Jagd braucht Traditionsbewusstsein

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27 Apr 2009
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@Stoeberjäger: Du kannst diesen Videos wirklich etwas abgewinnen, oder?
Ja klar, es zeigt mir, welche Probleme in anderen Regionen der Welt mit ausgeuferten Beständen frei lebender Tiere (hier feral hogs) existieren und wie dort (teilweise) damit umgegangen wird.

Verurteilen werde ich dabei nur Praktiken, die gegen Grundsätze der Empathie verstoßen, also z. B. schlechte Schützen im Heli, die Tiere krank schießen und nicht nachsuchen, oder Vergiftungsaktionen in NZL, oder Hog Hunt mit mehreren großen Kampfhunden in Australien, auch Windhunde, die Kojoten oder Wildhunde zerreißen, u.s.w...
Nichts davon käme für mich in Frage. Aber zwischen (attraktiver) Jagd und (nötigem) Wildmanagement unterscheide ich schon und lehne beides nicht grundsätzlich ab.
 
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.....und es ist das, was offensichtlich allgemein auch anerkannt wird.
Das mag für Dein Umfeld zutreffen. Für die breite Gesellschaft nach meiner Überzeugung ganz sicher nicht.
Die vielzitierten überhöhten Bestände beim Rehwild mag es lokal geben, sie sind aber nicht flächendeckend. Daraus dann eine allgemeingültige Berechtigung für eine stramme Bejagung ohne Berücksichtigung einer Altersstruktur oder sozialer Notwendigkeiten abzuleiten ist für mich "hinterhältig". Wenn in Bereichen überhöhter Population nach wenigen Jahren kein Erfolg eintritt, sollte dies den Verantwortlichen zu denken geben, ob der Handlungsansatz korrekt ist. Mangelnde Naturverjüngung hat nur am Rande etwas mit der Bestandsdichte zu tun. Hier sind viele Faktoren ausschlaggebend, die aber gerne mal verdrängt werden um dem eingenen Handeln Rechtfertigung zu erteilen.

wipi
 
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.....Die vielzitierten überhöhten Bestände beim Rehwild mag es lokal geben, sie sind aber nicht flächendeckend. Daraus dann eine allgemeingültige Berechtigung für eine stramme Bejagung ohne Berücksichtigung einer Altersstruktur oder sozialer Notwendigkeiten abzuleiten ist für mich "hinterhältig". Wenn in Bereichen überhöhter Population nach wenigen Jahren kein Erfolg eintritt, sollte dies den Verantwortlichen zu denken geben, ob der Handlungsansatz korrekt ist....
Da widerspreche ich nicht, das gilt ja für Schwarzwild genauso. Auch Sauen gibt es nicht überall in zu hoher Dichte und seit 20 Jahren hat zumindest in den Hotspots noch keine Reduktion stattgefunden, trotz 365 Tagen Jagdzeit. Gibt aber offenbar auch niemandem zu denken, ob der Handlungsansatz korrekt ist. ;)
 
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Das liegt daran, dass unter "überhöht" jeder was anderes versteht. Weil jeder ein anderes Hauptaugenmerk hat, woran er das festmacht. Bauer, Freizeitmensch, Waldbauer, Wildbiologe, Tierliebhaber... Jeder hat andere Ansätze... Am nächsten käme man der Sache wohl über einen wilbiologisch-ökosystemischen Ansatz. Aber alles Dynamiken könnte wahrscheinlich unsere Kulturlandschaft und ihre Nutznießer nicht verkraften. Weder das ausufern, noch der anschließende Zusammenbruch von Populationen...
 
