Jäger schießt Rehwild: Gesunder Wald ohne Zaun | Wald schützen | Jagd | Unser Land | BR

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1. verpachten 95% der Waldbesitzer nicht ihre Jagd, sondern sind Teil einer Jgdgenossenschaft und da sagen i.d.R. die Großbauern mit hohen Flächenanteilen wo es lang geht. Drum fragen bei Schwarzwildschäden im Feld die Jäger auch nicht warum sie springen müssen, sondern nur wie hoch.
Das ist Unfug, denn in den Gebieten mit Streubesitz der Flächen, gibt es diesen Streubesitz bei den landwirtschaftlich und forstwirtschaftlich genutzen Flächen und beide Seiten interessieren sich recht wenig für die Verbissgutachten. Warum sollte sich auch ein Kleinwaldbesitzer mit so ewtas wirtschaftlich für ihn unwichtigem auseinandersetzen? die interressiert allenfalls noch, ob Brennholz anfällt und das sie möglichst wenig Arbeit haben. Das ganze Geschrei ist doch oftmals von Forstbeamten von der Kammerseite, da diese sich wichtig machen müssen, damit sie weiter ihre Beschäftigung rechtfertigen können.

@Diplomwaldschrat besitzt du forstwirtschaftliche Flächen?
 
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Auch ist die Frage.. wo ist mein Problem wenn der kleine Genosse zu dem größeren Genossen unterschiedliche Vorstellungen hat?
Mein Vertragspartner ist die Jagdgenossenschaft, nicht ein einzelnes Mitglied.
Die Genossenschaft könnte ja auch eine Satzung schaffen, dass nur eigene Jagdgenossen pachten dürfen. Dann muss man sich mit keinem Fremden abgeben.

In der Politik gibt es z.B. eine 5% Hürde damit nicht jeder seine Interessen mitverhandeln darf.
 
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Die Feldrehe fluten die Waldreviere? Irgendwie scheint es mir, dur auchst das falsche Zeug. Feld und Wald bilden ein Biotop und die Population ist eine. Die kann zu hoch, passend oder auch zu niedrig sein. Und alle Reviere die darin liegen sind verantwortlich für den passenden Abschuß. Wenn die einen schwächeln, schießen die anderen halt mehr!
Die Feldrehe bzw. die Sprünge, die man so über den Winter sieht, oszilieren in ihrer Stärke um einen gewissen wert. Es sind regelmäßig ein nicht all zu geringer Anteil an Kitzen darunter. Die Abschussmeldungen aus den entsprechenden Revieren sind überschaubar und spiegeln nicht den Hochgerechneten Zuwachs wieder. Im Folgejahr sind die Sprünge +/- gleich groß, also wo sind die Kitze, die als Schmalreh und Jährling abgeschlagen werden hin??? Mit hoher Wahrscheinlichkeit besiedeln die frei gewordene Territorien in Waldrevieren.

Dass die einen mehr schießen, wenn andere schwächeln wäre schön, ist aber nicht so, zumindest nicht im gebotenen Umfang. Wir (bundesweit oder Landesweit, oder Landkreisweit - kannst Du Dir raussuchen) verzeichnen seit Jahren steigende Abschusszahlen beim Rehwild. Wenn wir die Bestände wirklich reduzieren würden, müssten die Strecken sinken bzw, wenigestens stagnieren. Das ist nicht der Fall!
PS. wo gibt es noch Hegegemeinschaften für Rehwild?
In ganz Bayern per Gesetz, ebenso wie einen Abschussplan und eine Trophäen Pflichthegeschau.
 
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Ad "Diplomwaldschrat":

Selbstverständlich liegt mir das Formular für die "Ergänzende Revierweise Aussage ..." vor, ausgefüllt für mein Feldrevier. Aus forstlicher Sicht interessiert darin nur der reine Waldanteil, die dortige Verjüngungssituation (Potential, Naturverjüngung, Forstkulturen) und die Verbisssituation), sonst gar nichts von dem was ich als oben als elementare Faktoren beschrieben habe). Aber "mein" Feldrevier ist ja gar nicht das eigentliche Problemfeld - sondern dies ist das regelhafte gemischte Wald-Feld-Revier. Verückterweise werden die Gutachten zwar von den Ämten für Land- und Forstwirtschaft durchgeführt - ohne jegliche zusammenarbet zwischen forst- undlandwirtschaftlichen Fachleuten. Zumindest wird dies in den Gutachten nicht sichtbar.
Macht das Rehwild in der Feldflur Schäden? Hat es dort einen wesentlichen Einfluss auf die Ökologie der Biotope? Die Fischerei wird auch nicht bei einem Gutachten zur WALDvegetation hinzugezogen. Ich versteh nicht, was das bringen soll. Das ist Aufgabe der Forstverwaltung und erst seit der Forstreform 2005 wurden Forst und Landwirtschaftsverwaltung auf Ämterebene zusammen gelegt. Die Bauern interessiert auch nicht das Urteil der Förster, wenn ausschließlich landwirtschaftliche Belange betroffen sind.
Willst Du n Bonus-Sternchen, wenn Du die Sauen im Griff hast???
 
