Gefahren für Hunde bei Bewegungsjagden

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BAL

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Früher wurden bsp. auf Niederwildjagden mit sichtlauten Vorstehern nicht mal Halsungen und Westen eingesetzt und es wurden nicht mehr Hunde angeschossen als heute.
Unbestritten ist nat. die heute gängige auffällige Kennzeichung von Hunden ein Fortschritt.
Früher hat man darüber einfach nicht gesprochen oder niemand konnte sich, des Zielwassers wegen, daran erinnern.
 
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Du jagst ja mit Tirolerbracken, die falls nötig bestimmt auch weit gehen, wie gehst du zum Beispiel mit dem Thema Straßen um?
Wer mit weiter jagenden Hunden unterwegs ist, muß seine Nervenausstattung grundsätzlich überprüfen.
Wer immer meint, der Hund muß zu sehen oder zu hören sein und sonst muß man pfeifen oder rufen, sollte zuhause bleiben.
Ein gut vorbereiteter und eingejagter Hund geht nicht verloren. Man vertraut seinem Vierbeiner, daß er weiß, wo sein Führer ist.

Stände in Straßennähe sind ein absolutes No-go für Leute mit gut jagenden Hunden. Das kann bedeuten, für die Stände 1 km Abstand zu halten.
Ich gehe auf Jagden, wo tw. vorher sogar die Jagdweite der Hunde abgefragt wird bzw wo bekannt ist, wie und wo man Standschnaller einsetzt.
Wenn das daneben gehen sollte, schnalle ich nicht. Mit unserer Technik sieht man immer, wo man ist bzw ich frage das vorher ggfs ab. Auf guten Jagden bekommt ein Hundeführer eine Karte in die Hand gedrückt.

Auf Jagden, wo man die für den Jagderfolg notwendigen Regeln des Hundeeinsatzes nicht beherzigt, bin ich nicht zu finden und sollte es doch passieren, genau 1,0 mal!
Wenn es ganz krass sein sollte, kann man sogar nachhause fahren...
 
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Den Abstand zu Straßen sollte jeder Hundeführer für sich selbst einschätzen! Ich habe meine Entscheidung (800 bis 1000m Abstand zu nicht gesperrten Straßen) in etwa so abgeleitet:

Mein Brackerich geht in 80% der Fälle zwischen 600 und 1000m von mir. In 20 % übersteigt er die 2000m, oder auch mal 3000m. Also hab ich den Abstand für das Gros der Jagden (800 - 1000m) gewählt. Wenn ich auch bei der Großen Hafenrundfahrt sicher sein will, dürfte ich den Hund nur noch auf einem Drittel der Jagden laufen lassen.
Was natürlich auch massiv mit reinspielt, ist das Vorkommen verschiedener Wildarten. Bei reinen Rehjagden reichen idR auch geringere Abstände, kommt Sau und Rotwild vor, bin ich wirklich froh wenn ich den Hund weit weg von jeglicher Straße und Bahn schnallen kann.
Des weiteren spielt die Region und der Wochentag eine große Rolle! Werktags in der nähe von Großstädten ist ein Unterschied zu einem verregnetem Sonntag in der tiefsten Oberpfalz.

Gut ist immer, wenn der Jagdorganisator selbst Hundeführer von weitjagenden Hunden ist! Die kennen die Misere und den mentalen Stress des Hundefühers.

Mein Brackerich hat kein "Narrenglöckchen" um! Da vertraue ich den Schützen genug, dass diese nicht zu schnell auf langsames (^= stöbernde/rückwechselndes) Wild/Hund schießen. Ist der Hund schnell, dann jagt er meistens, und dabei ist er kompromisslos laut!
Stumme Hunde gehören auf Drückjagden wenn überhaupt in die Hände von Durchgehern! Dann sollten diese aber so kurz sein, dass ich während deren Arbeit den Durchgeher immer noch hören kann, und somit weiß, dass ich mit Hunden rechnen kann. Alles andere ist unverantwortlich!
 
