Hegemaßnahmen für Enten

Anzeige
Mitglied seit
16 Mrz 2008
Beiträge
6.019
Gefällt mir
1.027
#46
Das ist erschreckend, zumal für mich völlig überraschend und das bereits seit 15 Jahren:rolleyes:
Hier sind die Entenstrecken sehr stabil eher steigend (Hege) Raubwild wird stark bejagt.
Waschbär und Mink kein Problem 1-2 pro Jahr auf knapp 3000Ha. Fischotter in Massen,
Enoks immer mehr. Man muss halt auch sagen die Enten haben perfekte Biotope (leider auch der Kormoran) , Stauseen, Donau, Begleitgewässer und eine Unzahl an zum teil großen Fischteichen.
Gänse - Null.
Bei Enten meint doch jeder, der einen noch so kleinen Teich sein eigen nennt, dass man da so oft wie möglich Strecke machen darf - wo die Enten, die da erlegt werden, eigentlich herkommen, dafür interessiert sich niemand.

Leider muss man es einmal so deutlich schreiben, aber für die meisten Jäger erschöpft sich Enten-"Hege" darin, möglichst regelmäßig und viel Futter ins Wasser zu kippen. Wie dann gejagt wird, habe ich oben schon beschrieben.

Das geht eine ganze Zeit lang gut, aber wie man an der Streckenentwicklung sieht, sind wir auch da schon stark auf einem absteigendem Ast. Schade!
 
Mitglied seit
16 Mrz 2008
Beiträge
6.019
Gefällt mir
1.027
#47
.., wie ist die Verankerung, und die Anpassung an den Wasserstand/Wind? Wie hast du das gelöst?
(Fischotter ??)
Ich habe zwei Stricke auf beiden Seiten des Teiches festgebunden. Dadurch hat die Insel noch soviel Spiel, dass sie bei sinkendem Wasserstand noch beweglich ist, aber nicht ans Ufer treiben kann.

Andere Idee wäre, einen Kanister mit Zement zu füllen und die Insel daran zu verankern. An dem Kanister einen Strick lassen, mit dem man ihn (und damit auch die Insel) wieder an Land ziehen kann.
 
Mitglied seit
16 Mrz 2008
Beiträge
6.019
Gefällt mir
1.027
#48
Wenn der Brutplatz nicht so liegt, dass ihn der Fischotter nicht erreichen kann, wird er ihn auch auf den Inseln finden. Da helfen nur die Brutkäsen auf Pfählen die gegen Hochklettern geschützt sind. Diesen finden wieder die Krähen interessant. Nachdem die Küken ja viel im Wasser sind, gehts da mit den Verlusten weiter. Entenhege heute ist die Quadratur des Kreises. Bei Fasan und Rebhuhn kann man mit Prädatorenreduktion leichter was erreichen wie bei den Enten. Irgendwie müssen sich die drastisch gesunkenen Strecken ja erklären.
Früher hatte ich mit diesen Schwimminseln auch sehr gute Erfolge. Es gab keinen Otter und keinen Mink. Der Mink geht ja gern auf die Floße mit den Fallen. Ratten sind in viele Gewässern das zusätzliche Problem. Waschbär haben wir bei uns nicht. Vorallem wenn die Enten intensiv gefüttert werden um sie vielleicht besser ans Brutgewässer zu binden.
Mit meinen geplanten Entenbrutkästen ist es nichts geworden wegen Corona.
Fischotter und Mink habe ich hier nicht (bzw. nicht nachgewiesen), und der Waschbär scheint auch noch weit.

Klar, gegen Ratten muss man regelmäßig was machen.
 
Mitglied seit
5 Jan 2020
Beiträge
19
Gefällt mir
41
#51
Waschbär und Mink ist bei uns kein Thema. Bei uns sind eher Ratten, Graureiher, Fischotter und, wenn man dem Anglerlatein Glauben schenkt, der Huchen ein Thema ;)



Mein geplantes Hegekonzept:
Einteilung der Gewässer in Jagd- und Ruhezonen sowie Brutgebiete, Futtergabe über Kirrautomaten, Futter etwa 20cm unter Wasser.

