Jägerprüfung Niedersachen - Erfahrungen

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28 Apr 2018
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#1
Dieses Thema richtet sich vor allem an die, die in Niedersachsen und am besten vor noch nicht all zu langer Zeit die Jägerprüfung absolviert haben. Kommentare wie " Früher war es viel schwieriger - da hätte keiner der heutigen Jungjäger bestanden!" brauche ich übrigens nicht. Die helfen keinem...
Also auf die schriftliche Prüfung fühle ich mich soweit gut vorbereitet. Ich bestehe meistens mit 90-95%.
Daher frage ich eher nach der mündlich-praktischen Prüfung. Wie läuft das da alles ab? Was wurde bei euch abgefragt? Wie streng waren die Prüfer?
Ich freue mich über jeden, der mir das ein wenig detaillierter erklären kann. Vielen Dank!!
LG Felix
 
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#2
Bei mir ist es ein paar Jahre her, daher unterlasse ich eine Einschätzung.

Was sag denn euer Ausbilder zur Prüfungssituation?

P.S. Wo denn in NS.?
 
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#3
Schau mal in der Suchfunktion, da gibts schon mehrere Threads zu.
 
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#4
Daher frage ich eher nach der mündlich-praktischen Prüfung. Wie läuft das da alles ab? Was wurde bei euch abgefragt? Wie streng waren die Prüfer?
Ich freue mich über jeden, der mir das ein wenig detaillierter erklären kann.

Hilft es Dir wirklich weiter, wenn ich Dir von meiner Prüfung in Niedersachsen berichte ?

Lern doch einfach, anstatt Dich hier solche Fragen zu stellen.

Gute Vorbereitung ist das A & O !
 
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#5
Hilft es Dir wirklich weiter, wenn ich Dir von meiner Prüfung in Niedersachsen berichte ?

Lern doch einfach, anstatt Dich hier solche Fragen zu stellen.

Gute Vorbereitung ist das A & O !

Nun, ich möchte mich ja so gezielt wie möglich vorbereiten. Natürlich sollte man sich so umfangreich Vorbereiten wie es geht, jedoch würde es mich auch einfach mal interessieren, wie andere es bei der Prüfung erlebt haben.
 
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#6
Was sag denn euer Ausbilder zur Prüfungssituation?
Darauf würde ich auch den größten Wert legen!

Ich habe vor zwei Wochen (nicht in NS) Prüfung gehabt. Der Ausbilder machte die Sache seit über 10 Jahren jeweils 10-11 mal im Jahr mit seinen Prüflingen bei den selben Prüfern durch. Er war zwar selbst noch nie bei einer Prüfung dabei, konnte uns aber trotzdem perfekt auf die Situation vorbereiten.

Und nein, er konnte uns auch keine konkreten Fragen nennen (man hat 1 von 100(?) Karten mit einigen Grundfragen gezogen).
 
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#7
Darauf würde ich auch den größten Wert legen!

Ich habe vor zwei Wochen (nicht in NS) Prüfung gehabt. Der Ausbilder machte die Sache seit über 10 Jahren jeweils 10-11 mal im Jahr mit seinen Prüflingen bei den selben Prüfern durch. Er war zwar selbst noch nie bei einer Prüfung dabei, konnte uns aber trotzdem perfekt auf die Situation vorbereiten.

Und nein, er konnte uns auch keine konkreten Fragen nennen (man hat 1 von 100(?) Karten mit einigen Grundfragen gezogen).
So etwas finde ich ja schon interessant. Man zieht also eine Frage wie beim Losen und diese muss man dann ausführlich beantworten?

Ich frage mich halt vor allem, welches wissen noch in der mündlich-praktischen dazu kommt, welches man nicht schon bei der schriftlichen Prüfung hat. Mir ist schon klar, die schriftliche ist Multiple-Choice, was das ganze erheblich einfacher macht. Aber im Prinzip wird doch in der mündlich-praktischen nichts gefragt, was nicht auch in der schriftlichen irgendwo kommen könnte, oder sehe ich das komplett falsch?
 
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#8
So etwas finde ich ja schon interessant. Man zieht also eine Frage wie beim Losen und diese muss man dann ausführlich beantworten?
Dass ist (wie so vieles) von Prüfungsort zu Prüfungsort verschieden, ich musste z.B. in Osnabrück keine Fragen ziehen...