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Meine hat immer eine Weste an und Garmin um. Seit dieser Saison auch ein Glöckchen hinten an der Weste. Seit dem muss ich nicht immer aufs Garmin schauen sondern kann sie schon auf 100m hören. Finde ich beruhigend. Sie ist auch leider nicht spurlaut, sondern nur sichtlaut. Wir gehen aber auch "nur" durch und sie ist in einem Radius bis 300m, kann auch mal mehr sein um mich rum und hält immer wieder Kontakt. In Straßennähe schnalle ich sie nicht mehr bei Drückjagden seit dem sie einmal dort von einer sehr netten und hilfsbereiten Autofahrerin aufgesammelt wurde und ich sie abgeholt habe. Bei der Jagd hatte ich im Treiben zuvor mein Handgerät verloren und keinen eigenen Kontakt zum Hund, sondern nur über das Handgerät meines Kollegen.
Vor zwei Wochen bei einer Treibjagd sah dass dann anders aus und ich hab sie nach 200m als wir von der Straße weggetrieben haben geschnallt. Da arbeite ich aber auch mit absolutem Gehorsam und halte sie mir kurz!

Gefarhen gibt es einige bei der Drückjagd. Wurde auch schon fast alle genannt: Wehrhaftes Wild, nervöse Schützen, Baue, Straßen, andere Hunde oder auch der Graue...

Risiko ist immer da, aber ohne Hunde macht es keinen Sinn.
 
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@Kasperlü Sehr gut umschrieben !

Gut ist immer, wenn der Jagdorganisator selbst Hundeführer von weitjagenden Hunden ist! Die kennen die Misere und den mentalen Stress des Hundefühers.
Absolut auch meine Erfahrung - die best. organisierten Jagden machen Jagdleiter, die selbst aktive Jäger sind und eig. Stöberhunde - auch in anderen Revieren- führen !
 
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Ich finde Glöckchen scheußlich, für mich ist das in letzter Zeit Aufgekommenes im Bereich der Überflüssigkeiten und des Zeichens falsch eingesetzter Hunde .
Würde ich grundsätzlich auch so sehen, allerdings komme ich mehr und mehr zu der Erkenntnis, dass ob der Tatsache, dass hier bei uns in der Region im Moment wildmäßig wenig los ist und dementsprechend auch nicht alles voller Spuren und Fährten ist, auf denen sich der spurlaut jagende Hund als solcher zu erkennen geben kann, das Glöckchen sinnvoll ist - weniger um den fehlenden Laut zu ersetzen als den Hund vor Beschuss zu schützen... traurigerweise...
 
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Nein, sehe ich grundsätzlich anders, wer auf Drückjagd geht, muß jederzeit mit Hunden (oder auf eine stummen Treiber oder Spaziergängern oder Radfahrern oder oder) rechnen und wer auf blosse Geräusche hin hochnervös die Waffe an die Schulter wirft, hat auf Jagden nichts verloren.

Die Fälle, wo suchende Hunde beschossen werden, sollten glücklicherweise die absoluten Ausnahmen darstellen...
Alle mir bekannten Fälle von infolge Schützenfehlern verunfallten Jagdhunden standen in Bezug mit Wild.
 
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Was sagt das Bild auf dem Garmin, wie ein Hund arbeitet ?
Das will ich sehen und hören !

Sorry, ich sehe auch immer Bilder von Durchgehern, die alle paar Meter auf ihre Teile gucken und dann sofort rufen und pfeifen...

