Ich wage es: Rucksack

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#1
Nachdem mir das Thema 'Corona' zu jeder Ritze raushängt und ich schon ansatzweise dazu neige, nur noch emotional zu argumentieren, stoße ich hier mal wieder ein hochwichtiges Ausrüstungsthema an.

Da wir uns zum Thema Berg-Rucksack hier schon munter gefetzt haben und dieser Rucksack

Blaser Jagdrucksack Ultimate Expedition
https://www.hubertus-fieldsports.de...r-Jagdrucksack-Ultimate-Expedition::2875.html

auch noch von einem Brand (Hersteller werden sie kaum sein) angeboten wird, das dem einen oder anderen Kindskopf gleich jede Sachlichkeit abhanden kömmen lässt, hoffe ich, das hier ansatzweise vernünftig debattieren zu können.

Im Thema hochwertiger bzw. praxisgerechter Berg-Rucksäcke hatte ich Blaser nicht unbedingt auf dem Radar und hatte die Ankündigung des Rucksacks nur beiläufig wahrgenommen. Mehr dem Zufall geschuldet war ich über eine Produktvorstellung gestolpert und habe nicht schlecht gestaunt.

Der reinen Beschreibung der Funktion bzw. der Optionen folgend, wäre das aus meiner Sicht der perfekte Berg-Ruckack. Soweit ich es gesehen habe, kombiniert er das Waffentransportsystem des Eberlestock (das beste, das ich kenne) mit dem Wildtransportsystem des Mystery Ranch (das beste, das ich kenne). Leider kann ich das Tragesystem und auch die Qualität/ Wertigkeit des Rucksacks nicht beurteilen.

Es dürfte bekannt sein, dass ich einen Faible für Rucksäcke habe und die am Berg auch recht intensiv belaste. Ich habe einen Eberlestock mit perfektem Waffentransportsystem, der - in der neuen Form - ein unpassendes Tragesystem für Gorillas hat und in den keine Gams passt, und ich habe einen Mystery Ranch, der ein perfektes Tragesystem wie auch ein ideales Wildtransportsystem bietet. Bei dem Einen vermisse ich jeweils die Vorzüge des Anderen.

Blaser hat mit dem Ultimate Expedition nun offensichtlich beide Vorzüge in einem Rucksack vereint. Hat das Teil schon mal jemand in der Hand gehabt oder gar ausprobiert und kann etwas zur Güte des Tragesystems und der Qualität/ Wertigkeit des Rucksacks sagen? Soweit die Qualität auf dem Niveau einen Eberlestock (Mystery Ranch kann ich wohl nicht erwarten), wäre das auch noch preislich attraktiv.

Wer die Brauchtumskugel für die schlussendliche Evolutionsstufe des Berg-Rucksacks erachtet, möge sich freundlicherweise raushalten. ;)

@cast , Rucksackliebhaber, hau' mal eine Meinung raus!


Grosso
 
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#2
Ohne das Rucksackmodell befingert zu haben, ist es schwer, dazu was zu sagen. Ich vermute, dass Blaser darauf achtet, dass insgesamt eine gute Qualität seitens der Herstellers vorhanden ist. Von Rucksackfetischist zu Rucksackfetischist (so lese ich das mal raus) lautet meine Empfehlung ganz lapidar: bestell das Ding und schau es dir an und poste dann Detailfotos und deine Einschätzung:cool:

Gruß Sawyer

PS: Meinen Eberestock habe ich wieder verkauft und teste nun den TT Sniper Modular 45 Rucksack :geek:
 
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#4
Hättest Du das vor der corona-Messe in Salzburg gewusst dann hätte ich nach dem schätzchen schauen können. Also ein bayerischer Händler war mit etlichen eberlestock produkten da und mein Freund war recht begeistert von einer Kraxe mit Alurahmen... Will sagen dass mich sowas durchaus auch interessiert.
Gruß concolor
 
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#5
Den Faden kannst Dir sparen, gabs schon zig mal, dann streiten sich einige wenige und
müllen das Ding zu...

Welches Gewehr, mit welchem Kaliber soll getragen werden ?

Remy
Da ich nicht unerheblich beteiligt war ;) kenne ich die Fäden ja.

Ich trage am Berg in recht krassem Gelände, über relativ große Entfernungen und teils über Stunden, einen meiner K95 Kippläufe (.308 Win oder .270 Win) mit dem Rucksack/ den Rucksäcken. Das Gewicht beim Aufstieg liegt so bei +/- 18 kg und beim Abstieg, mit Gams, bei 30 bis 40 kg.

