Fotosammlung von der Jagd

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Erntejagd in Böhmen: Etwas anders als bei uns. Nachdem Gesellschaftsjagden beim Bezirk angemeldet werden müsssen, dürfen an so einer Erntejagd nur Mitglieder der Jagdgesellschaft teilnehmen, also keine "Eingreiftruppe" etc. Die großen Felder können nicht umstellt werden. Es werden Ansitzeinrichtungen meist an den Remisen besetzt, wohin die Sauen auch meist flüchten.
Blick auf das Rapsfeld, gegenüber sitzt mein Jagdfreund am Rand der Fasanerie. Meine Leiter steht unter einem uralten Birnbaum, 28,5 Grad, leichter Wind, Schatten. Ich denke an die Werktätigen, die jetzt irgendwo im Büro sitzen und die Hitz aushalten müssen. Der alte Birnbaum hat was, die Umgebung ist jagdlich schwanger, Gutes zu gebären... IMG_8442.jpg
Langweilig wird es nicht, überall zeigt sich Rehwild.. IMG_2535.JPG
..und die Brunft ist im Gange...
IMG_2549.JPG
Dazwischen wird einfach auf Flugwild gejagt....
IMG_2538.JPG IMG_2556.JPG
Das Rapsfeld hinter der Hecke ist dran, ich seh die Staubwolke, es zieht mich runter vom Sitz und einen Blick auf das Feld zu werfen. Schießen kann man dort nicht, kein Kugelfang, keine Ansitzeinrichtung, Eisenbahn, Ortschaft... Gerade wollte ich überlegen wie ich den Storch in der Staubwolke des Mähdreschers in Szene setzen kann, da kamen sie auch schon auf ca. 200 Meter..... IMG_2542.JPG
Bache, drei Überläufer und ca. 5-8 Frischlinge...
IMG_2543.JPG
...und flüchteten auf das Rapsfeld zu wo wir saßen. Schnell wieder auf den Sitz aber der Raps hatte die Sauen schon verschluckt. Dann gab der Mähdrescher seinen Geist auf, Hammerschläge, Abbruch, morgen gehts weiter..

Wir versuchten noch unser Glück beim Ansitz, aber mit der WBK konnte ich beobachten wie sie in Richtung meines Jagdfreudes zogen. Bei dem zogen sie in den Wind. Dumm sind sie ja nicht.
IMG_2548.JPG
Dann sehen wir uns vielleicht morgen hier wieder...
IMG_2567.JPG
 
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Update von gestern: Um 9 Uhr war ich mit meinen Jagdfreund wieder am Rapsfeld. Der Landwirt ist selbst Jäger und ein anerkannter Vollhonk. So wirft er schon mal Silvesterknaller ins Feld wenn wir dort ansitzen oder mäht mit dem Freischneider herum. Auch dieses Mal funktionierte nix. Er erntete das Feld von uns weg, fuhr immer auf einer Seite auf und ab um die Sauen in das angrenzende Haferfeld zu drängen. Dazwischen machte er immer wieder Pause. Wir wussten nicht wenn es weitergeht und bei 30 Grad in der Sonne und ohne Wind ein Vergnügen. Um 15 Uhr musste ich wegen eines anderen Termins aufgeben. Ein paar Fotos machte ich, die sind in Bilder aus dem Revier zu sehen, da keine "Fotoaufnahmen von der Jagd". IMG_2582_LI.jpg
Das Feld hatte nur 6 ha und die Arbeit wurde immer wieder unterbrochen, dazu eine irrsinninge Erntetechnik, nur um die Sauen anders zu lenken. Es gelang nicht, sie in den Hafer zu drücken. Zwei Überläufer sind an meinem Platz raus, unbeschossen......:mad:
Er weigert sich auch Schneisen angezulegen, bekommt somit auch keinen Wildschaden und schiebt noch den Schaden durch seine Schafherde dem Wild unter.
Als er einmal vor einem russischen Jagdgast auch Kracher warf, hätte er das nicht tun sollen.:LOL:
Mein Jagdfreund hatte ihn ausdrücklich davor gewarnt es zu tun. Wer nicht hören will muss fühlen.
 
