Geht Deutschland bald der Strom aus?

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Aber selbst wenn es gehen würde: Derzeit sind in Deutschland weniger als 600.000 E-Autos zugelassen. Gesteht man ihnen (unrealistisch optimistische, aber das würde eine Grüne ja so machen) 60 kWh pro Fahrzeug zu, so wären das 36 GWh.
Damit könnte man das Stromnetz immerhin fast eine halbe Stunde lang stabilisieren...

Die Besitzer fahren dann nächsten Morgen mit dem Bus zur Arbeit ?

Remy
 
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Ich mache das Hauptberuflich und kann sagen es gibt so viele Kraftwerke das selbst jetzt noch welche außer Betrieb gehen, aber die werden dann konserviert und stehen noch mind. in Reserve und können innerhalb weniger Tage angefahren werden. Die Betreiber bekommen dafür gutes Geld.
Gleichzeitig stehen überall GuD-Kraftwerke rum die vom Staat nett subventioniert wurden und teilweise nicht benötigt werden.
Aus der Energiewirtschaft weiß ich auch das meistens die unterschiedliche Energieverteilung in Deutschland ausgeregelt werden muss, dann fahren z.B. in Niedersachsen die Kraftwerke runter und in Bayern hoch damit man die Trassen entlastet.

Tut mir leid aber das ist komplexer als Notstromaggregate zu bauen. Ich mache das nun seit 16 Jahren und habe auch schon Ausfälle miterlebt.
Wir sind hier in Deutschland ziemlich gut aufgestellt.

Also Nebenberuflich mache ich das auch nicht. Es ist zwar fast 30 Jahre her, als ich Elektrotechnik studiert habe , da ist sicher auch was in Vergessenheit geraten aber das Ein oder Andere weiß ich noch 😉

Dein nach wenigen Tage in Betrieb gehen nützt dir sehr wenig, wenn die Grund- und Mittellast fehlen . Genau die Kraftwerke schalten wir nach dem Willen der Regierung ab .
Also mit was machen wir dann Grundlast und Mittellast ?

Übrigens hat Amprion vor 2 Jahren einen Auftrag zur Lieferung von über 10 Netzersatzanlagen im Container ausgeschrieben. Die sind zur Versorgung ihrer Knotenpunkte gedacht . Wir haben auch welche geliefert .
Wenn das Netz so sicher ist, wieso kauft dann " der Netzbetreiber " in Deutschland plötzlich Netzersatzanlagen , die er Jahrzehnte lang nicht für notwendig hielt ?
 
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Ich mache das Hauptberuflich und kann sagen es gibt so viele Kraftwerke das selbst jetzt noch welche außer Betrieb gehen, aber die werden dann konserviert und stehen noch mind. in Reserve und können innerhalb weniger Tage angefahren werden. Die Betreiber bekommen dafür gutes Geld.
Gleichzeitig stehen überall GuD-Kraftwerke rum die vom Staat nett subventioniert wurden und teilweise nicht benötigt werden.
Aus der Energiewirtschaft weiß ich auch das meistens die unterschiedliche Energieverteilung in Deutschland ausgeregelt werden muss, dann fahren z.B. in Niedersachsen die Kraftwerke runter und in Bayern hoch damit man die Trassen entlastet.

Tut mir leid aber das ist komplexer als Notstromaggregate zu bauen. Ich mache das nun seit 16 Jahren und habe auch schon Ausfälle miterlebt.
Wir sind hier in Deutschland ziemlich gut aufgestellt.
So, bist Du Elektriker oder tatsächlich bei einem Netzbetreiber?

Wieviele Deiner genannten "Reserve" wäre z.b. schwarzstartfähig?
Was hilft dann das "anfahren innerhalb weniger Tage", wenn kein Netz da wäre?

Tut mir leid, aber irgendwie hörst Du Dich nicht ganz "professionell" an...

Zu den Akkus in e-Autos:
Ich kenne in Deutschland kein Auto das rückwärts liefern kann!
In Japan wird das teilweise praktiziert, aber hier stehen da gewaltige Hindernisse alleine von den Netznormen und Sicherheitseinrichtungen im Weg!
Ich habe z.B. an jedem Stromerzeuger neben der integrierten Netzüberwachung noch nachträglich eine externe mit doppeltem Schütz nachrüsten müssen, damit im Zweifel sicher zu 100% getrennt wird.

