Ist Wild Bio

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Der steht für große Teile der Gesellschaft.
Ein nicht gerader geringer Prozentsatz der Gesellschaft steht auch der Jagd sehr kritisch gegenüber. Auch dort kommen falsche Informationen zum Einsatz, auch dort sind die Leute unbelehrbar.

Wie schon gesagt, das Ende der Nutztierhaltung, egal in welcher Form bedingt eine Kausalkette an deren Ende auch die Jagd nicht weiter erhalten werden kann. Und dabei ist Laborfleisch, welches ja auch ein Projekt der Landwirtschaftskammern und landwirtschaftlichen Fakultäten ist, nur ein Nagel zum Sarg.

Die Landwirtschaft kann sich neu Formieren - die Jagd nicht, weil wenn erstmal die Abhängigkeiten gestört sind, dann wird sie höchstens noch zur Reduzierung von Ungeziefer benötigt, unter strengen, sehr stark reglementierten Auflagen.

Über die Abzweigungen und die einzelnen Positionen der Kausalkette will ich mich hier im einzelnen nicht auslassen. Am Ende steht weniger Tiere pro Betrieb, weniger Futteranbau, dadurch geringere Wildschäden, weniger Ackerland für den Futteranbau, Grünland wird zu einem gewissen Anteil stillgelegt und verschwindet als Naturschutzfläche (vor allem bei uns in der Region) entgültig aus der Nutzung (auch jagdlich) - wir haben im Landkreis viele Moorflächen die Wiedervernässt werden können (auch da gibt es landwirtschaftliche Projekte) in diesen Gebieten ruht die Jagd (zu einem nicht unerheblichen Teil ganzjährig). Die Folge ist ein nicht bejagbarer Flickenteppich mit zusammenhängenden Revierflächen von weniger als 35 ha, teilweise weit gestreut und von Naturschutzflächen begrenzt.

Jeder mag sich einmal eine Feuchtgebietskarte der Landkreise Cuxhaven, Wesermarsch und Ostfriesland anschauen, für große Teile des Emslandes trifft das dann auch noch zu.

Als weiterer Faktor mag noch angedeutet werden, dass wir Landwirte sehr schnell merken auf wen wir uns verlassen können - die anderen werden nicht mehr zum Zuge kommen. Nicht bei den derzeitigen Pachtpreisen, dann nehmen wir die Jagd lieber selbst in die Hand. Man kann nur einmal einen guten oder schlechten Eindruck hinterlassen, eine zweite Chance gibt es da nicht.
 
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Die "Peinlichkeiten" reiche ich mit Hochachtung zurück, danke dafür!
Für dich :
Alles nochmal konzentiert lesen und den Inhalt auch verstehen und erkennen wollen;
und damit du nicht immer als nur emotionaler, lauter und meinungsstarker, aber leider ahnungsloser Protagonist bei derartigen Themen hier herum polterst, empfehle ich dir vorher noch etwas etwas Literatur!
Was willst machen, wenn`s Xxxx nur zur Bildbetrachtung reicht. :poop:

-Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung

- Antibiotikamonitoring (zumindest den Leitfaden) der verschieden Nutztierarten

-aktuelle Abgabenmengen von AB und deren Entwicklung der letzten 10 Jahre in der Nutztierhaltung

Solltest dies dich das alles überfordern, und ich weiss ja nicht wann du persönlich das letzte Mal in deinem Leben einen tierhaltenden Betrieb ausserhalb des Ab Hof/Verkaufsladen mal besucht hast; egal ob Öko oder Konventionell, solltest du vielleicht einen Großtierpraktiker, landwirtschaftlichen Berater oder Stallbauplaner mal ein paar Tage begleiten, um auch Zugang zu den Tierhaltungen und den aktuellen Haltungs-Formen zu bekommen, und da wirst mit Sicherheit auch Betriebe beider Produktionsrichtungen begutachten.
Derartige persönliche Erfahrungen machen auch für vollkommene Laien wie dich absolut Sinn!
So das war jetzt vorerst meine letzte Laiennachhilfe für dich; viel Spass auf der Suche nach realistischen Impressionen aus der landwirtschaftlichen TIerhaltung!

Aber aufpassen, dass der Großtierpraktiker anschließend nicht Großkunde beim Seelenklempner wird. ;)
 
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die

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Mit Verlaub, füttert doch nicht irgendeinen dahergelaufenen, versponnenen Troll.
Meinst Du mich? Falls ja: Daß Du eine solch elementare Frage der Wirtschaft als Trolling bezeichnest, finde ich aus meiner Sicht befremdlich.
Ein nicht gerader geringer Prozentsatz der Gesellschaft steht auch der Jagd sehr kritisch gegenüber. Auch dort kommen falsche Informationen zum Einsatz, auch dort sind die Leute unbelehrbar.....
Falsche Info? Unbelehrbar? Geht nur wenn auch belehrt wurde.

