Heideterrier FTW - Schluss mit JGHV Rassismus auch in Niedersachsen

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Das ist relativ selten die Rotte Sauen sondern meistens eher das Rudel Rotwild oder Rehe
Noch ein Wort dazu. Das kommt auf die Rasse und vor allem die Einarbeitung an. Bei Bracken ein extrem wichtiges Thema. Ich sag immer, dem Terrier muß man beibringen, was er nicht jagen soll, der Bracke muß man beibringen, was sie jagen soll.

Positive Verknüpfung mit wehrhaftem Wild, Unterstützung durch den Führer in den Anfängen und Erfolge sind essentiell. Und um Gottes Willen keine negativen Erfahrungen.

Wenn der Hund ausschließlich auf Sauen gehen soll, noch wichtiger. Das funktioniert, auch Bracken können Spaß an Sauen haben, aber es ist kein Selbstläufer, man muß was dafür tun. Angefangen mit der Wahl der Rasse. Da kommt der Kopov ins Spiel, aber ich kenn auch gute Brandl, ADBr, die eine oder andere Olper.
 
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Stimmt, und stimmt auch wieder nicht. Richtig ist, dass bestimmte Erbkrankheiten (z.B. Linsenluxation beimDJT) beim wilden Kreuzen entweder unterdrückt werden oder stärker hervortreten. Ein einfaches Beispiel: die Kurzbeinigkeit des Dackels beruht auf einem Gen-Defekt, der dominant vererbt wird. Man kann einen Dackel kreuzen womit man will - die Nachkommen werden immer kurze Beine haben.
Ob nun bei solchen "Zufallskreuzungen" gesündere Hunde zur Welt kommen - die Chance liegt bei 50%. Genau so wahrscheinlich kann das Gegenteil dabei herauskommen.

Den Heideterrier z.B. gäbe es als Rasse gar nicht, wenn die DJT-Leute nicht so bekloppt ausschliesslich auf Schärfe gezüchtet hätten in den neunziger Jahren. Bis ihnen niemand mehr die Welpen abkaufen wollte, weil man Sorge um die eigenen Kinder haben musste. Dann kam noch eine Erbkrankheit hinzu.

Andererseits ist es aber so, dass wir unsere Jagdhunderassen über die Jahrhunderte dahingehend verändert haben dass wir die Hunde den jeweiligen Anforderungen angepaßt haben. Dem Pudel mit seinem ursprünglich wasserdichten, lockigen Fell verdanken die Pudelpointer ihr Aussehen (und ihre Intelligenz..). Da heute aber kaum noch im Dezember Enten aus dem Wasser zu apportieren sind, wird auf die Eigenschaft des wasserfesten Fells weniger Wert gelegt, andere Eigenschaften treten in den Vordergrund.
So in meinem persönlichen Fall verändern sich meine Dackel. Der aktuelle Wurf hat jetzt, mit vier Monaten, deutlich eine Handbreit Luft unterm Brustbein. Diese etwas hochläufigeren Dackel sind deutlich bessere Stöberhunde als ihre Vorfahren drei Generationen zuvor.

Was ich damit sagen will: unsere Jagdhunde verändern sich in dem Maße, wie sich die Jagd verändert. Nichts ist schlimmer, als wenn ein Zuchtverband (oder gar der JGHV) dies ignoriert und weitermachen will wie bisher. Weil - es kann ja nicht alles falsch gewesen sein, was unsere Vorväter gemacht haben.....

idS Daniel
Oh Schande, ich hab mich vertan. Ich habe den Heideterrier mit dem Westfalenterrier verwechselt! Ich bitte um Nachsicht.
Natürlich gilt das Geschriebene bezüglich Heideterrier / DJT sinngemäss für den Westfalenterrier!

idS Daniel
 
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Was Terrier nach meiner Erfahrung eher machen als Bracken.


Das hängt vom Wild ab. Auf Schwarzwild ja, Rehe eher nein. Ich will keinem Terrierführer zu nahe treten, aber die Nase einer Bracke ist doch in der Regel nochmal ne andere Liga.


Wenn der Terrier nicht weit hinterhergeht, ist das richtig. Das wäre aber bei jeder Rasse die Voraussetzung für diesen Job.


