Jäger schießt Rehwild: Gesunder Wald ohne Zaun | Wald schützen | Jagd | Unser Land | BR

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Nein, das Rehwild ist nicht schuld und schon gar nicht an allem! Kapiert endlich mal, dass Förster und ÖJV nicht das Rehwild kritisieren, sondern die "traditionelle" Jagd bzw. dass eben das Rehwild (und andere Schalenwildarten) zu wenig bejagt werden, die Populationen zu hoch sind und reduziert werden müssen.
Es kommt aber auch darauf an wie man jagt. Und auch eine scharfe Rehwildbejagung geht ethisch korrekt.
Da muß niemand "den Wald retten"... (weil die Forstpartie ja gar nie nicht einen Fehler begeht)

Der Förster der das Revier betreut in dem ich derzeit jage "schießt zwar auch gerne mal ein Reh", aber er stellt vor allem hochwertiges Lebensmittel her und legt sehr großen Wert auf sauber erlegtes und aufgebrochenes Wild. Er hat seine Begeher und auch Drückjagdschützen im Griff.

Ich habe aber auch schon den Forstleiter einer großen Stiftung und großen ÖJV Vertreter erlebt, den nur interessierte ob das Rehwild tot ist. Wenn drei Tage nach der Drückjagd die Stücke nur teilweise aufgebrochen (Darm und Blase waren noch drin, nichts ausgewaschen oder ausgeschnitten, gerne noch Pansenreste im Wildkörper) in der WIldkammer hingen kam die Ansage: "wenn mir etwas an Wildbrethygiene läge könne ich ja künftig auf seinen Jagden das Aufbrechen und Säubern übernehmen". "Wenn etwas nicht mehr zu verwerten ist wird es halt verworfen, auch nicht weiter schlimm..."
RIchtet ein Schütze mit Keulen- und Rückenschuß ein Stück Rehwild zugrunde ist das natürlich kein Grund für ermahnende Worte... Wie gesagt, Hauptsache tot...
 
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Wenn die Naturverjüngungen erstmal richtig dick sind, steigen die Besätze wieder an. Wahrscheinlich muß man dann Bejagungsschneisen in die Naturverjüngung fräsen, da man sonst nichts mehr bejagen kann.
Früher gabs Wald und Rehe - auch schon zu Zeiten, wo nicht mal Geld für die Zäune von Kühen da war.
Es klemptnert doch jeder nur an der Natur rum, um seine eigenen Interessen voran zu bringen.
 
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wir haben hier in der Nachbarschaft ein Landesrevier mit etwas über 200ha, Ziel ist es dort, das Rehwild bis zur Ausrottung zu bejagen, damit man sich die teuren Wildschutzzäune sparen kann.
Money, Money! Irgendwelche ethischen Vorstellungen spielen genau null Rolle.
Man fand eine "Pächter" , der das umsetzte. Und nun? kaum noch "was da"..
selbst schuld. Es finden sich immer Idioten, die sich den Ast, auf dem sie sitzen, absägen.Bumm Bumm ..
 
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Wenn ich mir 20ha Wald in Brandenburg kaufe um andere zu ärgern... was meinst du wie wenig mich das dann stört
 
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Ich denke, du wirst dich nur selbst ärgern über vertane Zeit, Geld und eine ziemlich fette Hypothek für die nächste Generation deiner Familie.
Ich kenne die Situation vieler Kleinprivatwaldbesitzer aus erster Hand, keiner von denen ist glücklich mit der gegenwärtigen Situation und den unsicheren Aussichten.

Aber fang ruhig mal an, gönn dir 20 ha Kiefernwald in Brandenburg.


CdB
 
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Aber dann soll Er doch einfach nicht mehr verpachten, sondern Berufsschießer einstellen und entlohnen. Selber vorgeben was wer wie zu machen hat damit Sein Wald auch so wird wie Er das möchte.
Bedenke was du dir wünschst, es könnte dir gewährt werden.
In Bulgarien, Rumänien, Polen und Ungarn gibt es genug qualifizierte Berufsjäger, die gerne mal für drei, vier Monate im Jahr nach Deutschland kommen.
 