Ich arbeite für einen DAX-Konzern. Wir stehen im beinharten internationalen Wettbewerb und DIE zentrale Ausgangsfrage ist IMMER: Wie tickt der Markt - heute und in Zukunft? Was für Kundentypen gibt es und wie bediene ich die besser als die Konkurrenz? Was macht der Wettbewerb? etc. Dazu gibt es seit Jahrzehnten tonnenweise Literatur, Beraterfirmen.

Wer das nicht tut verschwindet über kurz oder lang aus dem Markt. Ausgenommen sind natürlich Monopole und ähnlich Strukturen, z.B staatlich Einrichtungen.

Jetzt wurde weiter oben ja betont, daß man sich auch in der Landwirtschaft in einer Wirtschaft befindet. So weit so gut.
Wenn Du aber die Frage nach dem Kunden als Trolling bezeichnest, dann ist das für mich ein Hinweis, daß ihr Landwirte evtl. in solchen Strukturen agiert, denn für einen Teilnehmer der freien Wirtschaft ist eine Frage nach der Marktfunktion etwas absolut Selbstverständliches (Gibt natürlich auch Ausnahmen) - was ja wiederum für Dich unverständlich sein kann

Wie auch immer: meine Frage ist ernst gemeint und mich interessiert das wirklich.
 

z/7

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Das Problem wird sein, daß die wenigsten Landwirte mit Endverbrauchern zu tun haben. Die liefern überwiegend an Zwischenhändler, die internationale Konzerne bedienen. In welcher Form, Verpackung und mit welchem Marketing das Rohmaterial dann beim Kunden landet, bestimmen die. Das ist eine eingespielte Mechanik, aus der kommen sie nur raus, wenn sie sich nen Hofladen zulegen und/oder selber weiterverarbeiten. Erstens nicht jedermanns Sache, und zweitens für die Welternährung auch nicht praktikabel.
 
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Das ist eine eingespielte Mechanik, aus der kommen sie nur raus, wenn sie sich nen Hofladen zulegen und/oder selber weiterverarbeiten.

Das ist falsch. Wenn mein Nutzvieh Zugang zu "Außenklima" hat muss ich es weder selbst vermarkten noch verarbeiten.

Wenn man in der EU keine Küken mehr schreddern oder Ferkel ohne Betäubung kastrieren darf auch nicht.

Es ist doch absurd als Jäger die Qualität von Wildfleisch herauszustellen und dann Berichte von Lobbyverbänden zu verlinken die die Nachteile von "Freilandhaltung" herausstellen und mit dem Tierschutz und besserer Gesundheit zu argumentieren.

Die Zeiten sind demnächt sowieso vorbei.

Wenn es durchgesetzt wird jede Anbau - und Haltungsform für den Verbraucher transparent auf der Verpackung nachvollziehen zu können, bleibt nicht mehr viel Spielraum.
 

z/7

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Du verstehst nicht. Es ist schitegal, was der Landwirt tut oder läßt. Beim Verbraucher kommt an, was die Weiterverarbeiter ankommen lassen wollen. Was da als barcode auf ner Verpackung steht, interessiert doch keine alte Sau. Wer das wissen will, könnte es jetzt auch schon rausfinden. Es will aber keiner wissen. Man glaubt lieber den bunten Bildchen der Konzerne.
 

die

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Das Problem wird sein, daß die wenigsten Landwirte mit Endverbrauchern zu tun haben. ....
Haben ja die meisten Industriefirmen auch nicht. Trotzdem gibt es dort Wettbewerb und Gedanken wie oben beschrieben. Ich frage mich, warum der Lebensmittelkonzern X von Bauer A und nicht von Bauer B kauft. Oder kaufen die eh von beiden? Die Mechanismen sind offenbar ganz andere als in der Industrie und von den Landwirten hier kann/will mir als Laien auch keiner erklären wie denn nun der Markt tickt. Könnte ja dazu beitragen die Vorurteile abzubauen.
.... und zweitens für die Welternährung auch nicht praktikabel.
Ist das so? In Deutschland ist es unmöglich zu verhungern. Möglicherweise ist es ja auch praktikabler wenn im Rest der Welt weitestgehend vor Ort produziert wird. Bin mir nicht sicher, daß die Oligopole der großen so gesund sind.
 

die

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.....Es ist doch absurd als Jäger die Qualität von Wildfleisch herauszustellen und dann Berichte von Lobbyverbänden zu verlinken die die Nachteile von "Freilandhaltung" herausstellen und mit dem Tierschutz und besserer Gesundheit zu argumentieren....
Den Punkt verstehe ich auch nicht.
 

z/7

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Möglicherweise ist es ja auch praktikabler wenn im Rest der Welt weitestgehend vor Ort produziert wird. Bin mir nicht sicher, daß die Oligopole der großen so gesund sind.
Wie willst Du Millionenstädte mit Hofläden versorgen?

