Insektenschwund...

Anzeige
Mitglied seit
19 Mai 2017
Beiträge
1.564
Gefällt mir
1.450
Befestigte Wege sind wichtige Betriebsmittel, in die bei Anlage viel Kapital investiert wurde und die sollte man weder in der Flur noch im Busch wieder kaputtgehen lassen... eine periodische Grundpflege ist unerlässlich.

Die Pflege-Intensität ist wichtig ! Weniger kann mehr sein, aber ganz ohne geht's nicht !

Einmaliger Mulchdurchgang im Spätsommer hat vorher vielen Insekten Entwicklung und Ernährung ermöglicht. Im Forst sind hier infolge knapper Mittel längst nicht mehr jedes Jahr Mulcher unterwegs. Je nach Aufwuchs der Bankette kann man das differenzieren.
Der Perlmutterfalter ist im übrigen eine der häufigsten Waldarten bei den Tagfaltern und noch überall zu finden. Ich stieß dieses Jahr an einer Stelle auf eine derartige Ansammlung von Exemplaren wie sonst selten gesehen, mind. 20 flogen auf der Großen Klette am Wegrand.

Negativ Beispiel ist nat. der mehrmalige Mulch- und Fräsdurchgang durch viele Straßenämter, aber da kommt noch die Verkehrssicherungspflicht ins Spiel.

Außerdem entwickeln sich Wegränder am und im Wald über Gehölzsukzession zu eher insektenfreundlichen Biotopen, wenn keine Pflege erfolgt. Erst dadurch, daß durch Wegebau Lichtschächte und Bankette geschaffen werden, entstehen überhaupt die Saum-Strukturen mit krautiger Flora !
 
Zuletzt bearbeitet:
Mitglied seit
29 Sep 2013
Beiträge
4.422
Gefällt mir
95
Vielen Dank für die Richtigstellung der Art.
Ich habe einkalkuliert, dass ich innerhalb der Artfamilie evtl. falsch bestimmt habe.
Schmetterlinge bestimmen ist bei manchen Arten so schwierig wie Pilze bestimmen.
Jedenfalls sind beide aus der Familie der Edelfalter , und mögen auch lichte Waldwegsäume. Und die Raupen fressen Veilchenarten.

Beim ständigen Mulchen an Waldwegen frage ich mich, wie das mit dem ach so lieben Klimaschutz und Steuergeldern zu vereinbaren ist ? Immerhin braucht man Sprit und steuerbezahlte Arbeiter.

Und gerade weil nicht jeder Forst so aufgeräumt ist, kommen Edelfalter, je nach Region, noch relativ häufig vor.

Und ich kenne genug Waldwege, wo man interessanterweise ohne Mulchen klar kommt.
Es geht wahrscheinlich um Beschäftigung von Forstbediensteten in der arbeitsarmen Zeit des Jahres.

Und warum muss man Mulchen ? Falls Mahd überhaupt an Waldwegen notwendig sein sollte, ginge auch schonenderes Mähen, und dieses spät im Jahr.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mitglied seit
19 Mai 2017
Beiträge
1.564
Gefällt mir
1.450
Moin -
Kaisermantel passt schon...!
...mir gings nicht darum, Dich wegen der Art zu korrigieren, vielmehr darum aufzuzeigen, daß die Pflege-Intensität der Waldwege nicht hochdramatisch ist.
Im Gegenteil, man ist schon längst dabei, Nebenwege stillzulegen und zumindest Grünstreifen nicht mehr wegzugradern…
Problematisch für die Bewirtschaftung (Holzabfuhr) , aber das ist ein anderes Thema !

Ränderpflege anders als mit großem Mulcher geht nat dort nicht, da oft Astwerk usw an den Wegrändern liegt, wie gesagt, es entscheidet der Zeitpunkt und ich möchte den Betrieb sehen, der das jährlich womöglich mehrmals macht - niemand !

Rückegassen mulcht man eher selten, nur in ausgedehnten Laubholzverjüngungen zur Gliederung oder auch als Jagdschneise nat. wichtig, da betriffts aber weniger Insekten...

Wir können nat auch sagen, zurück zur Wildnis, dann müssen die Menschen in den Städten bleiben...:rolleyes:

Du bist einem weiteren Irrtum aufgesessen betr. Arbeitskräfte - die Personalausstattung von Forstbetrieben ist mittlerweile so knapp, daß man solche Arbeiten meist an Unternehmer vergibt, die im übrigen auch die entsprechenden Maschinen-Parks vorhalten.

