Hilfe Ferlacher Bergstutzen

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#1
Wmh!

Mein Schwiegervater ist vor einigen Jahren viel zu jung verstorben, noch bevor ich meine Frau kennengelernt habe. Er war passionierter Jäger und stolzer Besitzer eines Ferlacher Bergstutzen Model Kärnten in 7x65R und 22 Hornet mit Swarovski 6x42. Original Rechnung haben wir in den Unterlagen - Kauf 2001 für 10.800 DM.

Ich habe bereits gegoogelt, finden konnte ich jedoch nichts über die Waffe. Wenn ich sie heute gebraucht kaufen wollte, was wäre hierfür ein angemessener Preis?

Ich frage deshalb, weil der damalige Käufer sie wohl „freigeben“ und ich sie dann kaufen würde.
 

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#2
Wieviel hat der damalige Käufer den dafür gezahlt ???

Ist evtl mal ein Anhaltspunkt ob es für Ihn ein Schnäppchen war.

Leider habe ich keine wirkliche Ahnung vom Preis. Evtl mal im Egon oder bei VDB schauen ???

Gruß Weichei
 
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#4
Klassischer gehts nicht mehr, 7x65r + 22 Hornet und ein 6x42 Glas, leider wirst nie das Geld bekommen, was die Waffe wert ist. Wenn die in meinem Waffenschrank wäre würde die nicht hergeben, selbst wenn die nur verstaubt, bei gebraucht Ferlacher ist von unter 1000 Euro bis über 10.000 Euro alles drinnen, weiß nicht woran das liegt, Ferlacher Drillinge habe ich schon oft um unter 1000 Euro gelesen, dann wird für eine normale einläufige Kipplaufbüchsen mit vielen Gebrauchsspuren wieder über 10k verlangt, vermutlich ist da der Büchsenmacher entscheident.

Der Bergstutzen auf dem Foto ist so wunderschön schlicht, perfekte Kaliber- und Glaswahl, würde den sofort kaufen, momentan sitzt das Geld für einen Spontankauf nicht so locker, außerdem nimmst Du den ja. ;)

wmh Sepp
 
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#5
Wie Angebot und Nachfrage.
Ein befreundeter Büchsenmacher hat so um 2005 eine Erbenwaffe zum Unterstellen bekommen. Diese hat er wegen der Versicherung schätzen lassen. War 42.000,— wert.
Vor zwei oder drei Jahren wieder schätzen lassen. 3.000,—

Ja die Dinger scheinen nicht mehr der große Renner zu sein. In Zeiten von Plastikschaft und Schalli

Robert
 
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#7
Diese Jagdwaffenserie (KLB Royal, BBF Karawanken, BS Kärnten, DB Rosental) wurde ab 1994 von der ehem. Ferlacher Büchsenmachergenossenschaft und ihren Nachfolgegesellschaften gefertigt. Gab leider immer wieder Qualitätsschwankungen. Ab und an tauchen die gebraucht in Ö ab € 2.300,— (BBF) auf, der BS sollte einen Tausender mehr bringen. Probeschießen ist Pflicht!
Mündungsregulierung bei Laborierungswechsel sollte aufgrund der Fortner-Verstellung kein Problem sein.
Verkauffschlager waren die Waffen nie, da Konkurrenzprodukte (Blaser, Merkel, etc.) bei gleichbleibender Qualität weitaus günstiger zu haben waren. Schönheit liegt ja im Auge des Betrachters, aber meine Vorstellung einer ästhetischen Waffe ist eine andere.
Trotz Ferlacher Label war der Anteil an Handarbeit äußerst gering. Das System selbst ging m. W. auf Hambrusch zurück. Die letzten Serien waren auch mit Blaser Sattelmontagen und Titansystem (Hauptmann) zu haben.
 
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steve

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#8
Wie Angebot und Nachfrage.
Ein befreundeter Büchsenmacher hat so um 2005 eine Erbenwaffe zum Unterstellen bekommen. Diese hat er wegen der Versicherung schätzen lassen. War 42.000,— wert.
Vor zwei oder drei Jahren wieder schätzen lassen. 3.000,—

Ja die Dinger scheinen nicht mehr der große Renner zu sein. In Zeiten von Plastikschaft und Schalli

Robert
Kannst Du etwas zu der Waffe sagen? Das finde ich ja relativ heftig. Eventuell entspricht sie gar nicht mehr dem heutigen Geschmack was das Kaliber angeht oder hat sehr individuelle Gravuren (Frau des Verblichenen z.B.). Eine Seitenschlosswaffe aus Ferlach mit guter Gravur und „modernem Kaliber“ wird heute zwar auch nicht mehr so hoch gehandelt werden, aber von 42k auf 3k in 13 Jahre ohne, dass der Zustand sich ändert...irre.

Den obigen Bergstutzen hätte ich als heute nahezu unverkäuflich angesehen und deswegen auch unter 2000€, wahrscheinlich um 1500€ geschätzt. Aber da ist viel Gefühl dabei, sowas hat immer auch mit Glück - mal für die Käufer, mal für die Verkäuferseite - zu tun.
 
