Jäger schießt Rehwild: Gesunder Wald ohne Zaun | Wald schützen | Jagd | Unser Land | BR

z/7

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Aber die Argumentation von Bodo war doch (so weit ich das aus dem wirren Geschreibsel rauslesen konnte), man bräuchte den Wald nicht mit der Büchse schützen, wenn man, wie er, die Felder so attraktiv macht, dass das Rehwild freiwillig nicht mehr in den Wald geht. Ansonsten würde es ja gar keinen Sinn ergeben, dass er das alles erzählt. Und das halte ich aus genannten Gründen für sehr fragwürdig. Da redet niemand aneinander vorbei.
Nö. Er hat erzählt, daß er aus Revieren, in denen es praktisch kein Rehwild gab, Reviere gemacht hat, in denen er reichlich Rehwild erlegen kann. Die Frage ist, wie es drumrum ausieht. Ob der Zuzug daher kommt, daß rundrum nix geschossen wird, oder weil sein Revier mehr Biotopkapazität bietet.

Im Grunde untermauert er doch die Argumentation der Forstpartie, daß es nicht darum geht, Rehwild im Wald auszurotten, sondern daß durch die angestrebte Veränderung des Waldbaus ein Lebensraum geschaffen wird, der unter anderem auch für das Rehwild sehr viel attraktiver ist, als die bisherige Fichtenwüste. Daß man, um der Vegetation einen Startvorsprung zu geben das Rehwild vorübergehend kurzhalten muß, aber recht schnell dann mit der Bevölkerungsexplosion kaum noch Schritt hält. Siehe seine Abschußzahlen. Er exerziert nur das im Felde vor, was wir im Wald anstreben.
Daß wir im Wald keine Insel haben ist das andere. Weshalb es imho keinen Sinn hat, die Habitatqualität außenrum zu ignorieren. Die spielt natürlich auch eine Rolle für den Andrang des Rehwilds im Wald. Wenn die auch im Winter draußen genug Deckung und Nahrung haben, warum sollen sie sich im Wald stapeln?

Das Gejammer wg. der Besucherfrequenz übrigens ignoriert meines Erachtens völlig, daß das in dem Moment, wo genug Deckung da ist, für das Rehwild keine große Rolle mehr spielt. Ständig querfeldeinlaufende Hunde sind ungut, alles andere irrelevant.
 
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Wie sprechen aber noch von Rehwild ?
Solche Distanzen habe ich nie gehört . Kann man das irgendwo nachlesen.
... das sind einzelne Ausreiser - bitte zieht Euch daran nicht hoch.
Das ist Exoten-Erfahrung, aber die gab es auch.
Anderes Bundesland usw. .... .
Außerdem muss ich mich relativieren - ich habe es gerade an der Karte nachgemessen.
Es sind bis auf ein paar 100 m nur knapp 30km Luftlinie - dort stößt es an eine BAB.

Dieses Kitz wurde als Schmalreh erlegt.
Richtig erklären vermag es wahrscheinlich niemand.

Subjektiv kann ich mir vorstellen, dass die Gaiß nicht gelitten war und das Kitz mitnahm.
Genauso dass die Gaiß 'verstorben' ist, und das Kitz 'ewig' gezogen ist, bis es einen Platz
gefunden hat.
Im Endeffekt ist es in einem Revier vor der A7 erlegt worden ... .

Nachlesen - die Zahlen gehen in ein Forschungsprojekt ein, wo sie garantiert festgehalten
werden und dann irgendwann publiziert werden.
 
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.....................

Ich glaube schon lange nicht mehr, dass es dieses Hand in Hand geben kann. Nicht mit der aktuellen Jägerschaft. Beispiele, wo es klappt, wir es immer mal geben, aber die sind gelinde gesagt spärlich gesät. Auf dem Großteil der Flächen regieren weiterhin Zaun und Einzelschutz. Es fehlt bei den Jägern schlicht der Wille. Und bei den meisten wahrscheinlich auch noch das Können.
Ich bin überzeugt, dass die Situation in den nächsten Jahren so viel schlimmer werden wird, dass zwangsweise Lösungen gefunden werden müssen. Ob die Jäger noch Teil davon sein wollen, liegt ganz bei ihnen. Ich glaube es aber eher nicht.