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Könnte schwer werden den Bulgaren Rumänen Polen und Ungarn zu erklären was sie warum machen sollen....und ich meine nicht die Sprache 🤣
 
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Wenn die dann hier sind und so ein vorzeigedeutscher ihnen erklärt was warum ihre Aufgabe sein soll werden die sich denken die Untertanen sind ja doch wie ihre Anführer aus den Nachrichten - hätten wir uns nicht so krass vorgestellt🤣
 
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Don Quijote ist eine tragische Figur . Naturwissenschaftler sollten keine Idealisten sondern Realisten sein.
Wenn die Rahmenbedingungen so schlecht sind, sodass die Kosten den Nutzen überwiegen. Dann frag ich mich schon, warum da ums Verrecken Wald stehen muss. Wenn die Antwort dann lautet , weil da mal Wald stand, ist das wenig überzeugend bzw. dogmatisch. Alles ist einem ständigen Wandel unterworfen und Menschen haben auch noch heute einen begrenzten Einfluss auf klimatische, geologische Besonderheiten, die die Qualität eines Standortes ausmachen.
Der Wald, auch der in Brandenburg würde sich sehr oft alleine in die richtige Richtung entwickeln, wenn er es denn könnte und nicht das Wild der limitierende Faktor wäre, Stichwort Hähersaat Eiche. Dabei muss oder wird nicht zwangsläufig qualitativ hochwertiges Schneideholz entstehen, aber der Hähersaatwald würde zumindest die ökologischen Funktionen zum Nulltarif übernehmen können.
Der Einfluss des Menschen auf klimatische und geologische Besonderheiten des Standortes ist in der Tat beschränkt, aber der Einfluss aufs Wild ist im Vergleich dazu relativ einfach. Das sollten auch die Realisten unter den Jägern erkennen. Das angestrebte Jagdrecht mit deutlich niedrigeren Mindestflächen für eine Eigenjagd ermöglicht da den "willigen" Grundeigentümer deutlich mehr Freiheiten. Aktuell ist es unsinnig, eine Gemeinschaftsjagd mit >250ha zu pachten um die eigenen 20 ha jagdlich bewirtschaften zu können, so gesehen, macht das schon Sinn.
 
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ich meinte eher seine eigenen 12ha rehrein zu halten ist eine unsinnige Strategie sofern nicht Alle Nachbarn da mitspielen.. da findet sich doch bestimmt der ein oder andere der sich 20ha mittendrin kauf und genau 0 schießt, nur um seine Nachbarn auf Trab zu halten. Den Spaß würde ich mir da glaube ich gönnen.

Eine "Bejagungsstrategie" für ein "Revier" unter sagen wir 200ha ist aus meiner Sicht nicht möglich.
Na mach mal, will ich sehen, wie Du auf 20ha einen hohen Wildbestand aufbauen willst, wenn auf den 12 ha daneben einer alles umbringt, was ihm vor die Büchse läuft. Und ich glaube auch zu wissen, wer da wen mehr ärgert...
Die Kleinstreviere sind nicht geeignet, hohe Wilddichten zu erhalten oder Wildbestände in irgend einer Form heran zu hegen, sie sind aber sehr gut, den Jagdneid zu schüren. Auch deutlich größere Reviere daneben werden den Einfluss empfindlich spüren, wenn in der Nachbarschaft kontinuierlich abgeschöpft wird. Genau deswegen gehen ja auch die Jagdverbände so konsequent dagegen vor.
 
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Hallo, 12 ha ist deutlich zu klein. Warum bleibt man nicht bei der mind. Reviergröße? Da kann man wenigstens ein wenig was lenken.
Auf 12 ha kann man schon einen Wildbestand "lenken", aber halt nur Richtung Kühlzelle!
Den Schaden den diese Trockheit jetzt anrichtet kann das Rehwild garnicht verbeißen, aber darf dann natürlich dafür büßen. War gerade im Wald an einer Ecke die übersät war mir jungen Buchen und Eichen. Alles vertrocknet. Nur die über 1m sehen noch einigermaßen gesund aus.
usammenhänge erkennen ist nicht so Deine Stärke, oder? So wie Du argumentierst, würden verbissene Pflanzen ja weniger unter der Dürre leiden...
Wir hatten zum Glück schon lange keine Abschuß Erhöhung mehr, Gutachten ist seit Jahren grün. Ein Fremder würde sagen, hier gibt es kein Wild! Wenn man sich auskennt, weiß man wo es ist. Und sieht es dann auch. Im Wald gibt es viele nachgewachsene Dickungen die jedes Jahr mehr und größer werden. Bei uns gibt es keinerlei Einzäunungen. Nur stellenweise Einzelschutz.
Der Wald kann wirklich ohne jeden Zaun auskommen! Nur der Wildbestand muss stimmen
Das es "in Ihrem Revier" kein Verbissproblem gibt, behaupten hier gefühlt 80% (oder mehr) der User. 80% der Förster hier behaupten das Gegenteil. Bei der Fülle der von mir beförsterten Reviere gibt es auch einige, die ich tendenziell eher lob, aber auch bei denen wäre noch einiges an Luft nach oben! das sind also eigentlich eher die Einäugigen unter den Blinden...
 