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#9
Auf dem liquidesten Markt - eGun - würde ich schätzen daß dieser BS für 1000-1500 € weg gehen würde.
Da die Waffe aus der Genossenschaft und nicht von einem der großen Namen stammt ist "Ferlach" nur bedingt wertsteigernd. Dazu kommt mittelmäßiges Schaftholz und eine eher schlichte Gravur.
Wenn sie aufgrund familiärer Geschichte einen höheren Wert darstellt ist auch ein Preis >2k€ ok für die Qualität. Über 3k€ halte ich aber für unangemessen.
 
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#10
So ähnliches habe ich vermutet, mir gefällt sie, keine Tiefgravuren und das Schaftholz wurde auch nicht mit Gravuren verschandelt, wie es bei vielen Ferlachern ist. Nagut ich stehe nicht auf schiessende Bauernmöbel ;).Also Probeschiessen, wenns gut schiesst hat man Glück mit der Waffe.
 
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#11
danke für eure Einschätzungen (y)

werd mit der Waffe zum Büma gehen und dort nach dem Probeschießen mal schätzen lassen. Der Besitzer will 3.000 EUR, da will ich schon sicher sein und 100% Aufschlag, auch wenn er dem Schwiegervater gehörte, bin ich dann doch nicht bereit zu zahlen...
 
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#12
EGun ist meines Erachtens auch die falsche Plattform für Luxuswaffen. Sollte ich meine beiden Ferlacher Waffen mal verkaufen müssen m, wovon ich nicht ausgehe, kämen die in ein namhaftes Auktionshaus.

Ich schätze das eGun-Ergebnis auf 1.800-2.000,—; es sollte aber mehr drin sein, insbesondere wenn man auf einer österr. Seite, wie waffengebraucht.at inseriert.
 
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#13
EGun ist meines Erachtens auch die falsche Plattform für Luxuswaffen. Sollte ich meine beiden Ferlacher Waffen mal verkaufen müssen m, wovon ich nicht ausgehe, kämen die in ein namhaftes Auktionshaus.

Ich schätze das eGun-Ergebnis auf 1.800-2.000,—; es sollte aber mehr drin sein, insbesondere wenn man auf einer österr. Seite, wie waffengebraucht.at inseriert.
Habe mir in den letzten Jahren einige Ferlacher Doppelkugeln zugelegt und mich mit Preisen beschäftigt. Häufig ist der Wunsch beim Verkäufer der Vater des Gedankens. 3000€ ist eine Frechheit. Diese Waffe ist für eine Ferlacher die einfache Bauart, nichts Besonderes. Die Mündungsverstellung ist wertsteigernd. Kaliber sind super, nur im Moment nicht angesagt. Das ändert sich mit den Jahren wieder. Sehe die Waffe auch bei 1,8-2000€. Etwas Aufschlag, wenn es Dir das Familienstück wert ist und gut. Die schlimmsten Sünden sind die Unterlassungssünden. Wie schnell sind ein paar Hunderter versoffen, verhurt oder noch schlimmer: nutzlos vertan!
 
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#14
.......... Die schlimmsten Sünden sind die Unterlassungssünden. Wie schnell sind ein paar Hunderter versoffen, verhurt oder noch schlimmer: nutzlos vertan!
"Ich habe viel von meinem Geld für Alkohol, Weiber und schnelle Autos ausgegeben. Den Rest habe ich einfach verprasst."

George Best
 
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#15
Hallo,

ja, Ferlacher Waffen haben vielleicht den radikalsten Preissturz von allen in den letzten 10-15 Jahren erlebt.
Vor ein paar Jahren (glaube 2012) stand beim Knappworst in Braunschweig ein Bockdrilling von Ludwig Borovnik, Bj. 1970, Kal.12/70 (wer Borovnik kennt, weiß daß es auch führige 12er Kombinierte geben kann), 7x75RvHofe und .222Rem.Mag.
64cm lange Läufe aus Super Antinit, gerader Schaft mit dt. Backe, schott. Fischhaut und bei Blaser/Sauer (...hüstel) würde man "Holzklasse 8-9" sagen.
Sehr gute, tiefgestochene Jagdgravur (Damwild rechts, NW links) und auf dem Abzugsblech Burlino-Gravur (Bockhaupt).
Neue SEM und Zeiss Victory Diarange 3-12x56.
Zustand wie neuwertig und, ganz wichtig bei mehrläufigen Kugelwaffen, Ladedaten für zusammenschießende Labos.
Hätte ihn liebend gerne gehabt. Nur hatte ich die 3990€!!! nicht flüssig.
Nach gut einem 3/4 Jahr ging er dann über egun für 3700€ nach Littauen.

Etwa zeitgleich ging ein Borovnik Drilling in 12/70 und 7x75RvHofe, von 1973 im selben, neuwertigen Zustand und ähnlicher Aufmachung (v.a. Schaftholzgüte) bei egun für knapp über 1800€ weg.

Was beide Waffen Anfang der 70er neu gekostet haben, weiß ich nicht, heute würde man bei Borovnik dafür wohl locker um die 40.000€ (wenn die reichen) veranschlagen.


Grüße
Sirius
 
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