In der mündlich-praktischen Prüfung kann praktisch alles aus dem Themengebiet gefragt werden.
Es werden nicht einfach Fragen aus der schriftlichen Prüfung mündlich gestellt!

Geht man mit einem guten oder sehr guten schriftlichen Ergebnis in die mündlich-praktische Prüfung sind die Prüfer aber idR recht gutmütig, was jedoch nicht bedeutet, dass man einfach durchgewunken wird...

Die merken recht schnell, ob man nur die schriftlichen Fragen auswendig gelernt hat, oder sich wirklich Wissen rund um das Thema angeeignet hat.


Man muss nicht alles bis ins kleinste Detail wissen, sollte aber die "Basics" beherrschen.

Mir hat in den Bereichen, die mir nicht so gut gelegen haben, der Seibt sehr geholfen.
 
Zuletzt bearbeitet:
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#9
Aber im Prinzip wird doch in der mündlich-praktischen nichts gefragt, was nicht auch in der schriftlichen irgendwo kommen könnte, oder sehe ich das komplett falsch?
Du hast es nicht verstanden.

Wenn der Prüfer schlecht geschlafen hat, ihm Deine flapsige Art nicht gefällt oder wenn er einfach nur die Quote erfüllen will / muß, wird er Dich in Niedersachsen nach der Tragzeit vom Gamswild fragen. Über Sinn oder Unsinn einer solchen Frage brauchst Du nicht zu diskutieren, nur richtig beantworten. Mag sein das diese Frage sogar aus dem Fragenkatalog stammt, muss aber nicht.

Wäre es einfach eine solche Prüfung zu bestehen, gäbe es in Deutschland bestimmt doppelt so viel Jagdscheininhaber.

Steck den Kopf ins Buch und saug es auf. Damit bist Du Deinem Ziel bedeutend näher als wenn Du hier solche Fragen stellst.
 
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#10
Daher frage ich eher nach der mündlich-praktischen Prüfung. Wie läuft das da alles ab?
Aufteilung der ca. 15 Prüflinge in drei Rotten, die sukzessive mehrere Stationen der Prüfer durchlaufen sind. Kriege nicht mehr alles genau zusammen, aber siehe nächsten Absatz. Jeder Prüfling wird allein abgefertigt. Mit Essen und Getränken hatte sich jeder selber zu versorgen. Das ganze ging etwa 5h. Anschließend zusammenkommen und Verkündung der Ergebnisse. Jagdliche Kleidung war keine Pflicht, aber hinterlässt einen guten Eindruck.

Was wurde bei euch abgefragt? Wie streng waren die Prüfer?
Zunächst fünf Jagdhornsignale, davon mussten "Anblasen des Treibens", "Treiber in den Kessel" und "Hahn in Ruh" richtig zugeordnet werden. Sonst wars das für den Tag.
Dann die Stationen:

  • Waffenhandhabung: Drilling/BBF und Revolver/Pistole erklären können. Dann kurzes Rollenspiel und Anleitung der Prüfer: Pirsch durch den Wald, Hindernis überwinden, Auf-/Abbaumen, Schuss simulieren. Ein-/Ausstechen, Sichern, Waffe brechen und entladen, Kugelfang beachten. Dabei immer laut erklären was man gerade tut und ggf. warum. - Empfand ich als den leichtesten Part, hatten wir aber auch intensiv geübt.
  • Jagdkultur und Umwelt: Diverse Exponate benennen/zuordnen können. Pflanzen: Laub, Früchte, Rinde... sowie etwas Biotopkunde. Tierexponate: Sowohl das ganze Tier (bei uns nur Federwild) als auch Teile davon (Krähenfuss, Dachsschädel, Bachenhaken, Abwurfstange, Saubart usw.) Außerdem Decken/Schwarte/Balg benennen und damit "Strecke legen". Welches Wild ist aktuell frei? Zwei Jagdhunde benennen, ihr Einsatzgebiet und idealerweise auch Wesen beschreiben. Ausrüstung des Jägers: Lockpfeiffchen, Pless-Horn und weiteres Geraffel. - Nicht wirklich schwierig, aber halt viel was man wissen muss. Von Erpellocken hatte ich bis dato nie gehört. Prüfer waren fair und haben vereinzelt Tipps gegeben.
  • Ablauf und Organistation der Jagd: Wie setzen sich Jagdgenossenschaft, Hegering usw. zusammen und was sind ihre Aufgaben? Du bist auf einer Drückjagd, verwundest ein Stück, es flüchtet und Du hörst es leiden, kannst es aber nicht erreichen und erlösen - was tust Du jetzt? Sicherheitsregeln. Wie ist beim Kurzwaffenerwerb vorzugehen? Wie läuft Pacht ab? Sicherheitsklassifizierung für Waffenschränke. Rahmenbedingungen zur Fangjagd. So Sachen. - Hier in meinen Augen ein ziemlich strenger Prüfer, der an seiner Station auch paar Leute hat durchfallen lassen. War aber nicht gravierend, da der Gesamtdurchschnitt der Revier- und der schriftlichen Prüfung entscheidet.

