Fröhliches Brainstorming als Entscheidungshilfe

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#1
Hallo Freunde!

Ich bin ein 38 jährigem Sauerländer, der überlegt ein Hobby an den Nagel zu hängen um ein anderes ins Leben zu rufen. Die Jagd... Familien Vater, 2 Kinder, 40-50 Stundenjob, kein Großverdiener.

Das Hobby, dass ich nieder legen möchte, ist sehr kostenaufwändig und quasi eine einzige Materialschlacht. Jedenfalls ist es das für mich in mittlerweile 25 Jahren geworden.

Die Idee den Jagdschein zu machen keimt schon lange und ich hab immer gesagt, dass ich es tuen werde, wenn Hobby Nummer eins sterben soll.

Jetzt gibt es in meiner Umgebung zwei Varianten des Typen Jäger. Der eine, ausgerechnet derjenige, der mir angeboten hat mir ein wenig unter die Arme zu greifen, der Gute hat eine eigene Pacht, sitzt mehr im Busch als zu Hause. Sein Equipment ist recht überschaubar, wenn auch sehr gut. Der andere hat das Haus voller Prütteln, Stiefel teurer wie mein Auto, einen Geländewagen 4,5 Millionen Messer, von Langwaffen nicht zu reden. Seine Monologe über Kaliber sind gefürchtet. Sitzen tut er aber nicht oft.

Der eine sagt: Wenn du Böcke drauf hast, dann finden wir nen Schrank, ne gute Büchse samt Optik und günstige Flinte aus einem Nachlass. Solange leihe ich dir was.
Der andere sagt: unter 10k€ kommst nicht weg. Fang erst gar nicht an Kompromisse zu machen.

Vielleicht könnt ihr ahnen wo ich drauf hinaus will. Zeit und Kohle... Was ist realistisch? Ich hab keine Lust mehr auf Materialschlachten. Die Zeit für die Family soll nicht beschnitten werden. Dann lass ich es lieber.

Weiterhin suche ich nach Faktoren, die ich schon vor dem Start der Ausbildung ausloten kann um zu einer sicheren und klären Entscheidung zu kommen.

"Mal mitgehen" ist eingeplant. Bücher werden gelesen... Trotzdem ist das alles noch gut weit weg.

Ganz kurz: ich bin unsicher und will es nicht sein!
 
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#2
Hör auf den Ersten....

Aber wie tickst Du selbst? Dein Hobby, nicht benannt, sei eine Materialschlacht. Liegt es wirklich am Hobby, oder liegt es in Dir?
Ich leide am Gun Acquisition Syndrom. Soll heißen an einer Flinte kann ich kaum vorbei gehen.
Das muß gewiß nicht sein....macht aber Spass.
Das Forum ist voll ähnlicher Tröds. Man kann mit den Gummistiefeln vom Baumarkt auch gehn und die alten Wanderschuhe taugen auch. Jeans und alter Parka sind vertretbar.
Und dein Auto mit einer Zusatzausstattung in Form ein paar Plastetüten oder gar Wildwanne reicht locker hin.
So kommt man mit 4000 Euronen locker hin für eine ansehnliche Grundausstattung + Kurs + Standgebüren und Munition.
Aner nach oben ist der Himmel offen.....sehr offen.
 
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#3
Hobby kann Jagd nicht ganz sein, weil es um Lebewesen geht - da ist nichts planbar; weder die Sauen noch böser Bauer am nächsten morgen...

Als Budget reichen auch 2000,- ohne Schein, gut eingekauft und hart gehandelt oder geschenkt bekommen.

Sammeln sollte man nicht mögen, Technik auch nicht, alte Technik evtl., Hightech keinesfalls- sonst bist Du über die Jahre schnell bei ein paar Tausendern :cool:

Mir wird die Zeit auch knapp und das Haus frisst Geld - aber von Pirsch im Tau, Ansitz am Abend und DJ im Herbst möchte ich nichts mehr missen.

Ich denke mit dem Ausgleich "Jagd" kann man manche Härten im Leben besser abfangen und auch im Job besser und besonnener reagieren.

PS: Du wirst viele nette, dumme, gehässige, unfreundliche Antworten erhalten - das muss so.:biggrin:
 
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#4
Nun, Waffen sind wie das Weib. Gleichermaßen verführerisch, wie Verderbnis bringend. Über das Wiederladen oder Tontaubenschießen entwickelt sich das schnell zum (kostenintensiven) Hobby im Hobby.

Aus Erfahrung kann ich sagen, dass die Zeit, die man in seine Waffen investiert, meistens eine Kompensation für richtige Jagd ist. Ich kenne genügend Leute, denen es völlig egal ist, womit sie rausgehen, Hauptsache es macht vorne krach und das beschossene Stück fällt tot um. Einige meiner Studentenfreunde haben trotz Bafög z.T. richtig tolle Jagdgelegenheiten ergattert. Flinte geschenkt bekommen, einfachen 98er für ein paar hundert Euro ergattert und damit rausgegangen. Die haben in top Niederwildrevieren Strecken erzielt, die mich als simplen Rehwildjäger ob ihrer Vielfalt erblassen lassen.

