Gebt eure kuriosen Rezepte und Wildarten preis

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#1
Ich wurde für die Verwertung nicht alltäglichem Wildbrettes schon krum Angesehn oder Verspottet. Da sich viele so manches nicht Vorstellen können oder schon im Gedanken Ekeln. Ich hasse Verschwendung und Verwerte fast alles Brauchbare Wild egal ob Dachs, Nutria, Bisam oder Waschbär usw.:cool:

Jetzt würde mich mal Interessieren was Ihr alles Verwertet und wie Ihr dies Wild Vorbereitet und Zubereitet. Egal ob es um die Verwendung des rauschigen Keilers oder auch wie in England die grauen amerikanischen Eichhöhrnchen geht. Nach dem ersten WK waren auch Füchse ein Sonntagsbraten.

Gut Mausburger und derartiges lassen wir mal. :lol: Oder?

Hier ein Beispiel von mir zum Einstieg noch normal aber definitiev nicht Alltäglich für die Meisten:

Nutriaschmorbraten

Ein Nutria Abgezogen und gesäubert. ca. 2-4kg
Salz, langer Pfeffer, Rosmarin
Knoblauch, Schalotten, Karotten, Lauch
Rotwein, Gemüse oder Geflügelbrühe

Beilage Backkartoffeln

Den gesäuberten Nutria ähnlich dem Kaninchen Zerlegen, Würzen und in Butterschmalz kurz und Heiß anbraten.
Das Gemüse zugeben und bei 180°C für 20min im Zugedeckten Bräter Schmoren dann ca. 500ml Rotwein und 500ml Brühe und bis alles gar ist bei 150-160°C je nach Größe 2-3 Stunden Schmoren.

Nutria Herausnehmen und die Sauce durch ein Sieb geben mit ein wenig Mehlschwitze Abbinden. Servieren.

Als Beilage annähernd gleich große Kartoffeln Schälen Salzen und in eine Auflaufform geben. Mit Rosmariennadeln besträuen und Butterflocken darüber und für ca 1- 1,5 Stunden bei 160-180°C im Ofen Backen bis sie Gar und schön Goldbraun sind. Heiß zum Nutria und der Sauce reichen.

Wer möchte reicht noch kleine glasierte Rotweischalotten als Gemüse dazu. Oder das Schmorgemüse kurz bevor es zu weich wird im Vorfeld herausnehmen und warmhalten bis der Rest serviert werden kann.

Viel Spass Brumbär
 
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#2
AW: Gebt eure kuriose Rezepte und Wildarten breis

Der erste Graue schlummert auch im Eisfach, ein Grauhörnchen aus England. Hab da hier einen Tröd angefangen- beim Wort "der Graue" ging gleich sowas wie ein Spamfilter an, die Spaßbremse wurde sofort betätigt und gelöscht. Werde berichten wie es schmeckt....
 
A

anonym

Guest
#3
Hallo Brummbär

Hast Du schon mal Trockenfleisch probiert ?

"Trockenfleisch oder Dörrfleisch ist durch Entzug von Wasser konserviertes, rohes Fleisch. Es wird hergestellt, indem man rohe Fleischstücke (z. B. vom Rind, Schwein, Schaf, Ziege, Wild oder Pferd) in einem Gemisch von Salz, Kräutern und Gewürzen lagert und anschließend einige Tage oder mehrere Wochen luftig zum Trocknen aufhängt . . . " (Trockenfleisch – Wikipedia)

Ich habe einmal gehört, es geht schneller, wenn man das Wild zum trocknen in möglichst dünne Scheiben schneidet.

Wichtige Frage: welche gesetzlichen Bestimmungen sind zu beachten ?
Nicht alles, was im hohen Norden anderer Kontinente gemacht wird, ist bei uns erlaubt.


Ich kenne nur das Bündnerfleisch
Es schmeckt wunderbar ! Ist aber auch extrem (!) teuer.
Man ißt es dünn geschnitten mit frischem Schwarzbrot und Butter

"Bündnerfleisch oder Bindenfleisch ist gepökeltes, von Sehnen und Fett befreites Rindfleisch aus der Oberschenkelmuskulatur. Das Fleisch wird mit Salz, Salpeter und Gewürzen einige Wochen bei einer Temperatur nahe dem Gefrierpunkt in einem geschlossenen Behälter gelagert. Danach wird das Fleisch mehrere Wochen lang getrocknet. Während der Trocknungsphase wird das Fleisch mehrmals gepresst, um die verbliebene Flüssigkeit gleichmässig zu verteilen. Dadurch erhält das Bündnerfleisch auch seine charakteristische rechteckige Form. Original Bündnerfleisch wird nicht geräuchert. Durch den hohen Wasserverlust während des Salzens und Trocknens (etwa die Hälfte des ursprünglichen Gewichts) sind keine weiteren Maßnahmen oder Hilfsstoffe zur Konservierung notwendig.
Zum Verzehr wird das Bündnerfleisch in sehr dünne Scheiben geschnitten und zu Brot serviert . . . "
(Bündnerfleisch – Wikipedia)

Trockenfleisch und Bündnerfleisch wird offenbar nicht geräuchert.
Siehe die obigen Wikipedia Artikel.