Und wieder ein heiliger Alleskönner auf allen Beritten. :devilish: :evil:
Merke: Eigenlob stinkt und auch die von Dir so verächtlich Bezeichneten sind nicht auf der "Brennsupp`n" dahergeschwommen. :p
 
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So war das eigentlich nicht gedacht, aber ich versuche es mal der Reihe nach abzuarbeiten.
Mich wundert nur, dass ich hier so der Exot bin.
Es ist sicherlich richtig, dass viele von Euch mehr erlegen, wie ich.
Nur dass meine 'Erkenntnisse' so einzigartig sind, das ist fast nicht nachzuvollziehen.
Wie machst du denn die von dir bejagte Agrarsteppe - deine Beschreibung, attraktiv?
Wie machst du das mit der unauffälligen Besucherlenkung?

Zu eingangs:
Das einzelgängerisch, territorial lebende Rehwild ( Ausnahme im Winter) schmeißt bei dir alle biologischen Erkenntnisse über den Haufen und lebt ausschließlich in Sprüngen. Es wechselt sogar sprungweise das angestammte Territorium ?!
Das musst du erklären - genau bitte!
Irgendwo habe ich es geschrieben - ich nehme jeden m² mit, den ich bekommen kann.
Wer kann von seinem Revier sagen, dass er für jeden m² mal den Besitzer recherchiert hat.
Was gehört z.B. Kirche, Kommune, Vereine, Privat, Naturschutz (wer ist verantwortlich? ... .
Den Aufwand habe ich nicht wegen des Rehwildes gemacht - ich bin leidenschaftlicher
Niederwildjäger. Das Rehwild bekommt man 'en passant' mitgeliefert.
(Das ist evtl. das am einfachsten zu bewirtschaftende Wild.)

Was ich nachfolgend schreibe, ist für viele evtl. selbstverständlich.
Das Rehwild lebt in Sprüngen - wir kennen speziell im Winter evtl. einen anderen Umfang
von Sprung - ca. 90 Stück aus einer Feldbepflanzung dürfte so der obere Ausreißer sein,
wir waren zu Zweit, trotz Glas und freier Sicht unzählbar.
Bis Mitte/Ende April sind die Einstände verteilt.
Man kennt dann seine Sprünge (z.B. 18St., 18St., 9St. 8St., 5St., 3St.), die man schon vor
6 Wochen gesehen hat und die sich gerade neu dazugesellt haben.
Auch wenn sich mal ein Sprung zusammenstellt, er trennt sich genauso wieder.
Wenn man so einen Sprung trennen will, muss man die Leit-Gaiß entnehmen.
Dann fallen z.B. Sprünge von 75St. in lauter Einzelsprünge auseinander.
Das findet sich dann schon irgendwann wieder, allerdings in völlig anderen Zusammen-
setzungen ... .

Hier könnte ich mir das Geld für die Schilder sparen...
Aber gut für dich, wenn deine Besucher sich so kooperativ verhalten. Hier in der Region undenkbar.
Ich stelle knapp 2/3 aller Schilder jedes Jahr neu auf.
Früher waren es mehr - evtl. bin ich inzwischen bei 50%.
Sie sind entweder umgefahren, entwendet, ... .
Kooperativ ... ich mache neugierig und plädiere an die Verantwortung.
Meinen Jagdgenossen erzähle ich, was ich erwarte.
Jeder Ignorant wird angesprochen - inzwischen auch von vielen Jagdgenossen.
Gefühlte 2/3 des Reviers sind daher Hunde-rein.
Nicht in den Griff zu bekommen sind Mountainbiker, insbesonders seit es die mit dem
E-Antrieb gibt. Bei Steckenweiber funktioniert das gut, bei normalen Naturbesuchern auch.

Momentan überwiegend einzeln oder eben Geiß mit Kitzen.
Im Frühjahr dann auch noch oft Bock mit Schmalreh.
Hab im August aber auch schon einen Bock mit einem einzelnen Kitz rumlaufen sehen.
Es gibt nichts, was es nicht gibt.