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@Bollenfeld: Glaub mir, kein Förster braucht das Vegetationsgutachten, um seinen Dienstposten zu erhalten. Die übrige Arbeit würd vollkommen ausreichen. Vegetationsgutachten und Revieraussagen kommen überall noch on top. Die Hoffnung der Politik, dass man mit solchen Instrumenten etwas bewegt, kann ich auf der überwiegenden Fläche allerdings nicht erkennen. Aber wenigstens können die Politiker mit den Zahlen etwas anfangen und es ist alle drei Jahre auch die Möglichkeit, den Wald-Wild-Konflikt in die breite öffentlichkeit zu streuen (sowohl im Revier, wie auch auf Landesebene. Und ich hab den Eindruck, in der Öffentlichkeit wird das zunehmend auch wahr genommen.

Ich geb Dir mit dem Argument "interessiert eh nicht" in sofern recht, dass hier die Bestizlagen so klein sind, dass es den meisten Waldbesitzern an Selbstbewußtsein mangelt, für die eigenen Interessen einzustehen. Aber als Betreuender Förster hör ich von Waldbesitzern unisono etwas anderes.
Durch die Flurbereinigungen sind die Besitzstrukturen im Feld deutlich anders als im Wald. bei 50-50 Wald Feldanteil bewirtschaften max. 3 bis 5 Leute das Feld, der Wald gehört aber 100 Parteien mit jeweils kaum 1ha. 90% der Waldeigentümer nehmen nicht an JG-Versammlungen teil, bzw. bekommen davon nicht mal was mit. Die Vorstandschaft setzt sich überwiegend aus den Bauern zusammen.

Selber hab ich leider keinen Wald, betreue aber über 1000ha Gemeindewälder als wären es meine eigenen.
 
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Die ganze Diskussion ist obsolet!
Die jagliche Ausrichtung bestimmt der Jagdrechtsinhaber, da haben es die Regiejagd und die Eigenjagden ja nun denkbar einfach, sie sind gleichzeitig ja nun sowohl Jagdrechtsinaber als auch Jagdausübungsberechtigte.
Ob die Regiejagd z. B. ihren eigenen, immer häufiger sehr lauthals rausposaunten Ansprüchen auf den eigenen Flächen immer so gerecht wird oder in den letzten Jahren gerecht geworden ist, lassen wir mal dahingestellt!:p
Die Instrumente dafür liegen auf alle Fälle in ihren eigenen Händen, sollen sie doch bitte ihre Vorstellungen beherzt umsetzen und das beste aus ihrer eigentlich recht komfortablen Position machen!
Bei genossenschaftlichen Jagden ist es jedenfalls deutlich komplexer!
Und wenn du, Diplomwaldschrat, mit deinen Vorstellungen und/oder deiner Beratung bei euren Strukturen im Kleinstwaldbesitz keinen Fuss an den Boden bekommst, so mag das für dich persönlich frustrierend sein.
Als fairer Verlierer solltest du dann vielleicht noch aktiver versuchen, Mehrheiten für deine Vorstellungen zu schaffen oder auf eine jagdliche Eigenbewirtschaftung hinzuarbeiten.
Weiterhin haben die Jagdgenossenschaft ja auch zahlreiche Möglichkeiten, den Pachtvertrag entsprechend zu gestalten, da ist wiederum auch dein potentieller Hebel.
Die Genossenschaften vertreten aber nun mal nicht nur Partikularinteressen, da sind immer Kompromisse gefragt, und nicht nur deine beruflichen Partikularinteressen oder die von dir vetretenen, flächenmäßig möglicherweise auch noch irrelevanten Kleinstprivatwaldbeitzer!
So funktionieren nun mal Genossenschaften, man kann nicht allen gerecht werden.