Aktuell nutze ich zu diesem Zweck einen Mystery Ranch Overload, der ein nahezu perfektes Transportsystem für Lasten/ das erlegte Wild hat und da kaum zu schlagen ist. Das Tragesystem des Rucksacks spielt definitiv in einer eigenen Liga und die Qualität des Rucksacks ist 'outstanding'. Die Trageweise der Waffe ist bequem, in der Handhabung allerdings umständlich und zeitaufwändig.

Mein Eberlestock hat ein tolles Transportsystem für die Waffe, eine Gams passt aber weder in noch an den Rucksack und das Tragesystem des aktuellen Gunslingers wurde für Gorillas entworfen.

Soweit ich das Video zum Ultimate Expedition richtig interpretiert habe, vereint der Blaser Rucksack ein Waffentransportsystem ähnlich des Eberlestocks mit einem Lastentransportsystem, vergleichbar zum Mystery Ranch.

Nein, für 100 Meter vom Auto zum Hochsitz ist das nicht der Rucksack, den man zwangsweise braucht, da geht auch die Brauchtumskugel.


Grosso
 
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#6
Konzept schaut gut aus. Was mich bissel stutzig macht, sind die "nur" 300€.

Bin weder mit meinem Eberlestock noch der Alukraxe richtig zufrieden. Die Berufsjäger mit denen ich unterwegs bin tragen allerdings alle nur die Uralt Leinensäcke...und schwören drauf ! Aber klar Bayern ist nicht Tirol.
 
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#7
Bei 'uns' sieht es halt mehrheitlich so aus und da läufst Du schon ein paar Meter in recht anspruchsvollem Gelände. Wer freiwillig am Berg eine Brauchtumskugel rumschleppt ist ... oder ...
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Grosso
 
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#8
Bei 30-40 kg schätze ich anhand der Fotos das Tragesystem bei dem Blaser so ein, dass es in die Knie geht, d.h. der Hüftgurt macht nicht den Eindruck, dass er das Gewicht auf die Hüfte überträgt, was bei solchen Lasten das A bis O ist. Da schließe ich mich den Bedenken von @Traumtänzer bzgl. des günstigen Preises an.
Mein erster Gedanke wäre nun den Mystery Ranch Overload dahingehend zu modifizieren, dass er ein gescheites System für die Langwaffe bekommt. Für Ideen müsste dafür aber weitere Detailfotos vorhanden sein. Das ist meines Erachtens einfacher umzusetzen als an einem Rucksack den Hüftgurt zu modden. Das habe ich bisher einmal in einem Bericht gesehen, wo jemand einen GREGORY Alpinrucksack, der schon über ein sehr Lasten-stabilen Hüftgurt verfügt, mit Aluminiumplatten zusätzlich verstärkt hatte, um in Alaska schwerste Lasten zu schleppen.
 
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#10
...dahingehend zu modifizieren, dass er ein gescheites System für die Langwaffe bekommt. Für Ideen müsste dafür aber weitere Detailfotos vorhanden sein. Das ist meines Erachtens einfacher umzusetzen als an einem Rucksack den Hüftgurt zu modden. Das habe ich bisher einmal in einem Bericht gesehen, wo jemand einen GREGORY Alpinrucksack, der schon über ein sehr Lasten-stabilen Hüftgurt verfügt, mit Aluminiumplatten zusätzlich verstärkt hatte, um in Alaska schwerste Lasten zu schleppen.
Für mich nicht ganz so trivial, das Waffentragesystem des Overload zu modifizieren. Die Fläche zwischen dem Tragesystem (dem Rahmen) und dem eigentlichen Rucksack dient ja bereits der Aufnahme der Last.

Es ist schon bemerkenswert, wie viel besser sich eine Last mit einem nahezu perfekten Tragesystem bewegen lässt. Für den Preis (in Deutschland) des Overload darf man allerdings auch ein bisschen was erwarten. Es ist schlicht ein ziemliches 'Gehampel' die Waffe im/ am Mystery Ranch zu verpacken und das nervt ein bisschen.

Ich werde mir den Blaser Rucksack mal etwas genauer anschauen. Der lehnt sich mit den jeweiligen Systemen am Eberlestock und Mystery Ranch an. Mal schauen, was das Tragesystem hergibt.


