Himmel hilf! Völlig unsinnige Fabriklaborierungen

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#46
Ein weiteres Phänomen (Problem) ist es m.M.n. auch, dass die bestehenden (überwiegend deutschen) Fabriklaborierungen immer mehr herunterlaboriert werden. Ich weiß nicht wem der Trend noch aufgefallen ist? Hier mal ein Extrembeispiel: Geco Plus - 8x57, 196gr, 785m/s V0 und 3913J E0. Jetzt sind es laut Geco nur noch 750m/s und 3572J!!!
Warum bauen die Hersteller manchmal solchen Mist?!

Gruß
Bock
 
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#48
Wir alle kennen es: Es gibt eine Laborierung in einem Kaliber, die ist einfach gut. Man erlebt nur Gutes damit und überall wird die Munition gelobt. Eines Tages wird sie nicht mehr produziert. Begründung: Zu wenige Käufer.
Doch es gibt auch das Gegenteil: Kombinationen von Geschoss und Kaliber, die irgendwie so gar nicht wirklich Sinn machen, zudem noch extrem teuer sind etc., sich aber auf dem Markt halten. Man fragt sich da immer: Wer kauft sowas? Und wofür? Wenn es niemand kaufen würde, wäre die Munition nicht längst eingestellt worden? Aber wofür soll diese Munition taugen? Oder wird sie nur gekauft, weil es keine sinnvolle Alternative gibt? Fragen über Fragen...
Sinn dieses Themas ist es, Laborierungen zu nennen, die irgendwie in euren Augen so gar nicht sinnvoll sind.

Ich fange mal an. Das RWS Doppelkern hat seine Berechtigung in langsamen Kalibern mit relativ hohem Geschossgewicht (gehabt). Auf kurze Distanz, bei hoher Geschwindigkeit oder -jehova- : beidem zerlegt es sich enorm mit ungenügender Penetration, so hört und liest man.

Da frage ich mich:
Wer kauft die Munition RWS Doppelkern .300 Winchester Magnum, Geschossgewicht 10,69g?
Deutsche Auslandsjäger mit Blick auf Wildschafe auf 300m? Gibt es davon genug, dass sich diese Munition auf dem Markt hält?

In den USA gäbe es sicher Interessierte für so etwas, aber kaufen die RWS? Ich weiß es nicht.


9,3x62 mit 15 Gramm Vulkan GEschoss.

Der Zweck der Patrone (Gute Penetration zum Fällen schweren Wildes) wird ad absurdum geführt weil das eh schon weiche GEschoss derartig beschleunigt wird, dass es regelmäßig in Sauen unter 50 KG überexpandiert und nicht ausschießt und bei Rehwild diese zerreißt.
 
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#50
# 46 Angaben bei welcher Lauflänge? 600 mm? Dann lieber Geco Plus in .30.06 nehmen: Bei Geschossgewicht 11,0 g:
G0 = 855 m/s, E0 = 4021 j. Wenn sie denn stimmen bzw. nicht auch herunter reguliert wurden. 🧐
 
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#51
@Skidder
Das dachte ich mir auch schon... aber es dürfte die Abweichung doch nicht so groß sein.
Und eigentlich ist auf die Geco-Angaben mehr oder weniger verlass, führt aber nicht zu einer solchen Differenz.

@Jachty
Ja, die LL war bei 60cm

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Bock
 
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#52
Ein weiteres Phänomen (Problem) ist es m.M.n. auch, dass die bestehenden (überwiegend deutschen) Fabriklaborierungen immer mehr herunterlaboriert werden. Ich weiß nicht wem der Trend noch aufgefallen ist? Hier mal ein Extrembeispiel: Geco Plus - 8x57, 196gr, 785m/s V0 und 3913J E0. Jetzt sind es laut Geco nur noch 750m/s und 3572J!!!
Warum bauen die Hersteller manchmal solchen Mist?!

Gruß
Bock

Möglichkeit A:

da immer weniger Waffen mit stabilen Systemen (v.a. 98er) gebaut/verlangt werden und Jagdwaffen-Neueentwicklungen offenbar immer mehr von der Marketing-, als von der Technikerabteilung der Hersteller entwickelt werden, muß aus Sicherheits- und Haftungsgründen, die Leistung der Jagdmunition runtergefahren werden.


Möglichkeit B:

Da früher (bis in die 90er Jahre) die Durchsschnittslauflängen bei Büchsenläufe der Jagdwaffen bei rd. 60-65cm (zöllig: 61-66cm) lag und heute im Bereich 50-55cm (zöllig: 51-56cm), oftmals auch noch da drunter, werden jetzt kürzere Lauflängen bei Meßläufen verwendet, um die ballist. Daten der verschiedenen Labos auch an die kürzeren Läufe mit weniger Leistung anzupassen. (Als ASV noch keine Rolle spielte, waren die Leistungsdefizite zw. anoncierten Daten und tatasächl. Daten halt noch nicht so augenfällig.)
 
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#53
Bei Geco Plus z.B. finde ich die Angabe der LL auf der Packung bei den Leistungsangaben, hier wäre die Sache gut nachvollziehbar. Sellier & Bellot dagegen machen keinen diesbzgl. Vermerk.
 
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#54
Möglichkeit A:

da immer weniger Waffen mit stabilen Systemen (v.a. 98er) gebaut/verlangt werden und Jagdwaffen-Neueentwicklungen offenbar immer mehr von der Marketing-, als von der Technikerabteilung der Hersteller entwickelt werden, muß aus Sicherheits- und Haftungsgründen, die Leistung der Jagdmunition runtergefahren werden.