Auch zwingt niemand die Jagdgenossenschaften ihr Jagdrecht zu verpachten, sollen doch die armen, unterrepräsentierten Kleinwaldbesitzer die Jagd selber pachten oder z.b. dich als Beratungsförster oder jemand anderen mit der Organisation und Durchführung der Jagd beauftragen, der dann auch gerne persönlich in Verantwortung und/oder Haftung für Schäden in Wald und auf LW Nutzfläche gerade steht!
Bei einem reinen Rehwildrevier oder bei nur gelegentlichen, marginalen Auftreten von Sauen mag das viellecht auch eine Zeit lang gut gehen, aber meine persönlichen Erfahrungen sagen mir, spätestens bei einem relevanten Vorkommen von Schwarzwild wird es sehr schnell still, auch im Kleinstprivatwald, mit den lauten Rufen
"Ich kann es besser, das müssen wir so und so machen"!
Btw, ich persönlich würde es sehr begrüßen, und es würde die Akzeptanz nicht nur deiner Argumentationsketten enorm steigern, wenn du oder auch andere hier persönlich in Verantwortung oder Haftung für Wildschäden im Forst und auf LW Nutzflächen stehen würdet oder in Zukunft gehen würdet.
Ohne persönliche Verantwortung/Haftung sind lautstarke Forderungen nämlich immer deutlich leichter zu stellen!
 
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Landauf landab fliegen Drohnen zur Kitzrettung. Das ist ehrenwert, ein Mähtod ist ein sehr grausames Lebensende.
Ob die JAB realisiert haben, dass sie die im Vergleich zu früher mehr geretteten Rehkitze abzüglich einer Verlustquote (Unfall, Krankheit, Abwanderung) dann auch erlegen müssen, wenn der Bestand nicht steigen soll?
 
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Landauf landab fliegen Drohnen zur Kitzrettung. Das ist ehrenwert, ein Mähtod ist ein sehr grausames Lebensende.
Ob die JAB realisiert haben, dass sie die im Vergleich zu früher mehr geretteten Rehkitze abzüglich einer Verlustquote (Unfall, Krankheit, Abwanderung) dann auch erlegen müssen, wenn der Bestand nicht steigen soll?
Noch schnell eine kleine Nebelkerze, echte Sorgen, Angst oder was?
Du hast doch eh alles selbst in der Hand, wie oben bereits ausgeführt.
Wir überziehen übrigens den Abschussplan eh immer um 30 %, damit es auch in der nebenliegenden Regiejagd bei den Profis mit dem Verbissgutachten klappt!;)
Ob das die JAB beim Forst auch realisiert haben? :p

Gruß
Prinzengesicht
 
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Die kleinen haben am meisten Hunger. Je früher man die entnimmt, desto weniger Zeit haben die zum verbeißen... win win quasi.

Der ideale Abschussplan hat 80% Ricken und 20% weibliche Kitze.
 
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Wie war das nochmal bei Aristoteles .
Tugend ist die Mitte aus Untermaß und Übermaß.
Denke das weder die Apokalyptiker noch die Zoodirektoren recht haben.
Was habe ich schon für merkwürdige Sachen gehört . Försterin aus BW : „ Die Rehe werden sich aufgrund der Kahlschläge schneller und mehr vermehren .“
Opa Hansi: „ Es gibt keine Rehe mehr , da ich nicht mind 10 Stück jeden Abend auf der Wiese sehe.“
Kommt mal los von Euren dogmatische Lehrsprüchen. Weder vermag es das kleine Reh, dem Waldbaum an sich Grenzen zu setzen . Noch wird das Rehwild irgendwo flächig ausgerottet.
 
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Man könnte ja auch andere Anreize schaffen, um die Quote hochzudrücken, wenn man ein Revier hat, wo das geht.
Mir widerstrebt es, ein Tier einfach nur abzuknallen und für mich bedeutet jagdliche Ethik eine möglichst hohe Verwertbarkeit des Stücks. Ich schneid auch Kutteln aus dem Pansen... und das nicht nur aus schwäbischer Sparsamkeit.
Aber man tut sich halt auch mit der Vermarktung schwer. Bei drei, vier, zehn Rehen im Jahr ist das alles kein Problem, aber was mach ich denn, wenn ich mal 70+ schieße (in meinem alten Revier war die Jahresstrecke zwischen 50 und 80 Stück Rehwild im Jahr bei 930 ha 70% Feld, 30 % Wald)? Das kannst du nicht mehr selber essen und die Gaststätten im Umkreis brauchen die Menge auch nicht. Also müsste mans verarbeiten, verwursten, zerlegen, etc. und dann verkaufen.
Da brauchst du dann aber Schulungen, Räume, etc.... Das tut sich doch keiner an, der nebenher noch regulär arbeitet...
Sollte man auch mal von der Seite betrachten, das Ganze. Da könnte der Gesetzgeber schon deutliche Erleichterungen schaffen, indem zum Beispiel eine Art Hofladensystem für die jagdlichen Erzeugnisse aufgezogen würde oder so - inklusive Verkauf von durch Dritte (Metzgereien) verarbeitete Produkte...
 

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