Forst, Sauen und Hunde OT Bewegungsjagden 19/20

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...........

Kommt bitte endlich von Eurem allzu hohen Ross und setzt Euch mit den Leistungen der privaten Jägerschaft auseinander. Ohne die wärt ihr und das gesamte Jagdwesen in Deutschland schlicht und ergreifend nix.
Denn auch beim Forst kochen sie nur mit Wasser.

1. Drückjagd (angeblich auf Sauen) Anfang Dezember in einem, damals noch staatlichen Forstamt.
65 Jäger, Treiber und etliche Hunde.
Strecke: 1 Schmalreh. :oops:
2. Revierübergreifende Drückjagd am 31. 10. 2019 (Federführung ein Forstbetrieb + 3 angrenzende GJRe) mit 50 Jägern (allesamt sehr gute Schützen !!!???), 15 Treiber und 35 Stöberhunde.
Streckenerwartung: 30 - 40 Sauen
Strecke: 0 :oops::cry: :sad:
Aussage Forstdirektor: Wir gehen heute als Schneider heim, aber wir haben gelernt und wir sind trotz der ca. 1.000,00 € Kosten stolz darauf, erstmals ? in Bayern eine gemeinsame Drückjagd organisiert zu haben.
Künftig werden wir wohl auch Reh- und Rotwild frei geben, denn dieses war vorhanden.

Stöbi, die hätten Dich vorher als Berater engagieren sollen. :rolleyes:(y)
 
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Beim Niederwild tut man sich etwas leichter. Die Hasenzählung ist bei uns ein absolutes Muss vor einer Jagd. Auch die Fasane zeigen sich oft tagsüber und geben einen Überblick. Wer aber nur zur Treibjagd ins Revier kommt und vorher nicht präsent ist, liegt oft völlig daneben. Bin mal von einer Hasentreibjagd Mittag heimgegangen, weil bis dahin nur ein Hase an der Frontladerschaufel des größten Traktor des größten Bauern hing und so durchs Dorf gefahren wurde.
Beim Schalenwild hat man oft den Eindruck, dass sowohl bei den völlig über- oder auch unterschätzen Beständen (=Strecken) schon der Überblick des Veranstalters fehlt. Vielleicht weil auch vorher keine Einzeljagd ausgeübt wurde.
 
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Zur Effektivtät einer Drückjagd noch ein Rechenbeispiel, wir hatten hier schon einige...Die Beteiligung von privaten Jägern bei Regiejagden ist aus vielerlei Hinsicht sinnvoll und gewünscht. Oft wird gerade von diesen Jägern das meiste Schwarzwild erlegt. Gut die kirren auch, aber wenn sie schießen sind sie besser als die welche überhaupt nichts tun. Das Thema Drückjagd in flächig verjüngter Fichte hatten wir schon.
Jeder der PB'ler hat eine Anzahl Rehe frei und vielleicht auch Rotwild. Der Abschuss kann jederzeit überzogen werden, weil meist nebenan einer sitzt, der nicht so effektiv ist. Es geht bei den großen Jagden um den Gesamtabschuss. Es gleicht sich alles wieder aus. Jetzt kommt es in der Regel vor, dass gerade bei den Berufstätigen der Abschusss nicht erfüllt wird. Am Ende bleibt weibliches Reh- und Rotwild übrig. Der jeweils jagdlich Veranwortliche muss dann diesen Abschuss erfüllen. Nehmen wir an, ihm fehlen 10 Stück Rotwild. In meinem Pirschbezirk schaffte ich es mit jeweils 5 Ansitzen ein Stück Schalenwild, meist Rotwild zu erlegen oder erlegen zu lassen (Sammelansitz). Bei den Drückjagden kommen ich auf 48 Stunden pro Stück. Nehmen wir an, der Revierleiter muss in den vielleicht unsachgemäß bejagten PB'en die 10 Stück auf der Einzeljagd erlegen, dann sind das weit mehr als 50 Ansitze im Jahr.
Also macht man eine Drückjagd mit 80 Schützen. Der Aufwand ist gewaltig. Aber die kommen alle gerne und scharren schon mit den Hufen bis die Einladungen kommen. Keine unbekannte Nomaden sondern Jäger aus der Umgebung, die die Chance auf ein Stück Rotwild für lau wahrnehmen wollen.
Okay der Revierleiter hat einen Aufwand in Höhe X für die Vorbereitung, aber am Ende des Tages hat er 50 oder mehr Abende eingespart, die er auch gerne mal mit der Familie verbringt. Dann liegen 20 Stück auf der Strecke. Wie soll man das anders machen?
 
