hinaus zu engagieren. Beispielsweise in Form von Zusammenschlüssen, die gemeinsam mit einem Metzger ihr Wild vermarkten. Man muß ja nicht alles selber machen, organisieren und delegieren erfordert auch, den Allerwertesten hochzukriegen.
 
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#68
Wir haben "den Hintern" schon vor ca. 20 Jahren hoch gekriegt. Wir waren die Ersten die neben Wild in Schwarte/Decke, oder grob zerlegt auch Wurst produzieren lassen haben. Davon habe ich aber heute auch keinen Vorteil mehr. Ich bin nur froh, dass ich die letzten Sauen an Jagdfreunde gegeben habe, die und Hochsitze überlassen, oder sich in anderer Weise eingesetzt haben. Hätte ich 500 Bratwürste machen lassen, hätte ich die jetzt alle im Froster, da schon mal 150 fürs Osterfeuer flachfielen und bis zum Sommer auch keine Veranstaltungen stattfinden werden.
 
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#69
Viele hätten gerade jetzt zu Corona-Zeiten mal unterschiedlichste Sachen am Grill - es ist ja die Zeit dafür: Nur wissen sie nicht, wo sie es herbekommen sollen
Wir (und andere) reden aneinander vorbei, weil die Meßlatten völlig unterschiedlich hängen. In einem Landkreis in dem >10.000 Stück Schalenwild erlegt werden, kannst du Wildpret, -steaks oder -wurst an jeder Ecke haben und die hier gern eingebrachten innovativen Ideen und Vorschläge sind alltäglich.
 
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#70
Ich krieg hier 25.90 für das Kilo Pfefferbeisser und 23.90 für das Kilo Wildbratwurst.
Alle Achtung👍 bei uns ist es regional so das die meisten schon stöhnen wenn sie für das kg SW Bratwurst 10€zahlen müssen.
1kg Reh Rücken liegt hier bei 27€ mit Knochen und Keule bei kg 16€
Deshalb esse ich meine Rehe fast komplett selber und erlegen einfach nur das was benötigt wird dafür ist mir das Reh einfach zu lecker um es zu verramschen. Bei Schwarzwild sieht es anders aus, das wird erlegt weil es wiesen Schäden verursacht das geht auch eig immer. Ich bin Mal gespannt wie Sika angenommen wird.
 
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#72
@äsungsfläche
als Fachmann merke ich DU kennst dich aus.
Ohne funktionierende Gastronomie sind größere Wildstrecken nicht nachhaltig, wirtschaftlich und dauerhaft absetzbar.
Wildbret ist einfach ein "Sonntagsbraten" oder ein Essen für Feierlichkeiten aller Art.
Auch das grillen ist nur eine Nische und eigentlich was für Spezialisten und zwar hinter und vor dem Grill.
Bei der Wurstproduktion muss man erstmal kräftig investieren und dann eine Marketingstruktur aufbauen, die dauerhaft 30-50 Stücke Reh, SW und evtl RW absetzt.
5-10 Rehe sind Eigenbedarf und kein Problem, von daher muss man schon sehr individuell von Revier zu Revier unterscheiden.

PP1
Außerdem

wächst eine Generation von Nahrungsaufnehmern heran, die nur noch Mahlzeiten zubereiten können, die sie direkt vom Internet auf den Thermomix herabladen können. Da scheint moch Entwicklungsbedarf zu bestehen. Ideal wäre ein Thermomix, in den ich oben das Reh, frisch aus dem Revier, hineingebe und 25 Minuten später kommen Rehburger, auf den Punkt gegarte Filets und das Rückencapaccio heraus.

Gruß,

Mbogo
 
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#74
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#75
Mein Abnehmer macht auch Catering. Da ist er bekannt für seinen kalten Rehrücken. Ähnlich Roastbeef. Aber er ist sicher auch vorsichtig, darum Deckel bei 20 Stk. Mit meinen jetzt 7 fixen Vorbesteller bin ich bei 27 Stk bis August. Mach mir derzeit keine Gedanken. Lass das auf mich zukommen.
Aber könnte mir evtl vorstellen, die Rehe von einem Metzger verarbeitet zu lassen und vakuumviert zu verkaufen. Dürfte rechtlich so machbar sein. Aber schaun mehr mal.
Denk im August und September sollten Gaststätten wieder offen sein.

Robert

Sollte es eng werden ab
September mit der Kitzbejagung und dem Verkauf wäre es mir eine Freude bei dir 1,2,3 Kitze zu erlegen und die zu deinen Konditionen mitzunehmen. Dann lernt man sich mal kennen, ist ja um die Ecke.

Bei mir landen normalerweise 8 Rehe in der eigenen Küche und 1-2 Sauen. Dazu noch 20 Enten, 5 Gänse, 2 Hasen und mit Glück mal ein paar Tauben. Schwankt natürlich von Jahr zu Jahr, aber das dürfte der Durchschnitt sein. Von meinen erlegten Sauen landen fast alle aufgrund erhöhter Cäsiumwerte im Müll, sonst wären meine Kapazitäten wohl auch schnell überschritten.
 
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