Brutgebiete: kleine Rinnsale oder Weiher die mit South Dakota-Hen-Houses aufgebessert werden sowie Verbesserung der Deckung entlang der Ufer mit Weidenstecklingen

Ruhezonen: Gewässer mit guter Deckung und Ruhe, Futtergabe eine Stunde vor Sonnenuntergang. (eventuell ein niedriger Zaun in Kombination mit Kastenfallen)

Jagdzonen: gute Deckung für die Jäger, leichter Zugang zum Ufer und Futtergabe eine Stunde vor Sonnenaufgang, Lockjagd aus dem (Weiden)Schirm in den Morgenstunden- Tarnung vom Scheitel bis zur Sohle obligat

Rattenköderboxen: eine Box je 10ha um die Gewässer (über alle Zonen)

Derzeit stehen wir vor der Jagdsaison bei einem Bestand von etwa 60 Enten - konstruktive Kritik ist erwünscht!
 
Mitglied seit
14 Feb 2006
Beiträge
8.907
Gefällt mir
13.814
#52
Waschbär und Mink ist bei uns kein Thema. Bei uns sind eher Ratten, Graureiher, Fischotter und, wenn man dem Anglerlatein Glauben schenkt, der Huchen ein Thema ;)
Theoretisch kann jeder große Fisch Küken rauben. Vom Huchen habe ich das noch nicht gehört. Ich fing mal eine starke Bachforelle mit so 45 cm. Die hatte einen dicken Bauch. Ihr Maul war irgendwie zerfranst, zerbissen wie wenn sie jeden Tag einen Haken drin hat. Ich schneid in der Küchenspüle den Fisch auf und es kommt eine richtig schöne fette Schermaus zum Vorschein. In dem Moment kam meine Freundin. Ich musste geistesgegenwärtit die Schermaus in die Hosentasche stecken, sie hätte sonst nie mehr Forellen gegessen.


Mein geplantes Hegekonzept:
Einteilung der Gewässer in Jagd- und Ruhezonen sowie Brutgebiete, Futtergabe über Kirrautomaten, Futter etwa 20cm unter Wasser.
Die Ruhezonen sind die besten Garanten die Enten im Revier zu halten, wir bejagen von 39 Fischteichen vielleicht 4. Wer grad im Herbst die verschiften Weiher alle auf links dreht, braucht sich nicht zu wundern. Wir jagen nur an Gewässern wo auch optimal nachgesucht werden kann.
Füttern tun wir außerhalb des Winters nicht.


Brutgebiete: kleine Rinnsale oder Weiher die mit South Dakota-Hen-Houses aufgebessert werden sowie Verbesserung der Deckung entlang der Ufer mit Weidenstecklingen
Die Brutkästen liegen in der Garage wegen Corona. Aktionen mit Weidensteckhölzern machen wir schon seit Jahren. Die Mandelweide ist dabei der absolute Hit, die nimmt auch die der Biber nicht.

Ruhezonen: Gewässer mit guter Deckung und Ruhe, Futtergabe eine Stunde vor Sonnenuntergang. (eventuell ein niedriger Zaun in Kombination mit Kastenfallen)
Futtergabe heißt immer auch Kastenfalle, die Ratten ziehen wieder andere Räuber an.


Jagdzonen: gute Deckung für die Jäger, leichter Zugang zum Ufer und Futtergabe eine Stunde vor Sonnenaufgang, Lockjagd aus dem (Weiden)Schirm in den Morgenstunden- Tarnung vom Scheitel bis zur Sohle obligat
Gewässer die leicht bejagt werden können. Früher jagten wir auch viel am Bach. Die Enten wurde immer schnell abgetrieben und beim Abendstrich konnte nicht sofort der Hund reingelassen werden. Wir hatten schon manchmal den Bachlauf mit einen Fischschleppnetz abgesperrt. Jetzt gehen wir den Bachlauf nur ein oder zweimal im Jahr ab, wenn das Laub herunten ist, da dort viele Spaziergänger unterwegs sind. Geht nicht bei hohem Wasser, die Enten sehen uns zu früh.

Rattenköderboxen: eine Box je 10ha um die Gewässer (über alle Zonen)
Mach Dich auf was gefasst was die verputzen

Derzeit stehen wir vor der Jagdsaison bei einem Bestand von etwa 60 Enten - konstruktive Kritik ist erwünscht!
Enten lassen sich zur Brutzeit nicht in unendlicher Dichte halten. Es gibt massiv Ärger durch die Erpel wenn ein Teil der Enten brütet. Ich hab rausgefunden dass so 80 m das Minimum zwischen zwei Brutkästen sein sollten.
 
Mitglied seit
5 Jan 2020
Beiträge
19
Gefällt mir
41
#53
...Wir jagen nur an Gewässern wo auch optimal nachgesucht werden kann.
Dieser Satz gehört nochmal hervorgehoben. Das ist auch ein Grund warum ich die Entenjagd von der Abenddämmerung auf den Morgen verlegt habe.

