Jäger rettet Frau vor gewalttätigen Männern

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Notstand
1Wer in einer gegenwärtigen, nicht anders abwendbaren Gefahr für Leben, Leib, Freiheit, Ehre, Eigentum oder ein anderes Rechtsgut eine Tat begeht, um die Gefahr von sich oder einem anderen abzuwenden, handelt nicht rechtswidrig, wenn bei Abwägung der widerstreitenden Interessen, namentlich der betroffenen Rechtsgüter und des Grades der ihnen drohenden Gefahren, das geschützte Interesse das beeinträchtigte wesentlich überwiegt. 2Dies gilt jedoch nur, soweit die Tat ein angemessenes Mittel ist, die Gefahr abzuwenden.
32 Notwehr
) Wer eine Tat begeht, die durch Notwehr geboten ist, handelt nicht rechtswidrig.
(2) Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden.
 
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Hei,

Notwehr ist die Verteidigung auf einen Angriff auf Leben, erhebliche Sachwerte oder Ehre.
Verteidigen darf man sich, wenn der Angriff noch andauert.
Bei Angriff auf dein Leben gilt der wohl, wenn dir der Angreifer den Rücken zudreht und weg läuft, als beendet.
Hat er aber Beute dabei, dauert der Angriff auf erhebliche Sachwerte noch an, weshalb man sich auch bei ner Flucht noch wehren darf.

Da solltet ihr wohl unterscheiden.


Grüße

Tom
Servus,

Ok. Dachte immer Sachwerte stehen unter dem Leben und der Rücken wäre somit Tabu. Einen Schuss in den Rücken könnte ich mir nur vorstellen, wenn bei einem Angriff, die Angreifer einen Stellungswechsel machen.
 
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Weiß man denn jetzt was die vorhatten?
Ein rauer g*ngb*ng unter Freunden oder eine verhinderte Steinigung? :unsure:
 
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Doch, er hat nur Glück gehabt.

Wer Nachts im Wald 4 unbekannten Männer gegenüber tritt die bereits Gewalt anwenden ist entweder völlig naiv und unbedarft oder größenwahnsinnig.
Servus,

es wurde Gewalt gegen eine Person angewandt. Soll man da tatsächlich "nur" die Polizei rufen wenn man bewaffnet ist? Was passiert in einer viertel Stunde, wenn die 4, die Frau vergewaltigen wollen.
Wie gesagt, Hut ab.
 
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Nur um das rein rechtlich klarzustellen :

1)
Sofern es sich um den für das Revier zuständigen Jagdausübungsberechtigten handelt (und keinen Gastjäger mit Begehungsschein) dann hat der Jäger nicht nur das Jagdrecht sondern auch das Jagdschutzrecht und darf als solcher u.U. auch Aufgaben wahrnehmen, die sonst nur Ordnungshütern zustehen....die Verhinderung von Straftaten und Festhalten potentieller Starftäter gehört vermutlich allemal dazu !

2)
Das Führen von Schusswaffen in seinem Revier ist ihm als Jäger ausdrücklich erlaubt und selbst wenn die mutmassliche Straftat im Nachbarrevier stattgefunden hätte, wird es rechtlich vermutlich irrelevant sein.

3)
Das Festhalten von Straftätern unter Androhung der Schusswaffengewalt ist bei erheblichen Straftaten (was hier augenscheinlich vorliegt, da das Opfer schon verletzt war und von einem "Rudel" potentieller Gewalttäter umzingelt wurde) erlaubt.
Das sogenante "Jedermannsrecht"(auf Festhalten von Straftätern bis zum Eintreffen der Polizei) findet hier zusätzlich zum Nothilfeparagrafen anwendung.

4)
Darf er auf die Täter schießen, wenn die Täter flüchten ?
Warnschuss in die Luft ist sicher noch möglich, aber geziel auf die Person(en) ?
NEIN, denn die Stratftat ist mit der Flucht der Täter unmittelbar ABGEWEHRT aund damit der Nothilfegrund zunichte gemacht.

In den USA ist das alles kein Thema, da die Straftäter in vielen Staaten IMMER damit rechnen müssem, dass Ihre potentiellen Opfer IMMER bewaffnet sind und von der Schusswaffe auch sofort Gebrauch machen. (das finde ich super !)

Was ich vom "Recht" in meinem Heimatland Deutschland halte, werde ich hier nicht öffentlich posten !
 
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Servus,
es wurde Gewalt gegen eine Person angewandt. Soll man da tatsächlich "nur" die Polizei rufen wenn man bewaffnet ist? Was passiert in einer viertel Stunde, wenn die 4, die Frau vergewaltigen wollen.
Wie gesagt, Hut ab.

Woher wusste Jäger unerschrocken das es nur 4 waren? Hätte ja auch noch einer außerhalb des Lichtes im Gebüsch hocken können, der die Sicherung übernommen hat. Wenn es eine südosteuropäische, eingespielte Gruppe war, eventuell noch mit aktiver Kampferfahrung, sogar wahrscheinlich.

