Forst, Sauen und Hunde OT Bewegungsjagden 19/20

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Gelöschtes Mitglied 26188

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Ja, das ist ein guter Ansatz und bedeutet m. E., dass sie sicherstellen muss, dass ALLE Baumarten über Naturverjüngung in die möglchst vielfältige Baumartenmischung ohne Schutzmaßnahmen einfließen.



"Landwirtschaftlich motivierte" Jagd (auf Sauen) auch? Da wirst Du mit dieser "ökologischen" Forderung gewaltigen Ärger mit der starken Landwirtschafts-Lobby bekommen. ;)
Jo, so machen wirs! NUR Naturverjüngung!! Alles andere wird geschützt! Du kaufst den Schutz und ich helf Dir anbringen. :cool: Die Landwirtschaft unterscheidet sich vom Wald dahingehend, dass man hier keine "ökologische" Benchmark definieren kann. Und die Bauern bekommen noch ganz andere Flatulenzen, wenn es erst heißt "jetzt wird in die Hände gespuckt, wir steigern grünes Sozialprodukt". :cool::coffee:
 
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Dann packt ein. Wann bitte deckt der Wildbreterlös den Organisationsaufwand einer großen Drückjagd? Das dürfte nur selten der Fall sein.....
 
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Gelöschtes Mitglied 26188

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Dann packt ein. Wann bitte deckt der Wildbreterlös den Organisationsaufwand einer großen Drückjagd? Das dürfte nur selten der Fall sein.....
Wenn Du irgendwas anzweifelst, wäre es vielleicht mal sinvoll, zu definieren, was man überhaupt unter welchen Begrifflichkeiten versteht und was unter Aufwand zu erfassen ist?

Von welcher Bejagungsfläche gehst Du aus?
Welche Wildarten und welche Strecke bezogen auf die Fläche?
Wieviele Mannstunden kalkulierst Du für die Organisation?
Wer macht eigentlich was? Der tatsächliche Aufwand eines Försters in A9 aufwärts oder vergleichbar ist anders anzusetzen, wie der ganze SV-Kram einer Bürokraft, die vielleicht im FB auf 450 EUR Basis arbeitet usw usf.

Und dann setze mal dagegen, was bei "großen" DJen mit Strecken von vielleicht 70 Stückl aufwärts an Erlös eingenommen wird, erst recht, wenn vollständig oder teilweise selbstvermarktet wird.

Kommst Du mir nun mit billigem Saufleisch daher, das kein Geld mehr bringt, dann kassier bittschön bei denjenigen ab, die diesen ganzen Ökowahnsinn verbrochen haben. Geh zu den Betreibern der Maiswüsten, die dafür verantwortlich sind, dass diese Sche***jagden gemacht werden müssen. :mad:
 
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Ich kenne die interne Kalkulation der Forstämter nicht, glaube aber, dass die Jagden alleine durch den Wildbreterlös nicht kostendeckend sind - dafür wird ja Standgebühr erhoben. Bei uns in der Region sind Strecken mit 70 Stück Schalenwild auf auf großen Jagden der Forstämter eher selten. Bei 20-30 Kreaturen ist man zufrieden, wobei insbesondere bei höheren Strecken der Schwarzwildanteil steigt - das wird aber für 0,5 EUR weggegeben.

Bei den privaten Jagden sieht es noch finsterer aus. Hunde, Versicherungen, Drückjagdböcke, Schildermiete, Miete fürs Gemeindehaus, Verpflegung für die Corona. Da kommen schnell 1000-2000 EUR zusammen. Arbeitszeit nicht eingerechnet. Strecke dann überwiegend Schwarzwild, das kaum zu vermarkten ist. Die Kosten dürften hier fast immer über den Erlösen liegen. Trotzdem werden wir von allen Seiten angehalten, solche großen, revierübergreifenden Jagden durchzuführen. Jetzt kommst Du und forderst den gesellschaftlichen Pranger, wenn Jagden nicht kostendeckend sind. Harte Worte, findest du nicht? Oder ist das neuer Försterkonsens?
 
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Mich interessiert was die Betriebe umgestellt haben das die Sauen ihre Flächen nun meiden. Also von welcher Frucht zur welcher.
Ansonsten hätte ich gerne die Quelle von dem Forststudenten der erzählt Sauen schonen hilft dem Wald. Ich kann das garnet fassen das sowas in der Zeitung stehen soll.
Ganz einfach: Mit der Umstellung auf Biobetrieb fällt der Rapsanbau flach. Das ist Äsung und Deckung in Hülle und Fülle ab Mai. Ebenso ging der Maisanbau rapide zurück. Nur ein Landwirt baut in Dorfnähe Biomais für seine Rinder an. Ein Segen für das Niederwild. Dort sind keine Sauen. Kein Mais, kein Fraß im Sommer und Herbst und nicht die 10 % Ernteverluste die untergepflügt werden und den ganzen Winter Fraß bieten. Und dann streiten wir uns hier über ein Kilo Mais. So einfach ist das.
Wir hatten etwas Sorge um den Bioweizen, aber nachdem die Einstände fehlten, war es auch hier entspannt.
Der Forststudent hat das gegenüber der Zeitung erklärt, also öffentlich. Irgendwo muss er diesen Blödsinnn ja aufgenommen haben. Kommt nur das Studium in Frage, da die Mehrzahl der heutigen Forststudenten aufgrund des allgemeinen Bildungsnotstandes in Deutschland bis zum Beginn nicht mal den Unterschied zwischen Fichte und Kiefer kennen. Nachdem die Försterin die Äußerung des Studenten unkommentiert lies, kann man auch ihr diese Meinung unterstellen. Ob das gut ist?