Was jetzt? Bleiben die Sprünge bestehen oder würfeln die sich neu zusammen? Entweder du widersprichst dir selbst innerhalb von zwei Zeilen oder du drückst dich unklar aus.

Gschichten aus'm Paulanergarten.
Nach der Logik wäre der einzige Grund, warum wir Rehe im Wald haben, dass die Nachbarn draußen auf den Feldern ihr Revier nicht attraktiv genug gestalten.
Im Übrigen steht das im Widerspruch zu dieser Aussage von dir:

Gerade noch geht das Rehwild nicht in den Wald, weil dieser unattraktiv ist, jetzt geht es plötzlich nicht in den Wald, obwohl dieser attraktiv ist. Bist du dir eigentlich selbst sicher, welche Theorie du vertreten willst?

Und selbst wenn sich das bei dir irgendwie so verhält, was ich nicht glaube, hat das für die Jagd anderswo absolut keine Relevanz, weil jeder sehen kann, dass es dort anders funktioniert. Also was sollen uns deine mehr als steilen Thesen sagen?
Wenn ich mir wirklich irgendwo widersprochen haben sollte, dann habe ich es nicht sauber
und eindeutig formuliert oder es wollte jemand nicht verstehen.

Die Sprünge bleiben im Prinzip zusammen.
Im Mai werden sich einzelne Böcke trennen, weil sie abgeschlagen werden.
Es entsteht ein Vakuum, weil Böcke erlegt werden.
Genauso trennt sich der 5-jährige 6er von 'seinem' Sprung, nimmt ein paar Mädels mit,
weil die 3 3-jährigen 6er ihn nerven mit ihrem permanenten Gerangel.
So weit kalkulierbar ... .
Im Juni, Juli ist fast kein Stück Rehwild zu sehen, weil überall so hoch die Frucht steht.
Mit der Brunft geht dann die Bock-Selektion los ... alles ganz normal.
Sobald der letzte Mais weg ist, sieht man wieder die alten Sprünge und ihre jeweilige
Veränderung in der Zusammensetzung.
Meine Zeilen sind jetzt nicht das große Geheimnis.

Zu der Thematik - Attraktivität vom Wald.
Benenne mal den Vorteil, den der Wald gegenüber dem Feld haben soll?

Dann hast du was geschafft, woran Generation an Wildbiologen gescheitert sind: nämlich Rehe zu zählen! Ich gratuliere dir und ziehe meinen (nicht lodengrünen) Hut. Wer sagt, dass es immer die gleichen Mädels sind? Überlebensrate bei den Kitzen? Abwanderung/Zuwanderung? Zählbarkeit während der Vegetationszeit auf den Feldern??? So viele unerfassbare Größen, die aber maßgeblichen Anteil auf eine Population und deren Dynamik haben.
Bitte fang nicht wieder mit dem Unsinn an - dazu hatte ich schon was geschrieben.
Jede Kindergärtnerin kann meinen Rehwildbestand zählen.
Zugegeben - sie findet sie vielleicht nicht gleich, aber wenn ich meine Kids mit 10
oder 12 Jahren mitgenommen habe, die haben mehr gesehen, wie ich.
Man musste ihnen nur mal erklären, wie(wo/was ... .
Markiere mal 100 Kitze oder mehr - die wenigsten bei mir.
Die Nachbarn machen mit, es sind mind. 20 Reviere - man lernt dazu.
Auch die Kitzrettung - seither weiß ich, dass auch Vierlinge gesetzt werden.
Hat noch nie einer gesehen, weil sie auch nicht durchkommen.

Die Wildbiologen und sonstige 'Naturspezialisten' ... es könnte sein, dass sie einen
Teil ihres praktischen Handwerkszeugs bei uns in der Region gelernt haben.

