Feldhasen erholen sich langsam

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14 Feb 2006
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Wichtig ist die Füllung der Patronen mit einem "geraden Pulver". Verkaufen sie Dir krummes Pulver, so schießt man daneben und trifft sie vielleicht sogar unabsichtlich :LOL: Ist vielleicht strafmildernd. Will man Raubwild treffen ist das zusätzliche Beschwören auf jeden Fall angebracht, bei mir korrigiern sich Kugeln und Schrote auf Raubwild bei kleinen Zielfehlern selbstständig.:ROFLMAO:
 
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Da ich mittlerweile im Wald (angrenzend an Ackerflächen) massive Schäden durch Hasenverbiss habe, werden die definitiv nicht mehr geschont!
Wir hatten letztes Jahr die erste Treibjagd seit vielen Jahren und wir werden auch dieses Jahr eine machen - eventuell sogar zwei. Hatte vor ein paar Tagen um 23 Uhr einen Hang mit der WBK abgeglast und bin fast aus den Schuhen gekippt. Bei einer sichtbaren Fläche von ca. 12 ha Gerstenacker waren mind. 50 Hasen zu sehen. Sah aus, wie wenn man in den Sternenhimmel blickt...
 
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14 Feb 2006
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Als bei uns im Staatswald vor vielen, vielen Jahren die Buchenpflanzwelle anrollte, galt sogar in einem Forstammt die Regel Hase vor Reh. Zäune wurden wegen des Hasen gebaut. Es gab damals auch wesentlich mehr Hasen im Wald. Das war zu Tollwutzeiten. Man ging wenn die Zeit am Abend nach dem Büro für den Rehansitz nicht mehr reichte, auf den Hasenanlauf. Mit der Flinte und einen Stück Zigarettenpapier auf der Schiene wenn der Mond schien. Die gepflanzten Buchen wurden runtergeäst so schnell hast nicht geschaut.

Mit dem Aufkommen der Naturverjüngung und dem Rückgang der Buchenpflanzung hat sich die Lage wieder entspannt. Hab in dieser Zeit auch viel brackiert. Heute ist der Hase dort selten. Gibt es eine Äsungsfläche für das Schalenwild, dann hockt dort schon mal einer.
 
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genau die Buchen (und die Robinie) sind das Hauptproblem!
Aber auch der Ahorn und die Kirsche hat keine Ruhe...

Leidlich ist nur, daß im Zweifel immer Rehverbiss angenommen wird und die Leute nur schwer davon zu überzeugen sind, daß es der Hase war. Ich habe bei mir im Wald einen Aufnahmepunkt für das Vegetationsgutachten - da hatte ich 2018 bei Buche 5% Verbiss durch Reh aber 90% durch Hase (Haupt- u. Nebentriebe)

Und was auch schwierig ist, ist die Vermarktung von Hasen. Ich weiß nicht warum, aber die will privat fast keiner kaufen und Wildprethandel...
 
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Auch hier gab es Probleme. Die mit der Verbissaufnahme beauftragen Forstbeamten werteten selbstherrlich den Hasenverbiss als Rehwildverbiss ein. Bis dann mal ein beim BJV beschäftigter Dipl.Forsting. mitgegangen ist. Das hatte eine starke Senkung des Verbissdruckes zur Folge, wirkungsvoller als jede Abschusserhöhung.
Selbst bei eindeutigen Schalenwildverbiss - also nicht den Gartenscherenschnitt des Hasen - kam lt. Untersuchungen die von der Game Conservancy auch veröffentlicht wurden heraus, dass eine ganze Reihe von Tierarten ein ähnliches Verbissmuster entwickeln. Wer nur die ÖJV-Nachrichten liest, wird davon allerdings nichts erfahren.
Wenn ein Forstbeamter dem ÖJV nahesteht, dann immer bei der Aufnahme mitgehen! Das ist mein Rat. Er ist Glaubenskrieger, begutachet und trifft eine Entscheidung. Da ist immer Spielraum.

Hasenverwertung im Balg ist schwierig, vorallem bei Treibjagdhasen. Niemand kauft die Katze, ähm den Hasen im Sack. Bei einer Treibjagd klare Ansagen: Kein Verlorenbringen auf Sicht, weil ja Donar von Donnerkeil auch ein Erfolgserlebnis haben will, der einzige Hase des Jahres! Hasen die vom Hund gefangen werden mussten, als solche kennzeichnen.

