Holzvermarktung

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#1
Entschuldigt den Titel und ein eigenes Thema, aber ich fand nichts, wozu es hätte passen können,
der Artikel in Zeit-online: https://www.zeit.de/wirtschaft/2020...-holzmarkt-wirtschafts-krise-totholz#comments

Der Artikel beschreibt es, wobei der vorletzte Satz (Seite 2) mich schaudern lässt. Schon jetzt kriechen sie fast überall herum, die Schlaumeier, und erzählen einem etwas vom Pferd, wobei sie auch davon recht wenig verstehen. Ich frage dann immer, womit sie eigentlich ihren Lebensunterhalt verdienen, oder ob ich ihnen eine Sense und Schaufel geben soll, damit sie den Vorfluter ausräumen. Aber wer weiss denn schon, was ein Vorfluter ist und welche Funktion er hat.
Gruss und Waidmannsheil, DKDK
 
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#2
Moin!

Der vorletzte Satz ist:

"Er setzt auf eine andere Lösung: Die Waldbesitzer sollen für die Ökosystemleistungen ihrer Wälder kompensiert werden, zum Beispiel für das Binden von Kohlendioxid – also Klimaschutz."

Was lässt Dich denn da schaudern?
 
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#3
Das ist in meinen Augen vor allem ein kapitales Mißverständnis dessen, wie Forstwirtschaft funktioniert. Ungepflegte ungenutzte Wälder, und nichts anderes will man ja damit kompensieren, sind langfristig keine Co2-Senken. Sie werden labil, brechen zusammen, es gibt ne Menge Totholz, die sich zersetzt und damit ist das CO2 wieder da, wo wir es nicht haben wollen.
 
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#4
Nur Holz, daß langfristig (!) konstruktiv verbaut wird ist tatsächlich eine Senke!
Alles andere geht in einem mehr oder weniger langen Kreislauf...
Wobei der Kreislauf ja auch nicht schlecht ist - unser Problem ist ja die zusätzliche Fracht, welche permanent ins System geblasen wird.

Aber welche Fakten interessieren Ideologen?
 
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#5
Stehen und liegenlassen ist immer "lustig" eine andere 4-letter-word Organisation darf das bei uns jetzt mal auf die teure Tour lernen, eine andere Sicht auf die Dinge vermittelt gerne die Feuerwehr.
Letzter Infostand: "solche Bestände betreten wir nicht mehr" - herzlichen Glückwunsch, die Welt ist nun gerettet. :unsure:


CdB
 
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Gelöschtes Mitglied 24216

Guest
#6
Deutschland hat seit Jahrzehnten riesige Flächen, hundertausende ha, wo alles steht und liegt wie es will und die von der Feuerwehr nicht betreten werden. Das galt viele Jahre als ungeheuer praktisch, besonders kostensparend und wurde auch vom Staat als besonders ökologisch dem Bürger verkauft. Viele solcher Flächen wurden an Organisationen, die "stehen und liegen lassen" versprachen, einfach verschenkt.
Gestört hats keinen. Wegen einer Jagdbeteiligung/Einladung stehen dort gern die Jäger Schlange.

Bei mir im Revier steht und liegt auch vieles wie es will. Das liegt daran, daß den vielen Eigentümer von Kleinstflächen ihr Wald völlig egal ist. Viele Erben scheinen nicht mal zu wissen, daß sie irgendwo noch 1000qm Wald haben. Beräumung kann zwar angeordnet werden, macht aber kaum jemand.

Hand aufs Herz, würde es dich stören, wenn die Fläche auf die du dich beziehst nicht in der Hand einer 4-letter-Organisation wäre?
 
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#7
Falsch.

Hand aufs Herz, würde es dich stören, wenn die Fläche auf die du dich beziehst nicht in der Hand einer 4-letter-Organisation wäre?
Was würde mich stören?
Jeder andere ist zu wirtschaftlichen Verhalten verdammt, Ideologie leisten sich nur die die auf Kosten anderer parasitieren. Und bislang stört mich extrem, wenn größere Waldbesitzer wie einige Bundesländer oder große Organisationen auf Kosten Dritter wertvolle Güter schlicht verschwenden.
Dazu kommt, wie schon angesprochen, es werden dabei auch die Gesundheit oder gar das Leben der Menschen vor Ort in Mitleidenschaft gezogen. Dabei ist der Feuerwehrmann auf der Fläche unmittelbar betroffen und die Bewohner, des nächsten Dorfes das evakuiert werden muß, ebenso.
Die Drecksäcke in Berlin oder Potsdam tangiert das nicht, im Gegenteil wieder mal eine gute Gelegenheit sich vor der Kamera im Licht der Öffentlichkeit zu suhlen und sich selbst darzustellen.