Ob es möglich und erlaubt wäre, so etwas aus Wild herzustellen ?
Bei der heutigen Gesetzesflut muß man sicher viele Normen beachten.
Wer könnte da Auskunft geben ?

Oder besser: wer ist bereit, seine Geheimnisse ins Netz zu stellen ?
 
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#4
Angenehm Würzig wie kräftigeres Kaninchen.

In Kroatien bekam ich mal als wir bei Freunden von unseren Gastgebern eingeladen waren in den Bergen gegrillte Siebenschläfer und Marder serviert. Was es war erfuhren wir erst hinterher von den Gastgeber aus angst wir würden Ablehnen. Schmeckte auch gut. Wir hatten uns schon über die sehr lange Körperform gewundert. Also frei nach dem Motto erst Probieren und dann meckern.:lol:

Der Ekel entsteht immer zuerst im Hirn und dann im Magen.

MfG Brumbär
 
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#5
Mit sicherheit zum Eigenverbrauch und wenn es im Ofen gedörrt wird bei rund 60-70°C auch zum Verkauf da hier alle normalen Keime absterben. Von Hirsch und Reh hab ich schon gekostet einfach Lecker.

Amliebsten mit Langem Pfeffer etwas Cilli braunem Zucker Koreander und Salz gewürzt,:biggrin: einfach Geil und ein guter Camping und Reiseproviant da er nicht gekühlt werden muß. Wildschwein und Dachs würde ich aber vorsichtig sein.

MfG Brumbär
 
A

anonym

Guest
#6
Ich habe einmal in einem Restaurant im Ausland Krokodilfleisch auf der Speisekarte gesehen. Das klang interessant ! Nach mehreren Bier und dann einigen Gläsern Wein wurde ich sehr hungrig und mutig außerdem. Ich bestellte das Krokodil. Es war mit Abstand die teuerste Speise auf der Karte, aber die Neugierde siegte. Da es in Osteuropa kurz nach der Wende war, war es dennoch leistbar, obwohl es glaube ich viermal so viel gekostet hat wie eine landesübliche Speise.
Da das Restaurant eben in Europa war, kann es nur Dosenfleisch gewesen sein – oder es war ein Schwindel um gutgläubige Touristen auszunehmen. Vielleicht war es Huhn oder Pute ?

Denn das Fleisch schmeckte so. Hätte ich nicht gewußt, daß es Krokodilfleisch ist, wäre ich nie auf die Idee gekommen. Ich war enttäuscht.

Ich erzähle das deshalb, weil ich schon oft von Jagdreisenden gehört habe, daß so manches exotische Wild gar nicht so exotisch schmeckt !
 
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#7
Stimmt auch ist die Zubereitung entscheident.

Und die Küchenvorbereitung.

Bär ist sehr stark und mineralisch und fast wie intensieves Stierfleisch. Lecker freu mich irgend wann mal auf eigene Bärensteaks. Nur das Fell als Trophäe ist mir zu viel Verschwendung. Und die Truhe währ für ein Jahr gefüllt.:lol:

MfG Brumbär
 
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#8
Dachsragou wurde ja schon in der W&H beschrieben und erklärt.

Hier Krähensüppchen mit Nudeln und Kormoranbrust.

Geputzte 7-13 junge Krähen mit Suppengemüse ins kalte Wasser mit ein wenig Salz bei kleiner Hitze Aufkochen lassen und ca. 2 Stunden Köcheln. Krähen heraus nehmen und das Fleisch auslösen.

Brühe durch ein Sieb giesen und klären. In feinste Streifen geschnittenes Wurzelgemüse nach Wunsch. Aufkochen und Suppennudeln zugeben das in kleine Stücke geschnittene Krähenfleisch zugeben und Abschmecken.

Zwei heiß geräucherte Kormoranbrüsste in dünne Scheiben schneiden und als Fächer fünf Scheiben auf Jede Portion oben darauf legen. Dazu dunkles Bauernbrot aus dem Holzofen.

Lecker:biggrin:
 
A

anonym

Guest
#9
Lecker freu mich irgend wann mal auf eigene Bärensteaks. Nur das Fell als Trophäe ist mir zu viel Verschwendung. Und die Truhe währ für ein Jahr gefüllt.
Wenn Du in Nordamerika oder Rußland einen Bären schießt, kannst Du ihn ja ohnehin nicht mitnehmen ! Das mit dem Truhe füllen kannst Du vergessen. Wie willst denn den toten Bären ins Flugzeug reinschmuggeln ?

Aber so viel ich gehört habe, schmecken die Bärentatzen sehr gut.
Von Bärensteaks habe ich noch nie was gehört, ich denke die sind viel zu zäh ! So was kannst Du aber durch den Fleischwolf drehen (faschieren) und damit Wurst oder Frikadellen machen.

