Forst hat versagt ūü§Ē

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#48
Sehe ich mir als Laie den deutschen Wald an und seine Entwicklung, so waren die letzten 70 Jahre positiv.

Bei einem langfristigen Produkt sind m.M.n. kurzfristige Moden zu vermeiden und v.a. die Politik sollte sich raus halten. Weder √ľbertriebene Renditeerwartungen noch Urwald-/Klimawaldphantasien ausleben.

Stutzig werde ich immer, wenn die gleichen Leute auf der einen Seite den Borkenkäfer als Teil der Natur darstellen und sich an den Mondlandschaften im Harz und bay. Wald erfreuen, im gleichen Atemzug aber das Rehwild verteufeln und verdammen...
 
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#49
Durchaus ein Punkt den du da ansprichst aber f√ľr das politische versagen in der Landwirtschaft k√∂nnen wir nichts... Liegt wohl eher daran, dass die agrarlobby Recht gro√üen Einfluss auf die Politik hat ich sag da nur Glyphosat Zulassung
...
Die Lobby hat sicher einen Einfluss. Z.B. Anrechnung der f√ľr Insekten sehr umstrittenen Zwischenfr√ľchte als √∂kologische Vorrangfl√§che. Zwar mit geringem Faktor aber so konnte man √∂kologisch wertvolle, mehrj√§hrige Stilllegungen verhindern. Da verdient man nicht jedes Jahr an Saatgut.

Nat√ľrlich ist es wichtig, dass es auch gro√üe Schutzgebiete gibt wie den Nationalpark bayrischer Wald oder Berchtesgaden da hier Prozessschutz stattfinden kann. Aber ich denke um jetzt die Br√ľcke zum Offenland zu schlagen, was w√ľrde es bringen im Offenland 50.000 ha am St√ľck stillzulegen? Genau eigentlich gar nichts nur in dem Gebiet mit den 50.000 ha aber Rest Bayern irgendwie bleibt au√üen vor, also ist es doch kl√ľger √ľber ganz Bayern verteilt wieder Heckenstreifen und kleinbrachen anzulegen
.
Gro√üfl√§chige Stilllegung im Offenland bringt √ľberhaupt nichts. Als die Pflichtstilllegung in Ostdeutschland riesengro√üe Brachen schuf, war das erste Jahr mit der Segetalflora interessant, dann entstanden Grasw√ľsten die vielleicht f√ľr das Rehwild interessant waren. Die Vielfalt machts im Offenland.

Genau das ist auch das Konzept was in Bayern vertreten wird statt gro√üfl√§chiger Schutz und Stilllegungsfl√§chen Ausweisung lieber √ľber das ganze Land eine gro√üe Biotopvernetzung erreichen.
W√§re vom Ansatz her sinnvoll, aber die Programme werden von Theoretikern gemacht. Unsere Offenlandarten m√ľssen sich nach den Programmen richten, denn da reden Blinde von der Farbe. Man denke an die Kontrollmechanismen bei der Landwirtschaft. Landwirte werden "bestraft" wenn sie Sinnloses nicht machen. Es sind nicht die Landwirte, die sitzen zwischen den M√ľhlsteinen der B√ľrokratie. Vor-Ort-Kontrolleure m√ľssen ihren gesunden Menschenverstand mit der Gardarobe abgeben. Es geht um die strikte Einhaltung hirnrissiger Vorgaben. Das ist alles Menschenwerk was man jederzeit √§ndern k√∂nnte.
 
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#50
Moin,

die Wortwahl "Klimawald" ist hier auch nicht wirklich eingängig. Der wachsende Baum lagert Kohlenstoff ein. Verrottet das Holz irgendwann "unkontrolliert" im "Wald" wird er wieder freigesetzt. Ist das Holz aber nutzbar gemacht und z.B. als Haus oder Möbel genutzt, bleibt der Kohlenstoff noch jahrzehntelang gebunden - während gleichzeitig im nachwachsenden Nutzwald weiterer Kohlenstoff gebunden werden kann.

Was genau soll an einem "naturbelassenen", besser: sich selbst √ľberlassendem Wald "Klima" sein?

Cheers,
Schnepfenschreck.
 
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#51
Sehe ich mir als Laie den deutschen Wald an und seine Entwicklung, so waren die letzten 70 Jahre positiv.

Bei einem langfristigen Produkt sind m.M.n. kurzfristige Moden zu vermeiden und v.a. die Politik sollte sich raus halten. Weder √ľbertriebene Renditeerwartungen noch Urwald-/Klimawaldphantasien ausleben.

Stutzig werde ich immer, wenn die gleichen Leute auf der einen Seite den Borkenkäfer als Teil der Natur darstellen und sich an den Mondlandschaften im Harz und bay. Wald erfreuen, im gleichen Atemzug aber das Rehwild verteufeln und verdammen...
Nenne bitte mal Namen. Ich kenne keinen, der K√§fer toll und Rehe b√∂se findet. Es gibt die Prozessschutzfuzzis. Die finden alles toll, was irgendwo irgendwann irgendwie geschieht. Vielleicht die richtige Einstellung f√ľr Nationalparks, wenn man kein spezielles Artenschutzanliegen damit verkn√ľpft.
Käfer mag ich deutlich weniger als Rehe. Vor allem schmecken sie erheblich schlechter.
 