Nummer 2 hat insofern Recht, dass man sich besser einmal richtige Ausrüstung anschafft, als mit Plunder anzufangen, der dann letztlich nur Geld verbrennt. Nur, du schriebst ja selbst schon von gefürchteten Kaliberdiskussionen, sitzen tut der Mann aber selten.

Ob Jagd wirklich etwas für dich ist, kannst nur du mit der Zeit selbst entscheiden. Bei mir zum Beispiel ist es mit der Passion ein stetes auf und ab, momentan letzteres. Allerdings ist meine Situation eine völlig andere und wenn du als gesetzter Mann dich nun damit befassen möchtest, go ahead. Alleine die Horizonterweiterung während des Kurses ist nicht mit Geld aufzuwiegen und letztlich bereut man ja nur die Dinge, die man nicht getan hat. ;)

Das Hobby, dass ich nieder legen möchte, ist sehr kostenaufwändig und quasi eine einzige Materialschlacht. Jedenfalls ist es das für mich in mittlerweile 25 Jahren geworden.
Mal ins Blaue geschossen: Modelleisenbahn... Spur 1?
 
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#5
Es ist nicht zwingend erforderlich für die Jagd viel Geld auszugeben. Man muss es nicht tun, man kann es aber, und vielen macht das Spaß. Mir auch.

Bei bedacht investierten 3.000 Euro ab Jagdschein kannst du praktisch einschränkungslos jahrelang jagen gehen.

Du kannst auch 15.000 ausgeben, gar kein Problem. Aber dass Jagd per se teuer sein muss, stimmt in der Regel nicht.
 
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#6
Ich tippe ja eher auf's Musik machen.

Ansonsten hat #1 recht.


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#7
Richtig geraten... Es ist die Musik... Oben schrieb jemand, dass Materialschlachten oft eine Kompensation des Nichtjagens sind. Mhm, da finde ich mich wieder, aber es soll unbedingt vermieden werden.

freu mich total über Eure Antworten... Ist wie ein Gespräch, dem man lauschen kann... Danke!
 
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#8
Gitarre oder Schlagzeug?


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#9
Kannst Du Frau und Kinder für das Thema begeistern?

Wenn ja, Weidmannsheil. Wenn nicht mindestens die Frau hinter Dir steht brauchst Du eine Jagdgelegenheit, bei der Anwesenheit nicht bedeutet 5 Mal unter der Woche und dann noch am WE in der Nacht auf Sauen anzusitzen. Sonst gibts eventuell Diskussionen zuhause :) Habe ich gehört... :(
 
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#10
Bass... Fender, bevor du fragst. ;)

braucht man man eigentlich unbedingt so einen großen wildkühlschrank? Wie läuft das genau mit jagdbeteiligungen?
 
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#11
Also ein Wildkühlschrank macht Sinn, geht aber auch ohne wen man weis wie man Wild so zerlegt, dass es in einen normalen Kühlschrank passt. Ok bei Keiler und Rot/Damwild könnte es eng werden ;-)

Mit der Jagdbeteiligung läuft es normalerweise in etwa so:
Du suchst einen Pächter der(wen ihr euch versteht) dir einen Begehungsschein austellt und er wird dir sagen, was er dafür verlangt/ erwartet und was du dafür darfst!

Jagen kann muss aber nicht sehr Zeitintensiv sein und die eine oder andere Nacht kann man sich um die Ohren schlagen :) oder auch morgens früh raus und es gibt eigentlich nichts schöneres, als wen man bei Vollmond abends rausgeht und es langsam alles still wird.....

Bedenke aber auch das die Beute gegessen werden sollte und wen in der Familie keiner Wild essen mag es vermarktet werden muss.....
Weiter bedenken sollte man auch das die Familie bzgl nächtlicher Abwesenheit mitspielen muss und im Herbst die Erntejagd zb dafür sorgen kann, dass der geplante Grillabend mit der Familie ausfällt weil der Bauer mittags anfängt zu Ernten:bye:
Da kann es auch mal böses Blut geben!
Man sollte da eben ein gewisses Gleichgewicht finden.
 
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#12
Ein- bis zweimal die Woche proben, Auftritte, dazu "Schatz, ich fahr mit den Jungs am Samstag mal ins Supermusikgeschäft, die haben Hausmesse, ich komm später zum Kaffee bei deiner Mutter nach" sollten da schon Vorarbeit geleistet haben.

Dazu vergessenes Equipement im Familienauto und die Inneneinrichtung eines mittelgroßen Musikalienfachhandels im heimischen Siedlungsbereich.

Jagen ist nicht die einzige Leidenschaft, die raum-, zeit- und geldintensiv ist, das mag für einige hier überraschend sein.

Der größte Unterschied bei der Jagd ist IMHO, dass man deutlich weniger von anderen und deren Kalenderinhalten abhängig ist.

