Goldeinlagen ..

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#1
Inspiriert durch die "Goldene Kammerstengelkugel", die gerade im Heym-Thread Thema ist, habe ich eine Frage, die mich schon länger interessiert.

Abgesehen davon, ob man nun goldene Kugeln an einer Waffe braucht oder nicht, mir geht es um die technische Realisierung einer Goldeinlage.
Oder einfacher ausgedrückt: Wie wird das genau gemacht?

Nehmen wir zum Beispiel einen umlaufenden Ring an der Laufmündung. Ich gehe mal davon aus, dass da niemand eine Nut einsticht und mit Gold ausgiesst. Oder einen Draht hineinklöppelt und den Stoss verlötet.

Würde mich freuen, wenn es mir jemand erklären könnte! :)
 
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#2
servus

Inspiriert durch die "Goldene Kammerstengelkugel", die gerade im Heym-Thread Thema ist, habe ich eine Frage, die mich schon länger interessiert.
....

Würde mich freuen, wenn es mir jemand erklären könnte! :)
die Form eines Tierstückes wird aus der Goldplatte ausgeschnitten und auf die Basküle übertragen.
Dann wird der Grund ausgehoben, der Rand mit einem Schwalbenschwanz unterstochen, so dass das Tierstück in den ausgehobenen Grund passt. Das ausgesägte Tierstück wird eingelegt, etwas niedergeklopft, so dass es sich unter Schwalbenschwanzfassung verspreizt.
Nunmehr wird der Rand wieder nach unten geklopft, wodurch das Tierstück seinen endgültigen Halt findet.
Die Ränder werden eben gefeilt und das Tierstück ausgearbeitet.

Beim umlaufenden Rand wird der Grund ausgestocken, ein beidseiter Schwalbenschwanz gestochen, der Goldraht eingelegt und etwas niedergeschlagen.
Die Ränder mach unten klopfen, überfeilen, Rest ausarbeiten.
 
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#3
servus



die Form eines Tierstückes wird aus der Goldplatte ausgeschnitten und auf die Basküle übertragen.
Dann wird der Grund ausgehoben, der Rand mit einem Schwalbenschwanz unterstochen, so dass das Tierstück in den ausgehobenen Grund passt. Das ausgesägte Tierstück wird eingelegt, etwas niedergeklopft, so dass es sich unter Schwalbenschwanzfassung verspreizt.
Nunmehr wird der Rand wieder nach unten geklopft, wodurch das Tierstück seinen endgültigen Halt findet.
Die Ränder werden eben gefeilt und das Tierstück ausgearbeitet.
Jo. Danke Dir! Das kann ich nachvollziehen.

Beim umlaufenden Rand wird der Grund ausgestocken, ein beidseiter Schwalbenschwanz gestochen, der Goldraht eingelegt und etwas niedergeschlagen.
Die Ränder mach unten klopfen, überfeilen, Rest ausarbeiten.
OK. Prozedere wie oben. Aber wie bekommt man den Stoss so präzise hin, dass man nix davon sieht? Nur durch Verdichtung?
 
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#4
Oben wurden die "Billigversionen" beschrieben.
noch billigere ist: mit Lack abdecken und galvanisieren.
Ein Graveur hat mir beschrieben:
"Die Kontour vorzeichnen und dort Schwalbenschwänze einstechen, danach mit Golddraht ausfüllen , flachklopfen zu einer Fläche,
und diese Fläche dann zum Tierstück modellieren"
das dauert - und kostet entsprechend.
hält aber auch.
Die US-Jubiläums-"Raritäten" sollte man ungeschossen lassen.
P.:)
 
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#5
servus

....


OK. Prozedere wie oben. Aber wie bekommt man den Stoss so präzise hin, dass man nix davon sieht? Nur durch Verdichtung?
einen Stoß gibt es insofern nicht, da ja das Gold unter den es danach überlappenden Rand der Fassung getrieben und durch niederklopfen des Randes abgedeckt wird.
 
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#6
servus

Oben wurden die "Billigversionen" beschrieben.

:what:

Ein Graveur hat mir beschrieben:
"Die Kontour vorzeichnen und dort Schwalbenschwänze einstechen, danach mit Golddraht ausfüllen , flachklopfen zu einer Fläche,
und diese Fläche dann zum Tierstück modellieren"
das dauert - und kostet entsprechend.
hält aber auch.
Die US-Jubiläums-"Raritäten" sollte man ungeschossen lassen.
P.:smile:
und in was unterscheidet sich nun meine, stark vereinfachte, Beschreibung :what:

Mit nur Schwalbenschwänze einstechen" erreichst Du genau gar nichts, ausser zwei schräg eingehämmerten Nuten.