Frage am Rande: warum ist Dir das Fell als Trophäe zu viel Verschwendung ? Was sollen die sonst machen mit dem Fell ? Sollen sie es wegwerfen ? Das wird halt vor Ort von den Einheimischen gesäubert und für den Transport notdürftig präpariert, zu Hause mußt Du es dann zu einem Präparator tragen, der das Fell dann haltbar präpariert.
Verschwendung sehe ich da keine, im Gegenteil.
Würde man das Fell wegwerfen, so wäre schad darum. Das wäre Verschwendung.
Ist mir klar, daß Du keinen Platz für einen ausgestopften Grizzly in der Wohnung hast, da spielt die Frau nicht mit. Kannst aber den ausgestopften Grizzly an ein Museum verkaufen. OK, da kriegst fast nichts dafür. Besser, Du schenkst ihn Deinem Jagdclub oder dem Wirten Deines Stammtisches. Der freut sich sicher, wenn er einen ausgestopften Grizzly in den Vorraum stellen kann und Dein Jagdclub wird auch stolz auf Dich sein. Außer es sind Neider darunter.
Ich glaube, Du hast mal geschrieben, daß Du Kinder hast. Schenk den ausgestopften Grizzly der Schule. Die freuen sich sicher.
 
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#10
Da ist was falsch verstanden Worden.:no:

Ich meinte damit das Tier nur wegen des Felles zu erlegen ist Verschwendung. Ich nutze es möglichst ganz.
Ein bekannter GJ jagd in Amerika oft Schwarzbär und ab und an Grizzly. Er schneidet sich aus der Keule Steaks und macht Schmorbraten Ragou und Hackbraten aus dem Rest. Durfte mal Probieren. :biggrin:Jami!

Das Fell wird aschön Samisch gegerbt und ist den ein Kuschliger Bettvorleger. Nun denke eher an einen Schwedischen oder Finnischen Bären in der Kühlbox im Auto mit zu nehmen und ggf als Dörrfleisch.
Ganz heist Schädel Fell Klauen usw.:twisted: mehr geht kaum. Auser mann hat Chinesische Abnehmer.

MfG Brumbär
 
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#11
Ich habe einmal in einem Restaurant im Ausland Krokodilfleisch auf der Speisekarte gesehen. Das klang interessant ! Nach mehreren Bier und dann einigen Gläsern Wein wurde ich sehr hungrig und mutig außerdem. Ich bestellte das Krokodil. ...
kann man selbst in Berlin probieren (auch Känguruh und Co.) und so teuer ist das gar nicht. Fleisch kommt bestimmt nicht aus der Dose, aber ich mutmaße tiefgekühlt:

http://www.restaurant01.de/woolloomooloo_3346/australische-kueche/
 
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#12
OK OK
Nun mal wieder zum selbst erlegten Wild in der Pfanne.;-)

Also egal ob Heuschreckenragou oder Wieselsandwich ich hätte gern mal eure Rezepte des nicht alltäglichen in Topf und Pfanne. Oder mit Waschbärbrät gefüllte Chillies vom Grill usw.:biggrin:

Also traut euch!

MfG Brumbär
 
A

anonym

Guest
#13
Schnepfendreck:

Aus dem Eingeweide der Schnepfen, dem sogenannten Schnepfendreck, mit Ausnahme des Magens, welcher stets sandig und bitter ist, bereitet man Schnepfenbrötchen. Der Schnepfendreck wird, da er stets etwas knapp ist, durch Zugabe von Geflügelleber, am besten Gänseleber oder Gänseleberterrine, verlängert.

Man hackt alles mit etwas geschabtem rohem Speck nebst einer Kleinigkeit Gewürzpulver recht fein zusammen und vermengt es dann mit einem Eigelb. Dieser Schnepfendreck wird nun auf talergroße Brotschnitten gestrichen, welche zuvor in Butter goldgelb geröstet wurden, um sie dann auf einem butterbestrichenen Backblech im Ofen etwa 10 Minuten zu backen."

Quelle: "Verschwundene und seltene Gäste der Speisekarte. Ein Kochbuch" von Bernhard Kathan (nicht mehr im Buchhandel erhältlich).

Rezept Schnepfendreck

www.onb.ac.at/ausb/pro5/exhibit/rezept.htm



Wer hat das schon mal ausprobiert ? Von älteren Jägern weiß ich, daß das früher (so vor 1970) manchmal gerne gegessen wurde. Man ißt ja heute auch Schweinedärme, das heißt die Weißwurst ist in einen Darm gefüllt, den man mitißt.
 
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#14
Heiß gräucherte Kormoranbrust

Ausgelöste Kormoranbrust eingelegt in Honig Rotem Pfeffer Salz und Kerbel.
Nach 3 Tagen heraus nehmen und für 6 Stunden bei ca.80-100°C in den Rauch.

Schmeckt heiß und kalt zu Brot und Rotweinzwiebeln.
 
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