Möglichkeit B:

Da früher (bis in die 90er Jahre) die Durchsschnittslauflängen bei Büchsenläufe der Jagdwaffen bei rd. 60-65cm (zöllig: 61-66cm) lag und heute im Bereich 50-55cm (zöllig: 51-56cm), oftmals auch noch da drunter, werden jetzt kürzere Lauflängen bei Meßläufen verwendet, um die ballist. Daten der verschiedenen Labos auch an die kürzeren Läufe mit weniger Leistung anzupassen. (Als ASV noch keine Rolle spielte, waren die Leistungsdefizite zw. anoncierten Daten und tatasächl. Daten halt noch nicht so augenfällig.)
Am Wahrscheinlichsten ist für mich B.
Möglich wäre hier ein Messlaufwechsel von 60 auf 56cm LL. (52 halte ich für zu wenig, da 56 gerade die meisten Standartlaüfe haben). Aber das erklärt keinen Unterschied von 35m/s es sei denn, sie benutzen ein für LL unter 60cm zu progressives Pulver, was ich so nicht denke (mir fällt dafür auch kein Bspl. ein, wo soviel verloren geht:p).
Jetzt kommts: die Messlauflängen betragen bei beiden Packungen 600mm...
also kann das nicht der Ursprung der fehlenden V0 sein.

Und zu A:
Werden nicht alle Waffen deshalb auf Pmax (25% drüber) beschossen, da sollten die doch auch mit beschossener Jagdmunition entsprechend funsen/halten :unsure:

Gruß
Bock
 
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#55
9,3x62 mit 15 Gramm Vulkan GEschoss.

Der Zweck der Patrone (Gute Penetration zum Fällen schweren Wildes) wird ad absurdum geführt weil das eh schon weiche GEschoss derartig beschleunigt wird, dass es regelmäßig in Sauen unter 50 KG überexpandiert und nicht ausschießt und bei Rehwild diese zerreißt.
Hier mal ein Beispiel
http://kupferjagdgeschoss.de/Norma/Vulcan/Bergen-2005/vulkanisiertes-Reh.jpg
(auf der möllerschen Seite entdeckt)
 
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#56
Kleine Anmerkung zum angeführten RWS Doppelkern in 300 Win Mag.
War bei der Nachsuche dabei auf einen Rothirsch von ca.100 kg der von einem Gast auf etwa
35 Schritt mit oben genannter Munition einen Schuß auf das Schulterblatt erhalten hatte, wobei
das Geschoss ohne Tiefenwirkung auf der Einschußseite zerplatzt war, und der dann noch im
Wundbett den Fangschuß erhielt.
Hier paßte Kaliber-Geschoß-Haltepunkt-VZ und Wildart nicht zusammen.
Es ist allerdings Aufgabe des Schützen dies richtig in Einklang zu bringen und nicht des
Munitionsherstellers.
 
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#57
Kleine Anmerkung zum angeführten RWS Doppelkern in 300 Win Mag.
War bei der Nachsuche dabei auf einen Rothirsch von ca.100 kg der von einem Gast auf etwa
35 Schritt mit oben genannter Munition einen Schuß auf das Schulterblatt erhalten hatte, wobei
das Geschoss ohne Tiefenwirkung auf der Einschußseite zerplatzt war, und der dann noch im
Wundbett den Fangschuß erhielt.
Hier paßte Kaliber-Geschoß-Haltepunkt-VZ und Wildart nicht zusammen.
Es ist allerdings Aufgabe des Schützen dies richtig in Einklang zu bringen und nicht des
Munitionsherstellers.
Ich meinte aber genau dieses.
Auf Rehwild führt doch niemand diesen Totalzerfetzer in 300 Win Mag. Wenn ich auf 300m Rehwild damit schieße, sind mir doch die 100m Fluchtstrecke egal, ich sehe ja die Flucht oder kann auf 300m eh keinerlei Anhaltspunkt finden, um am Anschuss mit der Suche zu beginnen (Hund ist was anderes).
Für Hochwild ist eine solche Kombination doch einfach Schwachsinn.
RWS sollte doch für europäische Verhältnisse bauen, oder ist das ihre Rotwildlaborierung für Schottland?
Insgesamt meine ich, dass ich schon ein sehr enges Wild- und Entfernungsspektrum haben muss, damit diese Patrone für einen Besitzer einer Büchse in 300 Win Mag Sinn macht.
z.B. regelmäßig mittelschweres Wild um die 50kg auf Distanzen ab 200m zu schießen.
Das ist selten. Wenn ich hunderte Geschosse in x Kalibern anbiete, kann ich mir sowas leisten.
Biete ich zwei Handvoll Geschosse an, ist so eine Laborierung schon seltsam.
Das wollte ich anfangs implizit sagen.
 
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#58
9,3x62 mit 15 Gramm Vulkan GEschoss.

Der Zweck der Patrone (Gute Penetration zum Fällen schweren Wildes) wird ad absurdum geführt weil das eh schon weiche GEschoss derartig beschleunigt wird, dass es regelmäßig in Sauen unter 50 KG überexpandiert und nicht ausschießt und bei Rehwild diese zerreißt.
Das sagen ja auch ganz viele, im Forum und außerhalb des Forums.
Ähnlich ist es doch mit dem Kegelspitz, wie man hört. In 9,3x64 gabs die lange.
Ich hab noch ein paar. Auf dem Stand gut. Erscheint mir aber theoretisch auf Wild auch blödsinnig.
 
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