Grosso
 
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#11
Meinst wirklich dass in den Rucksack Gams und Bergjagdwaffe zusammen rein kriegst?
Ich hab da ja so meine Bedenken.
Gerade bei langen Gehzeiten und zu erwartendem hohen Gewicht hat sich bei mir die Kombilösung Alukraxe mit Waffenhalterung und darauf gezurrtem Tagesrucksack bewährt.
 
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#12
Habe den Blaser Rucksack nicht befingert, aber 43 Liter Fassungsvermögen und dann 3,3 kg??
Mein großer Kuiu Rucksack wiegt komplett 2,8 kg.
Ein Ausschlußkriterium wäre für mich die Trageweise - Gewehr unten über Hintern runter. Das sehen die Eberlestock Freunde anders.
Das Gewehr stecke ich in den Rucksack - am Rahmen anliegend, also dicht am Körper. Mir ist wichtig, daß das Gewehr nicht unten über den Rucksack-Boden raus steht - ich setze mich oft spontan (mit Absicht, manchmal auch unabsichtlich :) bei Anblick von Wild oder Abglasen hin, da darf das Gewehr nicht stören oder beschädigt werden (beim Ausrutschen..)
Und das Gewehr muß bei mir in der Mitte des Rucksacks getragen werden, seitlich ist ÄTZEND - und die Rückenschmerzen vorprogrammiert...

2019-12-14 Nyer Blick auf Puig Pic de l Ory 2 MP.jpg 2018-11-04 Gamsbock Nyer k.jpg
 
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#13
Meinst wirklich dass in den Rucksack Gams und Bergjagdwaffe zusammen rein kriegst?
Ich hab da ja so meine Bedenken.
Gerade bei langen Gehzeiten und zu erwartendem hohen Gewicht hat sich bei mir die Kombilösung Alukraxe mit Waffenhalterung und darauf gezurrtem Tagesrucksack bewährt.
Ich werde mir das mal näher anschauen und befummeln. Wenn ich dem Video https://www.youtube.com/watch?v=QzLvXh_epyA glauben darf, ist es so gedacht und sollte so funktionieren. O.k., eine Gams ist nochmals eine andere Nummer als ein Stück Rehwild.


Grosso
 
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#15
Habe den Blaser Rucksack nicht befingert, aber 43 Liter Fassungsvermögen und dann 3,3 kg??
Mein großer Kuiu Rucksack wiegt komplett 2,8 kg.
Ein Ausschlußkriterium wäre für mich die Trageweise - Gewehr unten über Hintern runter. Das sehen die Eberlestock Freunde anders.
Das Gewehr stecke ich in den Rucksack - am Rahmen anliegend, also dicht am Körper. Mir ist wichtig, daß das Gewehr nicht unten über den Rucksack-Boden raus steht - ich setze mich oft spontan (mit Absicht, manchmal auch unabsichtlich :) bei Anblick von Wild oder Abglasen hin, da darf das Gewehr nicht stören oder beschädigt werden (beim Ausrutschen..)
Und das Gewehr muß bei mir in der Mitte des Rucksacks getragen werden, seitlich ist ÄTZEND - und die Rückenschmerzen vorprogrammiert...
Das Gewehr wird bei dem Blaser Rucksack mittig, zwischen Tragesystem und Rucksack, getragen. Keine Frage, das ist auch für mich, am Berg, die einzig sinnvolle Trageweise. Mit den Zurrgurten kannst Du die Waffe zudem scheinbar noch fixieren und somit das Rutschen in die eine oder andere Richtung verhindern.

Ich war vorher mit dem Eberlestock Operator G4 und dem Gunslinger II unterwegs und beide haben ein Waffentragesystem, bei dem die Waffe nach unter herausragt. Das hat mich nie gestört und ich habe es als die nahezu perfekte Trageweise empfunden.

Eine Waffe habe ich da diesbzgl. nie beschädigt. Einzig bei langen Etappen hat der Stutzen mal am oberen Ende des Scabbards gescheuert und das hat ein paar Spuren hinterlassen. Ich habe das ein bisschen abgepolstert und dann war es o.k.

Btw., wenn ich mich nicht gaaanz schwer täusche, wiegt der Mystery Ranch Overload um die 3,5 kg. Bei einem perfekten Tragesystem ist das relativ egal.


Grosso
 
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