Heimliches Rehwild / Aktivitätszeit erst bei absoluter Dunkelheit

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#1
Servus Miteinander,

folgendes beschäftigt mich seit geraumer Zeit und zwar steht die Pacht eines Revieres an in dem ich jetzt seit 3 Jahren aktiv mit jage. Es ist ein Revier mit einer Feldfläche von 200 ha umschlossen von Wald (Revieranteil 150 ha). Die Feldflur ist so gut wie ohne jegliche Hecken und Einstände. Zwar sind 2 Wildäcker vorhanden, 1 Photovoltaikanlage umgeben von einer Hecke aber das wars. Weiter gibt es einige Wiesenschläuche, welche links und rechts von Wald umgeben sind. Für mich war das auf den ersten Blick ein Traum (also die Wiesengründe nicht das karge Feld), aber nun zu meinem Problem!

Rehwild ist vorhanden auch in einer normalen Anzahl aber in der Dämmerung oder im Morgengrauen ist das Revier sage und scheibe leer ... erst bei völliger Dunkelheit tritt Rehwild aus, welches sich aber so nervös verhält und die Bildfläche sehr sehr schnell wieder verlässt! Das Rehwild sichert permanent, erschreckt vor dem kleinsten knacken! Auch an der Kirrung ... ständiges aufwerfen des Hauptes .. sichern ... also alles in allem völlige Unruhe.

Für mich ist das bis heute nicht wirklich nachvollziehbar, da der Revierpächter ein schon sehr in die Jahre gekommener älterer Herr ist und niemand der ständig Unruhe in das Revier bringt, alles versucht tot zu schießen usw.

Wir haben an zwei "Seiten" den Staat als Nachbarn, welcher im Jahr mehrere Drückjagden veranstaltet und hier auch ordentlich Strecke macht! Schüsse hört man Nachts öfters aber ich möchte hier niemanden etwas unterstellen!

In unserem Revier herrscht Ruhe ... keine Freizeittouristen ... keine Reiter .. Mopedfahrer oder Dergleichen!

Auszuschließen ist:

- zu hoher Jagddruck (Unsererseits)
- Wolf
- zu hoher Bestand an Rehwild
- Spaziergänger/Reiter/Jogger


Vielleicht hat jemand eine Idee?

Liebe Grüße und WmH
 
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2 Aug 2017
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#2
Luchs.

Wenn der kommt wechselt das Rehwild die Einstände komplett.
Wenn er da ist, sichert das Rehwild permanent & ist nervös wie Mutti am am Wahltag.
Wurde mir von diversen Jägern mit Luchsbesuch im Revier so erklärt.
Wildernde Hunde hätten ähnliche Wirkung.


Die Rehe sind halt nicht blöd & haben auch einen ausgeprägten Selbsterhaltungstrieb.

Stell mal 7-8 Wildkameras an den einschlägigen Ecken auf.
 
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#3
... erst bei völliger Dunkelheit tritt Rehwild aus, welches sich aber so nervös verhält und die Bildfläche sehr sehr schnell wieder verlässt! Das Rehwild sichert permanent, erschreckt vor dem kleinsten knacken! Auch an der Kirrung ... ständiges aufwerfen des Hauptes .. sichern ... also alles in allem völlige Unruhe...
... Schüsse hört man Nachts öfters aber ich möchte hier niemanden etwas unterstellen!...
... Auszuschließen ist:

- zu hoher Jagddruck (Unsererseits)
- Wolf
- zu hoher Bestand an Rehwild
- Spaziergänger/Reiter/Jogger...
Wilderer oder wildernde Hunde?
 
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#5
Ggf auch falsche Bejahung/Ansitzen in der Vergangenheit?

Bei uns ähnlich, allerdings war/ist die Ursache der ehemalige Pächter der in der Regel auch im Bestand erst mit Sonnenuntergang zum Ansitz geht (Hat noch einen Begehungsschein und ist beratungsresistent).
 
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#6
Kannst du den Wolf mit Sicherheit ausschliessen? Einiges deutet auf den Wolf hin. Mer als auf den Luchs. Mit diesem verschwindet das Rehwild nicht im Wald, sondern sammelt sich in Sprüngen auf freiem Feld. Auch tagsüber. Ich tippe auf Wolf.
 
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#7
Normal, ist jetzt bei uns auch so. Auf den Feldern kommt der Mais runter, da müssen sich die Rehlein umsortieren und neue Einstände suchen. Die führenden Ricken sind jetzt außerhalb des Waldes ohne die gewohnte Deckung (Mais) und der Senf ist noch nicht hoch genug. Da sind sie noch sehr vorsichtig/ verhalten mit dem austreten.
Im Wald ist noch Äsung (Blätter, Kräuter, Eicheln, Buchäckern, .....) ohne Ende, da müssen sie nicht weit über die Wechsel ziehen und unnötig Energie verschwenden. Die Böcke sind noch platt und stehen in den Einständen. Und Sprünge bilden sie jetzt noch nicht. Wenn das Laub fällt und es kälter wird bekommt man wieder mehr Anblick.
 
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#9
Kannst du den Wolf mit Sicherheit ausschliessen? Einiges deutet auf den Wolf hin. Mer als auf den Luchs. Mit diesem verschwindet das Rehwild nicht im Wald, sondern sammelt sich in Sprüngen auf freiem Feld. Auch tagsüber. Ich tippe auf Wolf.
Ich jage ja im Westerwald und stelle genau das Gleiche fest. Super Ansitzecken sind wie abgeräumt , fährt man nach dem Ansitz ( über normale Straßen) zurück und hat ein WBG dabei, sieht man jede Menge Rehwild. Hier im nördlichen RLP ist definitv der Wolf angekommen. DIe Sichtungen häufen sich!
 