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Da widerspreche ich nicht, das gilt ja für Schwarzwild genauso. Auch Sauen gibt es nicht überall in zu hoher Dichte und seit 20 Jahren hat zumindest in den Hotspots noch keine Reduktion stattgefunden, trotz 365 Tagen Jagdzeit. Gibt aber offenbar auch niemandem zu denken, ob der Handlungsansatz korrekt ist. ;)
Grundsätzlich bin ich bei Dir, dass im Rahmen einer örtlich erfoderlichen Schwarzwildreduktion sehr viel Potenzial durch die betroffenen Revierverantwortlichen vor Ort "liegen gelassen wird". Da gäbe es schon recht viel Potenzial.
Allerdings spielen hierbei auch große, zusammenhängende Waldbereiche eine entscheidende Rolle, als Quelle des Bestandes. Hier wird es sehr schnell eng, wenn sie fiskalisch bewirtschaftet werden. Da gibt es keine 365 Tage Jagd, sondern häufig lediglich Bewegungsjagden und kaum weiterreichende Bejagung. Durch die Bewegungsjagden alleine bekommt man aber den Zuwachs i.d.R. nicht abgeschöpft. Das ist ein grundsätzliches Problem, wenn man versucht innerhalb weniger oder auch nur in 1-2 Tagen die erforderliche Strecke zu machen. Es gibt viele Faktoren, die man bei bester Planung nicht beeinflussen kann, aber sich sehr negativ auf die Strecke auswirken (z.B. Witterung). Einfach Nachholtermine wird man mit der erforderlichen Kompetenz im Herbst auch nicht mehr gestemmt bekommen.
Noch problematischer wird es, wenn eine weitere Art als "Leitart" vorkommt (z.B. Rotwild) und sich die Bejagung daran orientiert. Dann sieht es vielfach ganz düster aus und es werden als Alternative Saufänge oder ähnliches ins Gespräch gebracht. Das ist aus meiner Sicht eine Kapitulation der Verursacher und nicht der angrenzenden Jägerschaft.

wipi
 
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Verurteilen werde ich dabei nur Praktiken, die gegen Grundsätze der Empathie verstoßen, also z. B. schlechte Schützen im Heli, die Tiere krank schießen und nicht nachsuchen,
Wenn man bedenkt, dass in einem anderen Thread Leute kurz vor dem Kollaps stehen, weil es irgendwo scheinbar ein Zielfernrohr gibt wo man auf 100m möglicherweise 2cm daneben schießt.
 
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Wenn man bedenkt, dass in einem anderen Thread Leute kurz vor dem Kollaps stehen, weil es irgendwo scheinbar ein Zielfernrohr gibt wo man auf 100m möglicherweise 2cm daneben schießt.
...und nach fünf Dutzend Zuschriften immer noch nicht wissen wie und wo sie das Holster für die Kurzwaffe zu tragen haben...oder den Unterhebelrepetierer zur einzig wahren Drückjagdwaffe erheben.......Das sind unsere Probleme.
Die Anzahl der Beiträge verteilt auf die verschiedenen Themenkreise sollte uns zu denken geben.
 
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Nein, das meine ich nicht.
Ich meine, sich bewusst zu machen, welches Privileg es ist, in unserer Zeit und Gesellschaft noch Wild jagen und erlegen zu dürfen. Und ich meine, dieses Privileg in der Form zu rechtfertigen, dass man es gut reflektiert und überlegt nutzt.
Dieses Recht haben sich unsere Vorfahren 1848/49 erkämpft! Da ist ein Privileg gefallen das Jagdregal!
Ich weiß nicht warum ich widerstandslos hinnehmen soll, das ein Recht, das Jagdrecht
von irgendwelchen ökologisch,sozialistisch Verblendeten Geschichtsnieten beschneiden lassen soll.
Ich finde es immer lustig solche Aktivisten, die mich in der Fußgängerzone um Spenden bitten auszufragen & deren Wissen auf den Grun zu gehen, da gibt es machmal bei denen Gestotter oder gute Gespräche.

Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren,

Waldwicht
 
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Nee, Heli passt schon, so wie ein SUV statt Ochsenkarren, man muss ja mit der Zeit gehen, aber ein weidgerechter Jäger neben dem Pilot hätte einen Collath-Hahndrilling in 9,3x72R und 16/65 benutzt. So ist es nur ein Schießer. ;)
Falsch, C712 in 7.65, bzw. Karabiner 98a in 8x57IS mit Grabenmagazin.
Wenn dann bitte das modernste bitte schön!

Waldwicht
 
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...und nach fünf Dutzend Zuschriften immer noch nicht wissen wie und wo sie das Holster für die Kurzwaffe zu tragen haben...oder den Unterhebelrepetierer zur einzig wahren Drückjagdwaffe erheben.......Das sind unsere Probleme.
Die Anzahl der Beiträge verteilt auf die verschiedenen Themenkreise sollte uns zu denken geben.
Diese Frage kann sich jeder stellen, der hier mitmacht. Interessant ist dabei, wer wo überall die meisten Punkte einfährt, was man mit dem Skispringen vergleichen kann.
Nimmt man die Beitragslänge (Anschläge), lässt das mit Metern vergleichen, dann kommen dazu die Haltungsnoten durch die Likies, wobei der Gegenwind allerdings nicht in Form von non-likies mit einfließt.
Die Punktrichter (User) vergeben dann Sympathiepunkte, die nicht unbedingt sachrelevant auf einem fundierten Hintergrund beruhen.
Das entspricht in etwa auf der politischen Bühne den Grünen, wo einer der unauffälligsten Köpfe in Deutschlandtrend auf Platz 2 rangiert.
 