Z u e r s t wird in jedem Falle das Bett gestochen.
Da gibt es verschiedene Techniken.. entweder rein von Hand oder mittels Hammer, mit dem jeweilig dazu passenden Stichel.

Irgenwo muss die Goldeinlage, die ja nicht umsonst deswegen so heisst, ihren PLatz finden...
 

steve

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#7
Bärentöter meinte glaube ich die "Techniken" im Eingangsposting.;-)
 
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#8
servus

Bärentöter meinte glaube ich die "Techniken" im Eingangsposting.;-)
zur Erinnerung ;)

Der Schmelpunkt von Gold liegt bei 1064° ..... die folgende, wie auch die weitere, Annahme ist also goldrichtig :thumbup:

Nehmen wir zum Beispiel einen umlaufenden Ring an der Laufmündung.

Ich gehe mal davon aus, dass da niemand eine Nut einsticht und mit Gold ausgiesst.

Oder einen Draht hineinklöppelt und den Stoss verlötet.
eine, die wohl billigste!, Technik ist, wenn man die Goldeinlage mit Sekundenkleber in das dafür vorgesehene Bett klebt.

Gibt es... hab ich selbst schon gesehen :biggrin:

edit meint, dazu muss ich nicht mal eigene Fotos einfügen.. ein Klick -->> reicht schon aus ;)

In der Bilderfolge sieht man das Beschriebene recht deutlich

Klick -->>
 
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#9
In der "Billigversion" wird das Tierstück als Komplett-Teil in einer Vertiefung eingelötet, oder - noch billiger - eingeklebt.
Meister - wie Kaufmann - legen einzelne Drähte flächendeckend ein und formen daraus die Skulptur.
P.:)
 
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#11
Jo. Danke, wieder eine Menge gelernt. Was mir immer noch "nicht in den Kopp will": So ein Draht hat ja zwei Enden. Also wie 'ne Wurst ... Unterstechen, Schwalbenschwanz, Rand usw. alles klar.

Aber wenn ich jetzt (bin immer noch beim umlaufenden Ring an der Laufmündung) durch die Art des Vorgehens keinen stumpfen Stoss im üblichen Sinne habe, dann muss es ja eine Überlappung geben. Und wie bekommt mann das unsichtbar ohne z.b. zu schweissen?
Nicht, dass Mudders mir beim Wienern mit dem Fingernagel das Gold rausfrickelt ...;-)
 
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#12
....

Und wie bekommt mann das unsichtbar ohne z.b. zu schweissen?
Nicht, dass Mudders mir beim Wienern mit dem Fingernagel das Gold rausfrickelt ...;-)
durch das Übereinderlappen und verklopfen ergibt sich eine Verbindung.. löst sich nicht mehr

Zudem sind die Überhgänge so hauchdünn, da fällt nichts raus und Mutter schafft es nicht, etwas davon heraus zu frickeln.

Sie findet ja die Überlappungen nicht ;)


 
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#13
durch das Übereinderlappen und verklopfen ergibt sich eine Verbindung.. löst sich nicht mehr

Zudem sind die Überhgänge so hauchdünn, da fällt nichts raus und Mutter schafft es nicht, etwas davon heraus zu frickeln.

Sie findet ja die Überlappungen nicht ;)

...Welche Abmessung haben die Schwalbenschwänze ungefähr (ja, kommt auf den Draht an) - Tiefe und Flankenwinkel. Ich kann mir das filigrane gerade nicht so recht vorstellen. Das alles mit dem Stichel auszuarbeiten!!?? Hut ab vor dem der es kann. Handwerk eben.

Waidmannsheil

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#14
Da gibts natürlich keinen definierten Flankenwinkel das macht der Graveur ja von Hand. Es geht nur um den Formschluß nachdem der Golddraht reingetrieben wurde, Winkel ist relativ egal.

Zum Stoß: Gold ist ja weich, da macht man den Draht minimalänger verstaucht alles , überarbeitet es dann sieht man da garnix mehr.
 
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#15
servus

...Welche Abmessung haben die Schwalbenschwänze ungefähr (ja, kommt auf den Draht an) - Tiefe und Flankenwinkel. Ich kann mir das filigrane gerade nicht so recht vorstellen. Das alles mit dem Stichel auszuarbeiten!!?? Hut ab vor dem der es kann. Handwerk eben.

Waidmannsheil

Vogtländer
dazu kann ich Dir jetzt leider keine genauen Abmessungen geben.
Sicher ist nur, es gibt Differenzen ;)

Aber diese sind beim versierten Waffengraveur recht klein...
 

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