Jäger schießt Rehwild: Gesunder Wald ohne Zaun | Wald schützen | Jagd | Unser Land | BR

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30 Mai 2020
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Ich weiß nicht ob der Film hier schon bekannt ist. Es wird sich von Waldbesitzern darüber beschwert das es kaum Jäger gibt die traditionell jagen, alle wollen nur große Trophäen, Naturverjüngung kaum möglich.
 
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ja, hab ich schon gesehen.....

"in gesunder Wald ohne Zaun – das ist das Ziel aller Waldbesitzer. Doch oft ist das wegen Wildverbiss von Rehwild nicht möglich. Eigentlich ist es die Aufgabe der Jäger, die Wildbestände zu dezimieren, um einen gesunden Waldumbau und Naturverjüngung, zum Beispiel nach einem Befall von Borkenkäfern, im Forst zu ermöglichen. Denn besonders in Zeiten des Klimawandels ist ein klimaresistenter, junger Mischwald essentiell. Doch oft werden die verpachteten Flächen nicht richtig bejagt. Viele Jäger jagen vor allem die Rehböcke – wegen dem Gehörn. Dabei ist es genauso wichtig, die weiblichen Rehe zu schießen, damit sie die kleinen Bäume wie Tannen und Buchen nicht verbeißen. Dazu kommt, dass die Listen mit den geschossenen Tieren von den Jägern selbst ausgefüllt werden. Und niemand kontrolliert, ob die Anzahl der geschossenen Tiere stimmt. Die Waldbauern Alexander und Herbert Riepl aus Riedenburg in Niederbayern haben deswegen selbst den Jagdschein gemacht und das Jagdrevier gepachtet. Sie dezimieren das Wild in ihrem Wald selbst – mit großem Erfolg. Sie brauchen keinen Zaun mehr, es entsteht von alleine ein gesunder neuer Wald. Eine Forst und Jagd Doku."


Was ich nicht so ganz verstehe ist... "Doch oft werden die verpachteten Flächen nicht richtig bejagt. Viele Jäger jagen vor allem die Rehböcke – wegen dem Gehörn. Dabei ist es genauso wichtig, die weiblichen Rehe zu schießen" und "Dazu kommt, dass die Listen mit den geschossenen Tieren von den Jägern selbst ausgefüllt werden."

sprich, alle Jäger machen sich einen Spaß daraus falsche Angaben zu machen und schießen nur Böcke wegen dem Gehörn! (und nur das weibliche Rehwild ist für den Verbiss verantworlich .. lol, kleiner Seitenhieb an den Hobbyjournalisten!)

Das wichtigste ist wohl... "Sie dezimieren das Wild in ihrem Wald selbst – mit großem Erfolg".....

sprich, sie haben sich Ihren eigenen Abschussplan gegeben und erlegen eigentlich mehr als sie einem Jagdpächter zugestehen würden.
 
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Seltsamerweise ist der Wald früher, als die Abschussplänen deutlich niedriger waren, auch gewachsen.
Ehrlicher wäre es in meinen Augen von den Herren, wenn sie auch zugeben würden, dass sie bei Verbiss einfach weniger Geld in der Tasche haben.
Ihre Argumentation, dass die Jäger mehr Wild für den gesunden Wald erlegen müssen, ist in meinen Augen einfach nur scheinheilig.
 
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sprich, alle Jäger machen sich einen Spaß daraus falsche Angaben zu machen und schießen nur Böcke wegen dem Gehörn
Ohne mir den Beitrag überhaupt anzuschauen, der sicherlich wie immer, ein für den ungebildeten Zuschauer undifferenziertes "Milchmädchen-Rezept Marke Einfach" wiedergibt, wie es im Qualitäts-Journalismus halt so üblich ist, erstaunt mich das künstliche Erstaunen über die oben zitierte Aussage... :giggle:

Ob "sie, die Jäger, alle" sich einen Spaß daraus machen, weiß und glaub ich nicht, aber daß bei Streckenmeldungen/Abschußplan-Istzahlen gern und oft seitens der Revierverantwortlichen "geschönt" wird, ist Fakt. Das war vor 40 Jahren schon so und ist heute nicht anders...

Und das Rehböcke noch immer die Jäger-Gemüter mehr erregen, als weibliches Wild, kann man hier im Forum bei x-Fäden deutlich spüren...
Dabei schmecken alle Rehe lecker und man kann sie alle spannend jagen... ;)
 
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Der Wald soll heute nichts mehr in der Pflege und Unterhaltung kosten, nur das ist der Punkt.
Hier gab es bis Ende der 80er Jahre Heckenfrauen die 365 Tage im Wald unterwegs waren und gepflanzt, gemäht und jeden neuen Baum mit Verbisschutz eingepinselt haben.
Wenn ich hier bei uns sehe das der Harvester in einen Bestand rein fährt und alle 12 m eine Schneise der verwüstung hinterlässt, teilweise mitten durch Buchenrauschen, dann braucht mir kein Förster was von Verbiss zu erzählen.
 
