Ist Wild Bio

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Der von mir genannte Biohof lässt seine selbst produzierten Futtermittel regelmäßig in der nächstgelegen Landwirtschaftlichen Untersuchungs und Forschungsanstalt untersuchen.
Seine Heuballen werden im Kern nur weich gepresst und bei der Mahd mäht er höher und lässt 10cm stehen. Er schreibt, daß dadurch die Qualität des Heus steigt.
Man kann so einiges machen. Kostet eben.
 
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Wahrscheinlich lassen sehr viele Betriebe ihre Futtermittel -Silagen- untersuchen. Das sollte Standard sein, wenn man eine Ration berechnet und kostet auch nicht die Welt.

Getreide ist ja immer halbwegs gleich gut, außer im Biobereich, da können schon mal viele natürliche Gifte drin sein.

Ich mähe auch höher als empfohlen. Das kostet zwar zunächst etwas Ertrag, es kann aber wieder besser und schneller austreiben - wenn es genug Feuchtigkeit gibt!
 
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Der Bauer schreibt, daß es den Vorteil hätte daß das Heu höher liegt, ählich wie Stroh auf den Stoppeln besser trocknet und die Verschmutzungen geringer und dadurch die Qualität steigt?
Ich kenne die Anforderungen von Bioland nicht, sollen aber ziemlich hoch sein.
 
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Gras wächst von der Basis aus, deshalb sind die 10 cm, die beim vorherigen Schnitt stehen geblieben sind, beim nächsten mit dabei und sie wirken solange noch positiv auf das Mikroklima am Boden.
 
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Der Bauer schreibt, daß es den Vorteil hätte daß das Heu höher liegt, ählich wie Stroh auf den Stoppeln besser trocknet und die Verschmutzungen geringer und dadurch die Qualität steigt?
Ich kenne die Anforderungen von Bioland nicht, sollen aber ziemlich hoch sein.
Die Anforderungen beziehen sich auf die Prozess"qualität", nicht auf die Produktqualität! Bioheu hat ein Biozertifikat. Es sagt absolut nichts aus über die Produktqualität!

Demeter hat hier die höchsten Anforderungen. Ich bin in den Humbug nicht involviert, aber es kommt in die Nähe von "eine Jungfrau muss auf den Mist pinkeln und man buddelt Kuhhörner ein um kosmische Strahlung einzufangen und damit dann irgendwas zu aktivieren". Ob die Milch, die da am Ende aus der Kuh kommt, dann besser ist?
 
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Gilt Heu auch als Bio, wenn es Unbekannte gemäht und gepresst haben ? :)

"Unbekannter mäht fremde Wiese und presst Heuballen
Dorfprozelten (dpa/lby) - In Unterfranken hat ein Unbekannter eine fremde Wiese abgemäht und sogar vor Ort Heuballen gepresst. Wie die Polizei am Freitag berichtete, wurde das 1,2 Hektar große Grundstück in Dorfprozelten (Landkreis Miltenberg) professionell gemäht. Die produzierten Heuballen ließ der Unbekannte teilweise liegen. ..."

 
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Du hast nicht so viel Ahnung. Die Subventionen bekommt man, wenn man die Regeln einhält. Da wird angeboten, dass man für irrsinnige Regeln Kohle bekommt. Die Regeln sind zum Teil absolut unsinnig, aber ich halte sie ein und bekomme dafür die Biosubventionen. Das macht jeder Biobauer so.

Ich ziehe mit meinem kleinen Nebenerwerbsbetrieb übrigens massiv an der Statistik. Im Durchschnitt sind Biobetriebe nicht klein und niedlich und aus tiefster Überzeugung dabei, sondern im Durchschnitt sind Biobetriebe größter als konventionelle.

Du hast offensichtlich meine Beiträge dazu nicht ausreichend genau gelesen. HEUTE haben wir größere Betriebe und wenn ich den einfachen Durchschnitt nehme, ist das nicht weiter verwunderlich (der sagt sowieso rein überhaupt nüscht aus!!!). Und diejenigen, die vor 30 Jahren damit anfingen, gleich in welchem landwirtschaftlichen Bereich, waren sehrwohl mit tiefster Überzeugung dabei. HEUTE oder in den letzten Jahren gibt oder gab es andere Beweggründe, die eine Umstellung im ein oder anderen Falle interessant erscheinen lassen.

Auch was du zur Direktvermarktung schreibst, habe ich im inhaltlichen Sinne schon lange gesagt. Und ich hatte sowieso nie die mittelgroßen bis großen Betriebe im Auge, sondern eher die kleinren Höfe, die schon vor vielen Jahren haben kommen sehen, was heute an Höfesterben überall zu beobachten ist. Ich rede von Nischen, die ein auskömmliches Leben für eine Bauernfamilie schaffen konnte, wenn gewiefte, fleißige Köpfe dahinter standen und nicht von Betriebsgrößen, die auch schon mit zum Beispiel profaner Schweinemast Konvi so viel Kohle machten, dass sie über die Jahre hinweg auch die erforderlichen Modernisierungen ihrer Betriebsstätten vornehmen konnten und auch heute noch bis in alle Zukunft gut dastehen werden, solange die politischen Rahmenbedingungen für sie günstig sind.

