Interessante (Krähen)-Beobachtung

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#1
Bei Mäharbeiten im Mai fand ich ein Fasanengelege, bestehend aus 14 Eiern, welches von der Henne nicht mehr angenommen wurde. Das Unterlegen bei einer Zwerghenne brachte auch keinen Erfolg. Nun legte ich die sicherlich schon 5-6 Wochen alten Eier, aufgeteilt auf 4 künstlich angelegte Nester im Revier aus, um zu sehen wie lange es dauert, bis die Krähen sie finden würden. Am nächsten Tag waren einige Eier zum Teil weg, der Rest aufgepeckt. Ich staunte nicht schlecht, als ich daraufhin in der näheren und weiteren Umgebung mehrere verendete Krähen auffand. Die Krähen hatten die Eier, welche schon erbärmlich stanken, trotzdem angenommen und waren anscheinend daran verendet. Hat jemand dafür eine Erklärung? Feinschmecker dürften Krähen anscheinend nicht sein. Bemerken möchte ich noch, dass es ursprüglich nicht in meiner Absicht lag, Krähen zu vergiften. WmH. St.-Wolf
 
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#4
Hab mir schon gedacht, dass sich möglicherweise eine giftige Schwefelverbindung im Eiinneren gebildet haben dürfte. Habe in jungen Jahren, als dies noch erlaubt war, mit Phosporöl gearbeitet; 5ml pro Ei. Stank auch fürchterlich und wirkte ähnlich. Die Frage wird letztlich wohl nur ein Chemiker entgültig beantworten können. Vielleicht findet sich ein solcher. WH. St.-Wolf
 
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#5
Schwefelwasserstoff ist absolut tödlich, wenn man sich nach dem Einatmen nicht auf den Kopf stellt. Einmal eingeatmet, bleibt er in der Lunge, weil er schwerer als Luft ist. Vögel haben einen nicht besonders stark ausgeprägten Geruchssinn und nehmen den pestilentischen Gestank womöglich nicht gut genug wahr. Ich würde einiges darauf wetten, dass die Krähen an einer Schwefelwasserstoffvergiftung verendet sind. Wmh HH
 
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#6
Schwefelwasserstoff ist absolut tödlich, wenn man sich nach dem Einatmen nicht auf den Kopf stellt. Einmal eingeatmet, bleibt er in der Lunge, weil er schwerer als Luft ist. Vögel haben einen nicht besonders stark ausgeprägten Geruchssinn und nehmen den pestilentischen Gestank womöglich nicht gut genug wahr. Ich würde einiges darauf wetten, dass die Krähen an einer Schwefelwasserstoffvergiftung verendet sind. Wmh HH
Najo, an der frischen Luft haut einen das bisschen H2S das aus einem Ei kommen kann kaum um. Da fehlt die Konzentration. CO2 hat btw eine höhere Dichte als H2S und lässt sich ganz ohne Kopfstand wieder ausatmen ;)
Sollten! die Krähen tatsächlich wegen der Eier verendet sein dann eher wegen Bakterien/deren Toxine.
 
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#7
Najo, an der frischen Luft haut einen das bisschen H2S das aus einem Ei kommen kann kaum um. Da fehlt die Konzentration. CO2 hat btw eine höhere Dichte als H2S und lässt sich ganz ohne Kopfstand wieder ausatmen ;)
Sollten! die Krähen tatsächlich wegen der Eier verendet sein dann eher wegen Bakterien/deren Toxine.
Ich war indirekt involviert in einen Unfall mit Schwefelwasserstoff, der sich vor etwa 10 Jahren in NDS ereignete. Eine Biogasanlage wurde mit Schlachtabfällen aus Holland beliefert. Der LKW-Fahrer hatte während seiner Übernachtung die Kühlung nicht an. Er fuhr rückwärts in die Betriebshalle um seine Ladung in die Bodenwanne zu kippen. Die komplette Besatzung der Anlage kam innerhalb Sekunden zu Tode. Der Fahrer sprang aus dem Fahrerhaus seines LKW, rannte zum Ausgang und setzte einen Notruf ab. Danach fiel auch er um, konnte aber wohl gerettet werden. Was aus ihm wurde, weiß ich nicht. Hast du schon einmal den Duft eines total faulen Eies gerochen? Dann bedenke noch, dass eine Krähe nicht ganz an unser Atemvolumen herankommt und auch vom Körpervolumen etwas kleiner ist. Kann mir sehr gut vorstellen, was da passiert ist. Wären es schädliche Bakterien gewesen, hätte es eine vergleichsweise lange Zeit benötigt, bis die Krähen zu Tode kamen. Eine bakterielle Vergiftung baut sich langsam auf. Die hätten sicher nicht in der Nähe gelegen. Schwefelwasserstoff wirkt sofort. Wmh HH
 
