Finnenhaltiges Wildbret

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#1
Hallo zusammen!
Kann mir jemand erklären, woran man binnenhaltiges Wildbret erkennt und bei welchem Wild es auftritt? Ich weiß, durch den Verzehr dieses Fleisches Bandwurmbefall entstehen kann, deshalb sollte man sowas vielleicht besser erkennen. Meine Suche im Internet blieb eher erfolglos... Vielleicht hat ja jemand ein Bild, auf welchem man etwas erkennt, oder kann es mir genau erklären?
Vielen Dank

Felix
 
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#2
Krebs, Vor und nach der Jägerprüfung, 49. Auflage, S. 392, sind zwar nur relativ schlechte sw-Bilder, aber immerhin.

Da die 49. Auflage von 1995 ist, gibts bei den neuen vielleicht bessere Bilder....
 
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#3
CVUA (Chemisches und Vetrinäruntersuchungsamt) Freiburg: Tierärztliche Abhandlung mit informativen Bildern über Fuchsbandwurmbefall in verschiedenen Stadien bei verschiedenen Tierarten. Google-Zeit: ca. 40 s:

http://www.ua-bw.de/pub/beitrag.asp?subid=3&Thema_ID=8&ID=2658&lang=D&Pdf=No

Hier im eigenen Forum:

https://forum.wildundhund.de/showthread.php?71385-Bandwurmfinne-oder-was
https://forum.wildundhund.de/showthread.php?74800-Endbeschau-was-habe-ich-hier-gefunden

Hier nochmal Fuchsbandwurm...: http://www.jagd-stromberg.de/fchsbandwurm/

Also verstehe ich irgendwie nicht, wie man da Informationsdefizit haben kann. Im Zweifel beim örtlichen Vetrinäramt oder wie das in Niedersachsen heißen mag nachfragen.
Echt jetzt...:roll:
 
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#4
Da ich aus dem medizinischen Bereich komme (Humanmedizin, Krankenpflege), aber schon immer auch veterinärmedizinisch interessiert bin, hat sich letzteres natürlich durch den Jagdschein verstärkt :) und war einer der Hauptgründe, überhaupt die Jägerprüfung zu absolvieren.

Da war es bei uns im Jäger-Kurs schon manchmal so, dass mein Interesse erstarkte, wenn andere sich mit grünlichem Gesicht abwandten... ohne mich jetzt als Held zu beweihräuchern, denn ich bin im Präparierkurs die ersten 2 Male umgekippt :help:, dito (fast ;-)) beim ersten Mal Blutabnehmen!

Im Grunde kannst du es - meiner Erfahrung nach beim Jägerprüfungs-Kurs der örtlichen KJV - etwas vereinfachen.

Heißt im ersten Schritt im Zweifel den Mut haben, suspektes Wildbret tatsächlich prima vista zu verwerfen (auch wenn dir das beim einen oder anderen Verwerter vielleicht Unsympathien einbringen wird).
Wer einmal einen Fuchsbandwurm-Befall beim Menschen gesehen hat,wird nichts gegen diese Maßnahme einzuwenden haben...

Im zweiten Schritt heißt es ggf. Probenentnahme und Differenzierung der Prima-vista-Befunde.
Beim Schwarzwild ist Probenentnahme (Zwerchfellpfeiler) schon wg. Trichinenschau Pflicht.
Wenn du Erfahrung hinzugewonnen hast, kannst du vielleicht schon beim ersten Augenschein in etwa sagen, ob, und wenn ja, um welchen Bandwurm (o. a., s. u.?) es sich handeln könnte.

Oder welche Wildkrankheit ggf. sonst noch für finnenähnliche Befunde verantwortlich sein könnte... und schon wären wir mittendrin im Prüfungsgeschehen :cool:.

Zum Bandwurm eine Stellungnahme des DJV:
https://www.jagdverband.de/node/6543

und zur Trichinenschau / Trichinose:
https://www.jagdverband.de/content/amtliche-fleischuntersuchung-und-trichinenuntersuchung

So, nun aber du, lieber Aspirant...
 
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#5
(Missionarischer :wink: Einschub:

Wer einmal einen Fuchsbandwurm-Befall beim Menschen gesehen hat,wird nichts gegen diese Maßnahme einzuwenden haben... nur mal so zum Brechen:

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/junger-mann-kommt-mit-bandwuermern-im-bauch-ins-krankenhaus-a-913361.html

Man sieht: Bandwürmer haben bei mir keine Schonzeit!

Den für mich widerlichsten Befall habe ich im Bereich Orthopädie gesehen: eine Frau in den 50ern mit Knochen(!)befall (Schienbein + Wadenbein) sowie Leberbefall von Fuchsbandwurm. Es blieb orthopädisch-chirurgisch nur noch eine Versorgung mit Tumorprothese und Entfernung des größten Teils des Schien- und Wadenbeins zum "Glück" nur einer Körperseite.

