Jagd im Kino

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#3
Film muss wirklich recht gut sein. Hier Radiokritik.

https://www1.wdr.de/mediathek/audio...auf-der-jagd---wem-gehoert-die-natur-102.html

Ich hab recht viel im Netz zu dem Film recherchiert und es ist mal wieder bezeichnend, dass es höchst schwierig für die Regisseurin war, überhaupt Jäger vor die Kamera zu bekommen. Die meisten hätten dankend abgewunken. Wahrscheinlich gibts aus unseren Reihen wieder viele Jäger, die allerlei an dem Film auszusetzen haben. Aber wenn die Jägerschaft sich in Teilen immer wieder abschotten bei Anfragen, dürfen wir uns nicht über ein falsches oder negatives Bild in der Öffentlichkeit wundern. Wie der Sprecher am Schluss sagt: Jagd hat mit seltsamen Ritualen zu tun. Das ist nicht seltsam, hat ihm nur keiner erklärt.
 
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#5
Hier ein Interview mit der Regiseurin. Macht auf mich einen vernünftigen Eindruck. Ich glaube, sie hat sich mit den richtigen Jägern unterhalten und hat deren Meinung neutral wiedergegeben. Den Film schau ich mir vielleicht auch an. Angeblich läuft er in 40km Entfernung. Beim letzten Dokumentarfilm über die Jagd - ich glaub der hieß Grenzbock - musst ich mich konzentrieren um nicht einzuschlafen. Die Latte liegt als nicht allzuhoch. lasst mich wissen, ob der besser ist.

http://www.taz.de/!5500805/

 
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#6
Hier ein Interview mit der Regiseurin. Macht auf mich einen vernünftigen Eindruck. Ich glaube, sie hat sich mit den richtigen Jägern unterhalten und hat deren Meinung neutral wiedergegeben. Den Film schau ich mir vielleicht auch an. Angeblich läuft er in 40km Entfernung. Beim letzten Dokumentarfilm über die Jagd - ich glaub der hieß Grenzbock - musst ich mich konzentrieren um nicht einzuschlafen. Die Latte liegt als nicht allzuhoch. lasst mich wissen, ob der besser ist.

http://www.taz.de/!5500805/

Erstaunlich gutes Interview, zumal ich es in der TAZ anders erwartet hätte.
 
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#7
Das Interview ist doch mal ein gutes Signal, den Film werd ich mir anschauen, wenn die Aussagen aus dem Interview im Film nur halbwegs rüberkommen ist er bestimmt sehenswert :thumbup:
 
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#11
Ich habe mir den Film heute angeschaut und muss sagen, dass er mir sehr gut gefallen hat.

Es wurde ausführlich auf das Dilemma, Wald oder Wild, gibt es noch Natur in Deutschland, eingegangen und während dem Film wurde versucht das Ganze relativ neutral zu gestalten. So konnten Jäger, Förster und Waldbesitzer ihre Sicht erläutern.

Besonders gefallen hat mir, dass der Film im Prinzip keine Meinung enthält, sondern die Meinungen ausschließlich von den Mitwirkenden Personen kommen, die für den Zuschauer in ihrer Position erkenntlich sind.

Der Film an sich wird mit Fakten und Aufnshmen ergänzt, die der Zuschauer selbst verarbeiten und einschätzen muss.

Kurz: Mal einen Film der die Jagd nicht in ein schlechtes Bild rückt und relativ neutral gehalten wurde.
 
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#12
Ich hab recht viel im Netz zu dem Film recherchiert und es ist mal wieder bezeichnend, dass es höchst schwierig für die Regisseurin war, überhaupt Jäger vor die Kamera zu bekommen. Die meisten hätten dankend abgewunken. Wahrscheinlich gibts aus unseren Reihen wieder viele Jäger, die allerlei an dem Film auszusetzen haben. Aber wenn die Jägerschaft sich in Teilen immer wieder abschotten bei Anfragen, dürfen wir uns nicht über ein falsches oder negatives Bild in der Öffentlichkeit wundern. Wie der Sprecher am Schluss sagt: Jagd hat mit seltsamen Ritualen zu tun. Das ist nicht seltsam, hat ihm nur keiner erklärt.

Cave ! Hier wäre ich wirklich sehr vorsichtig. Medien-Leute, kommen Dir in scheinbar objektivster Projektabsicht und nachher versteht Du beim Endprodukt die Welt nicht mehr und wunderst Dich, warum der nette Journalist final so ein böses Werk abliefert. Plötzlich werden Aussagen aus dem Zusammenhang geschnitten und das ganze Projekt bekommt plötzlich in eine komplett andere Richtung, als mit Dir abgesprochen und gedacht.
Um mir solche Erfahrungen auch weiterhin zu ersparen, lasse ich mir JEDES mediale Produkt, in dem ich in der einen oder anderen Form mitgewirkt habe, zeigen und behalte mir ein Veto schriftlich vor.