Hier wird erstmal nur bezweifelt, daß die Aussagen von Bodo zutreffen. Vor dem jeweiligen Erfahrungshorizont der Beteiligten. So erreicht man gar nix, außer ständig aneinander vorbeizureden.
Mein aktueller Mitjäger ist eine 'Gnade' für mich, gigantisch passioniert, extrem erfolgreich,
der hat dieses Gen mitbekommen, das vielen Jägern fehlt.
Ein Vierteljahrhundert war er schon unterwegs, bevor er zu mir kam.
Er hat viel neu lernen müssen, er hat mich oft angeschmunzelt und wir hatten es dieses
Jahr nach der Brunft ... im 9. Jahr bei mir ... er hat von sich formuliert, dass er das nie
geglaubt hätte, dass er sich lange umstellen musste, dass es einfach völlig anders ist.
Nicht weil ich schlauer bin, sondern weil mein Ansatz ein anderer war.
____
Momentan habe ich ca. 5,5 ha gepachtet - in der Regel Streifen von 5 bis 20 m Breite.
Die ziehen sich wie ein Schachbrett durch das Zentrum meines Reviers.
Ich kann/darf das Ödland entlang unserer Bahnlinie bewirtschaften - ab Gleismitte
nach 3 Meter bis zu stellenweise 50 Meter.
Keine Grünmahd wird durchgeführt, ohne Absprache mit der 'unserer' Wildtierettung.
Der eine oder andere Landwirt bietet inzwischen ein Stück selbstständig an, weil es
nicht unbedingt für die aktuellen Maschinen geeignet ist. Die wollen Teil ein, an dem
Ansatz 'Natur vor der Haustüre'.
Ganz, ganz vieles findet man bei mir im Revier, was sonst eher unüblich ist.
Die Mädels mit 20 oder 22 Jahren - wenn etwas schiefgegangen ist, wird angerufen.
Selbst wenn ein unbekannter Dritter einen Hasen angefahren hat, der das Becken
gebrochen hat ... .
Man schätzt das wirklich, was ich/wir machen, umsetzen, beabsichtigen.
Wir stehen auch zu Misserfolgen und wenn wir mal nachlässig waren.

Auch wenn mein Statement viele stört - macht das Feld attraktiv, die Rehe bleiben da.
Wer hier draußen gesetzt und geführt wurde, der will nicht in den Wald - evtl. weil man
auch dort nichts sieht. Dazu muss man das Feld strukturieren und nach Ruhe suchen.
Wind und Wetter spielen auch eine Rolle, daher sind manche Standorte prädestinierter.

An dieser Stelle haben wir ein perfektes Thread-Napping betrieben .... .
 
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Das sind hohle Phrasen...
Die man überzeugen wollte also nichtskönner darstellen war schon immer hilfreich in jeder Diskussion.
Die meisten, die überzeugt werden müssten, sind bislang den Beweis schuldig geblieben, ob sie es könnten, denn sie wollen es schlicht nicht.
Das "Können" im übrigen zwei Komponenten. Die Befähigung und die benötigte Zeit. Wenn es an einem von beidem scheitert, dann war's das schon.
 
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@Bodo: so langsam zeichnet sich ein Bild ab. Reine Feldreviere sind bei uns aber eher die Ausnahme, die Waldanteile schwanken aber <5% ist eher die Ausnahme. Kann sein, dass dort die Sichtigkeit gegeben ist, bei uns und 99% aller Reviere im Land ist sie es nicht. Daher sehe ich es problematisch, solche Wahrnehmungen zu verallgemeinern. Auch haben viele Revierinhaber weder die Zeit noch die finanziellen Mittel gegen die Großbauern und Biogasanlagenbetreiber anzustinken und Flächen für die Biotopgestaltung im Revier zu pachten. Die Entsprechenden Maschinen fahlen meist auch. Zudem ist das Niederwild, dass bei Dir die Motivation zu sein scheint, hier kaum noch vor. Die haben zu tun, die Sauen in Schach zu halten (wird einfacher dank Nachsichttechnik, aber auch das wird schon wieder beklagt) und bekommen auch von den Waldbesitzern zunehmend Druck, nach dem Rehwild zu schauen. da bleit nimmer viel Zeit für die Niederwildhege, denn einen Beruf zum Finanzieren der Jagd brauchen sie auch noch.
Da hast Du es offensichtlich deutlich einfacher.