Die Leber musste aufwendig teilresziert werden, darauf sich eine mehrwöchige Rekonvaleszenz anschlss sowie eine noch viel längere medikamentöse Behandlung mit (ich glaube) Imidazolen, so über x Jahre. Furchtbar!)

Also lieber suspektes Wildbret verwerfen, to make a long story shorter.
 
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#7
Bei aller Dramatik des Geschehens beim Einzelnen:

Zum Glück ein recht seltene Erkrankung beim Menschen, der man mit
1. Vernünftigem Handeln (Keine Beeren/Früchte aus bodennahem Wachstum nehmen),
2. Grundhygiene: Hände und Früchte Waschen, erst recht nach Berührung kritischer Tierarten (1x Handschuhe) und
3. kritischem Blick bei der Wildbeurteilung (Bläschen-/Zystenbildung von Stecknadelkopf- bis Ei-größe)in der Leber u.a. Organen)
mit hoher Wahrscheinlichkeit aus dem Wege gehen kann.

Und wie stets, wenn den Jäger ein verdächtiges Zipperlein drückt: den Onkel Doktor wegen sonst unüblicher Diagnostik auf den naturnahen Lebensstil aufmerksam machen (s.a. Zecken, mögliche Parasitosen nach Auslandsaufenthalten usw.).

Die von Hoppenstedt in Post #3 eingestellte Übersicht ist sehr empfehlenswert:
http://www.ua-bw.de/pub/beitrag.asp?...&lang=D&Pdf=No
 
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#8
@Wandersmann: Ja, der gesunde Menschenverstand rät viel Sinnvolles.

Und es sollte sich deshalb herumgesprochen haben, dass das Tragen von Einmalhandschuhen kein Zeichen schwacher Manneskraft ist... ;-) auch wenn im Netz der Netze viel mit bloßen Händen feldmäßig aufgebrochen wird...
 
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#9
Eine gute Idee ist wäre sicherlich auch, als zur Risikogruppe gehörender, jährlich einen Antikörpertest machen zu lassen, keine Garantie aber auch nicht aufwendig.

Wenn ich mir anschaue, wie manche mit erlegten Füchsen umgehe, kann ich nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.
 
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#10
Untersuchungen mit fragwürdigen Resultaten und bei extrem seltenen Krankheiten (die, wie hier, bei 80 Mio Peepels etwa 80x vorkommen, Dunkelziffer mitgerechnet) bringen die Finanzierbarkeit jeden Gesundheitssystems an die Grenze.
Und wer ist Risikogruppe? Jeder, der im Garten Erdbeeren erntet, im Wald spaziert und sich nach der Brombeere bückt, der dummerweise den Fuchs per Hand entsorgt, jeder der...

Bleibt auf dem Teppich, eine Autoanfahrt zur Schule mit dem Kiddi auf dem Vordersitz oder die 2 Maß Bier zum Feierabend sind viel gefährlicher.

Wandersmann
 
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#11
Huhuuu... Ich bin die Risikogruppe winkende-smileys-099.gif

-Jäger
-denmächst wieder Hundehalter
-wohne im Alb-Donau-Kreis, dem europäischen Epizentrum der Fuchsbandwurmpopulation...

Ich lass den ELISA einmal jährlich machen und zahle selbst. Kostet das Gesundheitssystem also nüscht. Gut, ich zahl nur das Labor, das Blut zapft mir ein befreundeter Arzt fürn Bier undn Schnitzel ab...
 
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#12
Da tust Du gut dran!
Beruhigt ungemein, erhält Arbeitsplätze, fördert das Bruttosozialprodukt, und es ehrt Dich, dass Du Dein persönliches Risikomanagement nicht der Allgemeinheit aufbürdest.
Da bist Du einer der Wenigen. :thumbup:
 
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#13
Das Labor für den ELISA ist jetzt mit 13,40 € für die Suche nach Echinokkokose auch kein Weltuntergang...
 
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#14
Eine gute Idee ist wäre sicherlich auch, als zur Risikogruppe gehörender, jährlich einen Antikörpertest machen zu lassen, keine Garantie aber auch nicht aufwendig.

Wenn ich mir anschaue, wie manche mit erlegten Füchsen umgehe, kann ich nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.
Genau das meine ich! Da ist so manchem nicht bewusst, wie das Risiko verteilt ist!

Und der FSME-Test ist jetzt nicht so wirklich das Investment... :roll:
 
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#15
...und wie ist der Kenntnisstand sowie die Meinung des werten Threaderstellers?
(Letzte Aktivität: Heute,13:19.) :what:

Wäre ja schon nett bzw. selbstverständlich, sich mal zu äußern...
 
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