Abgesehen davon, wird sich jeder Autobauer mit Händen u. Füssen dagegen wehren, daß "sein" Akku als Notstromaggregat mißbraucht wird und er dann vielleicht nach sieben Jahren in Gewährleistung gehen muss weil dieser nicht mehr die versprochenen Kapazitäten erreicht.
 
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So, bist Du Elektriker oder tatsächlich bei einem Netzbetreiber?

Wieviele Deiner genannten "Reserve" wäre z.b. schwarzstartfähig?
Was hilft dann das "anfahren innerhalb weniger Tage", wenn kein Netz da wäre?

Tut mir leid, aber irgendwie hörst Du Dich nicht ganz "professionell" an...

Zu den Akkus in e-Autos:
Ich kenne in Deutschland kein Auto das rückwärts liefern kann!
In Japan wird das teilweise praktiziert, aber hier stehen da gewaltige Hindernisse alleine von den Netznormen und Sicherheitseinrichtungen im Weg!
Ich habe z.B. an jedem Stromerzeuger neben der integrierten Netzüberwachung noch nachträglich eine externe mit doppeltem Schütz nachrüsten müssen, damit im Zweifel sicher zu 100% getrennt wird.

Abgesehen davon, wird sich jeder Autobauer mit Händen u. Füssen dagegen wehren, daß "sein" Akku als Notstromaggregat mißbraucht wird und er dann vielleicht nach sieben Jahren in Gewährleistung gehen muss weil dieser nicht mehr die versprochenen Kapazitäten erreicht.

Ich bin zuständig für die Primärtechnik mehrerer Region. Neubau, Instandthaltung, Störungbeseitigung.
Habe früher Elektriker gelernt und bin dann den akademischen Weg gegangen, habe auch schon Kraftwerke in Betrieb genommen, Schwerpunkt Schwarzstartfähigkeit/ Notstromversorgung.

Die Dieselkraftwerke sind alle Schwarzstartfähig und würden im Netz die Frequenzregelung übernehmen, dann würden die größeren Kraftwerke nach Spannungsebene anfahren, die brauchen meist 6kv - 20kV für den Eigenbedarf (Frischlüfter, Saugzug, Speisepumpen usw).
Es gibt auch Firmen wie die Salzgitter AG die haben Schwarzstartaggregate die 6kv erzeugen, die würden dann ihre Antriebe selbst versorgen, die Kessel mit Öl anfahren (Tanks) und dann auf Gas umstellen können.
Die meisten Gaskraftwerke können auch mit Öl betrieben werden, was für solche Fälle in Tanks gelagert wird.

Ich weiß nicht warum man hier gleich so angefahren wird, aber das ist dein Thema @wernerzwo, wie ich an deinen Reaktionen zu dem Thema bemerke .Im Endeffekt kannst du glauben was du möchtest. Ich wollte nur aus erster Hand berichten weil ich was sinnvolles zu dem Thema beitragen kann.
Aber nichts ist 100% gesichert, auch unser Netz nicht.

Zu den E-Autos:
Du meinst bivalentes laden oder in Neudeutsch Vehicle to Grid, kann kein deutsches Auto ist aber meiner Meinung nach der einzige Grund sich ein E-Auto zu kaufen, soll aber noch in den 202Xer möglich sein. Wir hatten da schon Studien mit Flotten von 200 Fahrzeugen (VW UP!) die als Speicher für Versorgungsspitzen gedient haben, Mittags wenn die Solaranlagen volle Leistung hatten geladen und Abends wenn Mutti gekocht hat ist es dann in das Netz zurück geflossen.
Du kannst dann z.B. im Auto festlegen wieivel Speicher du mind. brauchst und mit dem Rest arbeitet dann das Netz.
 