Teilweise tauchten 1-zu-1 Fragen der schriftlichen Prüfung auf. Diese mündlich zu beantworten ist ungewohnt, wenn man vorher exzessiv Multiple-Choice geübt hat. Mir hat es geholfen, die MC-Fragen zu bearbeiten ohne zunächst die Antwortmöglichkeiten anzusehen. Veterinärthemen und Wildbrethygiene waren nicht dabei, glaube ich, aber das dürfte reine Glückssache gewesen sein.
Ich meine, die Prüfer kannten unsere schriftlichen Noten nicht, damit sie sich davon nicht beeinflussen lassen würden.
Tipp: Die ein-oder-andere Jägerschaft steht gerne mal mit einem Infomobil o.ä. auf öffentlichen Veranstaltungen. Schau Dir die Dinger gut an, irgendwo müssen ja die Exponate für die Revierprüfung herkommen...

So geschehen vor ein paar Jahren in Ost-NDS. Näher an Hamburg dran lief ähnlich, nur waren dort die Prüflinge cleverer: Die haben Fresskörbe für die Prüfer mitgebracht und sie zunächst mit Kaffee, Brötchen und Kuchen gemästet und ihnen wohl gestimmt.

Viel Erfolg!
 
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#11
Wenn Du noch nicht mal meine Fragen beantworten magst wird das nix.

Niedersachsen ist gross udnd jeder Prüfungsort hat seine Eigenarten.

Zudem solltest Du mal deinen Ausbilder fragen (II.)
Sollte der es nicht wissen ..... ??
 
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#12
Es heist nicht umsonst "mündlich-praktische Prüfung". Selbst mit 100% Auswendig lernen des kompletten Fragenkataloges kannst Du da durchfallen.

Wie schon genannt müssen am Anfang die drei wichtigsten Signale (aus fünf) erkannt werden, sonst ist hier schon Sabbatt.
Schau Dir z.B. an was zur Zeit blüht (Blätter Knospen, landwirtschaftliche Felderzeugnisse etc.).
Bei uns lag u.a. auch frischer Aufbruch vom Schwarzwild und es mussten einzelne Organe und evtl. bedenkliche Merkmale benannt werden.
Wildtierkunde anhand von ausgestellten Präparaten und/oder Bildtafeln.
Waffenhandhabung (vorzugsweise Drilling) mit angehen auf Hochsitz (dabei Laden/Entladen beim Überqueren von Hindernissen und Auf-/Abbaumen, Einstechen, "Stück springt ab ...")
...
 
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#13
Moin

Wie viele schon schrieben ist es von Ort zu Ort unterschiedlich und heißt ja auch nicht das es immer dieselben Prüfer sind.
Ich wurde auch in Osnabrück geprüft (letztes Jahr). Die Prüfer, zu dem Zeitpunkt, fingen mit einem lockeren Gespräch an zB warum man überhaupt denn Jagdschein haben möchte usw.
Was mich ins stolpern gebracht hat, ist das ich im erzählt habe wo ich wohne ( hier läuft der Wolf rum:thumbdown: )
Also fing er an und fragte mich warum es denn schlecht währe wenn der Wolf ins Jagdrecht kommt :unbelievable:
Ob das auch gewertet wurde weiß ich nicht. Schonzeiten wurde ich nicht abgefragt.
Bereite dich einfach gut vor, stell das Handy auf lautlos oder aus, mach keinen auf dicke Hose und sei freundlich.
Das sind auch nur Menschen. Ach unsere Prüfer machten das wohl auch freiwillig schon seit Jahren. Sprich die haben da auch Bock drauf.