Also JA es stört mich auch dann.



CdB
 
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Gelöschtes Mitglied 24216

Guest
#8
Mich stört das Verschenken von gesellschaftlichen Eigentum an irgendwelche Organisationen und die Folgen davon auch, aber es wird seit Jahrzehnten von allen regierenden Parteibüchern praktiziert. Oft gab es auch noch einen ordentlichen Schlag aus der Steuergeldkasse direkt oder indirekt dazu.
 
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#9
Moin!

Wobei die meisten Flächen, die hier im Osten "liegengelassen werden", auch so munitionsbelastet sind, dass die Feuerwehr alleine aus diesem Grund nicht reingeht. Das soll fairerweise dazu gesagt werden. Naturschutzfachlich ist ein Totholzschleier über die Landschaft nicht verkehrt, für die Arbeistsicherheit ist er eine Katastrophe und fördert die Vollmechanisierung der Holzernte. Da sind einzelne (!) konzentrierte "liegengelassene" Bereiche IMHO kein schlechter Kompromiss.

@wernerzwo:
Du vergisst die Substitutionseffekte. Holz, das anstelle emissionsintensiverer Materialien verwendet wird entlastet die Atmosphäre um den Differenzbetrag an Emissionen.
 
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#10
Bei mir im Revier steht und liegt auch vieles wie es will. Das liegt daran, daß den vielen Eigentümer von Kleinstflächen ihr Wald völlig egal ist. Viele Erben scheinen nicht mal zu wissen, daß sie irgendwo noch 1000qm Wald haben. Beräumung kann zwar angeordnet werden, macht aber kaum jemand.
Der ungepflegte Kleinprivatwald stört schon lange gewaltig. Und das sind leider sehr viel mehr als die gewünschten 10 % Stillegungsfläche. Ein Hort an Problemen für die Nachbarn, ungenutzte Ressourcen, und für das Wild in der Regel auch erstmal eine Nullnummer, weil hackedicht und finster. Die mit der Beratung betrauten Institutionen grübeln schon lange, wie man das ändern könnte. Es gibt etliche Projekte, die Bewirtschaftung anzukurbeln, Erschließungsoffensiven etwa, Grundstückstausch um bewirtschaftbare Flächengrößen herzustellen, es wird kostenlos beraten und ausgezeichnet, Pflege wird bezuschußt etc. Trotzdem ist das in der Fläche ein Tropfen auf den heißen Stein, weil die Gründe für Fehlbewirtschaftung so vielfältig sind und schon einer reicht, daß nix passiert.
 
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#11
@Mohawk:
Nein, das vergesse ich nicht!
Gerade deswegen wäre es sinnvoll die Wälder (naturverträglich!) zu bewirtschaften und möglichst viel Zement und Eiesen durch Holz zu ersetzen!

Es gibt mittlerweile genügende Beispiele, wo Holz nicht nur für das "kleine Häuschen", sondern auch für Großbauten
https://www.ingenieur.de/technik/fa...ltgroesste-hochhaus-aus-holz-ist-halb-fertig/

oder Brücken
https://www.naturpark-altmuehltal.de/sehenswertes/holzbruecke_essing-267/

sinnvoll und dauerhaft verwendet werden kann. Hier wäre massive staatliche Förderung notwendig, um das auch in die Köpfe der Ingenieure zu bekommen. Darum ist hier ist die ideologisch verordnete großflächige (!!!) "Waldstillegung" in meinen Augen ein absoluter Irrweg.
 
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#12
Mit dem Ausdruck "nur ... ist eine Senke" vergisst Du leider doch die Substitution und benutzt - wie ich annehme unbewusst - genua die Argumentationslinie bestimmter NGOs. Ich habe sowas ständig dienstlich auf dem Tisch, deshalb bin ich da etwas sensibel. ;)

Die "Gehirnwäsche" (im positiven Sinne) bei Architekten, Juristen (Baugesetze und -VO) und Bau-Ings läuft übrigens seit Jahren. Die Massivbaulobby "wäscht" aber auch ...
 
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