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Denn auch beim Forst kochen sie nur mit Wasser.


Stöbi, die hätten Dich vorher als Berater engagieren sollen. :rolleyes:(y)
Auch wenn Du es etwas sarkastisch gemeint hast, ist da aber ganz viel wahres dran. Ich komm jetzt weiß Gott viel rum auf Jagden, hab einige selber organisiert und auch viel bei Privat gejagt. Ursächlich für die mangelnden Erfolge sind insbesondere:

- komplett falsche Standwahl (Hasentreiben entlang von Wegen, Stände im Hochwald etc)
- Überbewertung des SW-Vorkommens (da is eine ÜL-Rotte mit 5 Stück, die mal hier, mal dort die Wiesen umdreht, und daraus wird die SW-Schwemme konstruiert)
- völlige Fehleinschätzung der Effektivität von Treibern bei falschem Hundeeinsatz
- Unerfahrene Schützen mit falscher Ausrüstung
Fehlende Erfahrungen in der Organisation (Verkehrssicherung, Schützenanstellen, etc...)

Daher fehlts tatsächlich oft am Wissen rund um die Organisation von Bewegungsjagden.
Ich biete immer wieder an, eine Fortbildung dazu zu halten, und in dem Augenblick ist es mir völlig wurscht, ob die Betroffenen dann auch Rehe freigeben oder nicht, aber die Rückmeldungen sind dann doch sehr verhalten... lieber nicht...
 
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Unser LJV, in Zusammenarbeit mit dem Forst, hat auch schon Lehrgänge zur Orga von Drück- und Bewegungsjagden angeboten. Leider ist die Resonanz sehr bescheiden. Dass die Forstjagden in der Regel gut organisiert sind, steht ausser Frage. Die privaten ziehen langsam aber sicher nach. Bei beiden hängt es vom Geschick und des Jagdverstandes der Organisatoren, sowie den jagdlich Mitwirkenden ab, wie erfolgreich die Jagden letztendlich werden. Verbesserungsbedarf gibt es Hüben wie drüben, und konstruktive Kritik von erfahrenen Schützen sollte ernstgenommen und bei nachfolgenden Jagden umgesetzt werden. Da ist mir einiges noch viel zu starr, weil es immer schon so gehandhabt wurde.
 
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Unterm Strich gehört jede Jagd die über einen Einzelansitz hinaus geht vernünftig vor- UND nachbereitet. Wenn man das Chaos auf mancher Treibjagd mit bekommt, einfach erbärmlich. Und gerade die Nachbereitung ist in meinen Augen extrem wichtig um dann für die Folgejahre zu lernen. Deswegen ist eine gut vorbereitete Standkarte von jedem Schützen zwingend sorgfältig auszufüllen.
 
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Ich kann die Negativmerkmale die Hyps aufgeführt, uneinschränkt bestätigen, durch eigene Erfahrungen in privaten Revieren.
Hinzu kommt noch, der Supergau einen Standschützen mit gutjagendem Hund in Straßennähe zu postieren ! Oder der Spruch, bei uns gehen die Hundeführer mit ihren Hunden immer durch...:LOL:

Es ist aber auch beim Staat nicht auszuschließen, daß es ab und an auch krampfhaft gewollte und durchgeführte Jagden gibt, die den Namen nach Orga und Ergebnis nicht verdienen.
Ich denke aber, das sind mittlerweile wirklich seltene Ausnahmen.