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Weil ich das ganz einfach vermute. Inzwischen ist doch das Wild und speziell das Reh an allem Schuld. Wenn der Jagddruck dann zu stark steigt erhöht sich der Verbiss. Ist ein Teufelskreis
Hast Du den Beitrag gelesen und verstanden?
Nein, das Rehwild ist nicht schuld und schon gar nicht an allem! Kapiert endlich mal, dass Förster und ÖJV nicht das Rehwild kritisieren, sondern die "traditionelle" Jagd bzw. dass eben das Rehwild (und andere Schalenwildarten) zu wenig bejagt werden, die Populationen zu hoch sind und reduziert werden müssen. Das war in vielen Bereichen schon lange so und auch (nicht nur) deswegen schauen unsere Wälder so aus, wie sie ausschauen. Das kann man natürlich früheren Förstergenerationen anlasten, fair ist es nicht! Die haben es ah oft nicht besser gewusst oder haben zumindest nichts vom Klimawandel gewusst, die waren mit politischen Vorgaben und gesellschaftlichen Anforderungen an den Wald unterworfen und generell wurde damals auch oft der Waldbau der "traditionellen" Jagd angepasst. Besser war das alles nicht für den Wald, wie man heute weiß und heute sieht! Es ist aber definitiv ein Fehler, alte Fehler aus Bequemlichkeit oder weil man selbst für sich Vorteile darin sieht, weiter zu betreiben. Der Scherbenhaufen für die Nachwelt wird nur noch größer. Von daher verstehe ich Leute, wie den Kollegen im Video, die versuchen das Ruder rum zu reißen. Was er sagt, kann ich nachvollziehen und er verbreitet auch keine Lügen.

Die Entwicklung der letzten fünf Jahre hat gezeigt, dass es nicht ausreicht die sich auftuenden Lücken zu stopfen. Wir brauchen den Waldumbau auf großer Fläche, damit solche Verluste wie in den letzten Jahren erst gar keine so großen Lücken reißen.

Waldumbau mit der Büchse ist nicht alles, aber ohne angepasste Jagd ist alles beim Waldumbau für die Katz!
 
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wir haben hier in der Nachbarschaft ein Landesrevier mit etwas über 200ha, Ziel ist es dort, das Rehwild bis zur Ausrottung zu bejagen, damit man sich die teuren Wildschutzzäune sparen kann.
Money, Money! Irgendwelche ethischen Vorstellungen spielen genau null Rolle.
Man fand eine "Pächter" , der das umsetzte. Und nun? kaum noch "was da"..
selbst schuld. Es finden sich immer Idioten, die sich den Ast, auf dem sie sitzen, absägen.Bumm Bumm ..
Ich weiß nicht, wo Du jagst, in Bayern steht es im Jagdgesetz, das die Naturverjüngung im Wesentlichen ohne Schutzmaßnahmen möglich sein muss. Deine "ethisch Vorstellungen" in allen Ehren, aber die Einhaltung geltender Gesetze sind m.E. ethisch ok. Vielmehr bewegen sich m.E. diejenigen auf "ethisch" dünnem Eis, die eine Jagd pachten und mit ihrer ethisch korrekten Rehwildhege massiven Einfluss auf anderleuts Eigentum, insbesondere deren Waldverjüngung nehmen.
Gegenfrage: Was sagen Die Bauern dazu, wenn die Säu in deren Felder marschieren und alles platt machen? ist das für Dich dann auch "Money, Money! sollen die Bauern doch gefälligst ihren Mais, ihren Weizen, ihre Kartoffeln... einzäunen! Was müssen die auch Mais, Weizen etc. anbauen, sollen sie doch für die Dauer der Pacht Ihre Felder brach liegen lassen - dann gibts auch keinen Wildschaden!"???

@Lüderitz: Du hast da nicht unrecht, mir ist ein solches Verhalten auch zu wider, aber ganz ehrlich, ich habe solches Verhalten von Jagdleitern bei größeren Forstverwaltungen nur ganz selten erlebt und auch dort in den letzten Jahren immer weniger bis garnicht. Die Zahl der "Provozierer" ist nach meiner Erkenntnis deutlich weniger geworden. Ich kenne auch genügend Forstjagden, da werden solche "Unglücksschützen" auch mal aufgefordert, schlecht aufgebrochene oder übel zerschossene Stücke käuflich zu erwerben. Also bitte nicht solche Verallgemeinerungen hier.
 
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