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#10
Bei uns kommen sie auch nur sehr spät oder früh auf die Wiese raus, wenn’s hell wird sind sie weg... dafür sind sie im Waldrand an der Wiese relativ vertraut. Setz die halt im Waldrand an der Wiese an und erlege die Rehe dort.
 
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#11
Ich jage ja im Westerwald und stelle genau das Gleiche fest. Super Ansitzecken sind wie abgeräumt , fährt man nach dem Ansitz ( über normale Straßen) zurück und hat ein WBG dabei, sieht man jede Menge Rehwild. Hier im nördlichen RLP ist definitv der Wolf angekommen. DIe Sichtungen häufen sich!
Nun mach mal langsam. Das nördliche RLP umfasst ein paar große, waldreiche Landkreise, während die paar Wölfe sich dort noch an 1-2 Händen abzählen lassen. Von flächigem Vorkommen wie bsp. in der Lausitz sind wir noch weit entfernt.
Ich lebe und jage in 25 km Enfernung eines seit Jahren bestätigen Rudels (des ersten!) - es hat genau nullkommanull Auswirkung auf das Verhalten des Rehwildes, daß viell in irgendeiner Nacht mal ein Grauer durchzieht. Nicht alles, was man sich nicht sofort erklären kann, ist mit einer diffusen "Gefahr" zu erklären.

Das vom TS beobachtete Verhalten bei Rehwild ist nichts Ungewöhnliches.

Faktoren, die u.a. dazu führen:
- reiche Äsung und Deckung im Wald lässt Rehe seit langem schon und immer mehr diese Habitate bevorzugen, abendlich regelmäßiges Austreten in die i.d.R. stark genutzte Feldflur ist selten geworden oder findet einfach später in der Nacht statt; diesjährige Waldmast fördert dieses Verhalten noch mehr
- Herbstzeit: Haarwechsel, Laubfall, Mast macht Rehe phasenweise nervös und fast unsichtbar
- falsche Jagdtaktik: Rumhocken an Waldrändern mit zu spätem Heimgehen, bzw. zu späten morgendlichen Aufbaumen, nächtliches Rumfunzeln, Gummipirsch lassen irgendwann auch das dümmste Reh scheu werden.
- Kirrung: künstliches Nahrungsangebot in Verbindung mit dem Tod macht Wild nicht gerade vertraut, jeder kennt doch, daß Wild an Kirrungen besonders vorsichtig ist.

In welcher Landschaft außer Sümpfen und Schilfgebieten wird denn heute nicht geackert, gemulcht, gemäht, gewandert, hundeausgeführt, geradelt oder sonstwie gesportelt usw...
Mir fehlt der Glaube, daß es diese Art von Beunruhigung in der Feldflur im Revier des TS nicht gibt.

Wir Menschen und unsere Aktivität führt letztlich dazu, daß Wild sich nicht in arttypischen Lebensrythmen verhält, wozu auch tagaktive Phasen gehören.
 
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#12
Mir sind bereits 2 nächtliche Sichtungen von Mitjägern berichtet worden, oder warum sollte ein Stück Rehwild mitten in der Nacht von einem schäferhundähnlichem Wesen gehetzt werden? Losung und Trittsiegel gab es auch bereits bei uns.
 
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#13
Natürlich wird mal ein Stück Wild gefressen und natürlich löst er sich auch irgendwo, aber berücksichtige die riesigen Streifgebiete des Grauen im Vergleich zu unseren Reviergrößen...heute hier und morgen da.
Wir hatten im August mal ein Wölfchen auf der Saukirre herumschnüffeln in 2 Nächten hintereinander, danach keinerlei Anzeichen mehr...
Rehwild, Sauen und Rotwild haben das Revier nicht verlassen deshalb...
 
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#14
Solche "Panikreaktionen" bei Rehwild kenne ich von wildernden Hunden oder wenn Wölfe erstmals (!) auftauchen. Nach kurzer Zeit haben sich die Huftiere aber an die Wölfe gewöhnt. Kann sein, dass die Rehe dann die Offenflächen meiden, aber das tun die auch, wenn es im Wald ruhiger und in Sachen Nahrung attraktiver ist. Wenn die schon in den ganzen drei Jahren nicht mehr vom Waldrand weggegangen sind, dann liegt das nicht an den Wölfen. Ich habe auch im Laufe der Jahre einige Photofallenaufzeichnungen von Kollegen gesehen, auf denen Sauen, Rehe und Dammies Wolfsmarkierungen zwar registriert haben, sich davon aber nicht stören liessen. Keine Fluchten oder sowas, die sind jeweils ruhig weitergezogen oder haben gar direkt neben der Marke gebrochen oder geäst - teilweise nur 30 Minuten nach dem Wolf. Wenn die bei jeder Brise "Wolf" flüchteten hätten die nie die letzten Million Jahre zusammen überlebt. ;)
 
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#15
Auszuschließen ist:

- zu hoher Jagddruck (Unsererseits)
Ist nicht auszuschließen. Klingt jetzt blöd ich weiß. Aber ich sehe das bei der Jagdgastführung. Die erzählen Geschichten und dann sieht man wie die sich auf der Jagd verhalten. Oft ist schnell klar warum es bei denen garnicht funktionieren kann.
Übernimm das Revier. Achte auf den Wind, jage im Wald. Lass Ruhe im Feld. Mehrfacherlegungen ! Nutze die WBK beim auf und abbaumen.
 
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