Ist das moderne Jagd ?

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#1
Hallo Foristi, ich lese des Öfteren das Jäger auf dem Sofa sitzen, sich eine Kamera an der Kirrung auf ihrem Handy meldet und sie schnell losfahren um eine Sau zu erlegen. Aber ist das Jagd ? Ist das ein Jagderlebnis ? Klar gibt es sicherlich Für und Wider, in einem Revier mit viel Wildschaden kann es das eigene Portemonaie schützen und bringt zeitgleich ein paar Euro ein. Für mich persönlich ist es "derzeit" keine Option da ich den Ansitz und das warten auf das Wild liebe und nur das für mich ein echtes Jagderlebnis ist. Wie seht Ihr das, ich bitte von Beleidigungen und Anfeindungen abzusehen, es wäre schön wenn es friedlicher Faden würde, denn das ist leider selten geworden.
 
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#3
Für mich persönlich ist es "derzeit" keine Option da ich den Ansitz und das warten auf das Wild liebe und nur das für mich ein echtes Jagderlebnis ist.
Jagderlebnisse sind für jeden anders definiert und eine angepirschte Sau macht auch Freude bzw. ist sogar fast spannender als die erhockte.

Ich habe Jäger in meinem Kreis die ca. 25 Sauen im Jagdjahr alleine erlegen - die alle zu erhocken fällt aus. Familie und Freunde sind ja auch noch da und man möchte Zeit mit ihnen verbringen.

Da wird gezielt bejagt, wenig Witterung im Revier gelassen und es funktioniert.

Dazu kommt ja auch noch die rote Arbeit und die Vermarktung des Wildbrets. Die 25 Sauen sind dann nicht die einzige Strecke, denn die Mitjäger tun auch ihr übriges im kleineren Rahmen..

Waidmannsheil und jedem sein Erlebnis sowie die dazugehörige Freude daran
 
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#4
Hallo Foristi, ich lese des Öfteren das Jäger auf dem Sofa sitzen, sich eine Kamera an der Kirrung auf ihrem Handy meldet und sie schnell losfahren um eine Sau zu erlegen. Aber ist das Jagd ?
.., in den seltensten Fällen erlegst du nach solchen Kirrmeldungen auch ein Stück.
Das ist mehr ein Hinweis zu welchen Zeiten ein Ansitz/Nachtpirsch auch Sinn macht. Und auch dies nur zur Ergänzung vieler anderer Faktoren und Maßnahmen die einem Jagderfolg vorausgehen. Viel jagdliche Tätigkeit bleibt noch wie sie auch früher war, nur das mit dem hohen Schwarzwildaufkommen ist halt dazu gekommen, weswegen man dann auch dankbar ist,
den Faktor Zeit etwas besser händeln zu können. Es gibt halt den reinen Genüßjäger, dieser
sitzt dann gerne länger als nötig. Dann gibt es halt auch noch den Genußjäger der auch den Abschuss erfüllen muss ..... ;)
 
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#5
Das ist eine Art der Jagd 🤷🏼‍♂️
der eine schätzt die „Romantik des Ansitzes“, der andere die Fleischbeschaffung...

Ich persönlich setze mich selten Nachts auf Sauen an die Kirrung und warte mir den Arsch platt, ich gehe lieber auf die Pirsch und zu den Sauen.

jeder wie er es für richtig hält ;)
 
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#6
Hallo Foristi, ich lese des Öfteren das Jäger auf dem Sofa sitzen, sich eine Kamera an der Kirrung auf ihrem Handy meldet und sie schnell losfahren um eine Sau zu erlegen. Aber ist das Jagd ? Ist das ein Jagderlebnis ? .....
hallo.
Eigentlich schon. Zu wissen dass die Sauen an der Kirrung sind heisst ja noch lange nicht, dass man sich eine zum Essen einlädt.
Und genau das macht dann den Unterschied, die Jagd, auch aus. Zerwirkt wird nach dem Erlegen.
 
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#7
Ich denke, wir müssen inzwischen zwischen der erlebnisorientieren Jagd und dem vom Effizienz- und Effektivitätsgedanken bestimmten Wildtiermanagement (böses Wort) unterscheiden.

Letzteres kann die Jagd oder klassische jagdliche Methoden beinhalten / sich zu Nutze machen, erfüllt aber vorrangig einen anderen Zweck.

Frage mal einen langjährigen Pächter eines Feldrevieres, welches an einen Wald angrenzt, wie er zum exorbitanten Anstieg der Sauen steht. Ich glaube, dass bei den Schäden in bisher unbekannter Höhe das Pendel sehr schnell von „Lust“ auf „Frust“ umschlägt; gerade wenn man auf einmal zu solchen Methoden („Rufbereitschaft in der Nacht“, „nächtliche Feldpatroullie“) gezwungen ist.
 
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#8
Aber ist das Jagd ? Ist das ein Jagderlebnis ?
Gute Frage. Aber ist das sinnlose Sitzen im dunklen an an Kirrung so viel besser?

Wirklich "schöne" Jagd ist für mich: Morgen- und Abendansitz, an der Wald-Feld-Kante oder aber auch bei schönen, klaren Vollmondnächten - auch im Winter im Schnee. Genau so wie runden mit der Flinte auf Eichelhäher, Enten und Co. mit 2-3 Jagdfreunden.