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#52
das was wir Heute sehen von Förstern so gemacht worden in den letzten 70 Jahren.
Du musst fairerweise eine Entscheidung in der Zeit beurteilen, in der sie getroffen wurde. Vor 70 Jahren war die Entscheidung, auf den Reparationsflächen mit Kiefer und Fichte zu kommen, nicht falsch.

Ja ich weiß der Kliemawandel kam so plötzlich da konnte keiner mit rechnen.
Vor 70 Jahren hat da keiner von geredet, noch vor 30 war das etwas sehr exotisches und erst seit ca. 20 Jahren geht die Diskussion so richtig los. In 20 Jahren bist Du in einem alten Buchenbestand vielleicht 2 - 3x zur Durchforstung gewesen ...
 
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#55
So sehen Wälder aus, die vom Forst wegen ihrer Unzugänglichkeit bisher nicht verschlimmbessert, verfälscht und zerstört werden konnten.
Aus dem gleichen Grund wird dort der Wildbestand auch praktisch nicht bejagt.
Diese W√§lder verf√ľngen sich seit ewigen Zeiten von selbst und es setzen sich die standortgerechten Baumarten ganz von alleine durch.

An solchen Referenzflächen, von denen es wegen der grossflächigen Waldzerstörung durch die Forstwirtschaft nur noch ganz wenige gibt, kann man die ganze Anmassung, die Hybris und den Grössenwahn der Forstwirtschaft mit ihren Allmachtsphantasien erkennen.

https://s19.directupload.net/images/200227/pdqa83f6.jpg


https://s19.directupload.net/images/200227/uzw4q44n.jpg
 
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#57
@waldameise :
Diese Fl√§chen liefern aber nur was f√ľrs Auge, etwas Wasser, ein kleines bisschen Biodiversit√§t und an verwertbarem nichtmal eine Rolle Klopapier. Als Referenz f√ľr zukunftsf√§hige W√§lder sind die auch nicht besonders tauglich, weil die nur rezentes Klima und Witterung kennen und keine Vorausschau betreiben k√∂nnen. ;) Sorry. Sch√∂n, aber in dieser Diskussion nutzlos. (sic!)
 
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#58
@waldameise :
Diese Fl√§chen liefern aber nur was f√ľrs Auge, etwas Wasser, ein kleines bisschen Biodiversit√§t und an verwertbarem nichtmal eine Rolle Klopapier. Als Referenz f√ľr zukunftsf√§hige W√§lder sind die auch nicht besonders tauglich, weil die nur rezentes Klima und Witterung kennen und keine Vorausschau betreiben k√∂nnen. ;) Sorry. Sch√∂n, aber in dieser Diskussion nutzlos. (sic!)
Falsch, diese ganz von selbst gemischten SCHUTZWälder sind stabil und haben auch bei einer Erhöhung der Durchschnittstemperaturen von mehreren Grad noch das Potential zur Anpassung aus dem eigenen Bestand heraus, ohne dass auch nur ein einziger Förster benötigt wird.
Ausserdem ist die Biodiversit√§t sehr hoch incl. streng gesch√ľtzer Arten (FFH Anhang IV etc.)
Das alles erreicht die Forstwirtschaft bei ihren eigenen Verschlimmbesserungsversuchen auch mit enormen Kosten so praktisch nie.

Von der Forstwirtschaft niemals gesch√§digte oder verschlimmbesserte W√§lder mit einer nie unterbrochenen, kontinuierlichen Habitattradition in Kombination mit nat√ľrlicherweise waldfreien, nicht zwangsaufgeforsteten Prim√§rhabitaten (z.B. Lawinenstreifen) sind f√ľr den Artenschutz von h√∂chster Bedeutung.

http://fs5.directupload.net/images/160722/r4zarx7p.jpg
 
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#59
Schon mal √ľber die Zeitr√§ume nachgedacht, die diese "Anpassung" in Anspruch nehmen wird? Und was am Ende von der aktuellen Baumartenpalette fortbestehen wird?

Es gibt ein paar sehr sch√∂ne Beispiele, wie gut so etwas mit ausschlie√ülich nat√ľrlichen Mitteln funktioniert. N√§mlich in Jahrtausenden bis gar nicht. Von dem Tempo der derzeitigen Erw√§rmung haben wir da noch gar nicht geredet.
 
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#60
Au√üerdem muss diese Fl√§che ja auch keinen bestimmten Zweck erf√ľllen, die muss noch nichtmal "Wald" bleiben. Wenn im Laufe der "Anpassung" 90% der Baumarten verschwinden sollten, dann ist das egal. Diese Waldfl√§chen sind als Naturschutzfl√§chen sch√∂n und gut, aber als Leitbild f√ľr den Rest der Waldfl√§che leider oft v√∂llig ungeeignet.
 
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