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Polen ist u.a. für seine guten Schwarzwildbestände und die attraktiven Drückjagden jagdtouristisch bekannt.
Ob das auf Dauer so bleibt ist fraglich. In Bulgarien überlegt man jetzt schon mit was man die Einnahmen auf der Saujagd über andere Wildarten erreichen kann. Wir wäre es mit einem Thar in den Rhodopen?
 
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Gelöschtes Mitglied 26188

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Ob das auf Dauer so bleibt ist fraglich. In Bulgarien überlegt man jetzt schon mit was man die Einnahmen auf der Saujagd über andere Wildarten erreichen kann. Wir wäre es mit einem Thar in den Rhodopen?
Ob das auf Dauer so bleibt ist fraglich. In Bulgarien überlegt man jetzt schon mit was man die Einnahmen auf der Saujagd über andere Wildarten erreichen kann. Wir wäre es mit einem Thar in den Rhodopen?
Ich bleib bei Reh und Sau aus deutschen Wäldern und Feldern. ;) Dazu Knödel, alte Kartoffelsorten, Gemüse der Saison, ein Seidl Bier oder ein Schoppen Wein dazu. :love: Woast des eh, wos da Baua net kennt, des frisst er net! :cool:
 
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Gelöschtes Mitglied 26188

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Ganz einfach: Mit der Umstellung auf Biobetrieb fällt der Rapsanbau flach. Das ist Äsung und Deckung in Hülle und Fülle ab Mai. Ebenso ging der Maisanbau rapide zurück. Nur ein Landwirt baut in Dorfnähe Biomais für seine Rinder an. Ein Segen für das Niederwild. Dort sind keine Sauen. Kein Mais, kein Fraß im Sommer und Herbst und nicht die 10 % Ernteverluste die untergepflügt werden und den ganzen Winter Fraß bieten. Und dann streiten wir uns hier über ein Kilo Mais. So einfach ist das.
Wir hatten etwas Sorge um den Bioweizen, aber nachdem die Einstände fehlten, war es auch hier entspannt.
Der Forststudent hat das gegenüber der Zeitung erklärt, also öffentlich. Irgendwo muss er diesen Blödsinnn ja aufgenommen haben. Kommt nur das Studium in Frage, da die Mehrzahl der heutigen Forststudenten aufgrund des allgemeinen Bildungsnotstandes in Deutschland bis zum Beginn nicht mal den Unterschied zwischen Fichte und Kiefer kennen. Nachdem die Försterin die Äußerung des Studenten unkommentiert lies, kann man auch ihr diese Meinung unterstellen. Ob das gut ist?

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Ja mei, die Förster-Liesl wird sich halt gedacht haben, ich lass den Bub mal eifrig labern und demotivier ihn net. Gut veranlagt ist er ja und wenn er fertig ist, gibts eh weniger Wald und Reh.
Dafür gibts die ASP und dann wird er dienstverpflichtet. So stellen sie ihm die Wadl schon wieder nach hinten nedwoa. BTW frag ich mich grad, was die wohl mit dem Buben für Übungen in matschigen Graben gemacht hat und was dort an Aufwuchs zu sehen war. Ist Dir nicht auch schon aufgefallen, dass bei den BaySF sich stellenweise nicht nur der Wald ganz hübsch verjüngt....:cool:
 
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..... NUR Naturverjüngung!! Alles andere wird geschützt! ....
Nix wird geschützt, das ist eine Krücke die selten funktioniert, von den Kosten und Lebensraumentzug bester Äsungsflächen ganz abgesehen.

.
...Die Landwirtschaft unterscheidet sich vom Wald dahingehend, dass man hier keine "ökologische" Benchmark definieren kann....
Ein schöner "Politiker-Satz", der beim Leser zu keiner Erkenntnis führt und ihn beim sinnlosen Nachdenken darüber schnell aufgeben lässt - Zweck erreicht. ;)

Nein, für die meisten Jäger unterscheidet sich Landwirtschaft von Forstwirtschaft dadurch, dass man landwirtschaftliche Wildschäden (teuer) bezahlen muss, weil Landwirten selbstverständlich zugestanden wird, von ihrem Wirtschaftsergebnis zu leben (ok, zumindest zu 30%, die "andere Hälfte" sind Subventionen).
 
