Feldhasen 2020

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25 Feb 2018
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Östliches NRW in Deutschland!!!
...dann eben nächstes Jahr.....! Na ja, da habe ich so meine Bedenken. 1+1 sind da nicht wirklich 2. Die für uns nicht sichtbare Biotopkapazitätsgrenze wird niemals überschritten. Diese Biotopkapazitätsgrenze ist ständig im Fluss und definiert sich immer wieder neu, Jahr für Jahr und Monat für Monat, ja, sogar wöchentlich. Wenn eure Hasen diese Grenze erreicht haben, bedeutet das, dass Zuwachs gleich Abgang ist und am Ende nicht mehr Hasen da sind als vorher. Das wäre ja noch verkraftbar. Oft bedeutet aber eine große bis übergroße Population, dass vermehrt Krankheiten auftreten und die Population wieder auf ein normales Maß runter geschraubt wird. Diese Sterblichkeit oder gar Übersterblichkeit kann man recht gut verhindern oder zumindest deutlich verringern, indem man einen Teil der Population vorher entnimmt, um die sowieso sonst eintretende Sterblichkeit vorwegzunehmen. Das Ganze nennt man dann kompensatorische Sterblichkeit. Dabei muss man natürlich aufpassen, dass man nicht zu stark in die Population eingreift und somit den kompensatorischen Rahmen nach unten hin verlässt. Dann schafft es die Population nämlich nicht, ihren vorherigen herbstlichen Höchststand wieder zu erreichen. Bleibt man mit der Bejagung aber im Bereich der kompensatorischen Sterblichkeit, hat man in der Regel jährlich gleichbleibend gute Strecken. Wir haben diesbezüglich einiges ausprobiert und haben im Laufe der Jahre festgestellt, dass unsere Hasenpopulaton am produktivsten ist, wenn wir mit maximal 50 - 70 Hasen/100 h ins Frühjahr gehen. Wir sind schon einmal mit über 100 Hasen/100 ha ins Frühjahr gegangen und haben uns schon die Hände gerieben für den nächsten Herbst. Aber denkste. Im darauffolgenden Herbst hatten wir weniger Hasen gezählt als im Frühjahr, also nicht nur kein Zuwachs, sondern sogar Verluste. Deshalb: 1+1 sind beim Hasen nicht unbedingt 2! Auch Hasenpopulationen wachsen nicht in den Himmel!!!
Für uns war das eine Lehre. Seit dem bemühen wir uns, jährlich soviel zu erlegen, dass wir in den angestrebten Bereich der o. g. Frühjahrsdichte kommen. Und das klappt seit einigen Jahren, mit gewissen Schwankungen, recht gut.
Da wir dieses Jahr wahrscheinlich nicht auf Hasen jagen können bzw. dürfen, coronabedingt, und somit die Population nicht ausdünnen können, gehen wir mit einer sehr hohen Polulation ins kommende Frühjahr. Und das macht mir für das kommende Hasenjahr doch schon etwas Sorgen.
Gruß rotfuchs2

Hallo Rotfuchs 2

Mich würde bezugnehmend auf deine Interessante obige Aussage deine diesjährige Frühjahrszählung interessieren.
Könntest du deine Erfahrungen berichten.
 
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Was meint Ihr: Wird sich die nasskalte Witterung jetzt im April sehr negativ auf den Hasenbesatz auswirken! Oder ist die Witterung im Mai/Juni für den Bsatz bedeutender??
 
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4 Jan 2008
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Moin Moin,

wir haben um den 20. März gezählt und dabei festgestellt, das etwas über 20 junge Hasen aus dem ersten Satz dabei waren. Ich war freudig überrascht. Angefangen mit unserer Zählung sind wir 2014 im Herbst mit 32 Hasen auf dreihundert Hektar. Durch intensive Raubwildbejagung waren wir im Frühjahr 2018 dreistellig. In diesem Frühjahr sind wir bei 206 Hasen angelangt. Die Haarraubwildstrecke lag in den letzten 4 Jahren bei ca. 165 Stücke, ohne Sonstiges. Unser Revier hat eine bejagbare Fläche von 620 ha und diese werden von 5 Milchviehbetrieben genutzt, die im Schnitt 150 Kühe melken. Unsere Zählfläche und die Fahrtrichtung beim zählen hat seit dem ersten zählen nicht geändert.
Ich denke das die Witterung wohl einen Einfluss auf den Besatz hat, aber der ist nicht so gravierend. Wichtig ist das NICHT GEFRESSEN WERDEN. Am SCHÖNER WOHNEN arbeiten wir noch.

Waldheil

Falkenterzel
 
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Das wird hier im Südwesten am Bodensee wohl ein sehr schlechtes Hasenjahr - eiskalt und anhaltende Regenfälle ... sehr, sehr schade. Die beiden Jahre zuvor waren top!
 
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Was meint Ihr: Hat sich der nasskalte Mai sehr negativ auf den Besatz ausgewirkt?! Kann jetzt ein trockenerer Sommer noch den Nachwuchs nachhaltig steigern?!
 
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7 Jul 2020
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Was meint Ihr: Hat sich der nasskalte Mai sehr negativ auf den Besatz ausgewirkt?! Kann jetzt ein trockenerer Sommer noch den Nachwuchs nachhaltig steigern?!
Ich habe relativ viele Junghasen im Feld gesehen, ich glaube die Verluste hielten sich in Grenzen. Es gibt bei uns allerdings derzeit wenig Füchse.
 
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Was meint Ihr: Hat sich der nasskalte Mai sehr negativ auf den Besatz ausgewirkt?! Kann jetzt ein trockenerer Sommer noch den Nachwuchs nachhaltig steigern?!
Ich merke bisweilen keine Verschlechterung. Viele Hasen werden bei uns aber auch erst jetzt gesetzt, und aktuell sieht man schon viele Märzhasen munter herum hoppeln. Da mach ich mir beispielsweise um die Rebhühner mehr sorgen bei dem Wetter, wobei sie bei uns mit dem brüten heuer vermutlich erst Ende Mai begonnen haben.
 
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