Da sind wir nun wahrscheinlich recht unterschiedlich mit Erfahrungen gesegnet. Ich bin deswegen vom Terrier abgekommen, die gingen einfach nicht weit genug, um eins der wenigen Rehe zu finden und haben sich statt dessen den nächsten Fuchs vorgeknöpft. Wo es viele Sauen hat, ist das was anderes. Für die geht ein Terrier evtl. sogar mal etwas weiter, das will ich nicht ausschließen.

Damit wir mit unseren Vorstellungen von nah und weit nicht völlig aneinander vorbeireden: Luftlinie 3 km vom Stand beim jungen Brack ist locker drin. 600m bis er was findet ebenso. Ne Stunde an einem Stück Rehwild kommt gerne mal vor, wenn's blöd läuft und es nicht erlegt wird. Rot- und Schwarzwild erheblich länger. Der erfahrene Brack/Stöberhund sollte das nicht mehr machen, Stichwort bogenrein.

Beim Terrier hab ich es eher so erlebt, daß er sich von Stück zu Stück hangelt, und so Entfernung zum Stand aufbaut, gern am Ende des Treibens dann den letzten glücklichen Schützen als Taxi requiriert. Während der typische Brack nach jedem Stück erstmal zum Stand zurückkommt.
Wir haben da scheinbar recht andere Erfahrungen was die Hunde/Reviere angeht. So wenige Rehe (also effektiv und ehrlich weniger als 1 Reh/~10ha habe ich glaube ich noch nie erlebt selbst in den sehr scharf bejagten Revieren, wie soll das auch gehen da selbst dort eigentlich jedes Jahr irgendwas zwischen 7 und 15 Rehen auf 100ha fallen) Dafür muss der Hund nicht weit laufen aber eben durch alle Brombeeren kriechen. Wenn die das tun finden die immer ein paar Rehe. Ich habe es häufiger erlebt das auf Jagden wo zu wenig Hunde waren die Bock auf Brombeeren/Dickung hatten selbst Rehwild sehr lange liegen geblieben ist bis doch mal ein Hund vorbei kam der wirklich in die Brombeeren/Dickung ging und sich nicht nur außenrum Wind holte. Und leider auch oft genug das dieser Schlag Hund bei mir nicht vorbei kam :LOL:

(funny because true Story dazu die das Thema doch recht gut beschreibt auch wenn es ein Einzelfall ist, ich saß mal auf einem Stand, 30m unter mir etwa 5m^2 Buchennaturverjüngung, 1,5m hoch, 2 Bracken laufen samt Ihren HF (Treiber) direkt (1m) daran vorbei, 2 Bracken die vom Stand geschnallt waren auch keine 2m dran vorbei. Am Ende des Treibens (etwa nach 2h, diverses Gekläffe und Schüsse später kommt ein DJT angebummelt geht da rein, kurzes Gekreische und er schmeißt ein Schmalreh raus)

Wenn der Wind schlecht steht und das Wild fest liegt hilft manchmal die beste Nase nichts, da müssen die praktisch drüber laufen und jedes Brombeerblatt einzeln umdrehen. Das ist eher die Stärke der Terrier da die in den echt dichten Flächen beweglicher (und Charakterlich häufig etwa härter) sind. Bracken setze ich dort ein wo ich nicht zu viel NV und Brombeeren habe sondern eher großflächige noch nicht gepflegte dichte junge Bestände die sich aber schon selber etwas gereinigt haben wo sich gerne mal ein Rudel Rotwild einstellt. (z.B. Buche 5-10 m hoch) Deshalb braucht man meiner Ansicht nach genau beide Hundearten.

Wenn du wirklich nur dort jagen solltest wo es 2-3 rehe/ 100ha gibt dann mag es mit Bracken und DW reichen. Aber solche Reviere kenne ich nicht. Selbst in den meisten Verjüngungszäunen sind mehr auf die Fläche hochgerechnet:sneaky:.