Die Mandelweide ist dabei der absolute Hit, die nimmt auch die der Biber nicht.
Danke für den Tipp, ich hätte sonst wegen der Robustheit die Purpurweide eingeplant- unseren besten Jagdplatz hat leider der Biber fest im Griff.

Mach Dich auf was gefasst was die verputzen
Da dieser Teil schon umgesetzt ist hab ich das schon mit Erstaunen festgestellt. Das hatte bei uns bisher gefühlt den größten Einfluss der umgesetzten Maßnahmen. Von November bis Februar waren die Boxen aber nahezu unberührt...


Leichtes OT: Gibt es für Blässhühner (oder anderen Entenarten abseits der Stockente) spezielle Maßnahmen? Bis vor wenigen Jahren hatten wir einen kleinen Bestand Blässhühner- mit aufkommen des Bibers ist dieser Verschwunden.
 
Mitglied seit
14 Feb 2006
Beiträge
8.907
Gefällt mir
13.814
#54
Ein Bekannter hatte einen Ententeich. Als der Biber dort ankam, gingen die Enten zurück. Nach seiner Meinung lieben sie das Herumgepaddel nicht. Aus Bulgarien kenne ich aber das Gegenteil. Ein hoher Nutriabesatz und die Enten schließen sich dort nicht aus.
Mit Ausnahme der Schellente die auf Bruthöhlen angewiesen sind, haben vorallem kleinere Arten mit der Wassertiefe zu kämpfen. Sagen wir eine Stockente kommt beim Gründeln 30 cm runter, dann ermittelst mal die Fläche. Eine Krickente kommt vielleicht 20 cm nach unten. Was bleibt für diese Arten.
In CZ brütet die Schnatterente in abgesoffenen Mais- und Rapsfeldern... IMG_2004.JPG
Da stört niemand. Kein Hundehalter, kein Spaziergänger. Flachwasserzonen fehlen bei uns hinten und vorne..Und Ruhe! Wir haben doch nur einen großen Schrebergarten wo jeder qm von irgendjemand beansprucht wird.
 
Mitglied seit
7 Jul 2008
Beiträge
3.746
Gefällt mir
2.761
#55
Leichtes OT: Gibt es für Blässhühner (oder anderen Entenarten abseits der Stockente) spezielle Maßnahmen? Bis vor wenigen Jahren hatten wir einen kleinen Bestand Blässhühner- mit aufkommen des Bibers ist dieser Verschwunden.
Blässhühner würde ich nicht besonders fördern, die Luder sind außerordentlich zänkisch und verleiden den meisten Entenarten das brüten.

Bausaujäger
 
Mitglied seit
14 Feb 2006
Beiträge
8.907
Gefällt mir
13.814
#56
Bläßhühner kann man nicht fördern, im Sinne höherer Dichte. Sie sind wie viele Wasservögel nur zur Brutzeit auch untereinander sehr zänkisch. Im Winter bilden sie große Schwärme und sindd sehr verträglich. Ich hatte mal ein Wasserwildrevier mit 8 ha Wasser, aufgeteilt auf versch. Flächen aber meist angrenzend. Hab dort für mich immer eine Brutvogelkartierung bei Bläßhuhn, Stockente, Reiher- und Tafelente gemacht. Leider damals noch ohne digitale Kamera.
Blässhühner sind stark zurück gegangen. Früher haben wir im Maintal noch große Bläßhuhnjagden gemacht. Je sauberer die Gewässer umso weniger Blässen gibt es.
Prädation spielt sicher auch bei Blässhühnern eine große Rolle. Bei mir war es damals der Hecht. Der Bruterfolg auf diesen Gewässern war am Schluss fast Null. Dann haben wir den Biotopteich mit 2,8 ha mit 20 Inseln, hohen Umlaufgraben, Flachwasserzonen abgefischt und für 2500 DM Fische verkauft, ohne das welche gesetzt wurden. Es waren viele große Hechte drin. Nach Entnahme der Hechte und eines Wallers hatten die Bläßhühner im Folgejahr wieder ca. 5 Junge im Schnitt.
 
Mitglied seit
27 Jan 2006
Beiträge
10.769
Gefällt mir
821
#57
Hier macht der Adler noch richtig Rabatz unter der Wasservogelwelt. Aber bei mir und noch mehr im Nachbarrevier sind riesengroße Wasserflächen vorhanden,da spielen die geschlagenen Vögel kaum eine Rolle. Am liebsten greift der sich Graugänse .
 
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Oben