Heft 15/2020, Seite 11, "Nicht Ausspülen?"

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#31
Das Hauptübel ist das Abziehen des
Wird leider vielfach noch so gelehrt, mit einem Ratsch von der Drossel bis zum Waidloch alles rausrupfen. Wenn man das Zwerchfell abschärft und nicht reißt, und das Bauchfell drinläßt (bei sauberen Schüssen), muß man halt dran denken, die Brandadern aufzuschärfen, damit die Keulen gut ausschweißen können.
 
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#32
Trotzdem sollte der Tenor des Artikels mal dargestellt werden...
CdB
Ich nenne es mal die Quintessenz des Artikels und verkürze den Schlusssatz mit meinen Worten: Behandlung mit Wasser (also das Ausspülen) begünstigt die Verteilung von Bakterien auf dem Wildkörper.
Darunter verstehe ich, dass man den Wildkörper nicht mit Wasser ausspülen soll.
In der Untersuchung ging es um die Keimbelastung der Filets und Keulen.
Wenn man das Schloss beim Aufbrechen nicht öffnet, könnte man ja sagen, dass es nur um die Belastung der Filets geht.

Ich war halt nur überrascht, dass dieses Untersuchungsergebnis bzw. die Empfehlung nicht kommentiert wurde.
Gruss, DKDK.
 
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#33
Tenor ist mMn dass Wildbret in den Wildretverarbeitungsbetrieben grundsätzlich eine so geringe Keimbelastung aufweist, das man auf Spülen verzichten kann.
Auf problematische Treffer ist dabei nicht eingegangen worden, womit sich der Verzicht schon relativiert.
Außerdem würde der Vorgang des Spülens nur dann zu dem Ergebnis führen

Behandlung mit Wasser (also das Ausspülen) begünstigt die Verteilung von Bakterien auf dem Wildkörper.
...wenn dies von ungeschultem Personal durchgeführt wird.
Nur beides zusammen führt zur genannten Keimverlagerung.

Die steigende Keimbelastung durch Zeit, Stärke des Stücks, ungeschickte Handhabung ... wurde nicht betrachtet, nur am Rande erwähnt.

Es spricht somit weiterhin nichts dagegen seinen eigenen Kopf zu nutzen und gegebenen Falls mit weichem Strahl Verunreinigungen zu entfernen. Technik wie im Beispielbild des Artikels (Spritzdüse) verwendet aber genau das Personal welches als ungeschult bezeichnet wird.


CdB
 
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#34
Ich bin z.B. einer, der immer ausspült - aber nicht mit Hochdruck. Ich denke es kommt auf viele Faktoren an.

1. Schuss - wenn der schonmal Mist ist, dann kann das doch schonmal nichts mehr werden. Wenn jemand Schlund oder Gescheide, Pansen etc. mitnimmt... da brauch ich keine Petri Schale um rauszufinden, dass die Keimebelastung hoch wird.

2. Aufbrechen (und die Zeit die bis dahin vergeht!).
Ich halte diese so kurz wie möglich (Wildkammer im Revier). Aufbrechen im Hängen, auf dem Boden muss nicht sein.

3. Ordentliche Schnitte, kein Gefummel, kein Eröffnen von Organen, Ringeln bei jeder Schalenwildart.

4. Alles in einem Rutsch raus und dann kurz mit Wasser nachspülen, kein Wasser im Bereich des Schusskanals. Also den Schweiss aus den Brandadern spül ich ab, die drück ich auch immer vorher gut aus.
 
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#35
Nachschlag:
Insgesamt finde ich den Artikel und die getroffene Aussage bestenfalls grenzwertig!

Es wurden 37 ! Stück Schwarzwild untersucht.
Die Untersuchung fand vor der Fleischreifung statt. Ein Vergleich zwischen vor und nachher ergibt sich nicht aus dem Artikel.