(Natürlich trifft das Equipmentdilemma nicht auf Bassisten zu. Ihr habt ja nur ne Minimalgitarre, 'n Patchkabel und eine DI-Box, hähähähähähä)
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#13
Du kannst gerne heute Abend man in den Schaukelstuhl nach Bad Fredeburg kommen um dich vom Gegenteil zu überzeugen. Ich hab alleine 4 Grossanlagen plus Bässe. Von Effekten, Kabeln, der Babd PA und so weiter nicht zu sprechen.

Gestern las ich, dass nicht mal ne KW sein muss. Flinte mit Brenneke für die Nachsuche und fertig. Dazu ein gutes Messer am Gürtel. ;)
 
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#14
Sehr spät in meinem Leben- dem Leben eines "Beutemachers" nahm der Gedanke Gestalt an, dass ich neben der seit Jahrzehnten betriebenen Passion des Fliegenfischens- einschließlich der dazugehörigen Reisen an Traumgewässer als Beutemacher in gewisser Weise "unkomplett" sei. Deshalb beschloss ich als "Fastrentner", der mich seit der Jugendlektüre von Herrmann Löns im Hintergrund immer auf sie Schulter tippenden "Jagdleidenschaft" ein Chance zu geben und machte- nun endlich mit der Zeit dafür- den Jagdschein.

Ich ärgere mich im Nachhinein darüber, dass ich diese latenten Leidenschaft so lange zu ignorieren versucht habe und dadurch etliche mögliche Jagdjahre verloren habe. Obwohl ich jetzt Zeit hätte für beides: Jagd und Fliegenfischen, stelle ich fest, dass die mit ebenso viel Leidenschaft betriebene Passion des Fliegenfischens schleichend an Bedeutung verliert, was sich in den seltener gewordenen "Fischzügen", der Gleichgültigkeit bezüglich der Ausbildung angehender Fliegenfischer und der entsprechenden Presse gegenüber als Leser und Autor ausdrückt.

Was ich daraus schließe ist, dass -zumindest ich- nur eine Passion wirklich mit Herzblut betreiben kann. Welche das ist, brauche ich nicht zu erwähnen. Ausstattungsmäßig habe ich den ein oder anderen Fehler gemacht: Meine ersten beiden Waffen: Flinte und Büchse hätten nicht neu sein müssen, gutes gebrauchtes Equipment wäre ausreichend gewesen. (Leider bin ich ein wenig- auch aus der anderen Passion gewohnt- "Materialjunkie".)

Ein befreundeter Jäger hat über 35 Jagdwaffen im gesicherten Keller stehen, von denen einige noch nicht eingesetzt wurden, weil so häufig gar nicht jagt, ein anderer hat eine Flinte und eine Büchse, sonst nichts.

Was mir wichtig erscheint ist, dass man sich selbst die Frage stellt, ob die Jagd, die man man anstrebt, das Zeug hat, eine echte Passion zu werden/ zu sein oder ob es sich eher um das Bedürfnis handelt, ein langweilig gewordenes Hobby gegen eines auszutauschen, was aufgrund seine "Neuheit" zunächst einmal mehr Fun verspricht. In dieser Frage muss man m.E. sehr ehrlich zu sich selber sein.
Ist das erste der Fall, findet sich mit Sicherheit ein auch zeitlich und finanziell gangbarer Weg- Fehler eingeschlossen- man lernt daraus. Ist das zweite der Fall, würde ich nach einer anderen Möglichkeit suchen, für "teures Equipment" Geld zum Fenster rauszuwerfen.
Man muss kein Minimalist sein und auch kein Materialfreak- irgendetwas dazwischen wird in aller Regel dem ganz persönlichen Weg gerecht. Aber das Wichtigste ist und bleibt: Will man Jäger werden oder den Jagdschein machen. Und das Zweitwichtigste ist, sich mit allen Konsequenzen auseinanderzusetzen. Entscheidungshilfe kann sein: einen Jäger über eine gewisse Zeit beim alltäglichen Ausüben seiner Passion so weit wie möglich zu begleiten.
 
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#15
[....][\QUOTE]

Womit sich eigentlich der Analogienkreis schliesst. Klar kann man vier Rigs haben, um vom Jazzmatineé bis zur Scheppercombo alles abzudecken.

Zieh die Frage mal sorum auf: ein gut gelauntet Mittdreißiger kommt auf dich zu und sagt "Bass ist Bässer", es wurden auf einem Einsteigerinstrument zweifelhafter asiatischer Abstammung Grundlagen geschaffen und nun sollst du beantworten "was soll ich kaufen?".

Würdest du dem Probanden in Unkenntnis der musikalischen Situation zu einem VST nebst Kindersarg, vier Instrumenten, 16HE Rack mit Rauschgeneratoren und einem Dreiviertel Quadratmeter Footboard raten? Oder eher einem grundsoliden Instrument, einem guten Amp und vielleicht drei oder vier Peripheriegeräten, um etwaige musikalische Großtaten kein Stück schlechter angehen zu können?



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