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Was verwertet wird, ist sinnvoll erlegt. Darüber besteht wohl Einigkeit.



Eben DAS sehe ich nicht.
In den letzten 30 Jahren erlebe ich in meinem Wirkungsgebiet eine schöne Artenanreicherung, ganz ohne Prädatorenjagd: Weißstorch, Raubwürger, Sperlingskauz, Eisvogel, Wildkatze, Luchs, Uhu, Wanderfalke, Rebhühner, diverse Gänse, Schwarzstorch, Wiedehopf, u.v.m.

In waldärmeren Gegenden mag das wirksamer funktionieren, mit der Prädatorenbejagung, da geht es nach meiner Beobachtung aber weniger um Artenreichtum, als eher um Zahlenreichtum der schießbaren Niederwildarten, damit die Treibjagd wieder etwas attraktiver wird. ;)

Ja genau, deswegen kennen die tumben, schießgeilen Feldjäger auch nur Hase und Fasan.
DU kannst natürlich gleich mal auf Anhieb und ohne Nachschlagen 12 Arten aufzählen.
Und welch Wunder, Luchs, Wildkatze und Uhu reichern sich "in deinem Wirkungsgebiet" ohne Prädatorenbejagung an. Respekt! Der könnte vom Wohlleben sein.
Und Rebhuhn, Wanderfalke und Uhu im selben Gebiet. Echt stark.
Gut, die Horstbrüter könnten Probleme mit den Waschis kriegen aber da gibt es ja Klettersperren, alles geritzt.
Gänse siedeln sich überall an aber wieviele Gössel führen sie? Und wieviel Küken die Hühner?
Wie sieht es mit der Kiebitzdichte und dem Bruterfolg aus. Lerchendichte? Wachteln?
Wenn ich an die ganzen Verlorenen Seelen in den Trappenschutzgebieten oder den Rauhfusshuhngebieten denke, die Deppen. Brauchen doch gar eigentlich gar nichts machen.
Gut, vielleicht mehr Rehe schießen. Das scheint ja das Allheilmittel schlechthin zu sein.
 
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Für die Tötung von Fuchs, Dachs, Wiesel oder Marder fehlt MIR ebenfalls der vernünftige Grund. Deshalb hatte ich geschrieben, dass allein die Freude an "jagdlicher Abwechslung" in meinen Augen kein vernünftiger Grund ist, ein Tier zu töten und ganz sicher auch nicht gut bei der Bevölkerung ankommt. Dann muss man sich nicht über wegbrechende Akzeptanz wundern, hat Sympathien verspielt, die bei der nächsten Jagdrechtsnovellierung vielleicht zu überzogenen Verschärfungen führen, oder "beratungsresistente" Jäger in den Medien immer in die "Schmuddelecke" packen. .
Wenn Du den Fuchs mit Räude lieber jämmerlich sterben läßt und es zu läßt das sie sich immer
weiter ausbreitet.Wenn du für andere Tiere wie Wiesenbrüter und Lurche nix übrig hast die von Dachs ,Wiesel und Waschi dezimiert werden,wenn dein Auto noch nie vom Marder beschädigt
wurde dann kann dir das am Ar.... vorbei gehen. Deine wegbrechende Akzeptanz geht in eine
ganz andere Richtung ,nämlich dahin das uns eines Tages vorgehalten wird, die können raus aus dem Jagdrecht die schießt eh keiner mehr. Schon mal drüber nachgedacht.
Übrigens das was du alles aufgezählt hast was bei dir vorkommt ,gibt es bei mir schon seit
vielen Jahren ,(Luchs laß ich mal raus).Aber und das ABER ist groß kommen nachweißlich zum Beispiel Uhujunge durch die Waschbären schon kaum noch zum ausfliegen,ist in deinem Zauberwald aber anders da werden die Waschis vom Wolf gefressen ist klar.
Und das große Mir kannste dir da schenken .

Gruß Seppel
 
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Das Jagdrecht und / oder das Jagdausübungsrecht und / oder den Waffenbesitz als "Privileg" zu bezeichnen, dass ist sehr eindeutig das Einlassen auf das Framing der Jagdgegener. Vom "Umbringen" mal ganz zu schweigen.

Wer mit solchen Begriffen argumentiert und dann dazu noch von der "Erlaubnis der Gesellschaft" fabuliert, der hat ein Problem mit dem Grundgesetz, bzw. mit den daraus abzuleitenden Eigentumsrechten.
 
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