Es mag also jeder seine eigenen Schlüsse ziehen, für mich ist das ein Sommerlochartikel.


CdB
 
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#36
Sauberer Kammerschuss, im Hängen aufgebrochen: Der Bauchraum wird nicht ausgespritzt, nur der Brustraum bis zum Zwergfell.
Weidwundschuss auch im Hängen: Zuerst ausspülen bis das Wasser fast sauber rauskommt. Das Bauchfell sofern nicht im Nierenbereich zerschossen schützt die Filets. Dann wird der Schusskanal ausgeschnitten und am Schluss das in der Regel verschmutzte Bauchfell abgezogen.
Das Hauptübel ist das Abziehen des Bauchfells und dann erst Ausspritzen, da kommt der Dreck dann richtig schön an die Filets und wird mit Hochdruck in jede Ritze reingespritzt.
Der Begriff Zwergfell hat mich schon immer fasziniert 😂
 
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#37
Hi,

das meiste wurde schon richtig bemerkt, ich versuch ‚s nur gering erweitert zusammenzufassen:

grottenschlecht ist es, jedes Stück Wild nach Hauruck-Rausreißen von Schlund bis After auch noch mit Wasser aus nem normalen Gartenschlauch und gar noch mit Wasserdruck auszuspritzen. Ich kenne die völlig vergrünten Lenden und Keulenanschnitte am 3. Tag nach Kühlung und habe so ein Stück niemals verkauft sondern alle „notzerlegt“ für mich selbst.

Man muss am liegenden Stück schauen, welche Aufbrechmethode hier adäquat ist. Und bei Leber-Pansentreffer entferne ich die gesamte Bauchdecke mitsamt den grünen Hämatomen, lasse die Finger vom Zwerchfell, von den Nieren ( Retroperitoneum auf Lenden) und ringle erstmal nicht. Dieses Stück hänge ich sodann Haupt nach oben auf, spritze die Reste der Bauchhöhle nun mit Trinkwasser aus einem geeigneten hygienischen Schlauch kurz aus. Und trockne sofort das gesamte Wasser mit Küchenkrepp ab, dann Brustraum öffnen, alles raus, ringeln. Drin bleiben die Nieren und auch das Schloss bleibt zu.
Bei gutem Kammerschuss häng ich das ganze Stück mit den Hinterläufen auf, trenne das ausgestrichene Sigma reißend ab, verknote es analwärts, öffne das Bustbein , schaffe mich auf den Nieren zum Zwerchfell vor und durchtrenne das und lasse dann alles in die Kiste sausen mit hängender Speise- und Luftröhre. Falls ich auf Speiseröhreninhalt im Brustbereich stoße, spüle ich auch hier gezielt kurz mit Wasser - und tupfe wieder alles mit frischem Küchentuch trocken. Danach Halsschnitt, Rest raus.
Und ansonsten ist Wasser immer schlecht. Nässe ist bakterienfördernd, unter Druck in Taschen eingespritztes Wasser ist immer eine folgenschwere Tat an Träger, an Schusskanal, an Lenden und an geöffneten Adduktoren am Schloss.
Ordentlicher hygienischer Schlauch und massenhaft Küchenkrepp gehören aber zu jedem Wassereinsatz bedingungslos hinzu, und daran fehlt es den „Profis“ bei den meisten Drückjagd-Streckenplätzen draußen genauso wie am absolut notwendigen Händewaschbecken. Vor allem aber: sie reißen die Zwerchfellpfosten und Nieren raus, öffnen meistens alle STücken völlig unnötig das Schloss und spritzen jedes Stück sinnlos nass.
Dass dies jetzt mal kritisiert wird: längst überfällig.
Ich würde kein zerlegtes Reh bei „einem Jäger“ kaufen, lasse auch nur einen einzigen Jäger ein Stück aus meinem Revier versorgen. Ansonsten möchte ich dabei sein oder...Erleger nimmt es mit nach Hause.
 