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Also Nebenberuflich mache ich das auch nicht. Es ist zwar fast 30 Jahre her, als ich Elektrotechnik studiert habe , da ist sicher auch was in Vergessenheit geraten aber das Ein oder Andere weiß ich noch 😉

Dein nach wenigen Tage in Betrieb gehen nützt dir sehr wenig, wenn die Grund- und Mittellast fehlen . Genau die Kraftwerke schalten wir nach dem Willen der Regierung ab .
Also mit was machen wir dann Grundlast und Mittellast ?

Übrigens hat Amprion vor 2 Jahren einen Auftrag zur Lieferung von über 10 Netzersatzanlagen im Container ausgeschrieben. Die sind zur Versorgung ihrer Knotenpunkte gedacht . Wir haben auch welche geliefert .
Wenn das Netz so sicher ist, wieso kauft dann " der Netzbetreiber " in Deutschland plötzlich Netzersatzanlagen , die er Jahrzehnte lang nicht für notwendig hielt ?

Die Mittel- und Grundlast wird immer mehr von Gaskraftwerken bedient, was uns aber abhängig macht.
Ihr geht ja auch davon aus das das ganze Netz auf einmal ausfällt, unser Verbundnetz besteht aber aus vielen Netzen die wie eine Masche aufgebaut sind um Ausfälle regional zu beschränken, da wird alles überwacht und automatisch abgeschaltet z.B. bei Über- oder Unterfrequenz.

Netzersatzanlagen sind jetzt schon teilweise Vorschrift, kommt immer drauf an für was, wenn du sagst für Knotenpunkte gehe ich von Umspannwerken aus oder Schaltwarten (kritische Infrastruktur), dann wird das ja meist für die Fernsteuerung benutzt. Früher hatte man auch 20 Kessel und 10 Turbinen in einem Kraftwerk, wenn da einer ausgefallen ist war das nicht so schlimm, heute hat man Blockanlagen die sich selbst versorgen, dass können die natürlich nicht wenn sie aus sind, dafür die Netzersatzanlagen.

Wir bauen im Moment zwei neue Gaskraftwerke und die durften aber max. die gleiche Leistung haben wie die Kohlekraftwerke die Sie ersetzen sollen, sonst hätte es keine Förderung vom Staat gegeben weil es genügend Kraftwerke gibt.
 
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Die Mittel- und Grundlast wird immer mehr von Gaskraftwerken bedient,
Aus welchen Quellen kommst Du zu dieser Erkenntnis?

So wie ich das sehe, werden die eigentlich hauptsächlich aus "schnelle Eingreiftruppe" benutzt - immer dann wenn die EEG nicht zur Verfügung stehen!
 
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Ich bin zuständig für die Primärtechnik mehrerer Region. Neubau, Instandthaltung, Störungbeseitigung.
Habe früher Elektriker gelernt und bin dann den akademischen Weg gegangen, habe auch schon Kraftwerke in Betrieb genommen, Schwerpunkt Schwarzstartfähigkeit/ Notstromversorgung.

Die Dieselkraftwerke sind alle Schwarzstartfähig und würden im Netz die Frequenzregelung übernehmen, dann würden die größeren Kraftwerke nach Spannungsebene anfahren, die brauchen meist 6kv - 20kV für den Eigenbedarf (Frischlüfter, Saugzug, Speisepumpen usw).
Es gibt auch Firmen wie die Salzgitter AG die haben Schwarzstartaggregate die 6kv erzeugen, die würden dann ihre Antriebe selbst versorgen, die Kessel mit Öl anfahren (Tanks) und dann auf Gas umstellen können.
Die meisten Gaskraftwerke können auch mit Öl betrieben werden, was für solche Fälle in Tanks gelagert wird.

Ich weiß nicht warum man hier gleich so angefahren wird, aber das ist dein Thema @wernerzwo, wie ich an deinen Reaktionen zu dem Thema bemerke .Im Endeffekt kannst du glauben was du möchtest. Ich wollte nur aus erster Hand berichten weil ich was sinnvolles zu dem Thema beitragen kann.
Aber nichts ist 100% gesichert, auch unser Netz nicht.