Damit mir solcher Murks nicht mehr begegnet, erkundige ich mich zumindest bei meinen mittlerweile seltenen neuen Einladungen von Privat oder auch FA stets vorher über Erfahrungen bei Bekannten, die dort schon mitjagten. Ich erwarte nicht ständig Premiumstände, aber Sorgfalt in Standauswahl, genügend Stöberhunde und auch einen gewissen Wildbestand, der eine Jagd überhaupt rechtfertigt.

Ich bin der Meinung, bei vielen Privatrevieren fehlen die wirklich ortskundigen Leute - viele kennen ihr Revier nur im Bereich der allradfähigen Wege.
Wo und wie Wild zieht und vor allem wo, wenns gedrückt wird, bleibt vielen ein Rätsel.
Genau das muß ich aber drauf haben, wenn ich eine Drückjagd organisieren will.

Das erfährt und lernt man aber nicht auf Hegering- oder Kreisgruppensitzungen, Bläserabenden oder Schießstandterminen, sondern nur vor Ort ! Gespür für Wildverhalten ist notwendig und auch Erfahrungen aus der Einzeljagd auf dieser Fläche (Einstände, Wechsel, Wildvorkommen).

Die Umschaltung im Kopf vom Niederwild-Vorstehtreiben zur Waldjagd auf Schalenwild kriegen leider viele nicht hin, aber viele wollen das einfach auch nicht.

In allen Revieren mit nennenswerten Waldanteilen, werden wir in den nächsten Jahren niemals ohne Bewegungsjagden auskommen, so wie die Wälder sich weiter verändern werden !
 
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Man kann immer optimieren, aber Wer selbst mehrfach Jagden organisiert hat, dem ist auch klar,
das das Streckenergebnis von vielen Faktoren abhängt. Auch wenn mann über viele Jahre Buch führt, kommt es hin und wider vor, dass es an einem Stand der immer Strecke geliefert hat, nicht mal Anblick gibt. Aber denen die immer meckern, weil man den Bock 60m weiter nach rechts,oder 30 m weiter "ins Dichte" hätte stellen sollen...
Die Stände werden mit Muskelschmalz eingerichtet, wenn man die Böcke zu zweit schleppen muß, sind 100m schon eine Entfernung:cool:
-Der Stand muß leicht erreichbar sein, wenn ich morgens 6 oder 7 Schützen zu Ihren Ständen bringe und einweise, darf das keine Stunde dauern.
-ich möchte morgens möglichst wenig Autoverkehr im Wald
-Der Stand darf nicht durch einen vermuteten Einstand angegangen werden.
-Falls schweres Wild zu bergen ist, Rotwild, Keiler, muß man mit einem Fahrzeug in die Nähe des Standes kommen können.
Das sind nur einige Punkte, die sich all jene,die noch nie eine Jagd organisiert haben, mal durch den Kopf gehen lassen sollten...
 
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alles d´accord, bis auf:

-Der Stand muß leicht erreichbar sein, wenn ich morgens 6 oder 7 Schützen zu Ihren Ständen bringe und einweise, darf das keine Stunde dauern.
Wer danach Stände aussucht, wird regelmäßig ein paar bessere Plätze für Stände verpassen...Man nennt das Bequemlichkeit.

Anstellen dauert halt, dafür plant man genug Zeit ein. Auf den gut organsierten Jagden, die ich kenne, ist kurz nach 9.00h die Ansprache vorbei, die Gruppen fahren los und um 10 Uhr geht offiziell das Treiben los. Meist bin ich 30-40 min vorher schon auf dem Stand.

Längere Zuwege zu Ständen bändelt man mit Papierband aus, am Stand sind die wichtigen Sicherheitszonen deutlich mit Leuchtfarbe angesprüht, dann braucht kein Ansteller den Schützen persönlich dahin zu bringen.
Fußkranke erhalten nat. Plätze ohne großen Fußweg.

Ich persönlich mag keine Stände in direkter Nähe zu Hauptwegen, da gibts wenige Gute dabei (Lichtschächte machen Wild schnell, harte Wege Schüsse unsicher !).