Ein gutes Beispiel war der Film "Safari" der hier neulich im Forum, auch von mir, breit verrissen wurde. Selbstverständlich waren die Protagonisten keine, die ich mit Büchse oder Flinte neben mir erleben wollen würde oder auch sonst nicht "meine Welt" - dennoch können selbst diese Leute nicht so verirrt gewesen sein, solche Dinge vor laufender Kamera vom Stapel zu lassen, wenn der Regisseur nicht ganz gewaltig einen auf "Mittäter" gemacht und solche Aussagen, später klug rausgeschnitten, auch bewusst provoziert hat.

"Bad news are good news" und solange man mit billigem Sozialneid, reißerischem und bloß-stellendem Voyeurismus für sichere Marktanteile und so manche politisch nicht unwillkommene Föderungsmöglichkeit sorgen kann, werden sich im kompetitiven Medienmarkt sicherlich Leute finden, die solchen Schmierenkram machen. Und beim avisierten, angenehm angewiderten Publikum macht sich ein wohliges "haben wir es doch schon immer gewusst"Gefühl breit. Solange das gelingt, werden differenzierte Darstellungen über Jagd und Jäger eine Ausnahme bleiben, die es besonders zu würdigen gilt.

Wenn hier nun sogar ein ganzer Kinofilm entstanden ist, der rationale Naturzusammenhänge und den Kreislauf des Lebens und Sterbens in der Natur auch unter Mitwirkung von Jagd und Jägern darstellt, dann wäre das eine ganz außerordentlich positive Sache.
Aber auch für unsere eigenen Reihen sollte man dann festhalten, dass für viele Jäger noch ne Menge Luft nach oben bleibt, bis das Idealbild eines nachhaltig jagenden, waidgerechten und in der Hege engagierten Jägers auch persönlich erreicht ist. Ein Jäger, der eventuell sogar den Aufwand und die Mühen nicht scheut, alleine oder besser noch zusammen mit Jagdfreunden ein Revier selber zu bewirtschaften, selber ein hochwertiges Lebensmittel zu erzeugen und direkt zu vermarkten (auch das eine tolle Werbung für Jagd) kann diese Passion dann auch mit gradem Rücken in der gesellschaftlichen Diskussion vertreten !

Genau dieses Bild war früher auch teilweise Basis des gesellschaftlichen Konsens, der die Jagd als ehrenvolle und positive Passion anerkannte und respektierte.

Nicht nur in diesem Forum würde ein solcher Jagd-Film positiv aufgenommen werden. Ich denke, dazu wäre auch die Allgemeinbevölkerung bereit. Wichtig ist nur, dass sich Jagd und Jäger dann auch ihrer Wurzeln besinnen und sich dann auch weiterhin bzw. wieder der ganzheitlichen Jagd mit all ihren Facetten widmen !
Die Protagonisten einer reine Abschussjagd, als Teil eines Event-getriggerten Lebens, könnte ich als prototypische „Jäger“ im engeren Sinne der Definition der Allgemeinbevölkerung auch weiterhin nur schwer vermitteln.
Wenn uns hier eine Journalistin den Gefallen eines interessanten, handwerklich gut gelungenen und ausgewogenen Jagdfilmes gemacht hat, so diene dieser nicht nur den jagdlichen Laien zur differenzierten Information und Unterhaltung, sondern auch uns Jägern zur Rückbesinnung auf unserer Ursprünge, wo immer dieses notwendig sein sollte.

Des Waidmanns Ursprung liegt entfernt, dem Paradise nah,

da war kein Kaufmann, kein Soldat,
kein Arzt, kein Pfaff, kein Advokat,
doch Jäger waren da !
 
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#13
Pro:
- tolle Aufnahmen aus der Natur
- Erlegungen bewusst gefilmt ohne den Versuch der Stimmungsmache (weder beschönigt, noch übertrieben dargestellt)
- verschiedene Positionen der Jäger, Förster, Waldbauern und Wolfsbeauftragten bekommen Gelegenheit ihre Meinung zu äußern
- Zahlen zu Erlegungen einzelner Wildarten und hier dann der Vergleich zu kommerziellen Gewinnung von Fleisch (gab einige "Ohs" im Kino)
- Erklärung der Jagdethik auch für Personen ohne jagdlichen Hintergrund, wie z.B. das gezielt erst das Kitz und dann die Geiss erlegt wird und nicht einfach wahllos geballert wird

Contra:
- an einigen Stellen recht langatmig (z.B. mit den Jägerinnen in Kanadaa die gefühlt ewig beim Lachen gefilmt werden oder wenn mal wieder ein Wolf durchs Bild rennt)
- deutliches Übergewicht, dass im Forst "Wald vor Wild" gilt (ansonsten in einem sehr neutralen Film der nur aufzeigt und erklärt ohne Stimmung zu machen)
 
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#14
Hallo zusammen,

nun ja, einige sehr schöne Naturaufnahmen, unterbrochen von Statements irgendwelcher Selbstdarsteller. Besonders die "Wolfsbeauftragte" in Brandenburg, Constanze Eiser, hat sich durch ihre naive und kindliche Freude über den Wolf bei den Kinobesuchern einhellig zum Obst gemacht. Einfach nur peinlich, diese "Frau".

Gruß,

Bernhard

Eiser Wolfsbeauftragte.JPG
 
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