Natürlich sind die Oligopole schlecht. Unser Kartellrecht ist ein Witz. Auch für die Urproduktion ist es besser, wenn der Handel nicht in einer Hand ist. Dann hätten wirechten Wettbewerb. Solang das Monsanto und Nestlé unter sich ausmachen...
 
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Jetzt wurde weiter oben ja betont, daß man sich auch in der Landwirtschaft in einer Wirtschaft befindet. So weit so gut.
Wenn Du aber die Frage nach dem Kunden als Trolling bezeichnest, dann ist das für mich ein Hinweis, daß ihr Landwirte evtl. in solchen Strukturen agiert, denn für einen Teilnehmer der freien Wirtschaft ist eine Frage nach der Marktfunktion etwas absolut Selbstverständliches (Gibt natürlich auch Ausnahmen) - was ja wiederum für Dich unverständlich sein kann

Wie auch immer: meine Frage ist ernst gemeint und mich interessiert das wirklich.

Du warst nicht gemeint, es gibt hier so ein paar Leute die nur auf Krawall gebürstet sind. Ich will die Namen nicht nennen, und die sind wegen des Humbugs den sie verzapfen auch jetzt auf Ignore.

Wie z/7 es schrieb, die meisten Landwirte haben keinen direkten Kundekontakt, daher gibt es auch kein direktes Feedback, es sei denn Du bist Selbstvermarkter und Wochenmarktbauer - davon gibt es ein paar. Der Trend geht in Deutschland zur Frische-Ware, daher haben gerade hier bei uns die Wochenmärkte recht guten Zulauf. Aber auch auf dem Wochenmarkt gibt es massive Qualitätsunterschiede, man merkt wenn da einer mit Großmarktware steht, oder einer selber angebautes Obst und Gemüse vermarktet.

Die andere Seite ist die, dass man auch auf den Höfen oft außenstehende hat, die sich den Hof anschauen, vor allem dann, wenn es ein gut gepflegter idyllischer Niedersachsenhof, oder Wursterhof ist - die Leute gehen an die Kälber, streicheln sie und lassen sich von ihnen Abschlecken... Oft kommt man so mit Leuten ins Gespräch, und sehr oft muss man sich wundern wie sehr die Verblödung schon um sich gegriffen hat. "Wir dachten die Kälber werden alle gekeult, so hat man uns in Bremen auf einem Vortragsabend vom Tierschutz erzählt. Sind das Bullenkälbchen oder Kuhkälber..:", man erklärt und zeigt am lebenden Objekt. Das Beeindruckt mehr als das Geschwafel von Dummschwätzern die von der Realität nur wenig Ahnung haben, aber eine blühende Fantasie und einen verdorbenen Geist.

Ich möchte mich noch einmal für das entstandenen Missverständnis entschuldigen, wie gesagt das von Dir zitierte ging an eine gänzlich andere Adresse - und die brauchen auch gar nicht mehr weiterversuchen.
 
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Wie z/7 es schrieb, die meisten Landwirte haben keinen direkten Kundekontakt, daher gibt es auch kein direktes Feedback, es sei denn Du bist Selbstvermarkter und Wochenmarktbauer - davon gibt es ein paar.

Und da sie keinen direkten Kundenkontakt haben, tappen sie völlig im Dunkeln wo die Reise dieser Gesellschaft hingeht.
Auch sämtliche Veränderungen, EU-Verordnungen und Verbote der letzten 20-30 Jahre sagt Ihnen nicht das Geringste ?
Das Thema Marktanalyse ein unüberwindliches Hindernis ?

Merkwürdig, die Mehrzahl der Obstanbaubetriebe hier hat auf Bio-Obst umgestellt.
Einige größere mit Demeter und Bioland Zertifikaten.


Wie willst Du Millionenstädte mit Hofläden versorgen?

Es gibt nicht nur konventionelle Landwirtschaft oder Hofladen.
 
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