Oder wie gesagt die Jungs voll auf Droge. Ein Bekannter von mir ist bei der Drogenfahndung.
Was der manchmal so erzählt von Leuten die unter harten Drogen stehen. Gebrochener Arm, juckt nicht mal. Schuß ins Bein stopt keinen von denen bei einem Messerangriff. All das weißt man in so einer Situation nicht.

Oder alle 4 ziehen sofort Schußwaffen weil sie schon auf der Fahndungsliste stehen und keinesfalls auf die Polizei warten wollen.
 
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§127 StPo: Vorläufige Festnahme

(1) Wird jemand auf frischer Tat betroffen oder verfolgt, so ist, wenn er der Flucht verdächtig ist oder seine Identität nicht sofort festgestellt werden kann, jedermann befugt, ihn auch ohne richterliche Anordnung vorläufig festzunehmen.

frische Tat heist:

- Eine Straftat* die unmittelbar bevorstehend, andauerd oder noch nicht abgeschlossen ist.


der Flucht verdächtig heist :

- Das er zur Entziehung der Festnahme bereit und im Stande ist


seine Indentität nicht sofort feststellbar ist heist:

- er ist dem Festnehmenden oder dem Opfer der Straftat das ihn identifizieren könnte, nicht bekannt.**


* Eine Straftat liegt vor, wenn gegen ein geltendes Gesetz des StGB verstoßen wird. Ordnungswidrigkeiten sind keine Straftaten, somit ist bei solchen eine Legitimation nach §127StPo nicht gegeben.

Das alles gilt es abzuwägen, bevor eine vorläufige Festnahme vornimmt (die auch deutl. ausgesprochen werden muß und man hüte sich nur eine Festnahme oder gar Verhaftung auszusprechen, da dieses nur ein Haftrichter darf und man sich der Amtsanmaßung (§132StGB) schuldigt macht).

** Weiß der Festnehmende z.B. wo der Täter wohnt oder kennt ihn sogar namentlich ist das recht auf eine vorläufige Festnahme auch nicht mehr gegeben, da er den Namen oder die Adresse des Täters en Hilfsbeamten der Staatsanwaltschaft übermitteln kann.
Dann wäre im konkreten Fall nur die Notwehr nach §32 StGB gegeben.


Rechtl. Grauzone ist die Waffe des Jägers. Die darf er nämlich nur zur Jagdausübung führen. Unter Waffenandrohung (und das Richten einer Waffe auf den/die Straftäter ist auf alle Fälle eine Waffenandrohung) darf er nur eine vorläufige Festnahme vornehmen, wenn er nach dem Unmittelbaren Zwang handelt. Der ist bei Zivilpersonen, die keine hoheitl. Aufgaben verrichten, nicht gegeben.
Aus Gründen der Eigensicherung eine Waffenandrohung zu machen ist jurist. schon fragwürdig. Chancen, daß das Gericht dann pro Waffenträger entscheidet: 50:50.
Und man hüte sich den ,,vorläufig Festgenommenen" irgentwo anzubinden oder einsperren:eek: das wäre Freiheitberaubung....
MfG.
 
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Und man hüte sich den ,,vorläufig Festgenommenen" irgentwo anzubinden oder einsperren:eek: das wäre Freiheitberaubung....
MfG.
In ö darf man das(unter dem passus geringstes mögliches mittel) unter der voraussetzung wenn gleich danach die exekutive(polizej) verständigt wurde. Wenn man dann erst später anruft wirds zur freiheitsberaubung...
 
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27 Jul 2016
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Und man hüte sich den ,,vorläufig Festgenommenen" irgentwo anzubinden oder einsperren:eek: das wäre Freiheitberaubung....
MfG.
Stimmt, das erfüllt diesen Straftatbestand. Wird aber wahrscheinlich straffrei bleiben, weil dann der Notstand greift. Hier allerdings mit Güterabwägung, aber nun wirds zu komplex fürs Jäger Forum
 
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21 Jan 2002
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1)
Sofern es sich um den für das Revier zuständigen Jagdausübungsberechtigten handelt (und keinen Gastjäger mit Begehungsschein) dann hat der Jäger nicht nur das Jagdrecht sondern auch das Jagdschutzrecht und darf als solcher u.U. auch Aufgaben wahrnehmen, die sonst nur Ordnungshütern zustehen....die Verhinderung von Straftaten und Festhalten potentieller Starftäter gehört vermutlich allemal dazu !
Wie kommst du denn darauf?:eek: Das gabs mal bis in die 70er, die ominösen Hilfsbeamten der Staatsanwaltschaft, sowas steht heute nur beruflich vorbelasteten zu, Also Förstern und Berufsjägern.

JAGDrecht bezieht sich immer auf JAGD. Auch der JAB hat nur das Jedermannsrecht auf seiner Seite und kann sich hier nur auf Nothilfe berufen.
 
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