Hilfeleistung und Zivilcourage ich könnte kotzen

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#1
Hallo, da ich keine Sozialen Netzwerke ausser Whatsapp und ein paar Foren nutze möchte ich hier mein Seich loswerden. Es hat mit der Jagd nur soweit zu tun als das ich heute nach einem Besuch des DJV Schießstandes in Altenkirchen ein Erlebnis hatte was mir sehr schwer auf der Leber liegt. Ich befuhr die B8 in Richtung Kircheib und bemerkte ein Kfz das mir als Geisterfahrer entgegen Stand. Ja es Stand ohne Warnblinker auf der falschen Seite die zweispurig in Richtung Kircheib/Hennef geht. Einige PKW warnten kurz durch Warnblinker und fuhren weiter. Ich hielt an um zu schauen was da los ist und warum der Fahrer nicht wenigstens den Warnblinker an machte. Als ich in das Kfz schaute bemerkte ich das der Fahrer starr gerade aus guckte. Ich stellte mein Kfz ab und ging an die Tür des Fahrers. Es war ein schrecklicher Anblick, er zitterte und hatte Schaum vor dem Mund, war nicht ansprechbar. Eine weitere Fahrerin (etliche fuhren einfach vorbei) hielt an und fragte ob sie helfen könne. Ich sagte ja und sie solle bitte assistieren während ich den Notruf wähle. Sie sagte das sie ja nichts machen könne und jetzt weiter fahren würde. Ich solle einfach 112 wählen und einen RTW bestellen. Ich sagte ihr das sie bleiben solle und mir helfen möge und das es unterlassene Hilfeleistung ist wenn sie sich entferne. Nach Androhung einer Anzeige blieb sie, immer wieder mit dem Gelaber das Sie ja auch nicht wüßte...Ich Sprach mit der Notrufstelle und der Beamte/FW Mann sagte mir ich solle die Person aus dem Auto ziehen. Der Mann wog ungefähr 150 Kilo! (kein Witz) und ich gab der Frau mein Mobiltelefon um weitere Maßnamen auszuführen. Auch als der Mann auf der Fahrbahn lag und ich annährende Kfz warnte und mit Handzeichen um Hilfe winkte hielt keiner an! Der Mann brachte dann die Worte Epilepsie und Handschuhfach Tablette heraus! Ich hatte Gott sei Dank eine 1,5L Wasserflasche dabei die ich jagdlich immer mitführe. Der RTW kam sehr schnell schon nach ca. 15min! Ich denke er kam aus Eitorf! So sehr ich mich über das schnelle Eintreffen freute, wunderte ich mich doch sehr das sie kein Wasser an Bord hatten. Der Mann wurde versorgt und es ging ihm auch deutlich besser. Fazit: Es ist wie es ist, 99 von 100 fahren einfach weiter. Ich komme grade von einer Reise aus Neuseeland. Ich bin mir sicher das es dort nicht so gekommen währe obgleich die Rettungswege dort viel weiter sind. Mein Appell an alle, auch wenn Ihr Euch nicht angesprochen fühlt, haltet an bei sowas! So das war es ich trink jetzt die andere Hälfte Rotwein und schau mir den Mond an!
Die Ortsdaten habe ich mit Absicht genannt damit diejenigen angesprochen werden die vorbei fuhren. Vermutlich waren diese keine Forenmitglieder und Jäger aber ggf kommt ja doch was irgendwo an. Die Sanitäter fanden das übrigens ganz normal das keiner an hält! Alltag halt!! Kotz! Ich erwarte keine Diskussison an dieser Stelle, ich möchte nur für eine bessere Welt Hinweise geben! Wir alle könnten mal Hilfe brauchen. so ich höre jetzt auf zu schreiben sonst schreibe ich noch wie mich diese angeblichen Gutmenschen ankotzen und was ich alles mit denen machen würde! WMH
 
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#5
Moin
Keine schöne Erfahrung, aber 👍🏻 fürs helfen.


Habe ich aber auch schon anders erlebt.
Einmal vor Jahren, Auto überschlagen ohne Fremdbeteiligung, ein anderer war schon da und hat sich um den unverletzten aber geschockten Fahrer gekümmert, einige Minuten nach Überschlag (konnten wir hören, sind deswegen auch hin).
Vor einiger Zeit, schwerer Unfall, Auto auf dem Dach im Graben, als ein Kumpel und ich ran kamen, war das gerade zwei Minuten her und es waren schon fünf Helfer am Auto.

Beides eigene Erlebnisse, die zeigen, es geht auch anders. Man muss nicht unbedingt ganz den Glauben an die Menschen verlieren, auch wenn ich Beispiele wie deine schon öfter gehört habe.

Ganz wichtig, absichern, Warnweste egal was ist und das Warndreieck lieber nochmal 50 m weiter tragen und nicht nur zehn Meter hinter dem Auto(wirklich schon mehrfach so gesehen, sogar in einer Abfahrt!!!).


Waidmannsheil

Meetschloot
 
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#6
Ich möchte das Verhalten der Durchfahrenden nicht gutheißen, aber ich kenne die Ecke und möchte dort im Dunkeln auch nicht zwingend anhalten. Die linke Spur wird zum Überholen mit 100+ genutzt und es ist mitten im Wald. Gäbe es nicht die tollen Schilderungen von vorgetäuschten Unfällen, würden sicher auch mehr Menschen anhalten. Insbesondere, wenn schon jemand da ist, ist ja alles in Ordnung (Ironie).
Bei Frauen habe ich Verständnis, wenn sie in einer solchen unklaren Lage nicht aussteigen mögen. Ein (eigener) Notruf oder Hilfe holen in Kircheib oder zur Tanke in die andere Richtung sollte jedermann und jederfrau möglich sein.

