Garantieverkürzung durch elektronische Spielerei?

Mitglied seit
21 Nov 2005
Beiträge
1.118
Gefällt mir
467
#1
Liebe alle,
ich habe mir letzten Herbst ein neues Fernglas gegönnt. Ein richtig gutes, eines von Leica.
Natürlich mit integriertem Entfernungsmesser, ist heute sozusagen ein Muss.
Nun stelle ich fest, dass die Garantiezeit nur noch 5 Jahre beträgt. Bei meinem Zeiss waren es noch 30 Jahre.
Klar, auf die Elektronik würde ich auch nicht 30 Jahre geben, aber etwas betrüblich ist das dann schon, dass so aus 30 Jahren gleich mal 5 Jahre werden.
Das neue Flagschiff-Zielfernrohr von Swarovski wird dadurch ja nicht unbedingt attraktiver (D-irgendwas).
Interessanter die Entwicklung von Meopta, die ohne Batterie auskommt.

Ich bin natürlich fern davon, den Kauf des Fernglases zu bereuen, aber ebenso fern, die einfachen Entfernungsmesser zu verkaufen ;)
 
Mitglied seit
10 Jan 2012
Beiträge
4.326
Gefällt mir
2.261
#3
Was steht denn da bei Leica genau?!

Nur noch 5 Jahre aufs gesamte FG, oder 5 Jahre auf die Elektronik und X Jahre auf das restliche FG? So hat es nämlich Swaro gelöst. Die geben meine ich 2 Jahre auf die Elektronik und 10 Jahre auf den Rest beim EL Range.
 
Mitglied seit
18 Sep 2015
Beiträge
3.782
Gefällt mir
5.825
#5
Das liegt an der Elektronik. dank RoHS. Präziser muß auf Blei bem Lötzin seit einigen Jahren verzichtet werden und wurde durch Zinn ersetzt. Als negtiver Effekt davon stellkt sich ein Effekt ein bei dem sich das Zinn selbst unter geringer Gleichspannung verästelt, nennt sich Wishker und sieht fast aus wie Schneeflocken und das beeinträchtigtn die Lötstelle und deren Haltbakeit.
1576667123360.png

Bei den früher übliche Beliloten fürs Weichlöten gab es diesen Effekt nicht
 
Mitglied seit
31 Mrz 2009
Beiträge
6.769
Gefällt mir
2.115
#6
Bei elektronischen Komponenten hat man mit ganz anderen Fehlerraten (ppm) zu tun als mit mechanischen Bauteilen, die man (bei Optiken) notfalls nachbauen kann.
Bei elektronischen Komponenten kann es vorkommen, daß Bauteile abgekündigt (= nicht mehr produziert) werden. Wird dann noch ein Ersatzteil benötigt muß der Hersteller ein Elektronik-Redesign durchführen, welches entsprechend Geld kostet...

Insofern bin ich ein Freund von getrennten Geräten (also FG & LRF separat). Auch ein NSG / WBK sollte man eher als "Consumer" Produkt mit endlicher Haltbarkeit begreifen, dies erspart Enttäuschungen.
 
Mitglied seit
21 Nov 2005
Beiträge
1.118
Gefällt mir
467
#7
Noch ist bei mir nix kaputt, ich bin nur am zweifeln, ob ich wirklich so schlau gehandelt habe.
Jedenfalls kaufe ich mir kein ZF mit elektronischer Spielerei.
 
Mitglied seit
10 Jan 2012
Beiträge
4.326
Gefällt mir
2.261
#9
Wie alt sind jetzt mittlerweile die ersten Geovids die Leica raus gebracht hat und wie viele von denen haben Probleme?! ;)
 
Mitglied seit
21 Feb 2016
Beiträge
54
Gefällt mir
57
#10
Hab auch lange überlegt ob ich das Fernglas mit oder ohne Entfernungsmesser nehme, letztendlich für ein reines Fernglas entschieden von Zeiss. Lieber einen separaten Entfernungsmesser, auch wenn es nicht so praktisch ist.
 
Mitglied seit
15 Mrz 2005
Beiträge
6.701
Gefällt mir
3.346
#11
Ich hatte eines der ersten Leica Geovids und hatte es nach +/- 10 Jahren aufgrund defekter Okularmuscheln zu Leica schicken lassen. Da ich das Glas auch im Hochgebirge genutzt hatte, sah man ihm die 'robuste' Nutzung auch deutlich an. Leica hat mir schlicht (kostenlos) ein neues Glas geschickt.

Ich nutze nun inzwischen über Jahre ein Geovid der Nachfolgegeneration und hatte weder mit der Elektronik der ersten Generation noch mit der der Nachfolgegeneration ein Problem.

Gut, ich gestehe, ich vertraue auch einem Automobil, in dem ein nicht unerhebliches Maß an Elektronik verbaut ist. Vielleicht habe ich einfach ein unerschütterliches Urvertrauen in elektronische Komponenten ;)


Grosso
 
Mitglied seit
18 Sep 2015
Beiträge
3.782
Gefällt mir
5.825
#12
Hab hier auch teilweise Elektronik, die gemäß RoHS und damit bleifrei hergestellt ist. Und die funktionieren auch nach deutlich mehr wie 5 Jahre noch problemlos. Aber als Hersteller und damit den entsprechenden Garantiebedingungen gelten halt andere Maßstäbe zur Risikobewertung
 
Mitglied seit
2 Apr 2017
Beiträge
998
Gefällt mir
727
#13
Die RoHS-Umstellung war 2006. Pb ist da auch Böse, nicht nur in der Munition.
Es gab verschieden Ansätze der Lote. Von SN100C bis SnCuAg war da vieles dabei.
Ein Hauptproblem ist die höhere Verarbeitungstemperatur. Dadurch werden die Bauteile sehr viel stärker gestresst als mit SnPb.
Durch den erhöhten Verschleiß der Lötanlagen (Abrieb) und den dadurch zusätzlichem Fe-Eintrag im Lot und den Lötstellen gibt es erst recht keine Vorteile für die Lebenszeit.
 
Oben