Wenn man mal alles für bare Münze nehmen würde, bleibt aber eines trotzdem ungelöst:
Die allermeisten Reviere mit deutlichem Waldanteil können bestätigen, dass es aus den Feldrevieren einen winterlichen Zuzug aus den Feldrevieren gibt. Da wo der Altbestand aufgelichtet ist oder Borkenkäfer und Windwurf zum Opfer gefallen sind und ein Baumartenwechsel eingeleitet werden sollte/muss, bereitet das Rehwild zunehmend Probleme die Waldbaulichen Ziele umzusetzen. Neben den Verbiss erschwert das Klima/Wetter der vergangenen Jahre die Bemühungen zusätzlich und so wird jede vom Reh herausselektierte Mischbaumartspflane doppelt bitter. Pflanzungen sind gegenüber Naturverjüngung zweimal im Nachteil, wer kein ungestörtes Wurzelwachstum im gewachsenen Boden hat, hat bei der anhaltenden Dürre doppelt Probleme.

Biotopverbesserungen im Feld sind schön, wenn sie dazu führen, dass das Rehwild GANZJÄHRIG im Feld bleibt. Allerdings liegt es in der Natur der Dinge, dass auch bei verbesserten Feld-Biotopen irgendwann die Kapazitätssgrenze erreicht ist und der Überschuss bei Nahrungsknappheit dann beginnt abzuwandern, einfach weil es im Feld irgendwann auch zu viele werden. Von daher ist es mehr als wichtig, dass die Zuwächse auch im Feld konsequent abgeschöpft werden. Das bezweifeln viele, die in der Materie etwas tiefer drin sind. Ich auch, von einzelnen Ausnahmen mal abgesehen. Würden die Zuwächse in den Feldrevieren/feldreicheren Revieren darüber hinaus abgeschöpft, müsste rein theoretisch eine Zuwanderung aus dem Wald erfolgen.
 
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@Bodo: so langsam zeichnet sich ein Bild ab. ...
Ich widerspreche Dir nicht, weil es kaum zielführend sein kann.
-
Nur ich war jetzt 3x dabei - beim ersten Mal in einem Revier mit ca. 20% Waldanteil.
Es hat funktioniert - auch gab es dort einen Rehwild-Grundbestand.
Ich war ahnungslos und habe mitgetragen, was mir angeschafft wurde.

Beim zweiten Mal war es ein rehwildreines Revier mit 2 Feldgehölzen und dem Ansatz
einer kurzen Windschutzhecke. Es hat aber zentral ca. 60 ha extensive Wiesenfläche.
Dort hat es perfekt funktioniert - das diente als Beispiel für viele nahe und weite Revier.
Wo kann man 150 Stück Rehwild von einer Stelle sehen.

Beim 3 Mal war es eine reine Agrarsteppe - ich wusste am Anfang nicht, wie man dort
etwas hinbringen sollte ... . Es hat annähernd genial funktioniert, weil die begleitenden,
äußeren Umstände der Situation so bescheiden war.
----
Den Rest kann ich nicht mehr hören, diese Gründe, warum es woanders nicht geht.
... zig-mal gehört!
Wir haben im Landkreis die höchste Dichte von Biogas-Anlagen.
Entsprechend ist die Intensität der Landwirtschaft ... wir kennen den ganzen Mist!
Nur so lange man nicht jeden m² im Revier recherchiert hat, solange man nicht alle
Grundeigentümer kennt, deren Vorlieben & Präferenzen kennt, usw. ... sollte man
die Klappe halten ... man kann einfach nicht mitreden.
Wer glaubt, dass man auf mich gewartet hat, weil ich der 'Erlöser' bin ... das ist doch
lächerlich! Im Gegenteil - ich bin der, der dauernd den Mund offen hat und fordert.

