Herrenwaffen

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Das ist meine Francotte Boxlock in 16/70. Man möge mir verzeihen, dass ich sie eben kurzerhand auf einem Bügelbrett fotografiert habe, daher der unpassende Untergrund. Die Flinte habe ich 1998 als Student bei Kettner gekauft für 3.600 DM. Als ich sie sah musste ich sie haben, auch wenn mich diese für meine damaligen finanziellen Verhältnisse horrende Ausgabe beinahe an den Rand meiner wirtschaftlichen Exitenz getrieben hätte. Nach Schätzung eines Graveurmeisters sitzen etwa 160-180 Meistergraveur-Arbeitsstunden in der Flinte. Da fragt man sich, warum man die Gravur nicht etwas schlichter und dafür Seitenschlosse gewählt hat. Beschossen sein dürfte die Flinte etwa 1962.

WH, bo
 
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Viele Luxuswaffen enden in Anzeigen als "gepflegte Schrankwaffen".
Mitunter detailliert ergänzt durch starke oder überstarke Kaliber um dann beim neuen Besitzer auch wieder Schrankwaffen zu werden.
Gravuren können eine technisch exqusite Waffe durchaus aufwerten, aber dann nicht durch Frontspoiler, Rallye-Streifen und Pressmuster.
Eine Waffe von schlichter Eleganz kann mehr ansprechen, als es eine Gravur kann.
Ich würde Gravuren als künstlerische Leistung zu sehen, die eher in die Vitrine als auf die Jagd gehören. Nicht zuletzt deshalb, weil dort die Beleuchtung schlecht und der Umgang rau ist.
Vollbusige Dianas oder muskulöse Halbgötter zu betrachten, lenkt optisch ab, wo man doch schon mit den Apps seines Smartys schon im ständigen Stress ist.
Holzschäfte sind mir schon gebrochen, Plaste noch nicht
 
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Viele Luxuswaffen enden in Anzeigen als "gepflegte Schrankwaffen".
Mitunter detailliert ergänzt durch starke oder überstarke Kaliber um dann beim neuen Besitzer auch wieder Schrankwaffen zu werden.
Das liegt aber oft auch daran, dass sich wirklich wohlhabende Menschen nicht nur eine, sondern etliche dieser Herrenwaffen kaufen und diese daher selbst dann nicht besonders benutzt aussehen, wenn sie turnusmäßig mal mit raus dürfen.

Außerdem gibt es viel mehr alte, aber nahezu ungeführte "Nicht-Herrenwaffen" in Standardkalibern als Herrenwaffen in Exotenkalibern.

Was bei der Bestellung einer "Herrenwaffe" schief gehen kann, sieht man an dieser Hambrusch-KLB in 7mm Remington: https://www.egun.de/market/item.php?id=9664775
Diese wurde erstmalig für 3.700 € Mitte August verkauft.Jetzt hat sie der damalige Käufer mit netto rund 1000 € Reibach weiter vertickt. Dass der Kauf eine Schnapsidee war, wird der neue Käufer spätestens merken, wenn er versucht, die von Auszieher, Kerstenlappen und ZF-Schiene völlig eingetunnelte und von der federnden Auszieherkralle auch noch festgehaltene Hülse mit den Fingern aus dem Lager zu fummeln. Das klappt nämlich schon mangels Platz kaum.
 
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Persönliches Interesse von mir, was für so eine schöne 16er side by side als Preis aufgerufen wird.
Wenn Du nicht antworten möchtest ist das natürlich zu akzeptieren.
 
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Bin ich zu blöde ?
Bei mir ist die Erweiterten 400 € und nicht 1000€
Gekauft für 4350 € und verkauft für 4750€
Oder habe ich was übersehen ?
Ja, klick mal bei der ersten Auktion auf "Gebote". Da steht 3.700 €. Vermutlich ein angenommener Preisvorschlag.
 
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Da fragt man sich, warum man die Gravur nicht etwas schlichter und dafür Seitenschlosse gewählt hat. Beschossen sein dürfte die Flinte etwa 1962.
WH, bo
Es gibt Spezialisten und Büchsenmacher, die sagen, daß die Gewichtsverteilung bei einer Boxlock besser ist wie bei einer Seitenschloßflinte. Die Schlagstücke z. B. sind bei der Boxlock in der Basküle eingebaut und liegen bei der Seitenschloßwaffe hinter der Basküle. Die Gewichtsverteilung ist bei der Seitenschloßwaffe ungünstiger weil mehr Masse weiter von der führenden Hand entfernt ist.
Ich glaube aber diese Fragestellung ist eher akademischer Natur.
 
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