Auch das mutet mich - sorry, fühl Dich nicht angesprochen - nicht besonders jagdfachlich, eben auch nicht für einen Durchgeh-Hundeführer, an....
Aber klar, Technik machts heut ja alles möglich. :rolleyes:
 
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Die Strecke, die der Hund macht wird dir angezeigt und bei etwas Ortskenntnis weißt du ob er die Dickungen sauber durch hat oder nicht, das interessiert mich. Ich kann auch sehen, wenn sie an Wild war, dass sie ihre Rückfährte zurückarbeitet und dann wieder zu mir kommt.
Aber klar, Technik machts heut ja alles möglich. :rolleyes:

Man kann halt auch ewig gegen Technik sein, aber mir gibt sie da ein gutes Gefühl bei der Hundearbeit und da ist es mir egal was andere denken.
 
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Wer als Standschnaller von weitjagenden Hunden sein "Nervengerüst" nicht kontrollieren kann, wird keine Strecke machen können, da dieser nur auf Garmin, bzw. Handy starrt.
Seit etwa zwei Jahren hab ich das Garmin in der Tasche und am Handgelenk die verknüpfte Uhr, da reicht mir Entfernung und Richtung (vorher die Schmerzgrenze ausloten!). Im seltensten Fall muss ich runter und den Hund aus Nachbarrevier oder aus Straßennähe holen.
 

Westwood

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Ich zweifle das jemand ``gegen´´ die Technik ist.

Da ich ehemals ja auch eher weite Hunde hatte und auch die ein oder andere Jagd gelaufen bin ist für mich Gefahrenstelle Nr.1 definitiv die Straße.
Einige Jagden habe ich früher nach einem kurzen Blick auf Google Maps oder dergleichen abgesagt oder die Vierbeiner bei denen ich wusste das Sie sehr fern Aufklären im Auto gelassen.

Die zweite Gefahr für mich waren tatsächlich noch sehr weit vor Schützen schlicht andere Hunde. Es ist immer mehr in Mode Hunde ``Stöbern´´ zu lassen die keine wirklichen Stöberer sind sondern große vergleichsweise schwere Vorsteher. Wenn die dazu nicht sonderlich doll sozialisiert sind bzw. gerne mal zupacken kann es für körperlich kleinere Rassen wie Beagle, Teckel oder versch. Bracken auch schnell eng werden.
Deswegen bin ich Jagden auf denen vierbeinige Rowdies on Tour sind früher auch fern geblieben.
In dem Zusammenhang wird in immer mehr Regionen der Wolf inzwischen auch eine Gefahr für jegliche Rasse darstellen.

Schützen sind immer so eine Sache, ich hatte immer im Hinterkopf ``Was ist wenn?!´´ allerdings hab ich in dem Bezug wenig schlechte Erfahrungen gemacht.
Wenn jemand zu nah vor meinen Hunden geschossen hat wurde ihm das sehr unmissverständlich mittgeteilt und damit war das dann jeweils hinter dem Pflug für mich.

Zu den Glöckchen, ich bin kein großer Freund davon, allerdings kenne ich zwei Hunde die Bimmeln verpasst bekommen haben weil Sie genau Wissen das Rehwild leichter fangbar ist wenn Sie die Schnauze halten. In dem Zusammenhang finde ich Glocken sinnig.
 
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Das mit den großen Hunden ist tatsächlich ein Faktor, der mir auch erst bewusst geworden ist, als zum DD (auf der Jagd 100% fokussiert) die kleine Terrierdame dazu kam und sich gleich in der ersten Saison ein paar Löcher eingefangen hat von anderen Hunden... zum Glück lernt so ein Terrier ja vorsichtig zu sein ... NICHT! 🤣🤣🤣
 

Westwood

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Es ist weniger witzig wenn man auf einem Streckenplatz beinahe einen Weimi tot tritt weil er sich einen Beagle aus dem Kofferraum fitscht und anfängt diesen zu beuteln als wäre es ein Fuchs Dummie.

Nicht falsch verstehen, allerdings ist die Kernbotschaft das unsoziale Hunde unabhängig von der Rasse auf Bewegungsjagd nichts zu suchen haben.
 
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