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Nach einer recht frustrierenden Woche beschloß ich, heut früh mal die neue Leiter mit Morgenansitz zu testen. Auf einer Kamera an der Sulze dort war in der ersten Tageshälfte deutlich mehr los gewesen. Endlich mal wieder Anblick, egal was. Um 5 stahl ich mich hoch, unter den Fichtenzweigen durch, die letzten Samstag beim Ausschneiden des Panoramas angefallen und gleich als Tarnung verbaut worden waren.

Die erste Stunde tat sich nix, und mir fielen fast die Augen zu. Dann links, kurz vor der anderen Leiter, in der Gasse rote Bewegung. Die Geiß mit den zwei Kitzen! Kam etwa von da, wo sie letzten Freitag verschwunden war. Der Wind steht wieder perfekt, stetig von Süden, sehr laminare Strömung. Ich denke, das ist ein Bergwind. Das Plateau fällt leicht zu einem großen Flußtal ab, dem Motor dieser tageszeitbedingten Thermik.

Die drei futtern sich langsam auf meinen Ansitz zu. Ich denke noch, zu nah werden sie nicht kommen, da ist nur Bärlapp und Heidelbeer im Umfeld der Leiter. Pustekuchen. Dem einen Kitz schmeckt das offenbar hervorragend, während die Geiß direkt unter mir meine Fährte aufnimmt und zurück arbeitet wie ein Hund (gell, @Busch, die Rehe hier können das auch :giggle:). Nase einmal in die Richtung, wo's nicht weitergeht, weil ich da die Leiter rauf bin, dann wird am Boden geschnüffelt, gekaut, Zweige und Halme berochen, an denen ich entlanggestreift bin. Sie verschwindet nach 7 m Richtung Forststraße hinter der dicken Fichte, vor der die Leiter an einem Unterständer steht. Die wird doch nicht? Doch. Kurz drauf erscheint sie rechts hinter mir im Stangenholz, umschlägt die Leiter in 15 m Entfernung und bleibt genau da stehen, wo die Luftströmung meinen Geruch über sie hinweg trägt. Ich sitz in 5 m Höhe. Die Kitze sind ihr gefolgt und links hinter mir verschwunden. Ich halte die Luft an. Sie hebt und senkt das Haupt, windet in verschiedene Richtungen. Es ist ihr nicht geheuer.

Nach einer gefühlten Ewigkeit zieht sie weiter, Richtung Schneise. Puh. Die Strömung ist schon seeehr laminar. Ich trau mich jetzt, das Fon zu zücken:



Mittlerweile sind die Kitze ihr nachgetrippelt und verhoffen ebenfalls, schon wieder aus meinem Wind heraussen, und stecken recht gescheit die Nase in die Luft. Dann gibt eines Gas, und beide verschwinden im Tageseinstand. Die Geiß zieht langsam weiter, äst hier und dort in den Brombeeren vor der Leiter und verschwindet schließlich da, wo sie letzten Freitag abend auftauchte.

Viertel vor 7.

Wieder kein Verehrer in Sicht, und den Buttolo hab ich vergessen. Geil war's trotzdem und die Mühen des Ausastens haben sich bezahlt gemacht. Die Woche ist schon mal gerettet.

Da schiebt sich ein grauer Rücken über der Fichtenverjüngung die Gasse entlang, in der vorhin die Rehe auftauchten. In einer Lücke wuselt was kleineres, der Rücken verschwindet, das ganze Tier taucht etwas näher wieder auf. Nee, nä?

Tatsächlich. Eine Bache mit vier Frilis will direkt vor meiner Leiter durch. Ich wußte, daß in dem Bereich gelegentlich Sauen durchziehen, vorwiegend morgens, aber jetzt, heute, hier?