Meine 5,5 ha habe ich seit 2020 gepachtet. Bis dahin waren es 3,8 ha.
Die hatte auch nicht an einem Tag beieinander - das sollte doch klar sein.
Für meine 5,5 ha bezahle ich ... keine 500,-€ im Jahr.
Es war schon teurer - ich habe für weniger schon das doppelte bezahlt.
Dazu kommen zig Flächen, die ich offiziell nicht gepachtet habe und trotzdem
nutzen kann.
---
In diesem Sinne - geht es einfach mal an!
Man ist schon mehr wie 100km angereist, nur um zu verstehen, wie man in eine
Agrarsteppe eine attraktive Biotoplandschaft verbauen kann.
Es ist kein Geheimnis.
Wir sind auch nicht zu 100%tig immer erfolgreich, weil wir auch die ganz normalen
Lasten des Lebens zu tragen haben, angefangen bei Job, Familie und sonstigen
Verpflichtungen.
Nur je länger man dieses Ansinnen betreibt, um so mehr 'Sympathisanten' bekommt
man, angefangen bei Imker, Kräuterweiber, Kindergarten, ... und auch diverse Grund-
besitzer. Desto erfolgreicher wird das Projekt bzw. Revier.
Nur man muss erst einmal loslaufen, Vorbild liefern und dann folgen andere.
Im Endeffekt haben die Bemühungen der Jäger in dieser Agrarsteppe die Artenvielfalt
erhöht und insbesondere die Anzahl der einzelnen Spezies.
Das trifft auch beim Rehwild zu.
- - -
Noch ein kleines Detail - unsere Feldrehe sind größer und schwerer wie die Waldrehe.
Ganz am Anfang waren auch noch ein paar 100 ha Wald bei der Fläche zu meinem
Begehungsschein dabei.
An so einem Tag eines Sammelansitz - man hat gesehen, welches Reh im Wald groß
geworden ist und welches im Feld. Die Feldrehe waren einfach 'länger', die reichten
bis zum Boden, wenn sie da in Reih und Glied aufgehängt waren.
Mir als 'Grünschnabel' ist das damals aufgefallen, diese Beobachtung hat sich immer
wieder, also regelmäßig bestätigt ... das ist mehr wie 3 Jahrzehnte her.

In diesem Sinne - ich wünsche Euch viel WmH
 
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Zu der Thematik - Attraktivität vom Wald.
Benenne mal den Vorteil, den der Wald gegenüber dem Feld haben soll?
Er muss gar keinen Vorteil gegenüber dem Feld haben. Wenn er die Ansprüche erfüllt, die Rehe an ihren Lebensraum stellen, werden sie sich dort ansiedeln. Wie viele, hängt von der Biokapazität ab.
Im speziellen Fall meines heimischen Reviers, wurde durch bloßes Schießen über jetzt Jahrzehnte hinweg ein Lebensraum geschaffen, der an Struktur, Vielfalt der Nahrung und Deckung kaum zu überbieten ist. Die alten Sturmwürfe, die großteils mehrere ha groß sind, haben heute einen kaum durchdringbaren Bewuchs, der sie unbetretbar macht. Da drinnen werden Rehe geboren und sterben, die hat nie ein Mensch gesehen. Auch der Rest der Fläche ist von einer Vegetation überzogen, die in ihrer Artenvielfalt an Bäume, Kräutern und Sträuchern nicht nur dem Rehwild ganzjährig ein Nahrungsangebot bietet, bei dem kein Wildacker mithalten kann.
Das alles nur durch Hege mit der Büchse.

Keine Ahnung, wie der Wald bei dir aussieht. Muss ja ziemlich öde sein.
Deshalb weiß ich immer noch nicht genau, was du mir sagen willst. Dass du bei dir auf dem Feld einen Lebensraum geschaffen hast, der dem Wild mehr bietet als der angrenzende Wald, ist schön. Was anderes haben wir im Wald ja auch nicht gemacht. Aber dazu mussten wir eben das Gewehr zur Hand nehmen und das ist das, was sonst kaum irgendwo jemand macht.
 