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es gibt aber auch den Begriff der
"guten fachlichen Praxis". Wer Hafer auf einer Fläche baut die auf 3 Seiten von Wald mit Rot-und Schwarzwild, umgeben ist wird sich wundern, wenn es mal nichts gibt, weil Er seiner Pflicht zur Schadensminderung nicht nachgekommen ist. Das sehe ich im Wald ähnlich. Wenn ich in Käferlöcher Edellaubhölzer pflanzen lasse und weder verstänkere, zäune, noch sonst irgendwie tätig werde, brauche ich mich über Verbiss doch nicht wundern:unsure:
 
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Zum Thema "...sicherstellen muss, dass ALLE Baumarten über Naturverjüngung in die möglichst vielfältige Baumartenmischung ohne Schutzmaßnahmen einfließen."
Wir haben hier in der "Buchenhölle" in Hessen in unserem Revier auch einige wenige alte Weisstannen, da hat ein früher tätiger Förster wohl ein Andenken aus seinem Urlaub mitgebracht.
Diese Tannen haben sich trotz ihres Alleinstellungsmerkmales/Inselvorkommens im weiterem Umkreis seltsamerweise hervorragend verjüngt und der Revierleiter kann es selbst kaum glauben; wir haben seit der Vorführung dieser forstlichen "Perle" bei ihm ein Stein im Brett.
Allerdings wird dies mit Sicherheit nicht überall so funktionieren, ich vergleiche dies immer mit folgendem Bildnis:
Pflanzt man Weisstannen komplett ohne jegliche Schutzmaßnahmen z.B. einfach in ein sehr stark von Buchen dominiertes Revier und erwartet dann, das dies ohne Probleme vonstatten geht, so ist das in etwa vergleichbar mit dem Feld-Versuch eine Tafel Marken-Schokolade in einen Schulhof einer Grundschule in Köln-Deutz oder Berlin-Kreuzberg zu werfen und dann darauf zu hoffen, das die Kinder die Tafel Schokolade nicht anpacken und ich sie nach Schulende wieder unversehrt einsammeln kann.;)
Beides wird in den seltensten Fällen funktionieren!

Prinzengesicht
 
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...
Nein, für die meisten Jäger unterscheidet sich Landwirtschaft von Forstwirtschaft dadurch, dass man landwirtschaftliche Wildschäden (teuer) bezahlen muss, weil Landwirten selbstverständlich zugestanden wird, von ihrem Wirtschaftsergebnis zu leben (ok, zumindest zu 30%, die "andere Hälfte" sind Subventionen).
Das wird auch so lange so bleiben, bis "der Forst" anfängt, die dem Wild tatsächlich zuschreibbaren Schäden (und zwar nur die!!!) seriös (!!!) zu berechnen. Dies erfolgt derzeit flächendeckend jedenfalls (noch) nicht!

Dabei ist mir nur allzu bewusst, welche Schwierigkeiten mit dem Thema verbunden sind, welche Einflussfaktoren hier mitspielen.

Da ist z.B. die korrekte Zuordnung der Schadensverursacher noch das allergeringste Problem - wobei schon DAS bei genauem Hinsehen zu peinlichen Eingeständnissen vonseiten der erhebenden Personen im forstgrünen Rock geführt hat... und da sind wir noch sehr weit von der aktuellen Klimafolgen-Diskussion entfernt...

Ich erwartete in diesem Fall von einem Vertragspartner aber zumindest ein Mindestmaß an Ehrlichkeit, ist dies nicht gegeben, muss man sich über kritische Nachfragen bzw. Verweigerungshaltung auf tw. dummdreiste Forderungen nicht wundern.
 
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Der Forststudent hat das gegenüber der Zeitung erklärt, also öffentlich. Irgendwo muss er diesen Blödsinnn ja aufgenommen haben. Kommt nur das Studium in Frage, da die Mehrzahl der heutigen Forststudenten aufgrund des allgemeinen Bildungsnotstandes in Deutschland bis zum Beginn nicht mal den Unterschied zwischen Fichte und Kiefer kennen. Nachdem die Försterin die Äußerung des Studenten unkommentiert lies, kann man auch ihr diese Meinung unterstellen. Ob das gut ist?
Ja, wenn die Förster dieser Auffassung wären, wäre das schlimm, aber bei solchen Zeitungsinterviews wäre ich ein bisschen vorsichtig. Was da gesagt und geschrieben wird sind oft zwei sehr unterschiedliche Dinge.

Pflanzt man Weisstannen komplett ohne jegliche Schutzmaßnahmen z.B. einfach in ein sehr stark von Buchen dominiertes Revier und erwartet dann, das dies ohne Probleme vonstatten geht, so ist das in etwa vergleichbar mit dem Feld-Versuch eine Tafel Marken-Schokolade in einen Schulhof einer Grundschule in Köln-Deutz oder Berlin-Kreuzberg zu werfen und dann darauf zu hoffen, das die Kinder die Tafel Schokolade nicht anpacken und ich sie nach Schulende wieder unversehrt einsammeln kann.;)
Beides wird in den seltensten Fällen funktionieren!
Wow, dann müssen wir ja unfassbar viel Glück haben...
 
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