Wir haben sie immer gut weitergebracht und ich kenne einige Treibjagden in Niederbayernund Unterfranken, da geht es hochprofessionell zu. 104 Hasen in eineinhalb Stunden.

IMG_0337.JPG
 
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Wir hatten uns mal ein Forstrevier angesehen. Es wurde viel von zu erzielender Rehwildstrecke erzählt. Als ich mal nachfragte, wie denn der Verbiss durch Hasen zu bewerten sei, guckten mich alle an wie einen Marsmensch. Ein paar Sätze weiter dämmerte es den "Forstfachleuten", daß man vielleicht etwas voreilig auf den alleinigen Verbiss durch Rehwild geschlossen hatte.
Und so eine absolute Inkompetenz in einer Landesforst - irgendwie kaum noch zu fassen.
Wir haben dankend auf eine Pacht verzichtet.
In der Feldmark sind bei uns Hasen allgegenwärtig. Ich hätte schon zwei Dutzend strecken können, aber irgendwie sehe ich es nicht ein, etwas totzuschiessen, was nur seinen natürlichen Fraßvorlieben nachkommt. Wenn die Klapperjagd gemacht wird, dann mit Schrot und als Küchenhasen.
 
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Hier in Süds NS gab es in unserem Revier bis 1978 regelmäßig Hasenstrecken von 120 bis zuletzt in 1978 von 72 Hasen. Die schon damals nur unter größten Schwierigkeiten zu vermarkten. Dann kam der Schneewinter 78/79. Ab da gab es noch einmal Vermarktungsprobleme bei einer Riesenstrecke von 12 Hasen. Glücklicherweise hat sich dieses Problem nun selbst erledigt. Es werden hier einfach keine mehr geschossen.
Für mich eine Horrorvorstellung 100 Hasen absetzen zu müssen. Schauder.
Als ich so um 1980 meine erste Sau geschossen habe stand das im Tageblatt. Die letzten Jahre werden auf 600 ha mit 65 ha Waldanteil nur bei der Maisverteidigung beim Ansitz ca 10 Sauen gestreckt. Times are changing.
 
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Man muss bei der Hasenjagd zwischen Funjagd und herbstlicher Ernte unterscheiden. Ich kenne Jagden in Niederbayern - eben da wo noch große Strecken vermarktet werden müssen - da wird man nicht mehr eingeladen wenn man einen wegflüchtende Hasen in den Kessel hinein auf die Keulen pflastert. Und erlegte Hasen nimmt man selbst oder ein Treiber auf, auch wenn Donar vom Donnerkeil am Bandl gerne mal die Rippen eines Hasen gezählt hätte, bevor er apportiert.
 
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Hier in Süds NS gab es in unserem Revier bis 1978 regelmäßig Hasenstrecken von 120 bis zuletzt in 1978 von 72 Hasen. Die schon damals nur unter größten Schwierigkeiten zu vermarkten. Dann kam der Schneewinter 78/79. Ab da gab es noch einmal Vermarktungsprobleme bei einer Riesenstrecke von 12 Hasen. Glücklicherweise hat sich dieses Problem nun selbst erledigt. Es werden hier einfach keine mehr geschossen.
Für mich eine Horrorvorstellung 100 Hasen absetzen zu müssen. Schauder.
Als ich so um 1980 meine erste Sau geschossen habe stand das im Tageblatt. Die letzten Jahre werden auf 600 ha mit 65 ha Waldanteil nur bei der Maisverteidigung beim Ansitz ca 10 Sauen gestreckt. Times are changing.
In dem von mir betreuten Revier ist es genau umgekehrt. Wir hatten 1995 noch keine Sauen und 2,5 bis 4 Hasen pro 100 Ha. Jetzt sind die Sauen Standwild und Hasen haben wir zwischen 25 und 33 pro Hundert Hektar mit einem Spitzenwert von rd. 50 pro 100 ha im Jahr 2019.
 
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Bei mir im Pirschbezirk steigt der sichtbare Hasenbesatz auch von Jahr zu Jahr. Ich hab mir selbst die Regel auferlegt erst einen Hasen zu schießen wenn der letzte komplett selbst aufgegessen wurde. Und da gerade noch 2 Blätter vom Hasen im Tiefkühler liegen lass ich sie gerade weiterhoppeln. Hase wird nicht verkauft oder verschenkt bei mir.
 
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