Dann gibt es Sachen, die gehören dazu, dazu fällt für mich Kirrungsjagd und Nachtpirschen - die Jagd ansich ist nicht besonders, dafür freut man sich über die Beute.

Und dann gibt es Sachen, die sind notwendiges Übel, zB. für mich der Kitzabschuss im Herbst. Viel Arbeit, für wenig Nutzen ohne schöne Jagderlebnisse.

Aber der nächste sieht es wieder anders, aber für mich ist das wie überall: Nur die Sahnestückchen rauspicken geht nicht.
 
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#9
Also die Kamera meldet sich, der Jäger macht sich fertig, holt Waffe und Munition aus dem Waffenschrank, fährt ins Revier, steigt aus, nimmt Waffe und Fernglas oder Wärmebildkamera aus dem Auto, geht die Kirrung an und erlegt dann die Sau? Wie oft klappt das? Welche erfahrene Bache macht das mit?
 
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#10
...

Und dann gibt es Sachen, die sind notwendiges Übel, zB. für mich der Kitzabschuss im Herbst. Viel Arbeit, für wenig Nutzen ohne schöne Jagderlebnisse.

Aber der nächste sieht es wieder anders, aber für mich ist das wie überall: Nur die Sahnestückchen rauspicken geht nicht.
Hallo.
Abschusserfüllung beim weiblichen Rehwild ist doch auch Jagd?
Oder gerade d i e Jagarei schlechthin. Kitze muss man auch erst einmal erlegen
 
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#11
Also die Kamera meldet sich, der Jäger macht sich fertig, holt Waffe und Munition aus dem Waffenschrank, fährt ins Revier, steigt aus, nimmt Waffe und Fernglas oder Wärmebildkamera aus dem Auto, geht die Kirrung an und erlegt dann die Sau? Wie oft klappt das? Welche erfahrene Bache macht das mit?
Das geht schon. Vielleicht so häufig, wie es die weiter oben angeführten Jäger gibt, die 25 Sauen plus anderes Wild im Revier erlegen und dann neben Familie und Job auch alles noch selbst vermarkten. Und das meine ich ohne Ironie. Dafür braucht es jedoch ein paar Voraussetzungen, die nur wenige Jäger haben oder nutzen können. Bei uns wohnen alle Jäger am oder gleich im Revier und einige müssen nicht mal ins Auto steigen, um binnen 5min eine Kirre zu erreichen.
 
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#12
Es ist schwer zu sagen, wo die Grenze der Technik zur Waidgerechtigkeit liegt. Untergeordnet kommen dann noch Wildschäden oder Zeit zum Jagen dazu.

Ist es unwaidmännisch mit WBK und/oder NSG zu jagen? Man ist effektiv; erlegt womöglich besser und sollte auch weniger beunruhigen. Auf der anderen Seite hat die Sau deutlich weniger Chancen....

Ist bei den Kameras vergleichbar.

Unter der Woche und berufstätig und dann noch Wildschäden...
Das ist ein Argument es auch „über die Kamera“ zu machen. Ist es waidmännischer dann gar nichts zu machen oder umsonst anzusitzen?

Wenn man fast nur durch die Technik zum Jagderfolg strebt, finde ich es unwaidmännisch. Die Grenze muss man selber ziehen.
 
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#13
Jagderlebnisse sind für jeden anders definiert ....
Das ist sicher unstrittig und muss man einfach so hinnehmen.

Eine andere Frage ist allerdings, welche Auswirkungen das letztlich hat, wenn solche Praktiken auf großer Fläche von den meisten Jägern praktiziert werden (Futtereintrag, Lerneffekte des Wilds, etc.)

....und eine angepirschte Sau macht auch Freude bzw. ist sogar fast spannender als die erhockte....
MIR auf jeden Fall um den gefühlten Faktor 1000.
Am wichtigsten ist mir bei dieser Version aber, dass diese Sau-Pirsch ohne Zufütterung erfolgt und den Jagddruck dorthin transportiert, wo er wertvoll ist, also nicht in den nächtlichen Wald mit den dort (hoffentlich ungestört) äsenden Wiederkäuern, sondern auf die Schadfläche im Feld!

....Ich habe Jäger in meinem Kreis die ca. 25 Sauen im Jagdjahr alleine erlegen - die alle zu erhocken fällt aus....
So ist es.
Und aufgrund dieser Erkenntnis und dem Bewusstsein, welchen hohen nächtlichen Jagddruck und Futtereintrag in die Landschaft das erzeugen würde, habe ich "Jäger in meinem Kreis", die 25 Sauen allein in einem einzigen Herbstmonat erlegen - bei Drückjagden! ;)
 
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#14
Hallo.
Abschusserfüllung beim weiblichen Rehwild ist doch auch Jagd?
Oder gerade d i e Jagarei schlechthin. Kitze muss man auch erst einmal erlegen
Jagd ist es für mich schon, nur eben keine schöne, die mir Freude bereitet. Ich persönlich hätte jetzt auch kein Problem damit für mich, bis auf 1-2 Küchenrehe für den Eigenbedarf die Rehjagd komplett sein zu lassen. Mir persönlich macht es keine Freude.

Und gerade die Kitzjagd im Herbst, es ist nicht viel Gewicht dran, oft eine haarige Angelegenheit - einen schönen Herbsttag nutze ich persönlich lieber für Flintenjagden.
 
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