Ne völlig auseinander liegen wir bei weit und nah nicht, das erlebe ich bei Terriern auch. sowohl das 3km Thema als auch das die 600m suchen bis sie Wild finden. Dazu muss man allerdings ehrlich sagen das die Terrier dann meistens mehr oder weniger eine kalte Spur aus der Nacht abarbeiten und entweder am Ende oder zwischendurch an Wild kommen. Denn im umkreis von unter 600m um den Stand liegt sicher mehr als ein Stück Wild was Hunde die immer wieder erst nach 600m etwas finden dann nicht gefunden haben (oder keine Lust drauf hatten). Obwohl 600m als Radius um den Schützen wo der Hund arbeitet mir eigentlich beim DJ planen schon zu weit sind bis auf bei einzelnen Hunden die dann einen Spezialeinsatzort bekommen. Wenn der Hund 600m Radius um dich gründlich absuchen würde wäre das was anderes. Aber das schafft kein Hund. Das sind über 110ha. Dann könnte ich mit 10 Hunden ja easy 1000ha bejagen. Wenn ein Hund 300m (30 ha) um den Schützen gründlich mehrfach absucht und das Wild dort 1-2 km wegbringt ist mir das deutlich lieber. Und selbst dafür brauch es meistens locker 2 Hunde auf 30ha wenn die dicht sind. Die brauchbaren Hunde gehen eh auch weiter wenn sie da nichts finden/alles weg ist.

Das mit dem Fuchs erlebe ich eigentlich fast nur bei Hunden die Baujagd nicht kennnen und deswegen nicht differenzieren können zwischen Bausender und Weste mit Garmin.
 
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Wenn ein Hund 300m (30 ha) um den Schützen gründlich mehrfach absucht und das Wild dort 1-2 km wegbringt ist mir das deutlich lieber.
Das ist eben der Punkt mit den Bracken. Die suchen nicht gründlich irgendeine FLÄCHE ab, sondern sind auf die letzten Spuren des morgendlichen Einwechselns angewiesen. Die bögeln um den Stand in immer größeren Kreisen und wenn da lang genug kein Stück unterwegs war, setzen sie sich hin und schaun Dich fragend an. Das macht eben den echten Stöberhund aus, der springt auch mal auf Verdacht ins Dicke. Wobei das witzige bei Bracken wieder ist, wenn die an ne Stelle kommen, wo sie schon mal was gefunden haben, wird die beim nächsten mal auf Verdacht kontrolliert. Oder wenn sie beim Angehen des Standes ne frische Fährte geschmeckt haben, läuft man sofort nach dem Schnallen dahin zurück und nimmt die Fährte auf. Hab ich bei meinen Terriers so nie erlebt. Denke, das hat was mit dem Orientierungssinn zu tun. Phänomenales Gedächtnis für Orte.

Mit der Härte und den Brombeeren könntest Du recht haben. Kollege sagt immer, wenn seine Bracke freiwillig in die Brombeeren geht, ist sie auf der Spur. Mit anderen Worten, wenn da keine Spur reingeht, geht sie auch nicht rein.

Alternativ übern Wind natürlich. Aber das ist Zufall, wenn da grad ein Hauch vom liegenden Stück weht und der vorbeilaufende Hund bekommt es mit. Darum sag ich ja, es braucht eigentlich ein paar mehr Stöberhundrassen. Bei den Terriers ist eigentlich auch nur der DJT zuverlässig spurlaut, und was das Arbeiten vom Stand betrifft sind meine Erfahrungen wie gesagt gemischt. Wo es viel Sauen hat, kann das anders sein.
 
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Ich hatte mal ein ähnliches Erlebnis beim Durchgehen im Pfälzerwald zu Beginn meiner Laufbahn als Hundeführer; bin an einem Schützen vorbei, der am Hang stand, etwas tiefer ein kleiner Bach mit einem kleineren, brombeerdurchsetzten Gebüschstreifen. Meinen Foxlrüden hatte ich schon länger nicht mehr gesehen und fragte nach. Der Schütze hatte ihn vor einigen Minuten unten am Bach kommen sehen, dann sei er ins Gebüsch und hätte nacheinander 4 Rehe rausgeworfen. Etwas süffisant merkte er noch an, kurz vorher seien ein Wachtel und 2 DD dran vorbei ohne jede Reaktion...
 
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„ Der Schütze hatte ihn vor einigen Minuten unten am Bach kommen sehen, dann sei er ins Gebüsch und hätte nacheinander 4 Rehe rausgeworfen. Etwas süffisant merkte er noch an, kurz vorher seien ein Wachtel und 2 DD...“

Da haben wir es wieder...lässt man dem DJT mal was übrig, in das er sich nicht so schnell verbeißen und schleppen lassen kann, um auf sein Kilometertagessoll zu kommen, erntet man wieder Spott....
 