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Wie sah denn der Wald dort aus? Baumarten, Unterwuchs, Streu? Arme Böden oder Nährstoffe und Wasser satt?
Hm - Du fragst mich Dinge - insbesondere Details - die mich vor bald 4 Jahrzehnten
nicht wirklich interessiert haben.
Baumarten - alles was Dir einfällt .... Fichte, Kiefer, Eiche, Buche, ... .
Im Prinzip war das der Wald, von einer Waldgenossenschaft ... so ein Bauernwald, wo ziemlich
viel kreuz und quer gewachsen ist, auch relativ viel nicht unbedingt geldbringendes Material,
das man heute nirgendwo mehr findet.
Unterwuchs war da immer und überall ...
.... außer dort, wo man meinte, Fichten aufforsten zu müssen.
-
Wahrscheinlich gab es dort mit die größte Artenvielfalt aus der Tierwelt.
Die Ausnahme waren die 60ha eines größeren Waldbesitzers, der seine Eigenjagd ca. 3km
weiter entfernt hat. Diese Herren 'bewirtschafteten' den Wald sichtbar anders.
-
Wasser ja - zwei Stellen im Wald waren immer so nass, dass es fast zur Quelle hätte reichen
können. In den leichten Senken außerhalb waren überall Weiher.
Das Gelände war fast nirgends eben, man hatte eigentlich immer ein Gefälle.
-
Jagdlich ein Traum, abgesehen vom Freizeitdruck, der es damals auch dort schon gab.
Das meiste Rehwild habe ich dort beim Pirschen im Wald erlegt.
Rückblickend haben wir damals wahrscheinlich mehr wie den Zuwachs erlegt.
Aber das hat sich über die attraktive Einstandsfläche und den Freizeitdruck wieder gefüllt.
 
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Er muss gar keinen Vorteil gegenüber dem Feld haben. Wenn er die Ansprüche erfüllt, die Rehe an ihren Lebensraum stellen, werden sie sich dort ansiedeln. Wie viele, hängt von der Biokapazität ab.
Im speziellen Fall meines heimischen Reviers, wurde durch bloßes Schießen über jetzt Jahrzehnte hinweg ..... dazu mussten wir eben das Gewehr zur Hand nehmen und das ist das, was sonst kaum irgendwo jemand macht.
Dein Statement ist nachvollziehbar.
Die Rahmenbedingungen sind völlig anders, und nicht im Ansatz vergleichbar.
Die 'beschriebene' Attraktivität ist sicherlich gigantisch, nur dort das Rehwild kaum zu
'bewirtschaften'. Vieles wird man auf Zufall mitnehmen müssen ... .
-
Da habe ich einen völlig anderen Ansatz, den ich aber sehr schätze.
Ende April weiß ich, welche Böcke ich in den nächsten 2 bis 3 Wochen erlegen möchte.
Das Vakuum füllt sich wieder unkoordiniert.
Bei der Gelegenheit werden auch noch bewußt Schmalrehe mitgenommen.
Dann geht mal eher nichts mehr bis zur Brunft.
Nach der Brunft kehrt wieder Ruhe ein, bis der Mais weg ist.
Mit den gigantischen Maisschlägen hat sich die Rehwildbejagung schon etwas geändert.
-
Meine Challenge ist, dass es, nachdem der Mais abgeerntet ist, noch ausreichend
Einstands-/Rückzugszonen mit entsprechender Attraktivität gibt.
Dann interessiert sich das Rehwild nicht für den Wald, der in Sichtweite erreichbar wäre.
-
Soweit die Erklärung zu meinem Revier ... .
 

z/7

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Könnt natürlich auch sein, daß der Wald bis zum Anschlag voll ist?
 
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Könnt natürlich auch sein, daß der Wald bis zum Anschlag voll ist?
Yes - theoretisch vorstellbar!
Mein nördlicher Angrenzer, dieser 'ominöse' Privatwaldbesitzer, hat einen sehr vernünftigen
Rehwildbestand.
Mein südlicher Angrenzer hat eher in Summe mehr Rehwild wie ich, allerdings ein doch eher
sehr verschobenes Geschlechtsverhältnis. Hm - als er anfing vor zig Jahren, war die Situation
durchaus vergleichbar zu meinem Revier, allerdings ist seine 'natürliche' Ausgangslage ein
bisschen privilegiert durch bestehende Äsungsflächen und vorhandene Rückzugsräume.
Die musste ich noch 'etwas' gestalten ... .
Mein westlicher Angrenzer hat die beste natürliche Ausgangslage, aber er kann/will nicht
die Zeit investieren (Alter & Gesundheit) - das passt schon.
Östlich habe ich die Bundesstraße - in diese Richtung erfolgt nur ein zu vernachlässigender
Austausch von Rehwild.
Summiert alles gut!
-
In dem Revier und Wald, wo ich als Jungjäger begonnen habe, da hat es sich 'ausgerehwildet'.
(2 km weg - ein Revier mit einem breiten Fluss dazwischen.)
Der aktuelle Pächter mag nicht mehr - max. 15% des Bestands ist noch da, verglichen mit
unserer gemeinsamen Zeit. Im Wald steht nur noch 'Geld' - jeder Bewuchs, der eher kein
Kapital bringen könnte, wurde eliminiert.
Ein Revier und ein Wald, den ich mal aufgrund seiner breiten Vielfalt sehr schätze, ist jetzt
ausgeräumt, leer ... auch von Lebewesen.
Dazu kommt, dass subjektiv viel gezäunt wurde, auch 20 jähriger Bestand ... .
Man muss es nicht verstehen.
Der Versuch, versucht möglichst schnell reich zu werden, könnte eine Erklärung sein.
Beraten werden sie von unserer regionalen Forstgenossenschaft, dem Quell meiner Freude.