Gruß Sv85
 
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#14
So etwas finde ich ja schon interessant. Man zieht also eine Frage wie beim Losen und diese muss man dann ausführlich beantworten?

Ich frage mich halt vor allem, welches wissen noch in der mündlich-praktischen dazu kommt, welches man nicht schon bei der schriftlichen Prüfung hat. Mir ist schon klar, die schriftliche ist Multiple-Choice, was das ganze erheblich einfacher macht. Aber im Prinzip wird doch in der mündlich-praktischen nichts gefragt, was nicht auch in der schriftlichen irgendwo kommen könnte, oder sehe ich das komplett falsch?
Ich musste die Fragen möglichst ausführlich beantworten und dann haben die Prüfer nach- bzw. weitergefragt.

Bei mir war die schriftliche Prüfung etwa hälftig MC und freie Fragen. Es kam in der Mündlichen keine Frage aus der Schriftlichen dran.

Ich wurde bei Recht z.B. gefragt was die Jagdabgabe ist und wer davon welchen Prozentsatz erhält. Hat bei mir schon für leichte Verwunderung gesorgt. Und die BWildSchV haben sie mir bei der Gelegenheit auch gleich noch vor den Latz geknallt.
 
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4 Aug 2013
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#15
Aufteilung der ca. 15 Prüflinge in drei Rotten, die sukzessive mehrere Stationen der Prüfer durchlaufen sind. Kriege nicht mehr alles genau zusammen, aber siehe nächsten Absatz. Jeder Prüfling wird allein abgefertigt. Mit Essen und Getränken hatte sich jeder selber zu versorgen. Das ganze ging etwa 5h. Anschließend zusammenkommen und Verkündung der Ergebnisse. Jagdliche Kleidung war keine Pflicht, aber hinterlässt einen guten Eindruck.


Zunächst fünf Jagdhornsignale, davon mussten "Anblasen des Treibens", "Treiber in den Kessel" und "Hahn in Ruh" richtig zugeordnet werden. Sonst wars das für den Tag.
Dann die Stationen:



So kenne ich das aus Niedersachsen auch. Bei uns sind es 5 Stationen gemäß den Fachgebieten der Prüfungsordnung. Vorweg die Jagdsignale, ebenfalls gemäß Prüfungsordnung (die zu lesen kann übrigens nicht schaden...).

An den Stationen kommt es dann auf die Prüfer an. Einige stellen nahezu 1:1 Fragen aus dem Fragenkatalog, andere fragen sehr weitgefasst ("Was verstehen Sie unter Naturschutz?"). Wo immer möglich wird mit "Handfestem" und "Anfassbarem" gearbeitet: Getreidesorten erkennen, Pflanzen erkennen, Tierarten anhand von Präparaten erkennen und beschreiben etc. pp. Im Fach "Jagdwaffen und Fanggeräte" dann ebenfalls viel Praxis: Revolver oder Pistole handhaben, Repetierer oder Drilling handhaben, unterschiedliche Munitionsarten erkennen und Einsatzgebiete beschreiben, Simulation einer jagdlichen Situation (z.B. verschiedene Wildscheiben im Umfeld aufgebaut, Prüfling soll mit Waffe Kanzel oder Ansitzbock besteigen, sich fertig zur Jagd machen und dann erklären, welches Wild er beschießen würde und welches nichts (Sicherheit, Kugelfang, einsichtiges Gelände etc.), dann ggf. Schießen mit Einstechen - oh, Bock springt ab - wieder sichern - da kommt ein Fuchs, mit Schrot beschießen - oh auch abgesprungen, wieder sichern, entladen, abbaumen).

Wie schon an anderer Stelle gesagt: in dieser Prüfung wird es ohne Vorbereitungskurs schwer. Die Ausbilder an den KJS und Jagdschulen kennen die Prüfer meist gut und wissen, welche Fragen die so stellen.
 
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