Habe das auch schon erlebt, eine Reihe Drückjagdböcke auf den Banketten des Fahrwegs. (n)
Das ist nicht viel besser, als eine Reihe Sitzstockstände am Weg...;)

Ich erlebte aber auch schon, daß ein Ansteller seine Stände nicht alle wiederfand, dann dauerts alles etwas länger...:LOL:
Das übrigens bei Privat wie bei Staat...;)
 
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hypsilon, die Weiterbildung der Revierinhaber bzgl. DJ ist ein mühseliges Geschäft und
wird nur allzu oft durch "politische"Schützen wieder zunichte gemacht. Der "gleene
Geenisch" und seine Freunde lassen grüßen.
Zu den Ständen am Hauptweg: es soll auch schon faule, untalentierte Förster gegeben
haben! Fuß- und Lungenkranke natürlich ausgelassen.
 
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Und alle privaten Pächter und Jagden wollen den Wildbestand nicht reduzieren bzw. Abschuss erfüllen? Da ist es nur Freude am ballern?
Moralische Überlegenheit ist ein gefährliches Instrument! Es gibt nämlich immer eine Steigerung!
Nicht gleich angegriffen fühlen! Ich habe lediglich festgestellt, dass Ökojäger geringe Wildbestände haben wollen oder bereits haben und deshalb womöglich geringe Strecken haben. Was andere Jäger für Zielsetzungen haben konnte man aus meinem Post nicht herauslesen. Warum du eine moralische Überlegenheit unterstellt, versteh ich jetzt nicht. Manche Hunde bellen halt gleich einmal....
 
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@äsungsfläche:

alles d´accord, bis auf:



Wer danach Stände aussucht, wird regelmäßig ein paar bessere Plätze für Stände verpassen...Man nennt das Bequemlichkeit.

...
Ich meine, da geht es weniger um Bequemlichkeit; eher darum, mit möglichst wenig Unruhe alle Stände zügig besetzt zu haben. Ein lohnender Stand, der weiter entfernt liegt, muss dann eben von einem Ortskundigen oder vom Ansteller selbst bezogen werden.
 
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@Busch
Nachdem ich schon Schützen, auf dem Weg zu meinem Stand, durch das Nachbarrevier irren sehen habe und zurückpfeifen mußte, ebenso schon erlebt habe, dass ein beim Nachbarn eingeladener Gast auf einer Leiter in unserem Revier saß und zu unserer Strecke beitrug, geht bei mir kein Ortsfremder mehr als 50 m allein zu seinem Stand:cool:
Wie man Stände auszeichnet ist mir geläufig und bei uns sitzt niemand an Hauptwegen.
 
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Die Unruhe ist sowieso nicht zu vermeiden, wenn Autokolonnen durch den Busch fahren.
Wie oft bitte ich darum, zusammen zu fahren, aber jeder muß seinen blitzsauberen Geländewagen bewegen. Wie oft sagt man, bitte keine Türen schlagen und schwups, schon hats wieder einer mit Schwung getan. Manchmal frage ich mich, wie diese Leute selbst in ihren Revieren jagen, wenn sie denn eins haben...total unsensibel !

Wenn man die Gruppen übrigens strategisch abrücken lässt, die inneren später, haben einige Jäger bereits gute Chancen, von angerührtem Wild angelaufen zu werden, sobald sie ihren Stand erreicht haben.

Es gibt wohl in unseren gut erschlossenen Wäldern wenige Stellen, die so unwegsam sind, daß man wegen schwierigem Bergen niemand hinstellt. Geborgen wird gemeinsam, unter Jägern hilft sich ! Ein Grund für wegnahe Plätze ist das nicht.
 
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geht bei mir kein Ortsfremder mehr als 50 m allein zu seinem Stand:cool:
Blinde sollten eben zuhause bleiben. Wie ich beschrieb, deutliche Auszeichnung des Zugangs verhindert das.
Wir bleiben im übrigen so weit von den Grenzen weg, da kann sich keiner verlaufen.
Wie gesagt, bis auf den Ansteller....:LOL:
 
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