Zu den E-Autos:
Du meinst bivalentes laden oder in Neudeutsch Vehicle to Grid, kann kein deutsches Auto ist aber meiner Meinung nach der einzige Grund sich ein E-Auto zu kaufen, soll aber noch in den 202Xer möglich sein. Wir hatten da schon Studien mit Flotten von 200 Fahrzeugen (VW UP!) die als Speicher für Versorgungsspitzen gedient haben, Mittags wenn die Solaranlagen volle Leistung hatten geladen und Abends wenn Mutti gekocht hat ist es dann in das Netz zurück geflossen.
Du kannst dann z.B. im Auto festlegen wieivel Speicher du mind. brauchst und mit dem Rest arbeitet dann das Netz.

Ein studierter Elektriker, welcher offenbar Probleme hat mit der Benutzung der elektrischen Einheiten ist für mich trotzdem noch immer "unprofessionell"!

kv - gibt es nicht
kV (Kilovolt - als Angabe der Spannung)
kVA (Kilovoltampere - Angabe für die Scheinleistung)

Den Deine Sätze oben ergeben nur einen Sinn, wenn man kVA benutzt.

Und wie Du auf die Idee kommst, daß alle Dieselkraftwerke schwarzstartfähig sind, musst Du mir ebenfalls erklären! Und zeitgleich dann auch noch netzfähig???

Wie Du die untereinander synchronisieren willst, wenn die Dinger grundsätzlich als schwarzstartfähige Notstromaggregate konzipiert sind. Ein Freund von mir baut gerade sein Wasserkraftwerk in diese Richtung um, daher bin ich ein wenig in der Materie drinnen und weiß was da alles dahinter steht.

Aber ich glaube einfach was ich will... 😈
 
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Zu den E-Autos:
Du meinst bivalentes laden oder in Neudeutsch Vehicle to Grid, kann kein deutsches Auto ist aber meiner Meinung nach der einzige Grund sich ein E-Auto zu kaufen, soll aber noch in den 202Xer möglich sein. Wir hatten da schon Studien mit Flotten von 200 Fahrzeugen (VW UP!) die als Speicher für Versorgungsspitzen gedient haben, Mittags wenn die Solaranlagen volle Leistung hatten geladen und Abends wenn Mutti gekocht hat ist es dann in das Netz zurück geflossen.
Du kannst dann z.B. im Auto festlegen wieivel Speicher du mind. brauchst und mit dem Rest arbeitet dann das Netz.

Auch hier ist der Vater des Gedankens eher eine Wunschvorstellung!

In Deutschland gibt es ca. 40 Millionen PKW. Nehmen wir an, davon wären 50% "VtG-ready"-eMobile mit je 50 kWh nutzbarer Batterie-Kapazität. Wenn man 20% davon für Netzanwendung zur Verfügung stellt, dann wären es je Auto 10 kWh, die man für VtG zur Verfügung stellen könnte.

Jetzt die absolut unrealistische Annahme, ALLE Autos stehen mit mindestens zur Hälfte geladener Batterie daheim an der Station (die natürlich auch VtG unterstützen muss). Dann könnten diese 20 Mio. Autos in Summe 200 Mio. kWh = 200 GWh Gesamtkapazität zur Verfügung stellen.

Bei den feuchten Träumen der Grünen mit 100% EEG wären das bei einer Residuallast von 50 GW (was in Deutschland etwas verbraucht wird) gerade mal vier Stunden, welche man zur Überbrückung einer Dunkelflaute zur Verfügung hätte. Und die meisten Fahrzeugbesitzer könnten anschließend vermutlich keine 100 km mehr fahren, wenn das Fahrzeug zu Beginn der Flaute nicht gerade zu 100% geladen war. Klingt für mich daher eher wie Phantasien!

Aber wie Du so schön sagtest: Ich glaube was sich will...
 
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Sagen wir mal so..... Wenn ich bei einem Netzbetreiber arbeiten würde .... Dann würde ich auch die Meinung verbreiten , das unsere Energieversorgung sicher sei 😉

Mir wird man jetzt entgegen halten , das ich behaupten müsse das die Versorgung unsicher sei , weil ich bei einem Hersteller für Notstromanlagen arbeite . 😆
 
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