Und ich ergänze nochmals ein klares Statement, daß ich hier schonmal äußerte:
Beim Vergleich von LaWi und FoWi schneidet letzere um Längen besser ab, was Nutzungsintensität, Chemieeinsatz und Energieinput angeht ! Waldwirtschaft ist die naturnahste Landnutzungsform !
 
Zuletzt bearbeitet:
Mitglied seit
29 Sep 2013
Beiträge
4.422
Gefällt mir
95
Danke für die detailreiche Erläuterung.

Forstbetrieben ist mittlerweile so knapp, daß man solche Arbeiten meist an Unternehmer vergibt, die im übrigen auch die entsprechenden Maschinen-Parks vorhalten.
Da kenne ich ein Negativbeispiel. Ein Landwirt hat einen Pflegefuhrpark, und verrichtet solche outgesourcten Arbeiten für 1-2 Gemeinden. Er rechnet gegenüber den Gemeinden nach Stunde ab.
Für die Natur leider nichts Gutes....da wird für das Zeitkonto auch gerne mal der letzte Stichweg im Offenland und der letzte Quadratmeter in der Ecke abgemulcht, am besten noch mindestens 2 Mal im Jahr. Nach dem Motto: Wenn der Fuhrpark schonmal aus der Garage geholt worden ist, muss es sich auch lohnen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mitglied seit
27 Sep 2006
Beiträge
19.838
Gefällt mir
1.215
:rolleyes: Perdi, wenn Du bei Deinem Falterbild genau hinschaust: der BEreich direkt am Fahrstreifen sieht sehr gemulcht aus - mehr macht i.d.R. niemand im Wald. @Brex2017 hats erklärt.
 
Mitglied seit
29 Sep 2013
Beiträge
4.422
Gefällt mir
95
Gemulcht hätte ich erkannt. Ich kenne das Waldgebiet, da ich einige Male im Jahr da rumlaufe. Der schmale Streifen direkt neben dem Fahrstreifen ist durch Forstfahrzeuge (Jeep und Holztransporter ) abgefahren, und daher kurz rasiert.
Ein Mulcher würde auch nicht so schmal angesetzt. der würde ja halb über den Splitt kratzen.
Das Waldgebiet ist teilweise Naturschutzgebiet . Dieser Teil z.B. ja, mit schonender Holzentnahme.
Sollte es tatsächlich gemulcht sein, dann wirklich sehr restriktiv. Da habe ich auch schon andere Waldwegsäume gesehen, wo richtig reingelangt worden ist. Kann nächstes Jahr gerne mal Fotos machen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mitglied seit
29 Sep 2013
Beiträge
4.422
Gefällt mir
95
Unter den beiden Links finden sich zwei schöne Dokus über Schmetterlinge.

In einer Doku wird auch schön gezeigt, dass nach "schonendem Mähen" mit Balkenmäher auf nur einem Teil der Fläche das Schnittgut abgeräumt wird. Ein anderer Teil der Fläche wird aber stehen gelassen !


Schmetterlinge in der Großstadt:
Ab Minute 19:30 wird das Mähen und teilweise Stehenlassen gezeigt. (Wer aber Bodenbrüter , wie Rebhühner und Feldlerchen schützen möchte , sollte frühestens erst gegen Ende August mähen und nur einmal im Jahr. ) .

https://www.ardmediathek.de/tv/NaturNah/Schmetterlinge-in-der-Großstadt/NDR-Fernsehen/Video?bcastId=14049240&documentId=55485632


Der Schmetterlingsgärtner:

https://www.ardmediathek.de/tv/NaturNah/Der-Schmetterlingsgärtner/NDR-Fernsehen/Video?bcastId=14049240&documentId=57250234
 
Zuletzt bearbeitet:
Mitglied seit
22 Nov 2015
Beiträge
1.272
Gefällt mir
603
Vielleicht rücken jetzt auch mal andere Verursacher in den Blickpunkt - nicht nur immer das Bauern-Bashing:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/...n-reichern-sich-in-insekten-an-a-1237075.html

Ich finde es ja immer lustig, wenn ich das Wort "Hochrechnung" in so einem Zusammenhang höre. Beim Phosphat waren es ja auch (in den Berechnungen) immer die Bauern, bis mal jemand hinter den Kläranlagen in Hessen gemessen (!) hat...
 
Mitglied seit
29 Sep 2013
Beiträge
4.422
Gefällt mir
95
Grüß dich,

stehen denn noch genügend Stängel über den Winter ? Ich erkenne 2 Wildackerparzellen in der Fläche , wo viel Beikraut durchgekommen ist. Geplant waren wahrscheinlich auf diesen Parzellen reine Wildackerpflanzen.
Aber danke fürs Einstellen.
 
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Oben