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#8
Ich war indirekt involviert in einen Unfall mit Schwefelwasserstoff, der sich vor etwa 10 Jahren in NDS ereignete. Eine Biogasanlage wurde mit Schlachtabfällen aus Holland beliefert. Der LKW-Fahrer hatte während seiner Übernachtung die Kühlung nicht an. Er fuhr rückwärts in die Betriebshalle um seine Ladung in die Bodenwanne zu kippen. Die komplette Besatzung der Anlage kam innerhalb Sekunden zu Tode. Der Fahrer sprang aus dem Fahrerhaus seines LKW, rannte zum Ausgang und setzte einen Notruf ab. Danach fiel auch er um, konnte aber wohl gerettet werden. Was aus ihm wurde, weiß ich nicht. Hast du schon einmal den Duft eines total faulen Eies gerochen? Dann bedenke noch, dass eine Krähe nicht ganz an unser Atemvolumen herankommt und auch vom Körpervolumen etwas kleiner ist. Kann mir sehr gut vorstellen, was da passiert ist. Wären es schädliche Bakterien gewesen, hätte es eine vergleichsweise lange Zeit benötigt, bis die Krähen zu Tode kamen. Die hätten sicher nicht in der Nähe gelegen. Schwefelwasserstoff wirkt sofort. Wmh HH
Wenn man noch was richt, dann ist kein H2S in tödlicher Dosis im Spiel. Die Geruchsrezeptoren werden nämlich als erstes ausgeschaltet. Um direkt tot umzufallen braucht man ein halbes Prozent in der Atemluft. Ich glaube kaum, dass das mit einem Ei zu erreichen ist.
 
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#9
Ich verstehe nichts von der Wirkung von Schwefelwasserstoff,
aber von Vogelatmung. ;)

Durch die "Luftsackatmung" wird die Sauerstoffaufnahme erhöht, wenn da Giftstoffe in der Atemluft enthalten sind, werden die natürlich auch in höherer Konzentration aufgenommen.
Vielleicht des Rätsels Lösung......

Bausaujäger
 
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#10
Wenn man noch was richt, dann ist kein H2S in tödlicher Dosis im Spiel. Die Geruchsrezeptoren werden nämlich als erstes ausgeschaltet. Um direkt tot umzufallen braucht man ein halbes Prozent in der Atemluft. Ich glaube kaum, dass das mit einem Ei zu erreichen ist.
Wie auch immer, eine bakterielle Infektion lässt die Krähen nicht sofort vom Himmel fallen. Und was die Krähen eventuell gerochen haben oder eben nicht, werden wir nie in Erfahrung bringen...
 
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#11
Der Geruchssinn ist bei den meisten Vögeln eher rudimentär ausgebildet.
Es gibt natürlich Ausnahmen wie zB. Rabengeier, die aber mit Krähen nicht verwandt sind. ;)

Bausaujäger
 
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#12
Ich danke recht herzlich für die doch sehr einleuchtenden und fachlich fundierten Erklärungen. Überlege gerade die rechtliche Situation, wenn ich diesen Versuch mit Hühnereiern fortsetzen würde. Vermutlich fällt sowas unter den Begriff der Tierquälerei. Muss also vorsichtig sein. (Dem Niederwild wär`s geholfen). Schönen Tag und Weidmannsheil!
 
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#13
....

Ich staunte nicht schlecht, als ich daraufhin in der näheren und weiteren Umgebung mehrere verendete Krähen auffand. Die Krähen hatten die Eier, welche schon erbärmlich stanken, trotzdem angenommen und waren anscheinend daran verendet. Hat jemand dafür eine Erklärung? ....
Hallo.
Dazu müsstets du doch zuerst einmal einen 100%igen Zusammenhang zwischen den Krähen und den Eiern herstellen können.
Woher willst du wissen, dass es genau diese Krähen waren, welche diese Eier angenommen haben?
Krähen sind, wie Sauen, Allesfresser. Also auch Aas von Fallwild und dgl..
Ich glaube also erst einmal nicht, dass sie an den Eiern krepiert sind.
 
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#14
Ich danke recht herzlich für die doch sehr einleuchtenden und fachlich fundierten Erklärungen. Überlege gerade die rechtliche Situation, wenn ich diesen Versuch mit Hühnereiern fortsetzen würde. Vermutlich fällt sowas unter den Begriff der Tierquälerei. Muss also vorsichtig sein. (Dem Niederwild wär`s geholfen). Schönen Tag und Weidmannsheil!
Wenn du Krähen vergiften willst...... :unsure:
Ich würde eher das ordnungsgemäße Bejagen vorschlagen?

Ich habe hier Hühnereier, die liegen etwas über ein Jahr im Karton, sind total leicht geworden.
Bei Bedarf schicke ich Dir gerne einen vollen 20er Karton, vergiftungssicher verpackt, gegen Erstattung der Portokosten o_O
(Wenn problematisch wäre, würde ich wohl nicht mehr leben)
 
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#15
Danke für die zusätzliche Wortmeldung. Meine Frage wurde für mich schon zuvor von kompetenten Leuten zufriedenstellend und absolut verständlich beantwortet.
 
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