Ganz gehässig - nach der überwiegenden Mehrheit der dortigen Besitzer, wird das ähnlich
einer Plantage betrachtet. Das würde nachvollziehbar erklären, warum dort auch unsinnig
große Stücke eingezäunt werden.
Die Zäune sind teilweise nicht Rehwild-sicher - auch durch vernachlässigte Kontrolle und
abschnittsweise mangelnde Höhe. Daher muss fast zwangsweise Rehwild in diesen
Zäunungen vorkommen, mit der Folge von Verbiss.
Das gibt Geschrei, das Amt wird eingeschaltet, es kommt zur Begehung mit Pächter.
In Folge wird der Pächter angewiesen, dass in diesem Bereich zwei Rehböcke während der
Schonzeit zu erlegen sind. Festgestellt und amtlich eindeutig registriert wurde aber, dass
2 Gaißen verbissen haben ... aber die könnten aktuell tragen und sind daher zu schonen.

Ich kann und will nicht behaupten bzw. will die erkennbare Kompetenz nicht kritisieren.
Nur subjektiv wird für die Ideologie einiges gerade gebogen, geopfert und 'neu gedeutet'.
Das sind die studierten, perfekt ausgebildeten Forstleute .... die ich aufgrund meiner
nicht vorhandenen Forstkompetenz nicht seriös beurteilen kann.
Aber manchmal kommt schon Gedanke, dass man in 4 Jahrzehnten als Jäger evtl. mehr
KnowHow zusammengetragen könnte, als andere während ihres Studiums ... .
Dabei bin ich wirklich ahnungslos, nur interessierter Zuschauer und versuche mich in
der Sache ein bisschen weiterzubilden.
----
Wenn ich mir die Zeilen so anschaue, war das schon wieder viel Text.
Angeschnitten habe ich nur 'bisschen' von vielen Episoden, die wenig zuträglich waren
für meine Achtung vor dem staatlichen Förster. Im Gegenteil zu den privatwirtschaftlich
arbeitenden Förstern - da ziehe ich regelmäßig gerne den Hut, wenn man mir mal
wieder meine Neugierde befriedigt.
Naja - evtl. liegt es auch an mir - vielleicht fehlt mir einfach der Horizont und doch die
Kompetenz, dass es schon an der grundlegenden Kommunikation mangelt.

:unsure: .... dabei wollte ich keinem Förster, welcher Bildung auch immer, zu nahe treten.
 
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Für alle, die die Förster so gerne als Bretterzüchter bezeichnen hier mal ein Beitrag, in dem die Jagd nicht thematisiert wird, aber mal die Leistungen des Waldes veranschaulicht und was die Waldbesitzer für diese Leistungen erhalten...

der wahre Wert des Waldes
 
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31 Jan 2013
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Habe am Wochenende endlich Schneisen in mein Rehwildzuchtgebiet bekommen. Das hat meine Drückjagden gerettet weil ich sonst nicht gewusst hätte wie wir hätten jagen sollen da alles so zugewachsen ist.

Dann hatte ich erstmals in einem Wald vom Staat zu tun von dem ich immer hörte das da wohl seit Jahrzehnten die übelsten Rehwildnazis am Werke sein sollen.
Fand das Revier Mega gut da man überall tolle Möglichkeit zum jagen sieht. Tolle Stände mit prima Übersicht wo bei mir im Revier alles schnell zugewachsen wäre.
Bin verunsichert 😅
 

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