Ich fürchte, die haben jetzt einen Gehörschaden, die Mamma und die ersten beiden waren genau unter der Leiter, als ich den dritten geräuschvoll zum bleiben überredete. Beinah wär der vierte auch noch geblieben, eine Fichte ließ mir aber nur Gebrech und Hinterteil in Anblick, und dann lief er nicht gradaus weiter, sondern bog ab.

Egal, das dritte Schweinderl lag im Feuer und kam wie gerufen. Statt der aufgetauten Schalen gibt es heute abend frische Frischlingsfährte, mit ganz großem Kino am Ende. 9 kg sind ideal. :cool:
 
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Woll ist das so. Den Nachwuchs hab ich gleich die Gesundfährte arbeiten lassen, auf dem Rückweg sah ich, wo die Rotte grade gebrochen hatte. Am toten Stück rauskommen ist für einen Stöberhund Motivation pur. Die Fährten heut abend sind für befreundete HF. Da bin ich einfach Gassi gegangen, nur Gescheide raus, und Hundeleine vorn und hinten um den Zwerg gebunden. Der darf dann heut abend nochmal mitspielen bei der Katharsis.
 
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Heute abend im Waldinnenrand (ein guter Platz in der Blattzeit seit Jahren); draußen ist Feind...:giggle:!
IMG_0376.JPG
Um halb neun zieht ein Stück näher, ein schwacher Bock, der wie erstarrt trotz Fiepen hinterm Baum verhofft, nachdem er wohl ein Lager/Näßstelle eines Weiblichen bewindet und regelrecht flehmt.
Auf mein hohes Fiepen sehe ich plötzlich vom Waldrand ein weibl. Stück anwechseln, das der Bock nun vehement treibt und mehrfach beschlägt. Ich zögere, interessante Situation, im Wald beobachtet man solch enges Brunfttreiben selten länger...Plötzlich kommt ein weiterer Bock, der die Dame "übernimmt", der schwächere ist wie vom Erdboden verschluckt. Zwischen liegenden Bäumen gehts wild hin und her, kein sicherer Schuß möglich. Als die Ricke raus auf die Wiese springt, ihren Freier mitnimmt und auch noch zu Äsen beginnt, sehe ich meine Felle dahinschwimmen. Na, Kitzfiep raus, ein Versuch ists wert und schon, wie "Schmidts Katze" rasen die beiden zu mir in den Bestand, der Bock sehr erregt, trollt solo vorbei und ich stoppe ihn in gutem Schußfeld mit einem Lippen-Ton - bumm, um.

Spannend wars, so machts mir Freud - die Reh-Brunft ist halt aktive Zeit des Wildes und man kann etwas "mitgestalten"!
DSC_00010001 (2).JPG
Noch eine Anmerkung zur Grenzsituation: der Nachbar hat dort 20 ha waldumschlossenes Grünland; wir haben nur dichten Wald.
Gemeinsames Wild nutzt sowohl die Waldbestände als auch die Wiese, also darf jeder teilhaben davon auf seiner Jagdfläche und es gilt die jeweilige Situation zu nutzen.
 