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ach herrlich, endlich ein hauch von wind of change.... der flächenbrand ist unvermeidbar, hier wird jetzt ein land nach dem anderen umfallen. ist das gut, wenn bald schäferhunde rehe zerfetzen, mit nichten....
dennoch ist hier eines ganz klar festzustellen, die lächerlichen prüfungsanforderungen sind hier das problem, die ganze diskussion geht doch am kern vorbei.....

bestes beispiel mal abgesehen von den stöberhunden ist doch der schwarzwälder, wenn man sich das gegenwärtige und mit sicherheit weiter ausbreitende anforderungsprofil für schweisshunde mal ganz nüchtern ansieht( schwarzwild, viel ) wird schnell klar, das der reinrassige hs mit sicherheit ein hervorragender hund ist, der das sehr gut bedient. aber mit allem nötigen respekt vor der langen, aufopfernden fleissarbeit der einschlägigen vereine, der schwarzwälder kann das mit den sauen eben einen tack besser, hab ich gehört ;) ausnahmen bestätigen hier natürlich die regel...

der ssh wird aber nicht anerkannt.... wie kann das sein, ist es angst , die die funktionäre antreibt, die das bis her erfolgreich verhindert haben? ist es eitelkeit, ist es prinzip ? ich weiss es nicht. lasst doch die hirschmänner die edlen hirsche nachsuchen, das machen sie unbestreitbar perfekt. das ist eine prinzipielle sache, die mit sicherheit auch bei den stöberhunden greift.

ich fordere mehr realismus und pragmatismus in einer sich ändernden wildstruktur zu gunsten der waidgerechtigkeit und hier wären wir, wenn die prüfungsanforderungen deutlich nach oben abgepasst werden auf einem guten weg , meine meinung, guten abend
 
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Braucht der JGHV nicht.
Ich frag mich immer warum die Enthusiasten einer solchen Rasse immer anerkannt werden wollen.

Macht doch euer eigenes Ding.
 
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Machen sie ja. Es geht um die Pfründe, die sich die etablierten JGHV-Seilschaften über die Landesjägerschaftsverbände sichern.

Und letzten Endes ist die Riege der JGHV-angeschlossenen Zuchtvereine ja auch ein Spiegel und eine Dokumentation des status quo des Jagdhundegebrauchs. Eine Verschiebung der Rasseanteile weg vom Vorsteher hin zum jagenden Hund reflektiert lediglich die tatsächlich stattfindenden Veränderungen in den Jagdpraktiken. Alles andere wäre überholt.

Mit der Zunahme der Schwarzwildstrecken geht unvermeidlich eine Zunahme der Nachsuchen einher und es ist völlig normal, daß sich mit der steigenden Anzahl an Gespannen auch eine Differenzierung der Rassen der eingesetzten Spezialisten einstellt. Einige werden sich durchsetzen, andere wieder verschwinden. Darwin.
 
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Die Verschiebung kann ich nicht feststellen. Im Gegenteil. Ich sehe mehr förster die weg von den Hasenbracken sind und Vorstehhunde führen. Zum Teil in Hochwild FÄ
 
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Bei uns sind Förster schon lang nicht mehr das Maß der Dinge wenns um gute Jagdhunde geht.
 
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Die Hasenbracken braucht man halt wirklich im Wald. Eine Bracke muss auch nicht mehr können als Gehorsam und Laut jagen.
Für Waldhasen?
1000ha braucht man....
Der Verbrackungstrend scheint jedenfalls dafür mit verantwortlich zu sein, mangelnde Leistung mit rassespezifischen Eigenschaften zu begründen.
 
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Für Waldhasen?
1000ha braucht man....
Der Verbrackungstrend scheint jedenfalls dafür mit verantwortlich zu sein, mangelnde Leistung mit rassespezifischen Eigenschaften zu begründen.
Immer Schade wenn man einen Hundemann trifft der dermaßen Verblendet ist wie du. Zu jeden Revier den passenden Hund. Ich habe keine Arbeit für einen Vorsteher. Die Bracken machen ihre Sache hingegen sehr gut.
 
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