Zu deiner Subventionsabgreiferei: Ja, das macht jeder so. Das weis ich auch seit 30 Jahren und da gibts keinen Unterschied, ob Konvi früher oder Bio heute. Denn das sind die gleichen Menschenschläge. Du selbst machst dich hier in aller Öffentlichkeit zum Schulbeispiel dafür.
Befolgst brav die Regeln, bekommst Subventionen, aber schaffst keinen unternehmerischen Mehrwert, d. h. dein Betrieb wird nicht wertvoller. Du hängst also am Subventionstropf und wenn der schwächer tröpfelst, schaust du dumm aus der Wäsche und gehst demonstrieren.

Diese Gruppe von Landwirten fällt aber - genauso, wie so manche Konvis auf die Schnauze gefallen sind und aufgeben mussten - spätestens dann auf die Schnauze, wenn Brüssel es sich wieder anders überlegt oder ein Überangebot an profanen Produkten herrscht, dass jeder Depp für den Markt produziert, aber keine Sau mehr zu vernünftigen Preisen kauft und wenn dann die EU oder die Länder das nicht mehr hinreichend stützen (das sind politische Entscheidungen), dann wirds nass im Bauernhoserl und es werden wieder ein paar weniger.

WARUM? Ganz einfach: Es steckt keine Idee dahinter, kein eigenes landwirtschaftliches Konzept eines gewieften Selbständigen, sondern es springen schlichtweg viele wieder mal viel zu spät auf einen Zug auf, der ins Ungewisse fährt und auf den viele aufspringen, weil sie glauben, wenn es viele machen, ist das auch gut für mich. ;)
 
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Du hast nicht viel Ahnung. Auch nicht von meinem Hof und meinem Konzept und auch nicht von der Landwirtschaft allgemein.

Bio ist unsinnig. Aber für Grünlandbetriebe und vor allem Weidetierhalter beinahe ein Muss. Was es da an Geld ohne große Veränderungen so nebenbei mitzunehmen gibt, darf man nicht liegen lassen. Gerade im Nebenerwerb.

Und du sprichst ein Hauptproblem aller Betriebszweige "Naturschutz" an, ohne davon viel Ahnung zu haben. Die allermeisten Agrarumweltmaßnahmen haben eine Laufzeit von fünf Jahren. Länger kann man nicht planen. Bio zählt (obwohl es eigentlich keine positiven Auswirkungen auf die Natur hat) genauso wie Blühstreifen und Grünlandextensivierung und (je nach Bundesland) viele mehr zum Umwelt/Naturschutz, für den es über die zweite Säule Förderkohle gibt. Und diese Programme werden regelmäßig geändert, das liegt nicht nur an Brüssel, sondern auch an den Landesregierungen. Du planst erstmal für fünf Jahre und siehst dann weniger als ein Jahr vor Ablauf, was du dann im Betriebszweig "Naturschutz" machen kannst.

Klar könnte ich auch meinen Hauptberuf an den Nagel hängen, Ziegen einstallen, Käse machen und mich dann auf den Wochenmarkt stellen. Vielleicht mache ich das auch irgendwann. Daran würde ich mehr Freude haben, als an meinem derzeitigen Beruf, aber es hängt die Sicherheit einer ganzen Familie dran.

So habe ich jetzt als Biobauer im Nebenerwerb Zeit für meine Zwerge, mehr Geld für weniger Arbeit und der Hof wächst trotzdem beständig in vielen Bereichen - außer in den Einnahmen für produzierte Lebensmittel.
 
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Eigentlich ist die Sache klar....

Wild das aus den seit Generationen vorbildlich bewirtschafteten Staatswäldern kommt ist natürlich BIO!

Wild das aus den durch konventionelle Landwirtschaft verseuchten Gemeindejagden kommt, kann natürlich nicht bio sein.... und ist eher ein Entsorgungsfall.

Für an der Staatswaldgrenze erlegts Wild, das ohnehin dort so schnell stirbt, dass es kein konventionelles Gaserl mehr fressen kann, können Sonderregelungen greifen.

:cool:

Gruß

HWL
 
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Ist der sowas wie ein Klimaleugner unter den Agrarökonomen?

Da hätte ich doch gerne auch die Meinung eines Professors aus Weihenstephan ohne den Zusatz emeritus....
 
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Ist der sowas wie ein Klimaleugner unter den Agrarökonomen?

Da hätte ich doch gerne auch die Meinung eines Professors aus Weihenstephan ohne den Zusatz emeritus....
Was stört dich an den Argumenten / Inhalten des Hr. Ströbel?
Ist der Titel wichtiger oder das gesagte?

Für mich ist dieser Themenkomplex wieder ein Nachweis, daß jede staatliche Intervention weitere Interventionen nach sich zieht und langfristig die Situation nicht verbessert.
Im Zweifel weiß der Landwirt am besten, wie er wirtschaftlich und nachhaltig seinen Boden bewirtschaftet.
Die Lösung wird auch nicht "entweder oder" heißen, sondern "beides".
 
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