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Morgens in der Buchen-Hölle; erster Platz dicht neben Straße bringt keinen Anblick. Bei dem Verkehr leiden meine Nerven, die Rehe störts weniger...
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Zweiter Platz: beim Angehen höre ich schon im Hang Wild im rappeltrocken Laub rascheln; Sprünge - nicht von mir ! Ah, Treiben ?
Vorsichtig weiter, und abwärts die Leiter angehend sehe ich grad noch ein Reh an der Kante der kleinen Hangterasse (alter Schmalspurrückeweg) verschwinden.
Also hoch, geblattet und siehe da, da steht er ja, verdeckt im Bestand ! Und noch zwei Stücke, weiblich dahinter, im Kraut. Oh mann, das wird nix... Fahre das ganze Repertoire auf, aber alle Stücke ignorieren die Töne. Der Bock zieht hinter dem Schmalen ins Kraut. Vorbei, denke ich.
IMG_0387_LI.jpg
Halb sieben, die Sonne flutet den Bestand, wie ists so herrlich im Wald !
Ich verrenkte mir den Hals, Oberkörper und alles sonst, aber kriege den Bock nicht frei im Hintergrund. Angehen hat kein Zweck, es ist staubtrocken und man hört jeden Tritt (auch vom Wild) über 150 m...Also nochmal Sprengfiep, volles Rohr...:rolleyes:
Auf einmal zieht das schwächere Weibliche aus dem Kraut wieder ins Buchenbaumholz auf mich zu, ihr Galan nat. hinterher. Im Hintergrund sehe ich die Ricke, die dunkler in der Decke ist, zuschauen. Ich richte mich wieder ein und tatsächlich zieht der Bock allein näher, beginnt zu plätzen und ich werde die Kugel los. Im Schuß überschlägt er sich nach hinten und ich seh nix von ihm mehr.
Das Schmale springt nicht ab, sondern setzt sich in Bewegung, windet in Anschußnähe herum und zieht schließlich schräg hangaufwärts hinter mir her... Unglaublich, wie unempfindlich sie doch sind in ihrer hohen Zeit. Nachdenklich machts mich manchmal, aber ich brauche die Blattzeit, sonst komm ich im dichten Wald nicht dran an die Böck...
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Ich bleibe noch sitzen und genieße die Stimmung dieses Platzes, die Ricke kommt auch nun näher und ich drücke sie mit Selbstgespräch weg, damit sie keine Panik bekommt, weil ich den Bock bergen will. Ein Suchbild schieße ich noch zum Abschluß dieses Jagdmorgens !
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So geht's auch. Eine sanfte Ermahnung, doch für Nachschub zu sorgen?

Was ich auch prompt tat. Sitzbrett umgedreht und noch keine Viertelstunde nach Erklimmen des Standes erspähe ich einen orangen Fleck in der ausgehenden JD unterhalb. Nicht herbeigeblattet, herbeigeraschelt? Jedenfalls sichert er in meine Richtung, stackst ein wenig hin und her, ich hab nach dem Blick durchs Glas in Zeitlupe das Gewehr in Anschlag gebracht und als er für einen Moment breit steht, war's das. Einer der kürzesten Ansitze ever. Jahrling. Den Marder wird's freuen.
 
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Zum Busch-Beitrag #11.574
Das Erlebnis hatte ich neulich auch; beschoß auf 170 m einen guten Rehbock am Steilhang mit 5,6x50 R Magnum mit 4,1 g Geschoß.
10 m höher stand eine Ricke (Schmalreh?)
Im Schuß flüchtete der Bock auf Niveau den Hang entlang, ich begann schon den elenden Schlumpschützen zu verfluchen, aber dann fiel mir ein Stein vom Herzen, als der Bock nach 60 Metern (!!!) plötzlich strauchelte und den Hang entlang runter kullerte. Sehr freundlich, denn sonst hätte ICH den elendig steilen, rutschigen Hang hochklettern müssen.
Die Kugel saß sauber direkt hinterm Blatt und war auf der anderen Seite wieder raus. Lunge ziemlich lädiert, Herz auch.
Dann blieb ich wie üblich ruhig sitzen und genoß die vergangenen zehn Minuten.
Die Ricke zog zum Anschuß und windete hin und her, dann schreckte sie mehrfach und zog unruhig langsam weg, kehrte um, wieder ran an den Anschuß, wieder Winden, wieder Schrecken, schließlich langsam nach oben weg gezogen...
Die Geschichte geht noch abenteuerlich weiter, das würde aber zu weit führen....
Wasserbock.jpg
 
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@Doc-Holiday
Hey Doc, wir sind ganz Ohr - WMH ! ...Du hast "ihn" (oder einen anderen) also noch bekommen ?!
Die Geiss hat sich halt beschwert, daß ihr Liebhaber eine plötzlichen Schwächeanfall bekam, davonrollte und nicht mehr wollte...;)
 
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