Das mit dem Warndreieck ist ein Riesenproblem, gerade auf der Autobahn. Fünf Schritte, plumps.
 
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#7
Es reicht völlig erst mal die 112 oder 110 zu wählen, niemand ist gezwungen irgendwelche sonstigen Hilfeleistungen zu unternehmen.
In dem Fall. Absichern, telefonieren.
Viele die nicht anhalten haben einfach Angst was falsch zu machen.

Wie lange ist denn bei den meisten der letzte 1.Hilfe Kurs her?
Die meisten machen das zum Führerschein, danach nie mehr wieder.

Warndreieck auf der Autobahn, hinter der Leitplanke nach hinten laufen kurz drüber das Ding abstellen wieder zurück.
Dazu muss aber die eigene Warnweste griffbereit neben dem Fahrersitz sein und nicht verpackt unter dem Kofferraumboden.
 
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#8
Es reicht völlig erst mal die 112 oder 110 zu wählen, niemand ist gezwungen irgendwelche sonstigen Hilfeleistungen zu unternehmen.

Wie lange ist denn bei den meisten der letzte 1.Hilfe Kurs her?
Die meisten machen das zum Führerschein, danach nie mehr wieder.
Ja und nicht mal der Notruf wird abgesetzt, aber geht ja auch nicht wenn man nicht anhält.

Das mit dem 1. Hilfe Kurs ist absolut richtig und das Hauptproblem. Ich bin vor 4-5 Jahren auf dem Weg ins Revier an einer Gruppe Personen vorbeigefahren. Eine junge Frau hatte auch einen epileptischen Anfall.
Ihr Partner, wohl nicht wissend was die Dame hatte, war völlig neben
sich. Ein Beisteher hat wie wild mit beiden Händen auf Ihrem
Brustkorb rumgedrückt während sie noch gekrampft hat.
Ich habe ihm dann ziemlich deutlich gesagt er soll bitte damit
aufhören und die Dame an Arme und Beinen sichern und etwas unter
den Kopf legen.
Nach ca. 30 Sekunden war der Anfall vorbei und der Notarzt war
auch schon zu hören.

Die Unwissenheit und das fehlende Vertrauen etwas zu tun und dann
leider lieber nichts zu tun ist das schlimmste...oder eine Gruppendynamik
wie auf so einer Straße....alle fahren weiter...mach ich am besten
auch...
 
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#9
Ich möchte das Verhalten der Durchfahrenden nicht gutheißen, aber ich kenne die Ecke und möchte dort im Dunkeln auch nicht zwingend anhalten. Die linke Spur wird zum Überholen mit 100+ genutzt und es ist mitten im Wald. Gäbe es nicht die tollen Schilderungen von vorgetäuschten Unfällen, würden sicher auch mehr Menschen anhalten. Insbesondere, wenn schon jemand da ist, ist ja alles in Ordnung (Ironie).
Bei Frauen habe ich Verständnis, wenn sie in einer solchen unklaren Lage nicht aussteigen mögen. Ein (eigener) Notruf oder Hilfe holen in Kircheib oder zur Tanke in die andere Richtung sollte jedermann und jederfrau möglich sein.

Das mit dem Warndreieck ist ein Riesenproblem, gerade auf der Autobahn. Fünf Schritte, plumps.
Uhrzeit Notruf 16:30! Da war es nicht dunkel! Ich hätte mindestens 2 Leute gebraucht, einer zum Absichern, einer zum Telefonieren und einer für die Stabile Seitenlage. Und somit hat sich das Absichern auf das einschalten des Warnblinkers beschränkt! Jeder kann helfen wenn er nur will!
Wenn Du da aus der Ecke kommst dann frag doch mal in Deinem Bekanntenkreis wer da alles vorbei gefahren ist...
 
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#11
Sogar wenn schon Polizei und RTW/FFW an einer Unfallstelle sind, halte ich noch an und biete mich als Ersthelfer (von 2002-2016 jährl. Rot-Kreuz-Lehrgang, seit da an alle zwei Jahre) oder als Gafferverscheucher an.
Dort wo ich alleine anhalten mußte (Gott sei Dank stellte es sich immer als harmlos herraus), hat bis dato auch noch kein zweiter langsam gemacht und Hilfe angeboten.
 
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#12
Viele die nicht anhalten haben einfach Angst was falsch zu machen.
Mein Lehrgangsleiter beim 1.Hilfelehrgang der Feuerwehr, der mindestens 1x pro Jahr stattfindet und von mir alle 2 Jahre mitgenommen wird, hat mal folgendes zu diesem Thema gesagt:
"Jemand der nicht anhält um zu helfen, macht schon den ersten Fehler. Besser helfen und was falsch machen als nicht zu helfen! Wenn man nur Absichert, das Telefon für jemanden hält oder einfach nur den Notruf absetzt, der hilft schon...

WmH
Schorse
 
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#13
So hat man es ja in der Vor-Handy-Zeit ausgebildet - man fährt mindestens zum nächsten Ort und wählt den Notruf, wenn man Angst hat, auszusteigen. Die meisten haben aber keine Angst, sondern keine Zeit, keine Lust und sowieso. Bis man selbst mal in der beschis*+++scheidenen Lage steckt. Das geht schneller, als man denkt.
 
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