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Das wichtigste ist wohl... "Sie dezimieren das Wild in ihrem Wald selbst – mit großem Erfolg".....

Also betätigen sie sich als Schädlingsbekämper, da es für sie bequemer und billiger als sich Gedanken um eine nachhaltige Lösung zu machen, in der Wald & Tier ihren Platz haben.

In gewissen Grenzen kann ich ja sogar verstehen, wenn die eigenen wirtschaftlichen Interessen eine hohe Priorität haben, aber dann sollte man auch so ehrlich sein das so zu sagen.
 
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Dann sollten die Waldbesitzer ihre Jäger auch als Dienstleister bezahlen anstatt Pacht zu verlangen. Oder selber dezimieren wie gewünscht.
wer nach Höchstgebot verpachtet, darf sich auch nicht beschweren, wenn der Pächter jagd wie er es möchte.
Damit die Eigentümer dann selbst dezimieren können, wird ja in Brandenburg in Richtung kleinerer Reviere gearbeitet.
 
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Also betätigen sie sich als Schädlingsbekämper, da es für sie bequemer und billiger als sich Gedanken um eine nachhaltige Lösung zu machen, in der Wald & Tier ihren Platz haben.
Nicht jeder, der Rehwild nach wildbiologischen Erkenntnissen bejagt, ist ein Schädlingsbekämpfer. So ist auch nicht jeder ein "großer Jäger" der nur 350g + Trophäen an der Wand hat.
 
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Hallo,
der Verbiss ist immer so eine Sache. War am Osterwochenende erst mit einem Waldbauern, der einige Hektar in meinen Bezirk hat, zur Bestandsaufnahme. Allg. Verbissgutachten grün in der Nachbarschaft gelb und ich dachte alles Palettie. Erster Punkt sah recht gut aus - annehmbarer Verbiss und es kommt einiges nach. Wir sind dann ziemlich mittig ins Revier - da wollte er mir auch was zeigen. Altholzbestand mit einigen Laubbäumen - sehr guter Schwammerlplatz. Er hat da einen kleinen Zaun angelegt, nur 20 x 20m. Innen kommt im zweiten Jahr schon einiges an Naturverjüngung hoch. In der Umgebung nichts- praktisch 100% Verbiss. 300m weiter ist wieder alles OK.
Jetzt kommt dort ein neuer Hochsitz hin - den alten hatte ich letztes Jahr entsorgt, da ich dort noch nie ein Reh erlegt habe. Rehe ziehen eigentlich nur durch. Im Umkreis von 300 bis 500m sind einige dichtere Waldabteilungen. Da weiß ich die Rehe. Abschuß bei 12 Stk/100ha. Und Abschuß ist meist ohne Probleme zu bewältigen. Die Jahre sind auch nicht immer gleich. Meinen Nachbarn hat man den Abschuß von 8 auf 14 Stk/100ha erhöht.
Natürlich will ich dem Bauern helfen - ihm gehört auch eine lange Wiese am Waldrand, wo mich die Sauen manchmal Gewaltig ärgern. Und konnte mich da mit ihm immer recht gut einigen.
Wenn ich bedenke, das im Bay. Wald einige Reviere mit 4-6 Stk. Rehwild sind und die sagen, sie gehen nicht mehr auf die Jagd wenn sie nicht bei jedem Ansitz ein Reh sehen, glaube ich, das an dem Bericht schon einiges wahr ist. Einige unserer Zunft sollten sich an die eigene Nase fassen.
Und Postkartenabschüsse hat es schon immer gegeben. Ich bin schon für Wald mit Wild - und ich bin auch froh, wenn ich nicht jedes Reh in der Jagdzeit erlegen muß. Aber im reinen Waldrevier kann dies fast schon passieren, bei gleichem Wildbestand. Und 20Std. Ansitz für ein Reh kommt schon mal vor.
 
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Klar, dass die Abschussmeldungen nicht immer ganz korrekt sind ist mir auch klar… aber warum dann nicht gleich die Abschusspläne für Reh- und Rotwild abschaffen!?

Bei den Vorpächtern wurde immer gejammert, dass nur 7 Böcke frei wären, ohne den unsinnigen Abschussplan, wären sicher das ein oder andere Jahr mal mehr geschossen worden. Für das weibliche und die Kitze gilt das selbe.. die Zahl der Böcke überziehen wollte man nicht.

P.S. Hat der Waldbauer auch erwähnt, wieviele dicke Bäume jetzt durch die Trockenheit umgefallen sind und wieviele der Harvester kaputt gefahren hat!?
 

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