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#39
Sauberer Kammerschuss, im Hängen aufgebrochen: Der Bauchraum wird nicht ausgespritzt, nur der Brustraum bis zum Zwergfell.
Weidwundschuss auch im Hängen: Zuerst ausspülen bis das Wasser fast sauber rauskommt. Das Bauchfell sofern nicht im Nierenbereich zerschossen schützt die Filets. Dann wird der Schusskanal ausgeschnitten und am Schluss das in der Regel verschmutzte Bauchfell abgezogen.
Das Hauptübel ist das Abziehen des Bauchfells und dann erst Ausspritzen, da kommt der Dreck dann richtig schön an die Filets und wird mit Hochdruck in jede Ritze reingespritzt.
Und nach Möglichkeit mit 3-4 Bar Druck falls überhaupt ein Druckminderer eingebaut wurde. :eek:
 
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#40
Wenn's nur trinken gewesen wäre... Der POTUS hat injizieren vorgeschlagen. Realsatire vom Feinsten. Himmel hilf!
Injektionslösung (Whiskey, Bier, Wein) aber bitteschön intraoral !
So werden die Eintrittspforten (Schleimhäute) desinfiziert !
Grüße + WMH Olli
PS: diese ganze Keimfreihysterie finde ich langsam zum Kotzen....es freuen sich Morbus Cron, Colitis, Neurodermitis und alle ihre Freunde in der Autoimmunrunde....
der Mensch braucht Bakterien und Viren zumindest in homöpatischer Dosis....was er nicht braucht ist Dünnschiss von verunreinigtem/verdorbenen Wildpret.....!
 
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#41
....vielleicht noch wichtig zum Schlauch:
nur lebensmittelechte Trinkwasserschläuche darf man an Lebensmittel ranlassen...
Frage mich nur wie die Menschheit Jahrhunderttausende überlebt hat ohne sterile Schläuche ??? ....wir haben übrigens vor 3 Wochen beim Wandern in den Bergen, gemeinsam mit Dackelchen aus Bergbächen/Waldbach, getrunken.....ohne Probleme .....sogar die abgefüllten Trinkflaschen haben wir unterwegs geleert.....rülps.....war lecker.....auch ohne Chlor !!!!
PS: Wie löst Du eigentlich das Problem mit Bakteriensporen in der Luft (sind nämlich überall ??)
Grüße +WMH Olli
 
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#43
Frage mich nur wie die Menschheit Jahrhunderttausende überlebt hat
Oft sehr schlecht. Gerade aufgrund mangelnder Hygiene. 1892 sind in Hamburg 17000 Menschen an Cholera erkrankt, davon 8600 verstorben.
War auch nur Wasser....;)

Wie löst Du eigentlich das Problem mit Bakteriensporen in der Luft
Muss man nicht. Man muss nur Wissen, das es viele Bakterienspezies gibt und vermeiden mit den "krankmachensten" übermäßig in Kontakt zu kommen.
Sonst dürftest Du auch keinen Joghurt essen.....
 
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#44
vielleicht gibts noch andere wichtige Faktoren.... kühlen, weiterverarbeiten... Wenn ich schon weiß, es gab ein bisschen Matschepampe, dann sollte ich das Stück auch nicht so lange hängen lassen und beim Verarbeiten großzügig wegschneiden. Vielleicht auch auf Bratwurst verzichten und lieber Presskopf draus machen.
 
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#45
@ knalltrauma: meine Fragen/Antworten waren nicht zum Analoglesen bestimmt.....eher rhetorisch.....!!
Und wer genau liest merkt dass ich "Hygienehisterie" ablehne , weil es eben doch nicht ohne Bazilllus und Co geht.....auch haben Cholera-/Typhus und Co nichts mit einem gesunden Umgang mit Dreck zu tun.....wo also fandest Du den Widerspruch ???
Grüße +WMH Olli
 
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